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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Der süße Schmerz – das verkannte Gefühl

Mann als Transvestit in Schmerz und Wonne
Für viele Menschen ist nahezu unerklärlich, warum Schmerz und Lust sich in einer Woge widersprüchlicher Gefühle vereinigen können. Und diejenigen, die es lieben, haben meist Schwierigkeiten, genau über diese Gefühle zu sprechen.

Irgendwie sind da die Nerven beteiligt. Doch was sind schon Nerven außer Sensoren, die Gefühle über Leitungen ans Gehirn senden? Diesen Sensoren widmen wir deshalb viel Aufmerksamkeit, weil sie für unser „Wohl und Wehe“ verantwortlich sind. Gäbe es sie nicht, würden wir uns schaden. Aber die Nerven sind nicht „verantwortlich“ für die Gefühle, die sie auslösen. Wenn wir jemandem sanft über die Haut streicheln (ja, auch über den Po, wenn er/sie es mag), dann bekommt diese Person möglicherweise wohlige Gefühle, vielleicht auch schon sinnliche. Trifft unsre Hand hingegen klatschend auf dieselben Pobacken, so wird die Berührung als Schmerz interpretiert.

Von Mücken und Menschen

Und ja – so etwas erleben Menschen höchst unterschiedlich. In diesem Herbst war ich in einer Mückengegend. Sie waren einfach überall, und sie stachen in alles, was sie als Nahrungsquelle empfanden. Das Interessante ist, dass manche Menschen sie bemerken, sobald sie sich niedersetzen – andere gar nicht, solange es sie nicht juckt. Manchmal reicht also ein Hauch von Mücke, um ein Gefühl auszulösen, mal nehmen wir gar nicht wahr, dass wir uns verletzt haben: Die Schmerzempfindung ist unterschiedlich.

Was überwiegt bei den Gefühlen?

Wie wir etwas empfinden, hängt stark davon ab, was überwiegt. Manche Menschen scheuen sich davor, in kühles oder heißes Wasser einzutauchen, empfinden es aber als angenehm, sobald sie darin schwimmen oder baden. Nicht zuletzt haben viele Menschen beim Geschlechtsverkehr erlebt: Das war zu Anfang ein Schmerz. Egal, ob Mann oder Frau – immer wieder gibt es Momente, in denen wir Schmerzen verspüren, die dann aber in der Sinneslust untergehen. Vom Sport will ich gar nicht reden, weil ich nicht viel davon verstehe. Aber Leistung erfordert eben auch hier, manchen Schmerz auszuhalten.

Warum dürfen Schmerzen eigentlich nicht lustvoll sein?

Ja – und was ist dann so schrecklich daran, Schmerzen als lustvoll wahrzunehmen?

Für einige von uns ist es die Erinnerung. Für andere ist es eine Art innerliche Abwehr, die ganz natürliche Ursachen hat. Die meisten Menschen fürchten Schmerzen und Verletzungen, weil sie wissen, dass sie sich davor schützen müssen. Und sie haben eine Panik vor den Schmerzen, die aus dem Inneren heraus kommen. Doch andere versuchen bewusst, bis an die Grenzen zu gehen – auch dabei spielt der Sport eine tragende Rolle.

Und was wir von Sportlern kaum erfahren werden, ist auch das, was wir von Menschen mit Lustschmerzen selten erfahren: Warum malträtierst du dich? Warum nimmst du das alles in Kauf? Du hast doch kaum einen Gewinn davon?

Die Motive? Wer weiß sie wirklich?

Das Interessante: Oft wissen die Schmerzliebhaber gar nicht, was sie eigentlich genau motiviert. Sie sagen einfach, dass sie dieses oder jenes „innere“ Gefühl daran lieben. Genau genommen bestehen diese Gefühle aus einem „hauseigenen“ Drogencocktail, der von jedem etwas anders „interpretiert“ wird.

Was der Lustschmerz wirklich ist? Jeder Berufs- oder Amateurpsychologe wird auf „frühkindliche Erfahrungen“ tippen, was sich etwas merkwürdig anhört. Einige der neueren Schriften behaupten, es handele sich um etwas nebulöse sexuelle Empfindungen aus der Vorpubertät. Aber das erklärt im Grunde gar nichts. Warum sollte ein einmaliges Erlebnis überhaupt solche Folgen haben? Das glaube, wer will oder wer Anhänger von Herrn Freud ist.

Die meisten, die es betrifft und die über die „Grübelphase“ hinaus sind, nehmen es hin – es stört ja kaum im Alltag. Ob es nützt? Ja, das muss wirklich jeder und jede selbst wissen. Solange der Schmerz zur Steigerung der Lust führt, umso besser. Und im äußersten Notfall kann man die ganze Chose physisch erklären, zum Beispiel so:

Der Prozess führt auch dazu, dass Blut in die Beckenregion strömt, was die sexuelle Erregung imitiert.

In Wahrheit ist es wohl doch eher ein Mix aus vielen Komponenten: Gefühle beruhen auf Input, Verarbeitung und Output. Wir wissen etwas über Input und Output (1), aber was dazwischenliegt, wollen die meisten gar nicht wissen.

In jedem Fall ergibt sich eine Steigerung der Lust … wenn man es denn mag.

(1) Input - eingehende Nachrichten oder Gefühle. Output - resultierende Informationen oder Gefühle.
Bild oben: Nach Francis Heuber, Illustrator. Dem Vernehmen nach 1931 in einer Privatausgabe erschienen.

Aussagen über die Pubertät werden bei Erwachsenen meist "nachgeschoben"

Auf der Suche nach der Identität
Wann immer jemand über Irritationen des Sexuallebens schreibt, wird gerne die Pubertät erwähnt. Denn während dieser Zeit wird das Gehirn sozusagen „umprogrammiert“. In den Worten der Wissenschaft liest sich das so:

Vereinfacht gesagt, mistet das Gehirn in den neuronalen Verbindungen aus, kappt also nicht mehr nötige Netze, verbindet neue und stärkt bestehende, zu behaltende Strukturen.

Das kling kompliziert. Und doch sprechen wir von einem natürlichen Prozess. Pubertät ist ein Ereignis, dass uns die Natur mitgegeben hat – ob nun „geschenkt“ oder „zugemutet“.

Gefühle wallen auf - einordnen lassen sie sich vorerst nicht

Wissen muss man nur eines: Gefühle wallen schnell auf. Und die Möglichkeit, sie intellektuell einzuordnen oder gar zu verwalten oder zu steuern, muss erst wachsen. Oder mal wieder mit einer zuverlässigen Wissenschaft erklärt:

Das Ungleichgewicht in der Gehirnentwicklung bedingt somit das Verhalten in der Pubertät. Dieses ist aufgrund der stattfindenden „Umbaumaßnahmen“ mehr von Gefühlen und Impulsen geleitet als von Vernunft und Argumenten.

Bei alldem bleibt allerdings völlig unklar, welche Faktoren oder Erlebnisse das Sexualverhalten nachhaltig beeinflussen. Selbst in eher ausführlichen Berichten von modernen Psychiatern, Psychologen und Gehirnforschern wird nicht wirklich klar, welche Handlungen oder Erlebnisse „gewöhnlicher Art“ das Sexualleben beeinflussen.

Traditionelles Denken - hier die Ursache, dort die Wirkung

Ganz anders bei jenen, die traditionell denken: Sie setzen bei Freud an und lesen vielleicht noch bei Krafft-Ebing nach. Sie wolle wissen, dass einzelne Ereignisse in „der Kindheit“ oder „in der Pubertät“ dazu geführt haben, sich „abweichend“ zu orientieren. Besonders gerne wird die „Vorpubertät“ erwähnt – allerdings zumeist aus der Sicht anderer Verhaltensauffälligkeiten. Doch welche Ereignisse sind es? Und warum entwickeln einige Frauen und Männer aus identischen Erlebnissen recht bald „Abweichungen im Sexualverhalten“, andere jedoch nie? Und wie erklärt sich, dass manche Damen und Herren sich erst gegen 40 oder 50 entschließen, solche Bedürfnisse zu offenbaren?

In Wahrheit stochern die Erklärer im Nebel

Ganz offensichtlich ist es ein „Stochern im Nebel“, was uns da präsentiert wird. Entstanden sind solche Erklärungen vermutlich aus der Auffassung, dass es für jede sexuelle Abweichung eine spezifische Ursache geben muss. Wer dies sagt, ahnt wenig von den komplizieren Strukturen, die vom Fühlen zum Denken und wieder zurück stattfinden.

Vielleicht habt ihr kürzlich Romane gelesen, in denen angebliche „Erfahrungen“ aus der Vorpubertät geschildert wurden, die dann zu sexuellen Abweichungen im Erwachsenenalter führten. Als Beispiele werden oft Masochismus, Schmerzlust, „Cuckolding“ oder Feminisierung (alles überwiegend bei Männern) genannt.

Es ist verdammt schwierig, Gefühle zu ergründen, rationell zu bearbeiten, niederzuschreiben und umzuwandeln. Und die „Vorpubertät“ ist nun wirklich nicht die Zeit, in der wir Gefühle genau beschreiben oder gar dokumentieren konnten. Was bleibt, ist dies: Argumente für das sexuelle Verhalten im Erwachsenenalter werden gerne „nachgeschoben“. Und die Pubertät wird genutzt, um die Verantwortung dafür abzuschieben.

Nehmen wir die Pubertät als das, was sie war: Eine Zeit des Wandels, mit neuen Erfahrungen, die auf jeden von uns anders gewirkt haben, auch wenn sie biologisch ähnlich waren.

Zitate aus: ClickDoc. ausführlicher in "Die ZEIT"
Bild: Teil der Skulptur von Jane Alexander. Aus der Ausstellung "Südafrikanische Skulpturen 2002", Johannesburg, Republik Südafrika.

Ist jemand, der den Schmerz liebt, ein Masochist?

Das Gesäß lacht dich an - nicht das des Pferdes ...
Hartgesottene BDSM-Anhänger(innen), die den schmerzenden Po bevorzugen, gelten für die Vanille-Anhänger als Masochisten oder Schmerzliebhaber.

Eine Frau in mittleren Jahren schreibt, sie sei zwar eine Anhängerin des lustvollen Schmerzes, aber deswegen noch keine Schmerzliebhaberin.

Ich betrachte mich nicht als Masochistin. Es mag sein, dass dies andere tun, weil ich auf „hart“ stehe. Ich aber …) hasse Schmerzen. Ich bin absolut dagegen, dass mir jemand Schmerzen zufügt – außer auf meinen Po. Denn die Schmerzen, die ich auf dem Hintern spüre, sind bei mir eng mit den Endorphinen und der sexuellen Lust verbunden.

Ähnlich wie diese Frau denken viele andere: Sie wollen sich weder als „Schmerz-Schlampen“ etikettieren lassen oder als „Masochistinnen“. Und sie sagen: Wer Lust aus einer Flagellation gewinnt, der gehört nicht zu einer Gruppe, die sich „katalogisieren“ lässt.

Gesehene und geschriebene Pornografie als Spielverderber

Wie es scheint, hat die „gängige“ Pornografie, und nicht nur die „harte Sorte“, einen schlechten Einfluss auf die Sinnlichkeit. Da ist der junge Hintern gefragt, rosig und lustvoll hervorgestreckt – vielleicht der von Anastasia. Und ein reicher Schnösel mit Schatten im Hirn wie der Herr Grey. Das lustvolle Fühlen, das sinnliche Schweben, die „Lust an sich“ bleibt auf der Strecke.

Warum ist der heiße Po so lustvoll?

Es ist viel gerätselt worden, warum Schmerzen als solche erotisch stimulierend sind. Und man rätselt in der Wissenschaft nach wie vor darüber, warum ausgerechnet der Po der bevorzugte Ort sinnlicher Schläge ist.

Weil die Liebhaber dieser sinnlichen Variante alle unterschiedlichen Vorstellungen von „Schmerzlust“ haben, können auch Studien nicht viel mehr als Vermutungen hervorbringen. Die Lust an Schlägen mag man sich noch irgendwie erklären – aber da stehen körperliche und emotionale Aspekte des Schmerzes an sich im Vordergrund. Aber warum der Ursprung der Lust vom geschlagenen Gesäß ausgehen muss, um das volle Vergnügen zu erreichen – das wissen wir nicht.

Wenn ihr es wisst - umso besser.

Zitat: Keine Verlinkung zum Zitat möglich.

Warum sehnst du dich nach Schlägen?

Das Vergnügen der Damen ... Anno 1934
Sehnsucht nach Schlägen? Den meisten Menschen fallen spontan zwei Antworten ein.

Die erste Antwort kommt völlig unreflektiert aus dem Bauch. Wer nach Schlägen lechzt, ist meschugge – vornehmer ausgedrückt: Er/Sie leidet unter einer Deviation des Sexuallebens.

Die zweite Antwort kommt aus den Kreisen der notorischen Besserwisser. Sie haben von Sigmund Freud gehört und glauben, dass alle Lüste und Widerstände, die wir im Erwachsenenalter entwickeln, auf frühkindliche Erlebnisse zurückzuführen sind.

Eine einfachere Antwort

Es gäbe eine wesentliche einfachere Antwort.

Du sehnst dich nach Schlägen, weil sie deine sexuelle Lust anheizen.

Dabei wäre zu sagen: Es gibt niemals nur einen Grund, etwas sexuell „Abweichendes“ zu erproben. Einer, der es wissen muss, schreibt:

Schläge sind für mich sehr erotisch und zugleich sehr schmerzhaft und peinlich. Erwachsene können fast alles, was sie tun, sexualisieren. Ich denke, dass unser sexuelles Denken während der Pubertät einige Knoten bekam, sodass die „Verkabelung“ bei jedem etwas anders abläuft.

Nahezu jede und jeder Betroffene erwähnt den eigenartigen „Cocktail der Gefühle“, der vor und während der Schläge aufkommt. Viele sind nicht zufrieden mit sich selbst. Sie zweifeln an sich, zum Beispiel wegen er ständigen Konflikte zwischen Lust und Schmerz, oder der sozialen Rolle, die sie bei Schlägen einnehmen. Was würde jemand denken, wenn der Personalleiter oder die Lehrkrankenschwester auf einem Bock liegend eine „Züchtigung“ erwarten würde?

Niemand weiß genau, wie Erregung funktioniert

Niemand weiß, wie die Erregung in eurem Körper genau „funktioniert“. Aber etwas ist sicher: Die Leitungen, durch die der Strom am schnellsten fließt, werden zuerst benutzt. Und wenn sie auch „Verknotet“ sein mögen, am Ende zählt die Mischung aus ekstatischer Lust, Schmerz, Erregung und Befriedigung (3).

Zitat (sinngemäß übersetzt) von John Fessée, Blogger.
Bild: Davanzo, ca. 1934, Illustration

(3) Auszug aus einer Studie: Die untersuchten Schilderungen bestätigen, dass anhaltende und leichte, aber ebenso intensive Schmerzen, die in einem erotischen und einvernehmlichen Kontext auftreten, sexuelle Erregung und tiefgreifende Veränderungen des Gemütszustandes einschließlich Trance und Ekstase, hervorrufen können.

Die Sünde, die Buße, die Fleischeslust und die Hiebe

Der Kirche nicht unbekannt: erotische Flagellation
In dem Treibhause der römisch-katholischen Kirche wachsen Prügel von allen Sorten.
(covin)


Neben anderen Bußen wie das Auferlegen des Fastens, des Deklamierens von Gebeten oder Psalmen wurde dem Büßer noch „eine bestimmte Anzahl von Hieben“ auferlegt - so sagte es uns Otto von Corvin (1) in „Die Geißler“, und …

Geißelhiebe wurden gleichsam die Scheidemünze der Buße, besonders für die, welche der römischen Kirche keine anderen Münzen zahlen konnten.

Doch was bewirkte diese Form der Buße?

Die Kirchenmänner jener Zeit waren nicht dumm, sondern zumeist sehr belesen und mit dem „Menschlichen“ vertrauter als man heute glaubt. So sagte der Abbé Charles Boileau (2):

Wenn die Lendenmuskeln mit Ruten- oder Peitschenhieben genossen werden, (werden) ... die Lebensgeister mit Heftigkeit gegen das os pubis (Schambein) zurückgestoßen werden und unkeusche Bewegungen erregen. Diese Eindrücke gehen sogleich in das Gehirn über, malen hier lebhafte Bilder verbotener Freuden, bezaubern durch ihre trügerischen Reize den Verstand, und die Keuschheit liegt in den letzten Zügen.

Man muss nicht viel mehr wissen, um sich zu verinnerlichen, wie eng Lust und Strafe zusammengehen, und wie sich die Vorstellung der Wollust mit jenen der Hiebe vermischen. Die alten Sünden, die Buße, die Schläge und neue Sünde „wider die Keuschheit“ lagen nach Meinung des Kirchenmannes eng beieinander.

Die Lust durch Schläge heute

Wie nahe liegen heute Buße, Unterwerfung, Geißelung, Hiebe und Wollust?

Wem würde sich der heutige Mensch noch unterwerfen, ohne einen unmittelbaren Anlass zu haben? Warum sollte er Buße tun, wenn ihn seine Fehler nicht drücken? Und wer würde sich, wenn er denn bei Verstand wäre, freiwillig peitschen lassen?

Die Antwort ist nicht leicht zu finden. Tatsache ist: Eine gewisse Anzahl von Menschen tut es bereits, andere träumen davon. Meist sind es Männer mit großer Verantwortung, die sich an eine sozial deutlich schlechte angesehene Gruppe von Frauen werden. Männer mit Selbstzweifeln „auf hohem Niveau“ (2), die Grund zur Buße im herkömmlichen Sinne hätten.

Das ist die eine Seite: Buße üben, indem sich der Mensch erniedrigen und strafen lässt. Und die andere?

Heute wie gestern - der gegenseitige Einfluss von Lust und Schmerz

Der Abbé beschreibt recht deutlich und ungewöhnlich modern, was geschieht, wenn der Körper einmal mit gezielten Schlägen konfrontiert wird. Die Erregung mit Hautrötungen und verstärkter Durchblutung wird vom Gehirn zunächst als Sinnesreiz wahrgenommen und erst dann umgesetzt in „Schmerz“ und/oder „Lust“. Wird die Lust einmal „freigesetzt“ dann versucht das Gehirn, die Reize zu verstärken, um den Menschen zum Geschlechtsakt zu befähigen. Und je nachdem, wie sich diese Rückkoppelung auswirkt, schreitet das Gehirn der Vollendung entgehen - sei es gedanklich oder gar körperlich.

Unsicherheiten - warum mal Schmerz, mal Lust?

Man glaubt, heute zu wissen, dass Schmerz, Religiosität und Sexualität im Gehirn eng beieinanderliegen. Dennoch weiß man nicht, unter welchen Voraussetzungen sich der Mensch zur Hingabe an den Schmerz entschließt oder sich der Lust hingibt, die von den Schlägen ausgeht.

Nachdem Menschen heute erst im Erwachsenenalter und völlig freiwillig mit Schlägen konfrontiert werden, können wir annehmen, dass ein altes Prinzip äußerst wirksam ist: der Kreisprozess. Denn ob die „Schmerzgeilheit“ zuerst im Kopf entsteht oder zuerst in den Lenden, ist ganz und gar unwichtig, sobald wir feststellen, dass sie sich gegenseitig beeinflussen und „hochschaukeln“ können.

Oder einfacher: Die Lust an Schlägen kann vom Gehirn ausgelöst werden oder von der Rötung der Pobacken. Am Ende aber gibt es keine Gefühle, die nicht vom Gehirn beeinflusst werden. Es gibt also keinen Anfang und kein Ende, keine Ursache und keine Wirkung. Alles, was wir so nennen, trifft sich wieder im Gehirn, der einzigen Instanz für unsere Gefühlswelt.

(1) Zitatenquelle Covin.
(2) Hofprediger am Hof Ludwigs XIV * 1648 in Beauvais; † 28. Mai 1704 in Paris)
Hinweis: Otto Julius Bernhard von Corvin-Wiersbitzki war ein Autor des 19. Jahrhunderts.