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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Geschieden? Denke nicht zurück, sondern öffne neue Türen

Geschieden? Das kann bitter sein, besonders, wenn du dir dein Leben mit ihr oder ihm bis ins späte Alter ausgemalt hast.

Ich zitiere euch jetzt Alexander Graham Bell:

Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich eine andere. Wir aber sehen viel zu lange und bedauernd auf die Tür, die nun verschlossen ist. Und wir übersehen die Tür, die sich jetzt für uns öffnen könnte.

Die meisten Ratgeber sagen dir: „Öffne keine neuen Türen, wenn du geschieden wurdest!“ Das liegt daran, dass sie glauben, du leidest an der Psyche, und dieses Leid müsse erst durch die Zeit gelindert werden. Kein Widerspruch, wenn du dich so fühlst. Aber die Frage ist: Lohnt es sich zu warten, bis die Psyche wieder „verheilt“ ist?

Oder - wie denkst du über einen Menschen, der seine Anstellung verloren hat und nun darauf wartet, dass sich sein Schmerz darüber lindert, bevor er sich neu bewirbt?

Der Rat der Liebeszeitung

Wir raten: Die Tür hinter die verschließen, auch wenn es verführerisch wäre, sie wieder zu öffnen. Und hinauszugehen, um zu sehen, welche Türen sich öffnen könnten. Du musst dich wirklich nicht gleich „einschließen“lassen hinter der neuen Tür. Für den „Übergang“ gibt es Menschen, die sich nicht binden wollen und die dir trotzdem eine schöne Zeit schenken können.

Konkreter werden … die zweite (oder dritte) Ehe

Einmal ist kein Mal ...
Manchmal fragt man mich ja noch – deutlich seltener als früher zwar, aber man kann ja mal versuchen, was der „Greis“ noch zu sagen hat.

Zum Beispiel, ob ich nicht etwas Konkreter werden könnte, wenn es um die Partnersuche geht. Vor allem, wenn man geschieden ist und über … über … na, sagen wir mal 45.

Denn so viel ist sicher – viele Paare trennen sich, wenn sie das Leben mit dem Partner für „erfüllt“ halten. Und dann sind sie zumeist nicht mehr sonnige 30, sondern gehen auf die 50 zu.

Einen Moment innehalten

Zunächst würde ich jedem, der in diesem Alter ist, den Rat geben, einen Moment zu verschnaufen und sich mit der Jetztzeit auseinanderzusetzen.

Das liegt daran, dass zwischen der Zeit, als du 30 warst, eben 20 Jahre liegen, falls du jetzt 50 bist. Und in dieser Zeit haben sich die Balzplätze ebenso verändert wie die Bedingungen, unter denen Paare zusammenkommen.

Mann, du suchst eine feste Beziehung?

Nehmend wir an, du wärest ein Mann und du suchst wieder eine feste Partnerin. Dann überprüfe zuerst deine Garderobe und guck dich dann damit im Spiegel an. Ist es ein netter Kerl mit Geschmack, der dich anblickt? Dann sieh zu, dass du deine Kommunikation neu ausrichtest. Je schneller du das Spiel lernst, wie man offener werden kann, aber auch weißt, wann du beim Gespräch einen Gang zurückschalten musst, ist alles klar.

Versuch es nicht bei Frauen, die hervorstechen wollen

Ab hier ist das Spiel ähnlich wie früher: Die begehrten, jugendlich aussehenden Frauen, die aus Ihrem Ex-Imperium noch ein paar Eigentumswohnungen gerettet haben, sind schnell aufgebraucht. Und diejenigen, die recht schnell mit dir ausgehen wollen, haben Absichten aller Art – Flirts, Bettaffären oder „Männerbesichtigungen“. Nur wenige suchen dich als „Person“ und Zukunftsbegleiter. Also bleiben jene, die nicht in der ersten Reihe stehen. Du erkennst sie daran, dass sich nicht fordern, sondern abwägen. Immerhin stehen einer heute 50-jährigen noch viel Jahre der gemeinsamen Freude bevor – und die wollen Frauen dann schon mit einem wirklich passenden Mann verbringen.

Vergessen und Ertragen - nicht alle Begegnungen sind Treffer

Konkret heißt das, sich einerseits nicht von „optischen Schönheiten“ blenden zu lassen und andrerseits die „Rosinenpickerinnen“ zu ertragen. Die Letzteren erkennst ihr daran, dass sie ihren eigenen Wert zu hoch einschätzen. Genau genommen wollen sie einen höheren Preis für ihre Schönheit, Bildung und soziale Stärke erzielen. Schon allein diese Absicht sollte jedem Mann zu denken geben.

Der beste Tipp? Oh, er ist sehr einfach. Die meisten Menschen sind Mittelmaß – also hast du hier die besten Chancen. Und im Mittelmaß findest du Frauen, die mit einigen Eigenschaften hervorstechen, die gerade dich interessieren. Das ist sozusagen der beste Weg zum Ziel.

War ich konkret genug? Ich hoffe doch sehr.

Auch interessant: Das Thema in der NZZ.

Scheidung - und dann sofort wieder Sex?

Der tiefe Schmerz nach Trennung oder Scheidung – ich denke, jede und jeder kennt ihn, der einmal davon betroffen war. Die Frage „Wann hattest du danach wieder Sex“, wird oft zurückhaltend beantwortet.

Ach, das "Zweite Erste Mal?"

Eine Frauenzeitschrift schreibt sehr verblümt über „das zweite erste Mal“, geradezu so, als ob das „erste Mal“ wirklich das „allererste Mal“ gewesen wäre (1).

Wieso erst danach?

„Danach?“, eine Dame, die im Grunde eher traditionellen ethischen Prinzipien folgte, sagte rund heraus: „Ein paar Wochen nach der Trennung. Ich wollte halt schauen, ob’s mit einem anderen geht.“

Ich dachte nach. Wieso eigentlich danach? Soll jemand das ganze „Trennungsjahr“ leben wie eine Nonne oder ein Mönch? Und haben es sich die Leidensgenossinnen nicht wenigstens selbst gemacht?

Ein „gewisser Unmut“, so las ich, sei damit verbunden. Und sogar (2):

Die Fragen, die einem durch den Kopf schießen, sind mannigfaltig, praktisch immer negativ konnotiert und definitiv dazu geeignet, das Selbstvertrauen nachhaltig zu unterminieren.


Gut, der Kopf – der hindert uns manchmal. Und vielleicht hat man sich den „alten“ Partner nach einem Monat noch nicht „aus dem Kopf geschlagen“. Und ja, der Anspruch, eine perfekte Geliebte zu sein oder auch ein erstklassiger Lover, der wohnt schon irgendwo im Hinterstübchen.

Oh ja, und es gibt ganz Kataloge von Verhaltensratschlägen, was du in den ersten Monaten tun darfst und tun solltest, und wie du dich langsam wieder an den Sex herantastest.

"Der Sex" ist nicht unbedingt "Es in Es"

Den Sex? Du wirst doch einigen Praktiken beherrschen, die nicht deine „ganze Person“ erfordern? Küssen kannst du doch noch, oder? Hände hast du auch, und der Mund lässt sich auch dann noch einsetzen, wenn der Rest deines Körpers sich noch ein bisschen sträubt.

Die irrationale, späte Treue

Ist es überhaupt der neue „erste Sex“, der dir im Wege steht? Oder ist es eine Art „verspätete, irrationale Treue“, die in dein Gehirn eingebrannt wurde?

Ich zitiere dazu mal (3):

Vielmehr warnte mich ein irrationaler Instinkt: „Die Nähe zu einem neuen Mann ist unangemessen“. Es war, als ob der unbewusste Teil meines Gehirns zu glauben schien, ich sei noch verheiratet. Ich konnte mir nicht vorstellen … (einen anderen Mann) … zu küssen oder neben ihm im Bett zu liegen.

Persönlich glaube ich nicht, dass alle Frauen immer „treu“ waren während ihrer Ehejahre – und Männer auch nicht. Und ich denke auch, dass Masturbation heute eher etwas „ganz Gewöhnliches“ ist als ein „Abweg der Tugend“.

Statt komplizierter Klärung: oft reicht ein Impuls

Jedenfalls reicht oft ein Impuls, um „den Bann zu brechen“. Der kann in einer Begegnung mit einem Verführer/einer Verführerin liegen, in der Lust, erotische Literatur zu genießen und sich dabei in die Personen im Buch hineinzuversetzen oder sich (endlich) einen Vibrator zu kaufen.

Hingabe ist fast immer möglich

Und natürlich kannst du dich auch einfach hingeben – ein bisschen angeschickert oder auch nicht, aber bei vollem Bewusstsein. Denn auch für die aufkommende Lust ist ja auch das Gehirn verantwortlich - und das vergisst das Rezept nie. Ich hab immer wieder gehört, dass junge Frauen noch im Erwachsenenalter die Warnungen ihrer Mütter im Ohr haben: „Tu’s nicht – das schickt sich nicht“. Und ich sag euch jetzt mal was: Es ist viel schwieriger, die warnende Mutter aus dem Hirn zu verscheuchen als die „Treue zum Ex“. Und wenn die Lust mal die pickenden Vögelchen im Hirn überwindet, ist alles gewonnen.

(1) Brigitte - Frauenzeitschrift
(2) Zitat einer kommerziellen Webseite zur Partnersuche.
(3) Blog (möglicherweise nur eingeschränkt lesbar)
(4) Brauchbare Hinweise (englisch) in: worty

Pornografie und die Lust auf Ehescheidungen

Nicht hingucken! Könnte Ihre Ehe gefährden!
Oh, oh … das wussten die Moralisten doch schon immer – Pornografie ist wahnsinnig gefährlich, jedenfalls für Ehepaare. Denn wenn einer der Partner beginnt, Pornografie anzuschauen, steigt das Scheidungsrisiko. Und das Erstaunliche: von sechs Prozent Scheidungs-Wahrscheinlichkeit bei Männern innerhalb der untersuchten Periode auf 11 Prozent. Wer jetzt noch nicht geschockt ist, dem fällt wahrscheinlich jetzt der Löffel in die Suppe: Bei Frauen, die beginnen, Pornos zu sehnen, ist die Scheidungswahrscheinlichkeit beinahe drei Mal so hoch. Das sagt jedenfalls Samuel Perry, der all dies ermittelt haben will. Natürlich ein angesehener Wissenschaftler, versteht sich.

Ja … da fragt sich eigentlich nur noch, was genau die Frauen da gesehen haben … verglichen sie etwa die Penisgröße? Haben sie sich gleichgeschlechtliche Pornos angesehen und sich gedacht: „Ist echt besser, ey?“ Oder waren sie ehrlich erstaunt darüber, was alles beim Sex möglich ist außer Hubbewegungen?

Oh … nun ja … die Forscher verstanden sich jedenfalls weder als Moralisten noch als „PORNO“-Adepten, sondern meinten, sie würden damit einen hilfreichen Beitrag dazu leisten, amerikanische Ehepaare auf die möglichen Konsequenzen der Pornografie unter gewissen Umständen hinzuweisen.

Was letztlich wieder heißt: Schließt alle Türen, hört nicht auf fremde Einflüsse, seid gottesfürchtig und lasset euch nicht in Versuchung führen. Der Teufel, so wissen wir doch schon lange, lauert an jeder Ecke der Computertastatur. Allerdings hat die Studie den Nachteil, höchst angreifbar zu sein. Denn es könnte ja auch sein, dass alles umgekehrt ist: Wer unzufrieden mit der Lust in der Ehe ist, sieht vielleicht eher Pornografie, und weil das auch nicht weiterhilft, lässt er/sie sich möglicherweise scheiden.

Es könnte sein. Alles könnte irgendwie sein und das Gegenteil könnte auch sein. Fragt sich, warum wir überhaupt noch zuhören, wenn die Leute aus den Elfenbeintürmen ihre Sprüche ablassen.

Harte Wahrheiten über die Liebe, die Ehe und die Scheidung

Liebesheilraten sind nicht immer von Dauer - doch welche Braut denkt schon darüber nach?
Unsere Gesellschaftsordnung ist auf vieles vorbereitet – außer auf eine Alltäglichkeit: die Scheidung. Sie wird als Versagen gehandelt – und damit völlig überbewertet.

Die Ehe war jahrhundertelang nichts mehr als ökonomische Institution, die auf einem Vertrag basierte. Ein Vertrag zudem, den nicht einmal vom Brautpaar ausgehandelt wurde, sondern auf allgemeingültigen gesellschaftlichen Konventionen sowie Verträgen fußte, die die Väter miteinander ausgehandelt hatten. Die Ehe war dazu angelegt, Wohlstand für das Paar zu bieten und sowohl die Eltern wir auch die Gesellschaftsordnung zu entlasten sowie legale Kinder in die Welt zu bringen, die als Erben infrage kamen. Jede Eheschließung bedeutete eine Tochter weniger, die „durchgefüttert“ werden musste, schon ein „Mädchen mehr, das von der Straße wegkam“ oder dem der Weg ins Kloster erspart wurde. Die Wahrheit war hart, und sie wurde niemals ausgesprochen. Religiöses Geschwätz und Romantikkitsch traten jederzeit an die Stelle der Realität.

Diese Wahrheiten sind auch heute noch hart, weil die „guten alten Zeiten“ restlos verkitscht und verromantisiert dargestellt erden.

Heute heiraten die meisten Menschen in der westlichen Hemisphäre aus etwas, das sie „Liebe“ nennen. Leichtfertig erwarten die Heiratswilligen, dass sie sich lieben werden, „bis dass der Tod euch scheidet“. Kaum irgendjemand fragt sich, was dieser Satz bedeutet. Und kaum jemand wird die Art von Liebe, die er zu seinem Partner zu Anfang empfindet, bis ins hohe Alter aufrechterhalten. Oder, wies es jüngst hieß (Zitat und mehr Informationen):

Wir können uns zwingen, redlich, treu und hingebungsvoll zu sein, aber wir können uns nicht zwingen, zu lieben.


Wobei ich anmerken muss: Die Liebe in der Zeit der wilden Lust aufeinander wird ohnehin ersetzt durch die Liebe, die aus der Gemeinsamkeit entsteht. Überwiegend lieben wir dann die Eigenschaften des Anderen und die Zweisamkeit als solche.

Nichts auf dieser Erde wird einen Menschen daran hindern, erneut und möglicherweise Hals-über-Kopf einer neuen Leidenschaft zu verfallen. Ich empfinde es als schade, wenn’s jemand tut. Aber wir müssen es wohl hinnehmen, weil es menschlich ist. Das, was man heute die „Arschkarte“ nennt, also den emotionalen Schaden, hat immer der Zurückgebliebene. Dieser (oder diese) füllt sich mal schuldig, mal entliebt, mal zornig und mal verzweifelt. Man rät ihm oder ihr, möglichst eine Art Einsiedlerleben zu führen, aber auf keinen Fall einen fremden Menschen näher als auf Armlänge heranzulassen.

Kurz: Der verlassene Partner wird immer noch wie ein Meschuggener behandelt, der erstmal isoliert werden muss- nur zu seinem Besten, versteht sich.

Nein, Scheidungen sind nichts Tolles. Aber sie sind auch nicht der Beweise fehlender Liebe zueinander, und sie sind kein Ausdruck des Versagens. Es wäre wohl an der Zeit, endlich im 21. Jahrhundert anzukommen in unserem Denken – und nicht im emotional wie auch geistig im 19. Jahrhundert zu verharren. Denn das darf ich Ihnen sagen: Es war durch und durch verlogen, was das „Liebesglück“ betraf.