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Köln: Pauschalieren hier und Pauschalieren dort

Vor Kurzem habe ich geschrieben, dass Deutschland nicht mehr als in der Lage ist, hier auftretende Probleme kühl zu analysieren. Nicht, weil uns die Fähigkeiten dazu fehlen würden und nicht, weil es uns an Klugheit ermangelt.

Der Grund liegt vielmehr darin, dass wir schon „Lösungen“ produzieren, bevor wir wissen, ob sie auf die aktuellen Probleme passen.

Alle kochen ihre Süppchen auf Vermutungen

Köln ist ein Symbol für Besserwisserei und Dummgeschwätz geworden. Nachdem die Ausländer-Gegner das Thema, wie erwartet, begierig ausgeschlachtet hatten, kamen die „besorgten Bürger“ auf die Idee, dass sich das Thema auch für sie eignen könnte. Und nun greifen Feministinnen das Thema auf, um einen neuen Feind zu präsentieren – und das gleich in mehreren Medien: Männer an sich.

Sexismus als Ursache allen Übels?

Weil es nun aber inzwischen auch bei Feministinnen als „sozial inkorrekt“ gilt, Männer pauschal zu verdächtigen, wird nun das Zauberwort wie ein Kaninchen aus dem Zylinderhut gezogen: Sexismus.

Den Begriff „Sexismus“ haben Frauen erfunden, und so gut wie immer, wenn er in der Öffentlichkeit erscheint, wird versucht, Männer generell oder aber „gewisse Männer“ als Sexisten zu beschimpfen. Dabei werden die Opfer zufällig und weitgehend rücksichtlos ausgewählt. Mal sind es Ausländer, dann wieder Inländer, mal Randsiedler, mal alle Männer, mal Werbeleute, dann wieder Massenmedien, mal einzelne Politiker, dann einzelne Journalisten.

"Sexismus als Ursache" führt zur Verwässerung der kriminellen Energie

Ich lese gerade: „Die gesellschaftliche Aufmerksamkeit muss sensibler gegenüber Sexismus werden.“ Solche Meinungen in Ehren, wenn sie im Rahmen einer eher akademischen Diskussion geführt werden. Indessen ist die Öffentlichkeit bereits übersensibilisiert, wenn es darum geht, „Neusprech“, also die „sozial korrekte Ansprache“ zu verwenden. Und die hochgespielte Diskussion um „Sexismus“, die nun von Feministinnen aller Couleur wieder aufgewärmt wird, verdeckt etwas anderes. Nämlich dass es zunächst einmal darum geht, wirklich aufzudecken, was in der Silvesternacht zu Köln geschehen ist – und nicht, welche vagen Vermutungen darüber kursieren.

Wer noch einmal nachdenkt, wird finden, dass sich die Ereignisse von Köln eben nicht mit einer allgemeinen Tendenz zum „Sexismus“ erklären lassen. Vielmehr werden auf diese Weise die unerhörten Taten von Köln verwässert und damit auch noch verniedlicht.