Was ist eigentlich Schmerzlust?

Geschrieben von © induna •Montag, 5. November 2012 • Kategorie: psychologie


Schmerz, Strafe, Erniedrigung, Lust, Wollust - alles ist möglich.
Eigenartig, wie ein Begriff verschwinden kann – die „Schmerzlust“ ist ebenso verschwunden wie der „Lustschmerz“. Stattdessen ist aus der der Lust am Schmerz, der Wollust aus dem Schmerz heraus und dem Geschlechterrollenspiel mit Schmerz und gelebter Erotik ein Einheitsbrei entstanden. Heute wird er mit so dümmlichen Begriffen wie „Sadomaso“ beschrieben, was an sich ein Ärgernis ist. Namensgeber für diese neue Form der Beschreibung war Ritter von Sado-Masoch, dessen Hauptwerk „Venus im Pelz“ den österreichischen Psychiater Krafft-Ebing veranlasste, den Begriff in die Welt zu setzen.

Dazu schreibt Meyers Konversationslexikon (gegen 1890):

Masochismus, so genannt nach den Romanen Sacher-Masochs … ist das Gegenstück des Sadismus. Während jener Schmerzen zufügen und Gewalt ausüben will, geht dieser daraus aus, Schmerzen zu leiden und sich der Gewalt unterworfen zu fühlen; während jener die krankhafte Steigerung des männlichen Geschlechtscharakters in seinem psychischen Beiwerk ist, stellt dieser eine Übertreibung spezifisch weiblicher seelischer Eigentümlichkeiten dar.


Andere sahen es differenzierter. Auf der einen Seite steht das Verlangen nach Schmerz, das heute bisweilen als „krankhaft“ bezeichnet wird, einst aber als moralische Tugend galt. Man nennt es in der Medizin gelegentlich Algomanie, was so viel bedeutet wie „Schmerzwahn“, auf der anderen die Liebe zum Schmerz, die auch als „Algophilie“ bezeichnet wird („Schmerzliebe“).

Doch beides bezeichnet nicht das, was wirklich geschieht. Die instrumentalisierte Redeweise (Sadomaso“, „schmerzgeil“) verkennt, dass eine intensive erotische Beziehung im Spiel mit dem Schmerz liegt. Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass der betroffene Mann oder die betroffene Frau sich wünscht, von einem attraktiven Menschen geschlagen, gedemütigt oder betraft zu werden. Der Schmerz soll deshalb zumeist von einer äußerst attraktiven Person des anderen Geschlechts ausgehen.

Dieser Aspekt kommt in der psychologischen / psychiatrischen Praxis kaum zu Geltung. Sie konzentrieren sich auf den Klienten/Patienten und dessen Heilung oder Besserung, berücksichtigen aber nicht, welche ungeheure Sinneslust mit dem Wechselspiel von Schmerz und Lust verbunden sein kann. Diese sinnliche Lust kann aber nicht allein erzeugt werden, sie beruht in der Praxis vielmehr auf einem Wechselspiel, das äußerst komplexen Strukturen folgt.

Wenn man dies überhaupt begreifen will, muss man sich die Szenarien vorstellen können, unter denen der Schmerz zugefügt oder die Strafe vollzogen wird:

Der Meister oder die Meisterin (Domina) ist vollständig angezogen, attraktiv er/sie wirkt zumindest extrem selbstbewusst. Die Entblößungen, die insbesondere bei dominierenden Frauen eine Rolle spielen, müssen durch Schmerzen verdient werden, sonst werden sie verweigert. Der Sklave oder die Sklavin hingegen von vornherein in schamverletzender Weise angezogen oder völlig entblößt. Seine oder ihre Sinne sind völlig angespannt, was zu einem enorm intensiven Erleben nahezu jedes Atemzugs führt.

Einem anderen Menschen Schmerzen zuzufügen und ihn dadurch leiden zu lassen („erotische Folter“) ist nicht das Gleiche wie eine erotische Strafe. Die erotische Folter ist Selbstzweck, sie dient dazu, unter erotischen Bedingungen erhebliche Schmerzen zuzufügen/zu ertragen. Die erotische Strafe hingegen hat einen Hintergrund, der im Rollenspiel vielfältig abgewandelt wird.

Eine fast vergessene Variante des Themas, das aus den sogenannten „Flagellationsbordellen“ Londons herrührt, war beinahe in Vergessenheit geraten: das gleichzeitige Zufügen von Schmerz und geschlechtlicher Lust. Dazu wurden die Herren damals auf Gestelle („Horse“) geschnallt, die so aufgestellt waren, dass man den Körper von beiden Seiten erreichen konnte. Während die dominierende Herrin als von hinten mit der Rute auf den Hintern des Gentlemans einschlug, versuchte eine „Frictrix“ von vorne, das Genital des Herrn zu stimulieren. Ähnliche Gewohnheiten tauchen in jüngster zeit in „ganz Gewohnheiten“ Liebesbeziehung auf, zum Beispiel durch Klapse auf den Po während des Geschlechtsverkehrs.

Falls Sie sich mit keinem der Argumente anfreunden können, gebe ich Ihnen hier einige Hinweise, die Sie vielleicht nachvollziehen können.
1. Haben Sie jemals bittersüße Speisen gegessen?
2. Haben Sie jemals eine sinnliche Erfahrung gemacht, die zwischen Wollust und Liebesleid lag?
3. Haben sie zu Weihnachten Wachs auf Ihre Handfläche tropfen lassen?
4. Haben sie sich schon einmal „durchkitzeln“ oder fesseln lassen, auch ohne erotische Absicht?
5. Haben Sie sich schon einmal während des Geschlechtsakts beißen, kratzen oder schlagen lassen?
6. Treiben Sie Sport an der Grenze zum Hochleistungssport? Welchen Gewinn ziehen Sie daraus? Ist es für Sie pervers, Sport an der Leitungsgrenze zu treiben?

Versuchen Sie, die Fragen ehrlich zu beantworten, und entscheiden Sie dann, wie Sie über Schmerzlüste denken.
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Ich soll seine Sklavin werden - mit Vertrag

Geschrieben von © Miss Y. •Montag, 22. Oktober 2012 • Kategorie: inas liebesrat


SklavinInSpe fragt:

Ich kenne meinen neuen Freund (Internetbekanntschaft) erst seit vier Wochen, und ich mag seine forsche Art. Er hat mich da auch in solche Spielchen eingeführt wie in den „Shades of Grey“, aber das macht er wohl schon lange so, jedenfalls hat er Erfahrung. Jetzt will er, dass ich einen „Sklavenvertrag“ unterschreibe, damit ich ganz ihm gehöre. Ich will so etwas nicht, aber ich will ihn auch nicht verlieren. Was soll ich tun?

Ina antwortet:

Frage dich zuerst, was du davon hättest solch einen lächerlichen Vertrag zu unterschreiben. Wahrscheinlich gar nichts, nicht einmal ein neues Auto, wie Ana. (In „Shades of Grey, red.) Denn die Kerle, die uns solche Verträge unterschreiben lassen, haben normalerweise ein Rad ab und sonst gar nichts.

Die meisten dieser Kerle wollen einen Psychoeffekt ausnutzen: Unterschreibst du, stets du unter innerem Druck. Wenn dein Kerl mit dem Dokument herumwedelt, knickst du vielleicht ein und machst Sachen, die du wirklich nicht willst.

Ich denke mal, du hast zwei Möglichkeiten: Halt ihn noch ein bisschen hin (keine Angst, der kommt immer wieder angewieselt) und nutzt ihn noch ein bisschen aus, oder du gibt’s ihm den Laufpass. Eine Beziehung mit Sklavenvertrag gibt’s nur in „bestimmten Kreisen“ mit vier Buchstaben, die ich hier nicht nennen darf, und bei totalen Spinnern. Na ja, und in Romanen.
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Lust wie Anastasia: Wie funktioniert eigentlich Entwürdigung?

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Donnerstag, 27. September 2012 • Kategorie: psychologie


Von Ina und Ubomi aus der Liebepur-Redaktion
Keine Entwürdigung ohne Einverständnis

Nicht ist so einfach wie Entwürdigung: Du nimmst einem Menschen die Würde, indem du ihn menschenunwürdig behandelst. Du nimmst dir die Würde, indem du dich zur unwürdigen Behandlung anbietest.

Verharren wir einen kurzen Moment? Warum solltest du dich zur unwürdigen Behandlung anbieten?

Darauf gibt es nur eine Antwort: Weil du es satthast, dauernd die Vorgesetzte, Verantwortliche, Zuständige zu sein. Du willst unmündig sein wie eine Schülerin, Leibeigentum wie eine Sklavin oder heruntergekommen wie eine Straßenhure. Du willst, dass man dir sagt, was du zu tun hast und dass du dich nie entscheiden musst, was du als Nächstes tun wirst. Du wirst dich endlich wieder schämen können, und vielleicht wirst du glücklich sein, auch die erforderlichen Strafen zu bekommen, die du schon lange verdienst.

Identifizierst du dich manchmal mit der Entwürdigung?

Kannst du dich damit identifizieren? Na fein, dann kann es weitergehen. Aus den Schilderungen geht schon ein bisschen hervor, was du erwartest: Kleider, die nicht zu dir passen, wie Schulmädchenuniformen, Dienstmädchenkostüme oder Nuttenkleidung. Alternativ kann es auch Nacktheit sein. Die werden Aufgaben aufgetragen, die entweder sinnlos sind oder an die du nicht im Traum denken würdest, und du verliest vielleicht jede Form von Intimität. Du wirst nur reden, essen oder trinken, wenn du dazu aufgefordert wirst. Dein Sexualleben wird völlig fremdbestimmt – du hast keinen Einfluss mehr darauf. Wärest du ein Mann, kämen nun noch ein paar andere Dinge, über die ich hier heute schweigen will.

Ohne Vereinbarung geht gar nichts gut

Nun wirst du sagen: das geht doch nicht, und du hast recht – so geht es wirklich nicht. Denn mindestens die „groben Züge“ werden mit dir vereinbart – denn nur du kannst wissen, was du willst und was nicht. Du wirst bald herausfinden: Es ist schwierig, in die Sache hineinzuwachsen. Deinen Meisterinnen und Meister wissen zu Anfang so wenig wie du, was du dir zumuten kannst. Zumeist wird deine Lehrmeisterin oder dein Lehrmeister versuchen, dich bis an die Grenzen zu bringen – das ist nötig, denn nur so kannst du sie erkennen.

Du merkst schon, es ist nicht so einfach, Lust wie Anastasia zu empfinden. Da wird ein Lernprozess ablaufen, und du wirst am Ende wissen: „Ja, das will ich.“ Nach meiner Erfahrung spielen Schläge und heftige Schmerzen bei Frauen keine so große Rolle wie bei Männern, dafür sind Fesselungen und Entwürdigungen aber sehr beliebt. Ganz egal, wie andere denken: Finde heraus, was du willst. Oh, du wolltest mehr über sinnliche Schläge wissen?
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Männer begeistern: Schmusen, Reizen oder Peitschen?

Geschrieben von © induna •Dienstag, 4. September 2012 • Kategorie: liebe an sich


Das Ziel: Leidenschaft wie damals im Mai

Mal wieder richtig Schmusen, Zungenküsse wie damals im Mai? Oder lieber ein schickes Rollenspiel: „Ich reize dich, dann verweigere ich mich, bis du so geil bist, dass du dich auf mich stürzt.“ Vielleicht aber auch eine Episode aus den „50 Shades of Grey“? Einmal Einpeitscherin der Lust sein? Oder eine willfährige Liebessklavin?

Was ist wirklich geeignet, um die Lust der Männer wiederzubeleben? Wie verhält ich das mit dem Spruch „die Männer, wollen immer nur das Eine?“ Was, wenn sich Frauen in Dessous nuttenhaft fühlen statt sexy, und wenn sie Fellatio („Blasen“) anekelt? Wenn sie keine Rollenspiele mögen und Peitschenhiebe für Körperverletzung halten?

Lust vom Feinsten oder ekelhafte Spiele?


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Wir haben nachgefragt – und teils verblüffend positive, teils aber auch ausgesprochen frustrierende Antworten erhalten. Eines aber scheint sicher zu sein: „Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.“ Manchmal kommt einem der alte Liedertext ins Gedächtnis zurück … „Beim ersten Mal da tut’s noch weh … doch nach und nach, so peu a peu, gewöhnt man sich daran.“ Nur Gewöhnung? Das wäre traurig, weil dann die lustvolle Begeisterung fehlt. Doch unsere Redakteurinnen und Redakteure fanden mehr heraus: Wer einmal seinen Finger in Tabasco oder Mousse au Chocolat getaucht hat, der kann auch süchtig danach werden, es immer wieder zu tun.

Heute schreibt Gastautorin Isi über die Bereitschaft zum Fellatio - und die Abscheu davor.
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Fifty Shades of Grey: Nachbelichtung

Geschrieben von © induna •Donnerstag, 30. August 2012 • Kategorie: psychologie


Shades of Orange - oder Shades of Grey?
Die ersten Wogen sind über die deutsche Ausgabe (und die englische Originalausgabe) hinweggezogen – Zeit, sich einmal zu fragen: Was ist da eigentlich geschehen?

Die Literaturkritik, um sie zuerst zu erwähnen, konnte nicht anders, als das Machwerk „Trivialliteratur“ zu nennen, also einen etwas aufgeblasenen Groschenroman. Damit hat sie recht, aber was ist dann mit den Hunderten edelromantisch gefärbter Kitschromane, die ansonsten von Frauen gelesen werden? Sie sind nicht besser und nicht schlechter.

Moralisten und Ideologen: Es ist wirklich nur ein Groschenroman

Als Nächstes kritisierten die Moralisten und Ideologen. Für die konservativen ging das Buch zu weit – kritisiert wurde vor allem das Frauenbild, das in ihm vertreten wird. Ein Teil der Feministinnen verdammte das Buch, weil es einfach nicht in ihre Hirne ging, dass eine Frau so etwas tun würde, währende ein anderer teil den Mut lobte, diesen Teil der weiblichen Psyche endlich auch in die Literatur der Massen eingehen zu lassen. Beiden könnte man zurufen: Hey, dies ist ein Kitschroman, kein Tatsachenbericht. In keinem der Machwerke der Trivialliteratur stimmt irgendetwas – alles zieht man sich mühevoll aus dem Zeigefinger, um Emotionen zu bedienen. Im Grunde hat das Buch ja ein ganz anderes Strickmuster: Anastasie Steele ist eine Reinkarnation von Cinderella – das Mädchen, das davon träumt, in den Kreis der Reichen und Berühmten aufgenommen zu werden, auch wenn es dies angeblich nicht anstrebt.

Das Imperium schlägt zurück: SM-Fanatiker kämpfen um die Definitionsmacht

So weit – so gut. Doch da wäre noch die weiblichen SM-Adepten, die jetzt beleidigt herumschleichen. Was in dem Buch geschildert würde, so eine Insider-Rezensentin, sie keine Schmerlust, sondern häusliche Gewalt. Der Versuch, SM-Kreise zu veredeln, ist nicht neu. Die Szene versucht seit nunmehr vielen Jahren, „gutes Wetter“ für ihre Aktivitäten zu machen, vergisst dabei aber zweierlei:

1. Die Szene selbst ist sich weitgehend uneins, wie weit die Gewalt auch gegen den zuvor erklärten ausdrücklichen Willen des Unterworfenen angewendet werden darf. Ein Teil ist längst wieder im Untergrund und praktiziert SM dort ganz anders, als es uns die offizielle Lesart vermitteln will.
2. Im Grunde ist „der Szene“ ihr ursprüngliche Definitionsmacht von SM längst aus den Händen geglitten. Einerseits ist SM in den erotischen Mainstream eingegangen, auf die die Szene keinen Zugriff hat, andererseits ist sie selber in ihren Ansichten gespalten.

Soviel also zur Szene. Der letzte Satz im Artikel von Sophie Morgan im „Guardian“ enthüllt, wo das Problem der SM-Szene liegt: im Entzug der Definitionsmacht. Ms. Morgan schreibt:

BDSM liegt nun vielleicht im Mainstream, aber die Bewegung hat ein neues PR-Problem. Nach meiner Ansicht ist Christan Grey daran schuld.


Oh, Ms.. Morgan … die Lust am Experiment mit Lust und Schmerz wurde nicht in der „Szene“ erfunden, und sie hat dort auch kein verbindliches Sprachrohr. Was ein Mensch tut oder unterlässt, kann er (bei freiem Willen) nur selbst beurteilen, und wenn Ms. Steele sich gegen manche Bedenken immer wieder in die strengen und liebevollen Hände von Mr. Grey begibt, dann muss sie wohl einem Bedürfnis folgen … auch wenn alles nur in einem Groschenroman stattfindet.
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Wie war das nun mit BH und Höschen bei der Liebe?

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Donnerstag, 16. August 2012 • Kategorie: liebe an sich


Wann zieht eine Frau bei der Liebe ihren BH aus?


Unser Schwestermagazin „Liebepur“ fand gestern eine Kolumne, in der 10 Punkte genannt werden, wie man mit Kleidung Männer verführen kann – es sollte eigentlich kein Witz sein, aber was da über BH und Höschen stand, spottete jeder Beschreibung. Wir haben also Ina und unseren Induna gebeten, einmal ihre Wünsche, Vorstellungen und Beobachtungen zu beschreiben.

Induna: „Ich finde es eigentlich ganz gut, wenn die Frau ein bisschen Kleidung trägt bei der Liebe … es müssen ja nicht gleich High Heels sein …“

Wann kommt der BH eigentlich runter?
Ina (lacht laut auf): Na, das kommt auch vor, dass Männer so etwas wollen. Aber meistens wollen sie doch die Brüste küssen, oder etwa nicht? Da kannst du den BH nicht anbehalten.

Induna: Mich darfst du nicht fragen, ich liebe süße kleine Himbeerchen … na ja, du weißt schon.

Ina (spöttisch): kleine?

Induna: ja, sicher „kleine“. Wusstest du nicht, dass viele Männer Angst vor großen Brüsten haben?

Ina: Ich bin kein Mann, aber ja, das habe ich auch schon gehört. Aber wie ist das nun mit dem BH? Ich meine, wann wollt ihre Männer eigentlich, dass wir ihn bei der Liebe tragen?

Induna: Wenn er sehr weich, sexy und kontrastreich ist, glaube ich … und wenn die Brüste sehr groß sind, dann sicher auch.

Ina: Na ja … das verstehe ich … du meinst, dass Brüste in Push-ups stecken und dann irgendwie zusammenfallen, oder?

Induna: Ja, deswegen finde ich wichtig, wann eine Frau den BH auszieht. Ich meine, wenn sie oben ist, dann finde ich es sehr attraktiv, den BH zu öffnen, während man schon „mitten drin“ ist.

Ina: Du alter Genießer! Du lässt dich wohl lieber verwöhnen, als einer Frau Gutes zu tun, oder?

Induna (errötet): Ja, aber das wäre wohl ein anderes Thema … lass uns noch schnell auf das Höschen kommen. Da ist doch etwas für Voyeure … was soll eine Frau nun eigentlich zeigen von ihrem Höschen?

Ina: Das Höschen allein macht gar nichts aus, finde ich, Männer mögen Spitzen und Strapse und so … vor allem, wenn sie älter werden – müsstest du eigentlich auch so sehen, in deinem Alter.

Induna: Du wirst lachen, ich finde peinlich, wenn Frauen ihre Höschen oder Strapse öffentlich vorzeigen, auch wenn es angeblich „ungewollt“ geschieht. Aber wenn man intim mit einer Frau wird, dann ist ein Spitzenhöschen sehr attraktiv, da stimme ich dir zu. Jedenfalls besser als diese lächerlichen Tangas.

Wie war das mit dem Höschen?
Ina: Interessant für euch Männer ist es doch, wenn das Höschen runterkommt, oder nicht?

Induna: Nun ja, die meisten Frauen über 40 haben nach einer Erfahrung immer noch Angst, ihre Scham sinnlich zu präsentieren. Sie zeigen dir gar nichts, sondern legen sich nur hin und wollen dann, dass du sie auf die die traditionelle Art liebst – Licht aus, sobald sie die Beine spreizt. Ziemlich konservativ, oder?

Ina: Sie schämen sich eben. Ich schäme mich auch bei Licht, und ich würde niemals einem Mann einen „tiefen Einblick“ geben.

Induna: Damit ist die Sache mit dem Höschen abgehakt? Ich verstehe sowieso nicht, was das Höschen im Bett verloren hat.

Ina (lacht): Sex findet nicht immer im Bett statt. Manchmal kommt eben nur das Höschen runter, und sonst bleibt man angezogen. Kommt für mich zwar nicht infrage, habe ich bei Partys aber schon oft gesehen.

Induna: Mir scheint, wir haben ein weites Feld betreten, nicht wahr?

Ina (lacht): Wir wollten uns noch über Blind Dates und Dessous unterhalten – da liegt die Sache ein bisschen anders. Vielleicht sollten wir jetzt darauf kommen?

Induna: Aber die Liebeszeitung kann es erst morgen bringen.

Ina: Macht nichts – dann eben morgen. Aber eines verrate ich dir schon jetzt: Beim Date ist die Unterwäsche wichtiger als beim Sex. Da sagt die keine Frau, aber wir tun alles, damit „unten drunter“ alles perfekt ist.

Induna: Da dürfen unsere Leserinnen und Leser gespannt sein, denke ich.
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Neues vom Sex vor der Ehe aus Gottes Sicht

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 5. Juni 2012 • Kategorie: psychologie


Ei Hoppla, Sex vor der Ehe gibt es biblisch gar nicht" – das ist eine neue Variante einer alten Masche. Erfunden hat sie offenbar die schweizerische Kirche ICF (international Christian Fellowship), die sich besonders an junge Menschen wendet. Bisher behaupteten christliche Gemeinschaften immer, das Verbot sexueller Betätigungen vor der Ehe wäre „implizit“ in der Bibel enthalten.

Nun ist die Sache mit dem Sex „in der Bibel“ leider so geregelt: Gott mischt sich nicht ein, es sei denn, ein Mensch (wie beispielsweise Adam) kommt nicht damit zurecht. Oder die Jungs aus seinem Volk gehen zu Mädchen, die anderen Göttern und Göttinnen anhängen. Dann bestellt er schon mal den Botschafter zu sich und redet Tacheles – so jedenfalls steht es im Pentateuch. Herausgekommen sind die „Zehn Gebote“ – und auch die sagen nichts über Sex in der Ehe oder vor der Ehe oder überhaupt über interne sexuelle Beziehungen, deren Ausgestaltung als Recht des männlichen Gläubigen galt, solange dieser seiner Ehefrau das Recht auf Schwängerung zugestand. Was er sonst tat, solange er seinen Nächsten (also einen anderen Glaubensbruder) mit seinen Eskapaden nicht verletzte, konnte er tun und lassen, was er wollte. Man denke daran, dass Sklavinnen und Mägde nicht als „die Nächsten“, sondern als „Besitz“ galten.

Wann werden diese Leute, die sich „gläubig“ nennen, endlich einsehen, dass Gott uns Menschen einen Fingerzeig gegeben hat, wie und wohin wir uns entwickeln sollen, aber keinen Hinweis darauf, wie wir unseren Alltag gestalten sollen? So verstanden, bekommt Gott überhaupt einen Sinn - ob er als „Sexualkundelehrer“ geeignet ist, wie viele seiner Anhänger glauben, darf ernsthaft bezweifelt werden.

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Sex und Zukunft

Geschrieben von © Gebhard Roese •Donnerstag, 10. Mai 2012 • Kategorie: liebe an sich


Sogenannte „Zukunftsforscher“ haben ein merkwürdiges Szenario entworfen. Sie sagen, verkürzt ausgedrückt, wir werden in Zukunft alle „polyamorisch“ leben und lieben. Einen der diesbezüglichen, von der Nachrichtenagentur dpa verbreiteten Artikel, können sie hier lesen.

Vermutlich waren Sie bei einer Kaffeesatzleserin, haben ihr zu tief in die Augen geschaut und sind daraufhin in eine drogenähnliche Euphorie verfallen, meinen Sie? Na, dann kommen wir doch mal zu Fakten.

Der Mensch, animalisch und keinesfalls von Natur monogam

Erstens könnten wir uns fragen, wie das eigentlich mit unserer Einordnung im Reich der Lebewesen ist, dann könnten wir uns die Frage nach der Kultur stellen und schließlich – nicht aber letztlich – die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

Das Schöne für die Damen und Herren Forscher zuerst: Unsere Spezies ist nicht monogam, und das wird sie auch nicht deshalb, weil dies die neuere jüdisch-christliche Kultur fordert. (Wir werden noch sehen, dass dies nicht immer so war). Unsere Veranlagung ist eindeutig, viel zu eindeutig, um das Mäntelchen der Liebe darüber zu hängen. Soweit, so gut.

Kultur: Vom „Vögelen" bis zum „Nadelgeld aufbessern“

die bademagd - mit dem zeichen für das "vögelen"
Dann wäre da noch die Kultur, und da sehen wir uns nur die neuere, sogenannte abendländische Kultur an. Sie verlangt, dass wir monogam leben, setzt dies aber nicht durch. Von den Menschen der Bibel bis zum Mittelalter lebte man zwar offiziell zumeist „monogam“, inoffiziell aber nicht: Die Männer zu Zeiten des Mose hatten Gesinde und Sklavinnen zur freien sexuellen Verfügung. Die Fürstchen des frühen Mittelalters hatten ihre offiziellen „Frauen zur Linken“ – von den unzähligen Bauernmädchen, die sie schwängerten, mal ganz zu schweigen. Die angebliche „Hohe Minne“ war kaum mehr als eine Art „Edelseitensprung“ der adligen Frauen, die sich den gezielt verführenden Minnesängern durchaus hingaben – sie „vögeleten“ ihre Troubadoure, wenn „die Luft rein war“.

War es unter den Männern bei Hofe noch lange üblich, Bauern- und Bürgertöchter, Mätressen und Bademägde zu konsumieren, so setzte das Bürgertum erfolgreich eine Fassade vor seine Umtriebe. Männer aus den besseren Ständen hatte eine Geliebte, Freundin oder „Privatsekretärin“, dem Kleinbürger blieb die Hure oder das Dienstmädchen. Zwar kam die Bürgerfrau nicht so leicht zu ihrem Studenten, Dichter, Musiker oder Leutnant, die für die Lust zur Verfügung standen, doch wo ein Wille war, war auch ein Weg. Französische Frauen, die zum Ende des 19. Jahrhunderts nach allerlei Luxusgütern strebten, begannen, „ein Geschäft zu machen“, indem sie sich für horrende Beträge reichen Herren hingaben, und die deutsche Frau besserte in gleicher Weise oftmals „ihr Nadelgeld auf“.

Lesen Sie morgen den zweiten Teil: Warum die Ehe so sinnreich ist - und bleibt.
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Betreuungsgeld – Gipfel der Unvernunft

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 24. April 2012 • Kategorie: psychologie


„Mutti“ hat also ein Machtwort gesprochen – ich hoffe inständig, dass eines der „Machtworte“ der Angela Merkel sie bald um die Macht bringt, die sie ja nach dem Dauerkrach mit der FDP mehr oder weniger ohnehin nur noch bis zur nächsten Wahl verwaltet.

Das „Betreuungsgeld“ – es kommt mir vor wie die Rückkehr ins 19. Jahrhundert: Frauen sollen zurück an den Herd, wohin denn sonst? Das ist, wie es scheint, die Meinung der bayrischen Provinz – und daher kommt ja auch der Vorschlag. Unser Deutschland soll sich also an Bayern orientieren, und dort nicht etwa an München, sonder an irgendwelchen erzkonservativen Provinznestern, wo man Veränderungen der Welt nicht als Chancen, sondern als Risiken ansieht?

Ich denke, die meisten Deutschen wollen nicht, dass aus Bayern eingeführte Ideologien deutsches Recht werden. Durch das Betreuungsgeld wird kein Kind besser betreut. Von den Verantwortungsbewussten wird es „mitgenommen“, und vielleicht kommt ein Teil davon wirklich dem Kind zugute, doch käme man „ohne“ ebenso gut zurecht. Die Verantwortungsarmen freuen sich, weil sie nun wieder etwas Geld zum Verplempern haben – das Geld muss ja nicht unbedingt dem Kind zugutekommen, denn Geld wird immer „bedingungslos“ gegeben.

Das soll Politik sein, Familienpolitik gar? Das ist, mit Verlaub, eine lächerliche Herummauschelei und Herumschacherei. Wie es scheint, bringt es nicht einmal Wählerinnen oder Wähler – es ist also wahrhaftig nur ein Geschenk an die bayrische CSU.

Sollen wir Bürger wirklich zulassen, dass eine CSU-Ideologie per Gesetz bedient wird? Eine Ideologie, die nicht einmal bei Christdemokraten fest verankert ist? Ich meine: nein. Das Betreuungsgeld ist der Gipfel der politischen Unvernunft.
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Feminismus: Sachlichkeit statt Ideologie ist dringend geboten

Geschrieben von © Gebhard Roese •Mittwoch, 18. April 2012 • Kategorie: psychologie


Fünf Dinge lassen sich am heutigen Tag in der deutschen Politik festhalten, wenn es um die deutsche Familienministerin Kristina Schröder geht:

Erstens, dass eine amtierende Ministerin bitte schön keine Bücher schreiben (lassen) sollte – und schon gar nicht so plumpe.

Zweitens, dass wir noch weit davon entfernt sind, eine sachliche und vernunftbezogene Diskussion um den sogenannten „Feminismus“ zu führen, der als solcher inzwischen zahllose divergierende Strömungen enthält.

Drittens, dass „konservativ sein“ heute auch bereits bedeuten kann, zum feministischen Urgestein zu gehören und betonkopfartige Positionen zu vertreten, die nicht mehr in die Zeit passen. Diese konservative Linie, die durch alle Parteien geht und nach wie vor als „progressiv“ verkauft wird, hat keine Zukunft mehr in Deutschland. Ob Betreuungsgeld oder Frauenquote: Beides ist gleichermaßen konservativ, ideologieversucht und rückwärtsgewandt.

Viertens, dass Feminismus als Ideologie nichts taugt, aber der Antifeminismus auch nicht. Ideologien taugen im Grund derzeit überhaupt zu gar nichts, weil sie keine Probleme lösen, sondern neue Schwierigkeiten erzeugen.

Fünftens, dass man nicht alles auf die Goldwaage legen sollte, was unsere Großmäuler im Fernsehen von sich geben. Politik wird an der Basis gemacht, dort, wo die Menschen sind, und diese Menschen müssen – als Frauen und Männer – täglich Kompromisse finden, um das Leben für beide Geschlechter erfolgreich zu gestalten.
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Pornografie, Aufklärung und „Liebe lernen“

Geschrieben von © induna •Dienstag, 3. April 2012 • Kategorie: liebe an sich


freude, lust, frust? wer weiß es schon?
Heute vergeht kaum ein Tag, an dem nicht darüber diskutiert wird, ob Pornografie das Weltbild der Jugend verändert oder möglicherweise sogar prägt. Angetrieben wird die Diskussion von zwei bekannten Gruppen: den Gutmenschlich-klerikalen, in deren Menschenbild Pornografie nicht passt, und von denen Extrem-Feministinnen, die sich an dem dort vertretenen Frauenbild stoßen. Irgendwo dazwischen finden wir Journalisten, die Wissenschaftler befragen, um an objektive Fakten zu kommen. Doch diese Fakten existieren nicht, sodass man zwar lange und viel mit Wissenschaftlern reden kann, aber lediglich magere Resultate erhält.

Falsches Frauenbild - aber auch falsches Männerbild

Um es kurz zu machen – das Frauenbild in der Pornografie ist nach wie vor katastrophal und es wird bestimmt von der allzeit bereiten Schlampe, die nicht einmal eine sinnliche Verführung benötigt, um alle Arten von Geschlechtsverkehr auszuüben. Freilich ist die Frage, ob dieses Frauenbild dann auch auf tatsächlich existierende Frauen übertragen wird. Dabei zeigt sich ein Phänomen: Fast alle sogenannten Porno-Clips (und um die geht es in der Diskussion größtenteils) verändern das Denken deswegen nicht, weil sie nicht in real existierende Handlungen eingebunden werden, die nachvollziehbar sind. Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack: Sowohl optisch wie auch anhand der Aktivitäten wird ein Bild der Liebe vermittelt, das völlig unrealistisch ist. Das gilt freilich nicht ausschließlich für Frauen, wie zumeist behauptet wird. Auch das Männerbild, das in der Pornografie vermittelt wird, spottet jeder Beschreibung. Ohne zu deutlich werden zu wollen, kann vor allem dreierlei festgestellt werden:

1. Makellosigkeit in Aussehen und Figur sowie fehlendes Schamhaar täuschen puppenartige Frauen und sportgestählte Männer vor.
2. Bei Frauen und Männern wird vorgetäuscht, sie seien „allzeit bereit“. Nachdem dies vor allem die Frauenrechtlerinnen stört, wird wenig beachtet, dass auch Männer nicht „sofort und unmittelbar“ zum Sex bereit sind.
3. Die Praktiken werden in Art, Vorgehensweise und Abfolge oberflächlich dargestellt.

Das Dilemma der "sexuellen Aufklärung"

Nun ergibt sich aus alledem allerdings ein Zwiespalt, den man wie folgt beschreiben könnte:

- In Elternhaus und Schule wird zum größten Teil ein idealisiertes, und falls die nicht zutrifft, wird oft ein mechanisiertes und verwissenschaftlichtes Bild der Sexualität gezeichnet.
- Versuche, dieses Bild zu verbessern oder auszuweiten, scheitern in den Schulen an den Lobbyisten der Gutmenschenschaft, andererseits aber auch an der Unmöglichkeit, das Thema zu „vermenschlichen“.
- Junge Menschen wollen aber wissen, wie die Liebe wirklich abläuft – das heißt, sie wünschen sich ein realistisches Bild davon, was sie erwarten könnte, wenn sie sexuelle Beziehungen aufnehmen.

Wenn das Ansehen von Pornografie also negativ bewertet wird, müsste man eigentlich eine Alternative finden, die ein positives Bild der Sexualität zeigt, was einmal mehr am Widerstand konservativer und klerikaler Kräfte scheitern würde.

Tagsüber Teenager-Märchen, abends Erwachsenen-Märchen: Fernsehen

So bleibt denn die Unsicherheit darüber, was möglich ist, was wahrscheinlich ist, wie man die Liebe miteinander wirklich genießen kann und wo und wann man sich Grenzen setzen sollte. Im Nachmittagsprogramm des Fernsehens brechen die Teenager-Serien ab, wenn es um diese wichtige Kernfrage des Erwachsenseins geht, und im seriösen Abendprogramm sind bestenfalls Märchensequenzen aus dem Leben Erwachsener zu sehen.

Liebe lernen - ein unsicheres Unterfangen

Das Problem des Erwachsenwerdens bleibt – trotz elterlicher und schulischer Aufklärung – ein Unternehmen, das mit Unsicherheiten aller Art behaftet ist. Dennoch ist die reine biologische Aufklärung nicht ausreichend und ethisch-moralische Wegbestimmung sind so gut wie aussichtslos: Wenn der Moment kommt, dann kommt er – da wird bestenfalls noch Grundlagenwissen abgerufen, aber keine aufgepfropfte Ethik mehr anerkannt.

Machen wir uns doch bitte nichts vor: Junge Menschen lernen heute wie gestern an der Erfahrung, ob man dies nun wahr haben will oder nicht, und die Erfahrung bleibt weitgehend Zufällen überlassen. Im Grunde bleibt allen gar nichts anderes übrig, als diese Erlebnisse im Vorfeld zu steuern und im Nachhinein zu verarbeiten. Dennoch würde sich manche junge Frau und mancher junger Mann wünschen, darauf besser vorbereitet zu sein.
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Immer wieder Polyamorie – und die sozialen Konsequenzen?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 14. Februar 2012 • Kategorie: psychologie


Selbst ein Paartherapeut behauptete dieser Tage, Mehrfachbeziehungen in Liebe und Sex , kurz „Polyamorie“ sei nicht „gleichzusetzen mit der freien Liebe der 60er Jahre".

Ja bitte schön und mit was denn dann? Mit verdeckter Polygamie etwa? Im Grunde ist die Polyamorie eine mit einer religionsähnlichen Aura umkränzte Ideologie, die derselbe Therapeut als ein „vom Denken gesteuertes Konzept" bezeichnet – freilich ein Konzept, hinter dem viel Internet-PR steckt.

Der Paartherapeut weiß freilich um den Knackpunkt der sogenannten Viellieberei: Man müsse mit den Partnern „wahnsinnig viel Verhandeln“ behauptet er – wobei allein dies wohl nicht dem Liebesglück entspricht, das sich Partnersuchende erhoffen.

Wenn die Kirche „Polyamoristen“ kritisch hinterfragt, so sollte sie einmal ein paar Stellen im AT kritisch nachlesen: Dort wird deutlich, dass Polyamorie nicht einmal geahndet wurde, solange ein Mann sie im eigenen Haus betrieb und solange man die Mägde und Sklavinnen nicht in den Rang einer Ehefrau erheben wollte.

Eine ganze andere Frage erhebt sich für die Bürger: Wer soll eigentlich für den sozialen Schaden aufkommen, der dadurch entsteht, dass die Menschen in polyamorisch ausgerichteten „Beziehungen“ nicht verpflichtet sind, für die „vielen Geliebten“ (seien sie weiblich oder männlich) im Zweifel zu sorgen? Die Ehe ist ja ein Vertrag, der zwar gebrochen werden kann, der aber dadurch nicht einfach nichtig wird. Die Polyamorie hingegen ist nichts anderes als eine windige Konstruktion, die von den gesellschaftlichen Kräften mit Recht als nicht tragfähig angesehen wird.


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Das Ding mit den Psychotests für die Partnersuche

Geschrieben von © Gebhard Roese •Freitag, 10. Februar 2012 • Kategorie: partnersuche


fortuna oder psychologie?


Passen wir zusammen? Oh, da kramen Frauke, Yvonne und Nesrin eifrig in astrologischen Büchern, gehen zu Wahrsagerinnen oder lassen sich aus dem Kaffeesatz lesen. Wer schon mal auf dem Niveau einer Frauenzeitschrift ohne B-Promi- und Königskinder-Klatsch ist, der macht „psychologische, wissenschaftlich fundierte“ Tests – und wer sich gar bei einer Partneragentur einschreibt, der erhält ein Gutachten – angeblicher Wert: 98 Euro.

Frage wir uns mal nach dem wirklichen Wert und überlegen wir, ob „Du und Ich“ überhaupt ermessen können, was da passiert. Also: Welche Worte werden verwendet?

Was ist los mit dem „Algorithmus“?

Na, was ist es? Nicht Besonderes. Ein Algorithmus ist eine Abfolge von Schritten zur Lösung eines Problems. Die Sache ist prima, weil sie auf einen Computer übertragen werden kann. Informationsgehalt des Wortes für die Partnersuche: Null und nichtig.

Worauf beruhen die „Grundlagen der Persönlichkeitsanalyse?“

Soweit es die Persönlichkeitsanalyse selbst betrifft, wird entweder das Fünffaktorenmodell („Big Five“) oder das Verfahren von Myers-Briggs eingesetzt. Beide Verfahren sind völlig wertlos, weil es nicht um die Persönlichkeitsstruktur geht, sondern darum, ob Paare zusammenpassen. Also: Null und nichtig.

Die Erkenntnisse der Beziehungsforschung – wachsweiches Geseire

Kritiker aus den eigenen Reihen werfen den „Partnerübereinstimmungstests“ vor, lediglich auf primitive Art „Ähnlichkeiten in Persönlichkeit und persönlicher Haltung“ festzustellen. Dahinter steht eine Art Prestige-Krieg zwischen Forschern, die Behauptung aufstellen, die auf konservativen Meinungen beruhen und solchen, die auf etwas progressiveren Meinungen fußen. Beweise haben weder die einen noch die anderen. Alles "heiße Luft" und sonst gar nicht - wissenschaftlich nach bisherigen Erkenntnissen völlig wertlos.

Ich habe mir die Mühe gemacht, einmal herauszufinden, was wirklich sinnvoll an diesen Tests ist, und bin auf folgende Ergebnisse gekommen (drei davon finden Sie auch in der Liebepur)

1. Selbstreflexion führt zu Selbsterkenntnis – das heißt: Wer Tests durchlebt, muss auch über sich selbst nachdenken – unabhängig davon, ob das Ergebnis stimmt oder nicht.
2. Prophezeiungen können selbsterfüllend sein. Wer eine positive Prognose für das Auffinden einer geeigneten Partnerin (eines Partners) bekommt, hat (mindestens „gefühlt“) mehr Chancen als jemand, der eine negative Prognose erhält.
3. Nach der Barnum-Theorie sind alle Beschreibungen richtig, die vom Empfänger als richtig angesehen werden. Demnach wäre fast jedes psychologische Gutachten richtig, wenn es nur simpel genug formuliert wäre.
4. Menschen, die zu Partneragenturen mit entsprechenden Tests gehen und die Test wirklich „durchziehen“, beweisen Ernsthaftigkeit. Das kann als positiv bewertet werden. (Es gibt dabei allerdings auch negative Aspekte).
5. Partneragenturen stellen ihren Mitgliedern andere Mitglieder vor – das ist ein Riesenvorteil gegenüber der eigenen Suche, ersetzt allerdings nicht die notwendigen Aktivitäten.
Ich rate jedem Menschen dringend, sich von sogenannten „Wissenschaftlern“ nicht verwirren zu lassen. Jeder von uns mit auf den eigenen Füßen in den eigenen Schuhen gehen – und kein Wissenschaftler übernimmt auch nur ein Fünkchen Verantwortung dafür, wenn’s schief geht.

Bild © 2011 by liebesverlag.de
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Nackt sein – schamlos sein?

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Freitag, 3. Februar 2012 • Kategorie: psychologie


gekonnt ausziehen - oft die vorstufe zum nackt sein
Merkwürdig ist es schon – mal sind wir nackt und freuen uns daran, und mal sind wir nackt und schämen uns dessen. Rissen wir noch in unserer Jugend Witzchen über Frauen, die zufälligerweise nackt angetroffen wurden, und die nun mit zwei Händen nicht drei Körperstellen bedecken konnten, so ist diese Art von schamvoller Nacktheit heute fast völlig aus der Mode gekommen.

Mich hat niemals jemand nackt gesehen - tatsächlich?

Unsere Bereitschaft, uns nackt zu zeigen, sind unterschiedlich. Die Damen der Gesellschaft von damals behaupten, nackt habe sie nur der Doktor und ihr Ehemann gesehen. Doch wie vielen Männern zeigten sie sich bereits in halb nackten erotischen Posen? Wie viel Absicht steckte dahinter, den Träger fallen zu lassen oder gar das Höschen aufblitzen zu lassen? Und vergaßen die Damen nicht ihre Freundinnen, vor denen sie sich nackt zeigten? Von Jugendsünde will ich hier gar nicht schreiben – etwa davon, sich heimlich nur mit einem Negligé bekleidet in den Schlafsaal der Jungen geschlichen zu haben. Nein, „passiert“ ist dabei nichts –aber die Erregung, die damit verbunden war – einfach himmlisch, nicht wahr?

Nicht mehr taufrisch - aber nackt?

Nacktheit kann schamvoll erlebt werden – zum Beispiel dann, wenn der Geliebte den bereits nicht mehr taufrischen Körper nackt sieht, namentlich bei den sinnlichen Frauen über 40, die sich nur ungerne ganz nackt vor ihren Lovern zeigen. Viele Frauen reagieren auch äußerst schamvoll, wenn der angeschmachtete Mann, oder gar die angeschmachtete Frau den Raum betritt, in dem sie sich entblößt haben. Besonders schamvoll – und daher als Effekt beliebt – ist es für die unbekleidete Frau, sich inmitten einer vollständig bekleideten Gesellschaft zu bewegen. Es ist zugleich eine beliebte Fantasie und ein häufiger Traum.

Nackt sein im Spannungsfeld zwischen Abenteuer und Furcht

Zwischen dem angenehmen Gefühl, sich ganz nackt und wohlig in Lust und Wonne gehen zu lassen, und der Furcht, nackt überrascht zu werden und dabei wehrlos zu sein, liegt ein weites Feld der Fantasie. „ich sah einmal ein Bild, in dem eine nackte Sklavin auf einem Sklavenmarkt versteigert wird“, erzählte mir eine Freundin gegen 40, „und ich konnte nicht anders, als mir vorzustellen, ich würde mich dort auch anbieten und erregt den Geboten auf mich lauschen.“

Die geheime Lust, sich nackt und ungeschützt unter einer Gruppe von Partygästen zu befinden, ist ein Produkt vieler Frauenfantasien, wie mir glaubhaft berichtet wurde. „Es ist die Fantasie, einmal mit dem Feuer spielen zu dürfen“, sagte mir dazu jemand, der beruflich mit Sexualität zu tun hat. Heißkalt wird in diesen Fantasien Angst gegen Lust ausgespielt. Mal wandert die Fantasie in einen Harem, wo sich die Geliebte des Sultans nicht selber auszieht, sondern von flinken und sinnlichen Dienerinnen entkleidet wird. Eine Lieblingsfantasie, die oft in Filmen und sanfterotischen Geschichten verwendet wird, besteht darin, nackt in einem Waldsee zu baden – und die Kleidung nicht mehr vorzufinden, nachdem frau heraussteigt und nun mit dem Fahrrad nackt zurück durch den Wald fahren muss.

Der Mann - auch er schämt sich, nackt aufzutreten

Die Herren? Oh, sie schämen sich genauso. Vor allem in ihren Fantasien über Unterwerfungen. Sie können sicher sein: Die Unterhose bleibt an, weil man den Zorn oder Spott der neuen Gebieterin fürchtet, wenn „Mann“ sich schon völlig entblößt hat. Sagen Sie einem Mann doch einmal: "Zieh dich schon mal aus, ich komme gleich!" - das macht ihn hilflos. Schamvoll zittert er dem Moment entgegen, wo Sie endlich zur Tür hereinkommen. Sie meinen, Männer ziehen sich gerne vor Frauen aus? Da kann ich nur lachen – sie sind oftmals sehr scheu, und schamvoll und sie erröten dabei sogar.

Einer völlig angezogenen Frau nackt ausgeliefert zu sein, ist eben auch eine Fantasie, die Männer antreibt – und eine Frau, die diesen Moment nicht nutzt, versäumt wirklich einen köstliche Erfahrung mit dem Objekt „Mann“. Oder sind Sie anderer Meinung?
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Verliebtheit: Sinn, Gefahr und Nutzen

Geschrieben von © Gebhard Roese •Sonntag, 29. Januar 2012 • Kategorie: psychologie


Verliebtheit ist, dies sei den vor allen den konservativen unter meinen Leserinnen (und auch Lesern) gesagt, ist eine psychische Ausnahmesituation. Sie ist nicht krankhaft, weil Mutter Natur sie genau so vorgesehen hat, wie sie sich auswirkt, aber sie ist auch nicht wirklich gesund, weil sie wenig in das Gefühl der Kulturgeborgenheit passt.

Verliebtheit -animalische Gefühle

Mit anderen Worten: Wie fühlen uns, wenn wir verliebt sind, einfach animalisch – da könnte man auch gleich sagen: animalisch geil. Denn warum hat Mutter Natur die Verliebtheit erfunden? Um uns davon ablenken, dass wir eigentlich ganz schön meschugge sind, uns von unserem Umtrieb, der Sexualität, beherrsche zu lassen.

Unter normalen Menschen vergeht die Verliebtheit

Den Normalos unter Ihnen kann ich übrigens Entwarnung geben: Der Zustand vergehrt nach ein paar Tagen, Wochen oder Monaten. Das normale Gehirn lässt sich nicht auf ewig an der Nase herumführen, auch nicht von Mutter Natur. Oder anders ausgedrückt: Die Drogen, die uns während der Verliebtheit beherrschen, wirken nicht ewig nach uns sie fressen auch nicht genügend Unsinn in unser Hirn, um dort ewig zu kreisen.

Verliebtheit kann auch zur Sucht werden

Leider gibt es auch die andere Seite: Vom Liebeswahn bis zur Sexsucht werden Menschen befallen, deren Hirn nicht einmal mit den körpereigenen Drogen umgehen kann – ein kleiner Webfehler der Natur, der böse Folgen haben kann. Nichtstoffliche Süchte nennt man das, und genaugenommen weiß man nicht, warum die Natur sich damit selbst überlistet. Dennoch lohnt sich ein Gang zum Arzt, wenn der Fall auftreten sollte.

Auf den Punkt gebracht: Verliebtheit ist das Gefühl, das uns zum Sex zwingen soll. Gelingt dies, so kommen via Begehren und Geschlechtsverkehr Liebeleien, Affären, Beziehungen oder Ehen zustande. Dann siegte Mutter Natur, die das alles für ganz normal hält. Sie hat uns rauschig gemacht, wir haben getan, was sie wollte: Damit ist ihr Plan erledigt.

Verliebt sein wandeln in Gemeinsamkeit

Genau zu diesem Zeitpunkt arbeiten wir daran, die Verliebtheit in eine sichere Beziehungsstruktur (für die Romantiker: "in Liebe") umzuwandeln – oder eben nicht. Dadurch kann es sein, dass wild Verliebte, die nicht zueinanderpassen, nach sechs Tagen, Wochen oder Monaten wieder auseinandergehen. Genauso gut können wir aber eine Lebenspartnerin finde, eine Ehe eingehen oder eine Familie gründen. Mutter Natur kennt für Primaten keine verbindlichen Sozialsysteme, sodass wir nun wieder auf die Kultur schauen müssen.

Warum Menschen mit Verliebtheit umgehen lernen müssen


Der Homo sapiens muss – auf Gedeih und Verderb – mit der Verliebtheit umgehen können – das ist alles. Wer es gelernt hat, kann Liebeleien, Affären und selbst eine „Amour fou“ durchstehen, wer es nicht kann, sollte die Hände gar nicht erst nach der großen Leidenschaft ausstrecken, sondern jemanden heiraten, der ziemlich gut zu ihm passt. Das wieder will der Kulturmensch mit seinem flausigen Kopf nicht – er glaubt, die freie Wahl zu haben. Wie es ausgeht, wissen wir mittlerweile zur Genüge: Irgendwann ab 35, bei Männern oft erst ab 40, dringt die kalte Gewissheit ins Hirn, sozial versagt zu haben.

Ob die Geschichte eine Moral hat? Nein, natürlich nicht. Wer sich mehrfach mit Lust hingegeben hat und dabei die Freuden und Leiden der Verliebtheit erfuhr, beklagt sich selten, und wer glücklich heiratete, auch nicht. Es ist nicht die Frage, ob man das eine oder das andere tut. Es ist die Frage, ob man es mit Genuss, Hingabe und Überzeugung tut.
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Peitschen?
Wie Sie Ihren Mann Verwöhnen und Beherrschen.
Reizen oder Peitschen?

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Wie Verführen Sie Ihren Mann zu erregendem Sex?
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