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Bist du ein bisschen „pervers”?

Die Wünsche der Männer - oder doch die der Frauen?
„Pervers“ gibt’s nicht. Du kannst ein bisschen von der Norm abweichen oder sogar ganz gewaltig. Du musst nur drei Dinge im Auge behalten:

1. Du darfst wirklich nichts tun, was anderen schadet.
2. Du darfst niemals etwas tun, was gegen die Gesetze verstößt. Wenn du nicht in einem aufgeklärten westlichen Land lebst, kann das mehr sein, als du dir vorstellen kannst.
3. Du solltest immer nur das tun, was dir echte Lust bereitet oder einen „Kick“ gibt und dich nicht „aus Liebe“ auf etwas einlassen, das die keinen Spaß macht.

Etwas Viertes will ich dir ans Herz legen: Halte deine „seltsame“ Lust geheim. Da draußen warten etliche Hyänen, die dich fressen, wenn du etwas tust, was in ihren Augen nicht „normal“ ist.

„Perversionen“ und Frauen

Wenn du eine Frau bist: Vor 1990 galten nur Männer als Menschen mit „abweichendem Sexualverhalten“. Weil fast alle Lehrer und andere Beeinflusser hinter dem Mond sind, glauben das heure noch viele gebildete und ungebildete Leute, Männer seien das „perverse Geschlecht“. (Die Meinung geht auf Freud und einen gewissen Krafft-Ebing zurück, deren Theorien aus dem 19. Jahrhundert und dem ersten Viertel des Zwanzigsten Jahrhunderts stammen).

Inzwischen gilt das nicht mehr, wie von der Psychoanalytikerin Arlene Richards leider erst 2003 glaubwürdig nachgewiesen wurde. Demnach müssen die Mythen über die erotischen Gesinnungen und Ausrichtung von Frauen korrigiert werden – dies beweisen auch neue Studien zu sexuellen Träumen, von denen wir schon vielfach berichteten.

Solange du dich wohlfühlst (und deine Partner auch), solange du niemandem schadest und nicht süchtig nach bestimmten Handlungen wirst, ist alles in Ordnung. Beachte aber bitte, dass du dich nicht selbst belügst, über das, was du fühlst – und erst recht nicht über das, was der andere fühlt.

Träume sind nicht unbedingt Taten

Träume und Lüste sind ein weites Feld – und sie können wirklich heftig sein. Und sie sind frei – niemand kann dich ihretwegen beschimpfen, verunglimpfen oder gar vernichten. Taten sind etwas anderes: Meistens sind sie nicht so toll wie die Träume und Wünsche, und oft brauchst du dazu erfahrene Partner.

Und wann bist du nun „lustvoll pervers“?

1. Wenn du Tagträume hast, die dich geil und glücklich machen.
2. Wen du erwachsene, selbstbewusste Partner hast, mit denen du lustvolle Rollenspiele ausführen kannst, auch wenn darunter niemals dein Lebenspartner sein sollte.
3. Wenn du mit deinem ständigen Partner auch einmal etwas „völlig Irres“ tun kannst.
Es kommt nicht darauf an, was andere zu deinem Faible für seltsame Lüste sagen – es kommt darauf an, wie du sie siehst. Das gilt sowohl für die „gute Gesellschaft“ wie auch für die Gruppen von Abweichlern, die ihre Meinung so gerne zum „Mainstream“ machen würden.

Lass dich nicht von anderen beeinflussen

Dazu schreibt eine Insiderin:

In der Welt der Abweichler gibt es Leute, die glauben, wenn du „X, Y oder Z“ praktizierst, dann bist du auch Teil eines alternativen Lebensstils. Wenn nicht, bist du „stinknormal“ und glaubst nur, dass du ein Abweichler bist. (Aber wir) … glauben, dass die Gesellschaftsordnung und nicht diktieren kann, wie wir lieben sollen, oder was „normal“ im Schlafzimmer (oder jedem anderen Raum) ist.


Wer allerdings wirklich körperlich in „seltsame“ Lüste eintauchen will, der braucht andere. Und da liegen dann auch die Probleme. Weiteres Zitat:

Abweichungen (zu leben) bedeutet, eine Reise anzutreten, in der die Richtung nicht unbedingt dein Ziel ist. Alle Erfahrungen – gute, mittlere und nicht so gute – sind die Verkehrszeichen auf der Autobahn der perversen Lüste des Lebens.


Was auf den ersten Blick befremdlich klingt, wirkt auf den zweiten Blick bekannt. Wie war es denn, als wir begannen, die „ganz gewöhnliche Sexualität“ zu entdecken? Haben wir da nicht auch positive, negative und neutrale Erfahrungen gemacht? Und haben wir sie etwa nicht gebraucht, um die Liebe für uns zu entdecken oder gefahrlos in die Wogen der Lust einzutauchen? Haben wir einfach vergessen, nicht wahr?

Hinweise:
1. Lies nach über Abweichungen bei Psychosomatik.
2. Glaube keinem "psychologischen Lexikon", wenn du den Begriff "Perversion" oder "Paraphilie" suchst. Versuche, andere Quellen herauszufinden.
3. Misstraue Gruppen, die einseitig ihre Ideologien vertreten.
4. Quelle der Zitate: Happy Kinky Couple.

5. Bild: nach einer Illustration, 1906 erschienen.