Was Wunsch nach Schlägen - eine Erklärung aus moderner Sicht
In der Schule haben wir gelernt, dass unser Körper zahlreiche „Rezeptoren“ besitzt, die uns ermöglichen, zu sehen, zu hören oder mechanische Reize auf der Haut wahrzunehmen. Über die Nervenbahnen werden diese an das Gehirn weitergeleitet. So viel davon stimmt tatsächlich. Allerdings können Augen nur optische Eindrücke wahrnehmen, Ohren nur Töne aufnehmen und die Hautoberfläche nur Druck, Stoß oder Stiche wie auch Hitze und Kälte bemerken.
Das Vorzimmer des Gehirns
Die erstaunliche Tatsache, die wir in der Schule nicht gelernt haben: Alle über die Nerven ankommenden Informationen werden „im Vorzimmer“ des Gehirns geprüft. Eine werden sofort durchgelassen: „Wenn die Herdplatte heiß ist, musst du sofort die Hand zurückziehen.“ Andere dringen gar nicht erst zur „Verarbeitung“ vor. Und wieder andere müssen erst einmal „bewertet“ werden, bevor etwas passiert.
Unser Gehirn hat die erstaunliche Fähigkeit, einen Eindruck mit den Situationen zu vergleichen, in denen er „schon einmal“ aufgetreten ist. Also etwa: Mit wem war ich zusammen, als es geschah? Was habe ich dabei empfunden? Will ich es noch einmal erleben, um es nun deutlicher zu erspüren?
Gefühle wandeln sich - vom Wunsch nach Erfahrungen
Zum anderen wandelt sich die Empfindung mit Lebensalter und Erfahrung, was letztlich heißt: Wir bleiben neugierig, wie wir etwas „jetzt und hier“ hören, sehen oder empfinden. Ein simples Beispiel: Viele Menschen mögen scharfe oder bittere Speisen nicht. Was aber „scharf“ oder „bitter“ ist, wandelt sich mit den Jahren, und jede neue Erfahrung damit verändert unser Verhältnis dazu. Falls du es nicht glaubst: Hast du als Kind Spargel gemocht? Mir kam er bitter vor. Und heute esse ich mit Wonne Spargel, der mir gar nicht mehr bitter vorkommt.
Vom Gemüsestand zurück zur Psychologie: Unser Gehirn ist in der Lage, sich bitteren Erfahrungen zu vergessen und neu zu lernen. Manche lieben die Süße im Bitteren, andere entdecken im Süßen das Bittere, und dies ist keinesfalls ungewöhnlich.
Das Neue, das Ungewöhnliche und die Herausforderung
Nehmen wir an, eine Empfindung würde tatsächlich zum Gehirn vordringen und nicht gleich im Vorzimmer erledigt werden. Dann beginnt das Gehirn, diese Situation mit anderen zu vergleichen, die bereits bekannt sind oder in irgendeiner Weise anregend sind. Es sagt uns also: „Warte mal ab, was kommt.“ Dadurch werden wir offen für neue Erfahrungen.
Viele Menschen berichten Erstaunliches: Sie sagen, dass sie die Lust am Schmerz auch dann wahrnehmen, wenn die Rezeptoren gar nicht erst aktiviert wurden. Mit anderen Worten: Sie empfinden den Schmerz, ohne geschlagen zu werden. Sie benötigen lediglich einen Auslöser, der die Fantasie freisetzt.
Neutraler gesagt: Unser Gehirn kann unser Empfinden in viele Richtungen steuern, die wir nicht genau voraussagen könne. Und dazu gehört auch, ob ein Schlag schmerzt, als Erniedrigung empfunden wird oder sich mit Lust verbindet. Aus der Sicht der Gehirnforschung verwundert dies nicht.
Schmerzliche Herausforderungen - für viele nicht ungewöhnlich
Starke körperliche Anstrengungen erzeugen zudem biochemische Prozesse, die das Gefühl erzeugen, sich verausgabt zu haben. „Ohne Schmerz kein Gewinn“ ist eine übliche Formulierung, die allgemein anerkannt wird. Leistungssportler werden sogar bewundert, weil sie die Strapazen ertragen, die ihnen „der Sport“ abfordert. Im Grunde tun sie gar nichts anderes, als ihre Grenzen auszutesten, denn nur wenige werden tatsächlich einmal „siegen“. Betrachtet man dies nüchtern, so liegt ihr Gewinn darin, bis an die Grenzen gegangen zu sein.
Was du von hier mitnehmen kannst
Was wir zum Thema „Schmerzlust“ oder „Soft-BDSM“ mitnehmen können, ist einfach: Gesucht werden sinnliche Sensationen, die emotional wie auch körperlich als Herausforderung empfunden werden. Was dabei genau geschieht, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir wissen nur, dass die Biochemie einen Teil der Sensationen bewirkt, aber wir wissen nicht, was sich letztlich im Gehirn abspielt.
Wer glaubt, dass es „nur“ darum geht, den „Hinter versohlt“ zu bekommen, der irrt. Es geht um das Gesamtpaket der Erfahrungen – und die sind so vielfältig, dass wir sie beim besten Willen nicht als „Züchtigungen“ beschreiben können.
Genug gesagt? Im nächsten Teil reden wir über Rollenspiele - reißen den Vorhang auf und blicken hinter die Kulissen.
Das Vorzimmer des Gehirns
Die erstaunliche Tatsache, die wir in der Schule nicht gelernt haben: Alle über die Nerven ankommenden Informationen werden „im Vorzimmer“ des Gehirns geprüft. Eine werden sofort durchgelassen: „Wenn die Herdplatte heiß ist, musst du sofort die Hand zurückziehen.“ Andere dringen gar nicht erst zur „Verarbeitung“ vor. Und wieder andere müssen erst einmal „bewertet“ werden, bevor etwas passiert.
Unser Gehirn hat die erstaunliche Fähigkeit, einen Eindruck mit den Situationen zu vergleichen, in denen er „schon einmal“ aufgetreten ist. Also etwa: Mit wem war ich zusammen, als es geschah? Was habe ich dabei empfunden? Will ich es noch einmal erleben, um es nun deutlicher zu erspüren?
Gefühle wandeln sich - vom Wunsch nach Erfahrungen
Zum anderen wandelt sich die Empfindung mit Lebensalter und Erfahrung, was letztlich heißt: Wir bleiben neugierig, wie wir etwas „jetzt und hier“ hören, sehen oder empfinden. Ein simples Beispiel: Viele Menschen mögen scharfe oder bittere Speisen nicht. Was aber „scharf“ oder „bitter“ ist, wandelt sich mit den Jahren, und jede neue Erfahrung damit verändert unser Verhältnis dazu. Falls du es nicht glaubst: Hast du als Kind Spargel gemocht? Mir kam er bitter vor. Und heute esse ich mit Wonne Spargel, der mir gar nicht mehr bitter vorkommt.
Vom Gemüsestand zurück zur Psychologie: Unser Gehirn ist in der Lage, sich bitteren Erfahrungen zu vergessen und neu zu lernen. Manche lieben die Süße im Bitteren, andere entdecken im Süßen das Bittere, und dies ist keinesfalls ungewöhnlich.
Das Neue, das Ungewöhnliche und die Herausforderung
Nehmen wir an, eine Empfindung würde tatsächlich zum Gehirn vordringen und nicht gleich im Vorzimmer erledigt werden. Dann beginnt das Gehirn, diese Situation mit anderen zu vergleichen, die bereits bekannt sind oder in irgendeiner Weise anregend sind. Es sagt uns also: „Warte mal ab, was kommt.“ Dadurch werden wir offen für neue Erfahrungen.
Viele Menschen berichten Erstaunliches: Sie sagen, dass sie die Lust am Schmerz auch dann wahrnehmen, wenn die Rezeptoren gar nicht erst aktiviert wurden. Mit anderen Worten: Sie empfinden den Schmerz, ohne geschlagen zu werden. Sie benötigen lediglich einen Auslöser, der die Fantasie freisetzt.
Neutraler gesagt: Unser Gehirn kann unser Empfinden in viele Richtungen steuern, die wir nicht genau voraussagen könne. Und dazu gehört auch, ob ein Schlag schmerzt, als Erniedrigung empfunden wird oder sich mit Lust verbindet. Aus der Sicht der Gehirnforschung verwundert dies nicht.
Schmerzliche Herausforderungen - für viele nicht ungewöhnlich
Starke körperliche Anstrengungen erzeugen zudem biochemische Prozesse, die das Gefühl erzeugen, sich verausgabt zu haben. „Ohne Schmerz kein Gewinn“ ist eine übliche Formulierung, die allgemein anerkannt wird. Leistungssportler werden sogar bewundert, weil sie die Strapazen ertragen, die ihnen „der Sport“ abfordert. Im Grunde tun sie gar nichts anderes, als ihre Grenzen auszutesten, denn nur wenige werden tatsächlich einmal „siegen“. Betrachtet man dies nüchtern, so liegt ihr Gewinn darin, bis an die Grenzen gegangen zu sein.
Was du von hier mitnehmen kannst
Was wir zum Thema „Schmerzlust“ oder „Soft-BDSM“ mitnehmen können, ist einfach: Gesucht werden sinnliche Sensationen, die emotional wie auch körperlich als Herausforderung empfunden werden. Was dabei genau geschieht, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir wissen nur, dass die Biochemie einen Teil der Sensationen bewirkt, aber wir wissen nicht, was sich letztlich im Gehirn abspielt.
Wer glaubt, dass es „nur“ darum geht, den „Hinter versohlt“ zu bekommen, der irrt. Es geht um das Gesamtpaket der Erfahrungen – und die sind so vielfältig, dass wir sie beim besten Willen nicht als „Züchtigungen“ beschreiben können.
Genug gesagt? Im nächsten Teil reden wir über Rollenspiele - reißen den Vorhang auf und blicken hinter die Kulissen.

