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Nachtprogramm

Nachtprogramm der Lust
Nachts, wenn die Vorhänge zugezogen sind, wandern Präsentation von barbusigen Damen über die Bildschirme. Doch weil die lustsüchtigen Männer längst ins Internet abgewandert sind, werden es immer weniger.

Wer sieht eigentlich überhaupt noch fern?

Rumänien versorgt der Rest der Welt mit Cam-Girls

Vergleichsweise brav: Cam-Girl auf dem Bildschirm, um Kunden anzulocken
Sprachkenntnisse sind wichtig – und weil das so ist, habe viele der sogenannten „Cam-Girls“ (Senderinnen) eine gute Ausbildung, und teils sogar einen Universitätsabschluss. Mit dem allerdings können sie oft wenig erreichen in einem Land, in dem das Netto-Durchschnittseinkommen pro Monat etwas unter 500 Euro liegt. Cam-Girls, die privat arbeiten und feste Kunden haben, verdienen diese Summe in ein paar Tagen – und Einkommen von über 4.000 Euro sind durchaus möglich. Das ist in Rumänien eine Menge Geld.

Ein paar Zahlen mögen erhellen, wir riesig das globale Geschäft mit den Webcam-Girls ist. Der weltgrößte Betreiber hat zwischen 35 und 40 Millionen Besucher am Tag, und insgesamt (nicht nur in Rumänien) sitzen in jedem beliebigen Moment etwas 2.000 Damen vor den Kameras.

Die Präsentation ist meist eher sexy als aufdringlich


Was muss eine Frau als Cam-Girl tun?

Was müssen die Damen dafür tun? Das Erfolgsrezept ist nicht allein Geilheit vor der Kamera, wie eine der Damen verrät: „Zumeist ist es Konversation, manchmal ein Rollenspiel, und ein kleiner Teil besteht in Nacktheit und Masturbation.“ Doch am wichtigsten sei, einen Mann lange Zeit durch ein Gespräch bei der Stange zu halten, wenn man wirklich etwas verdienen will. Die PR-Managerin weiß es genau:

Du hast ungefähr 10 Minuten, um süß und sexy zu wirken, aber dann musst du ein Thema finden, über das du reden kannst, sonst bleiben die Männer nicht.


Und was fühlen diese Frauen? Geht von der ständigen Präsentation des Körpers vor der Kamera eine Gefahr aus?

Ab hier betritt man verminten Boden. Ist Professionalität ein Mittel gegen die möglicherweise entwürdigende Selbstdarstellung? Oder wird die Psyche geschädigt, möglicherweise sogar unvermeidbar?

Psychische Schäden durch den Cam-Job?

Die Frage, wann und wie die Psyche durch einen Job geschädigt wird, bleibt offen. Wobei sind die Emotionen eher gefährdet? Wenn man täglich zwölf Stunden gegen miese Bezahlung einem Büroberuf nachgeht oder wenn man im Schutz eines Studios vor Publikum masturbiert und dabei vergleichsweise viel Geld verdient?

Eine Antwort wäre: „Du verkaufst nicht deinen Körper, sondern deinen Geist, und ich sehe es als eine Bühnendarstellung“, wie eine der Damen gegenüber der BBC meinte. Doch sie ergänzt: „Aber es ist kein Job für jede Frau … (besonders wenn sie …) die Vorstellung hat, dass sie ihren Körper verkauft.“

Beweise dafür, dass die Beschäftigung als Cam-Girl die Psyche ruiniert, gibt es allerdings nicht – den Gegenbeweis aber auch nicht. Und so bleibt es wohl beim Status quo. Oder eben bei der Behauptung, das „schnelle Geld“ verderbe den Charakter, nicht das Handeln vor der Kamera.

Hinweise: Einige der Zahlen sowie ausgewiesen Zitate wurden der BBC entnommen. Die Darstellungen sind Screen-Shots von einschlägigen Portalen.

Verdammt heiß sein oder dezent-sinnlich sein?

Fassade vorhanden - aber erotisch lustlos
Wenn eine Frau „verdammt heiß“ wirken will, muss sie zwangläufig ihren Körper vermarkten. Das heißt, sie ist gezwungen, ihren Körper zu Schau zu stellen, das Gesicht heftig zu schminken, und sich in Dessous oder sonst wie sexuell erregend zu zeigen.

Zum „Verdammt heiß sein“ gehört vor allem, oft und gerne die Brüste, den Schritt oder das Gesäß in Positur zu bringen. Nicht unbedingt nackt, aber in sexuell eindeutiger Absicht.

Erst neulich wurde unserer Redaktion ein PR-Artikel zugestellt, in der aus einem Mauerblümchen eine Sexbombe wurde – auch mithilfe von kosmetischen Operationen, versteht sich.

Da zitieren wir doch mal:

Blondierte Haare, gemachte Fingernägel und Wimpern, Piercings, unzählige Tattoos – sogar an den Händen – und zwei kostspielige OPs für Brust und Zähne.


Warum vermarkten Frauen jeglichen Standes und beliebigen Bildungsgrads ihren Körper so gerne und willig? Bei manchen ist es die Absicht, einen „Kerl abzukriegen“ und ihn zur Ehe und/oder Vaterschaft zu überreden. Bei anderen ist die Bestätigung, begehrt zu sein. Schließlich wird versucht, den Körper in Bargeld umzumünzen. Schrecklich viel wird allerdings am Körper nicht verdient – nicht einmal als „Senderin“, „Amateur-Porno-Mieze“ oder Stripperin. Und ob’s gerade ein Vergnügen ist, sich täglich ein Gesicht aufzumalen und mit den Brüsten herumzuschlenkern?

Warum wird eigentlich so selten über „natürliche Sinnlichkeit“ nachgedacht? Weil es schwieriger ist, das Verhalten zu glätten als die Haut? Oder weil frau sich nicht einfach erotische Intelligenz einpflanzen lassen kann, während das mit Brustimplantaten problemlos möglich ist? Oder weil frau sich leichter die Muschi rasieren kann als die Haare auf den Zähnen?

Außer bei Huren, Stripperinnen, „Darstellerinnen“ und Senderinnen spielt doch kaum eine Rolle, wie gut der Körper lackiert und ausgestopft wurde. Der Mann, der nichts als genießen will, möchte weibliche Körper spüren, sinnliche Stimmen hören und sich mit Händen, Lippen und Zungen verwöhnen lassen. Männer sind bei Weitem sinnlicher als viele Frauen glauben – jedenfalls, wenn sie den vollen Genuss erleben wollen und nicht gezwungen fühlen, die Frau ausdauernd zu penetrieren.

Dezente Sinnlichkeit muss nicht einmal zum Sex führen, um vom Mann als lustvoll empfunden zu werden. Man begegnet ihr auf der Straße, in Büros, in Lokalen und ab und an gar im ICE. Sinnlichkeit besteht in erster Line aus Mimik und Gestik, dann aus der Stimme und den Worten, die verwendet werden und schließlich aus teuren Klamotten, die edel aussehen, aber der Frau dennoch einen sinnlichen Ausdruck verleihen.

Klar – man könnte auch sagen: „Verdammt heiß sein“, muss frau, um einem Mann schnell mal Beträge zwischen 20 und 2000 Euro aus der Tasche zu ziehen. Und dezent-erotisch, um seine Geliebte, Lebensgefährtin oder gar Ehefrau zu werden.

Reden wir mal nicht davon, dass es Frauen geben mag, die sowohl „verdammt heiß“ aussehen wie auch eine starke sinnliche Ausstrahlung haben. Aber solche Frauen sind selten, und falls sie beides vermarkten, tun sie es nicht öffentlich, weil dies dem Ruf schadet.

Hinweis: Die auf dem Bild dargestellte Frau entspricht nicht der Frau, die in der PM erwähnt wurde.