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Schöner sündigen

Schöner sündigen
Es ist nicht die Frage, ob man einmal sündigt, sondern ob man es aus vollem Herzen tut.

(Ein Kardiologe)

Bild: 50er-Jahre Illustration



Anders sündigen

Anders sündigen
Verurteile mich nicht, weil ich anders sündige als du.

(Dieter F. Uchtdorf zugeschrieben).

Bild: 50er-Jahre-Magazin.

Kann den Liebe Sünde sein?

sünderin? es kommt auf die sichtweise an


Die Antworten auf die Frage, ob Liebe Sünde sein kann, sind schnell gegeben: „Ja“, „Nein“, oder „kommt drauf an“.

Ja, werden Sie sagen – aber Herr Chefredakteur, Sie können doch nicht sagen, die Leute hätten recht, die Liebe für Sünde halten und dann dem Nächsten sagen: „Ach, Liebe ist doch keine Sünde, mein Bester, nimm dir nur weiterhin deine süßen Hurchen“.

Wisst ihr was? Wenn ihr das so sagt, habt ihr auch Recht.

Liebe ist unordentlich definiert – Sünde auch

Es ist aber leider so: „Liebe“ ist nicht nur ein unordentliches Gefühl, sondern auch ein höchst unscharfer Begriff – von „Sünde“ ganz zu schweigen. Da weiß das moralisch immer superschlaue Wikipedia auch keinen Rat – immerhin glaubt das Online-Lexikon, dass Christen in etwa so gepolt sind:

„Sünde bezeichnet … den durch den Menschen verschuldeten Zustand des Getrenntseins von Gott und ebenso einzelne schuldhafte Verfehlungen gegen Gottes Gebote, die aus diesem Zustand resultieren.“

Oh – ertappt, Sünderinnen und Sünder?

Nun, gemach, gemach … da kommt nämlich ein neues Wort auf – „Gottes Gebote“ und eine Einschränkung: Sünder kann nur sein, wer sich schuldhaft an den Geboten vergeht. Mit den Geboten ist das übrigens so eine Sache – nur eines der unter Christen viel zitierten „Zehn Gebote“ betrifft die Unkeuschheit, wahlweise als „du sollst nicht ehebrechen“ oder „du sollst nicht unkeusch sein“.
Ja, und nun müssen wir mal gucken, wie wir das machen, unkeusch zu sein?

Das mit dem „Ehebrechen“ ist so: Wer damals (zu Moses Zeiten) die Ehe brechen wollte, musste entweder mit einer Andersgläubigen schlafen oder sich beim Nachbarn bedienen, dann hätte er gleich gegen wein weiteres Gebot verstoßen, denn ob er die Ehefrau oder Slavin genommen hätte – er hätte sich an dessen Eigentum vergriffen. Die eigenen Mägde und Sklavinnen hingegen schützte als Eigentum des Gutsherren niemand, und es war folgerichtig kein Ehebruch, sie zu beschlafen.

Kann denn nun Liebe Sünde sein?




„Sünde“ entsteht bei uns Menschen immer, wenn wir gegen das eigene Werteprinzip verstoßen. Das allerdings ist nicht bei allen Menschen gleich, ob sie nun Christen, Juden oder Ungläubige sind. Es wird in der Regel auch nicht von der Religion, sondern von der familiären Erziehung beeinflusst. Wo „zu sich selbst stehen“ Erziehungsideal ist, existiert auch Moral, Schuld, Sühne und die eine oder andere Sünde. Wo man alles irgendwie wieder abputzen kann, odert wo stets die anderen die Verantwortung für das eigene Ungemach tragen, da existiert seltener eine moralische Empfindung für das eigen Tun, und Schuld, Sühne und Sünde sind eine Sache, die man „irgendwie vermauschelt“.

Nun unterliegt die Liebe allerdings nicht ausschließlich und völlig dem freien Willen. Sie überfällt uns blitzartig, lässt uns plötzlich nach Erfüllung lechzen und treibt uns zu Liebesglut und Liebeswahn. Das alles ist zumeist „beherrschbar“, aber eben nicht immer. Der Moment der Entscheidung ist gelegentlich sehr kurz, und bevor man sich auch nur richtig überlegt, was passiert, liegt man mit jemandem im Bett – das ist Realität, auch wenn sie unbequem ist.

Liebe kann Sünde sein

Liebe kann Sünde ein, wenn man sich selbst oder anderen dabei schadet. Sie kann auch dann Sünde sein, wenn man sie uns nicht emotional überkommt, sondern wenn wir sie sie kühl und berechnend planen, etwa, um eine Frau an der Bar „herumzukriegen“ oder uns durch eine Seitensprungagentur unter der falschen Flagge der Liebe ganz bewusst zum Sexualobjekt degradieren.

Was die Kirche alles „Sünde“ nennt, interessiert dabei kaum – deren Bücher lassen jedwede Interpretation der geschlechtlichen Liebe zu. Der Ursprungsgott der Christen wusste es besser: Er wollte nur, dass wir Menschen fruchtbar sind und uns mehren. Dafür gibt es bekanntlich nur eine Methode, und sie ist nicht von einer festen Beziehung abhängig. Dennoch – es ist besser, zu heiraten und einander treu zu bleiben, weil dies auf Dauer glücklicher macht, wenn wir es wirklich wollen.

©: 2010 by lovefusionphoto