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Deutschlands Sex-Diskussion: Prüderie oder Libertinage?

Alles, nur bitte nichts über Sex ...

Wenn es um Sex geht, ist Deutschland, wie viele meinen, tief gespalten. Da sind einerseits die Vertreter der Kirchen, die nach wie vor versuchen, über die Gremien, in denen sie vertreten sind, Macht auszuüben. Schlimmer aber noch sind die evangelischen Eiferer und die Verfechter altkonservativer Werte aus dem Bürgertum des 19. Jahrhunderts, die man gemeinhin als „Gutmenschen“ kennt. Zu ihnen kommen noch Teile der Feministinnen, die ebenfalls versuchen, unter dem Deckmantel des Anti-Sexismus in Wahrheit antisexuelle Propaganda zu verbreiten. Wenn man alles zusammenfasste, könnte man sagen: Hier finden wir eine in sich widersprüchliche, aber dennoch starke Fraktion derjenigen, die sich eine neue Prüderie wünschen. Typische Forderungen sind dabei:

- Weniger erotische Produkt-Darstellungen in der Öffentlichkeit.
- Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit bei erotischen Themen.
- Einschränkungen bei der Sexualaufklärung oder Verhinderung der Sexualaufklärung in Schulen.
- Verbot jeder Art von Prostitution.
- Strafandrohung für Männer ("Freier" genannt), die Prostituierte aufsuchen.
- Verbot oder Einschränkung dessen, was sie als „Pornografie“ bezeichnen.
- Beharren auf Jungfräulichkeit vor der Ehe, auch wenn es (beispielsweise bei Volljährigkeit) eine menschenfeindliche Forderung ist.
- Ächtung sexueller Abweichler, auch dann, wann das, was sie tun, legal ist.
- Übertriebener Schutz von Frauen, der weit über gleiche Rechte hinausgeht.



Der liberale Geist ist heute überall - kaum Extremisten unter den Sexpositiven

Auf der anderen Seite stehen jene, die schockieren: vor allem weibliche Autoren, die über ihre Sexualität, ihre Lüste und das schreiben, was die Gegenseite gerne „Perversionen“ nennt. Doch „so richtig festmachen“ kann man die Befürworter nicht, weil der liberale Geist inzwischen sogar in die Gehirne von Katholiken und CDU-Mitgliedern, Gewerkschaftern und „Grünen“ Radikaldenkern zurückgekehrt ist, die sich früher eher auf die Seite der Gutmenschenschaft oder des Feminismus gestellt hätten.

Die sexpositiven Menschen forcieren auch kaum noch etwas, denn alles ist im Grunde gut, so, wie es ist. Lediglich bei der Pornografie und der Prostitution liefern sie sich gelegentlich noch Scharmützel mit der Gegenseite, die bestenfalls Unterhaltungswert haben.

Frauen haben sich verändert - zu bewusst sexuellen Wesen

Nach meiner Überzeugung spielen intellektuelle Frauen mit einem erotischen Erscheinungsbild und bewusst sexaktiven Ansichten die entscheidende Rolle im Meinungsbild. Nur, wer in die Geschichte zurückblickt, weiß, wie die Entwicklung war: Bis vor etwas 100 Jahren waren nahezu alle Forscher (1) überzeugt, dass Mädchen und Frauen bestenfalls schwache sexuelle Bedürfnisse hatten. In den 1950er Jahren galt als ziemlich verbindliche Volksmeinung, dass Frauen erst von Männern „erweckt“ werden müssten, bevor sie sich ihrer Sexualität bewusst würden. Erst gegen die 1970er Jahre setzte sich nach und nach die Meinung durch, Mädchen und Frauen könnten durchaus von sich aus sexuell aktiv werden, und erst gegen die 1990er Jahre begannen viele Frauen damit, diese Überzeugung auch öffentlich zu vertreten und zu leben.

Prostitution? Wer sich selbst im Spiegel sieht, ist oft nicht "anti"

So weit ich diese Frauen kennenlernen konnte, verfügte sie über die nötige Selbsterfahrung, um die dunklen und hellen Seiten ihrer Sexualität ausdrücken. Sie konnten sie größtenteils auch „ausspielen“ und verachteten deswegen kaum jene Frauen, die sich prostituierten – denn sie selbst hatten gelegentlich eben auch Charme, Sinnlichkeit und erotische Ausstrahlung eingesetzt, um das eine oder andere Ziel schnell und sicher zu erreichen. (2)

Wenn ich mich frage, was sich wirklich verändert hat, so ist es nicht der „männliche Blick“, der sexualisiert wurde, sondern viel wahrscheinlicher der weibliche Blick, der sich in der Paarung von Offenheit und Selbstbewusstsein zeigt. Ich will nicht zu weit gehen, aber eine Diskussion, die man heute in 2014 mit nahezu jeder selbstbewussten Frau in ungezwungener Atmosphäre über Sexualität führen kann, wäre anno 1964 in dieser Form nur mit Barfrauen und zwielichtigen Halbweltdamen möglich gewesen.

Was meinen Sie? Bringt uns die neue Prüderie etwas? Oder sollten wir weitermachen wie bisher und die Sexualität liberalisieren? Lesen Sie dazu bitte auch die Fragen in "FREITAG" zu "Sex 2014".

(1) Gilt für alle Autoren, die sich auf den Psychiater Krafft-Ebing berufen.
(2) Lesen Sie dazu bitte die Kolumne in der "Annabelle"

Bild: Bearbeitung eines 50er-Jahre-Fotos

Wann werden erotische Frauen-Fantasien gefährlich?

In der Fantasie lustvoll, im realen Leben gefährlich: Lust in Handschellen


Im Moment sind erotische Frauenfantasien ziemlich im Gespräch, weil gerade ein Buch erschienen ist. Was genau drin steht, habe ich noch nicht gelesen, aber ich weiß, dass es so etwas gibt.

Ihr wisst ja wahrscheinlich, was die Spitzenreiter"weiblicher" Fantasien sind, egal, wer da Umfragen gemacht hat. Dazu gehören: Sex mit zwei Typen, von einer älteren Frau lesbisch verführt werden, Gruppensex, einmal selbst Sklavin sein oder einem Mann die Flötentöne beibringen … das gehört alles dazu.

Doch manchmal gibt’s auch Probleme. Zum Beispiel, wenn bei den Träumereien ein bisschen Gewalt dabei ist. Dabei ist das eigentlich sogar die erotische Fantasie Nummer zwei oder Nummer drei: Sex mit dem rätselhaften Fremden, mit dem bösen Räuber oder einem anderen ziemlich männlichen Tunichtgut.

Bei der Erbeerlounge habe ich dazu etwas gefunden:

Das alles sind Dinge, die ich nie ausleben würde oder ausleben wollte doch irgendwie macht es mich dann in diesem Moment richtig an … Ich komme mir echt komisch vor und hab nachdem ich solche Fantasien hatte auch teilweise vor allem bei den heftigeren Dingen richtige Schuldgefühle.


Auf die Couch wegen der Fantasien?

Ist guter Rat teuer? Muss die Frau auf die Couch oder zum Psychiater?

Natürlich nicht – denn die Fantasie ist dein Königinnenreich und du kannst dort tun und lassen, was du willst, also auch Männer quälen oder dich von den Kerlen auspeitschen lassen. Mit der Realität ist das ein bisschen anders: Dort braucht man ziemlich viele Vorbereitungen, wenn man ein Rollenspiel in Szene setzen will, und bei den „ganz harten“ Spielen auch ein bisschen Erfahrung und extreme Vorsicht, mit wem du spielst.
Du kannst ziemlich sicher sein, dass es Frauen gibt, die noch „Schlimmere“ Fantasien haben als du.

Schäme dich nicht - mit Fantasien schadest du keinem Menschen

Also: Du musst dich nichts schämen, wenn du Fantasien hast, weil du mit Fantasien ja niemandem schadest und niemanden ausnutzt. Fantasien sind auch nicht gefährlich, egal, wie heftig sie sind. (1)

Mein Rat: Erzähle nie etwas über deine Fantasien, sonst werden sie von anderen bewertet. Solange du sie für dich behältst, sind Fantasien ganz köstlich – mindestens so wie Erdbeeren, und vielleicht wie Rosen mit Dornen. Und überlege dir lieber zwei Mal, ob du eine Fantasie verwirklichst.

(1) Wenn dich Fantasien quälen, kann das anders sein - aber von denen erde ich ja hier nicht.

Attacken der Meinungsmacher auf uns alle

Wenn ich etwas über Familien wissen will, kann ich das Familienministerium fragen oder den „Deutschen Familienverband“, oder darauf vertrauen, dass ich genügend Sachverstand habe, mich selbst kundig zu machen. Genau so ist es auch mit anderen Themen, die tief in Emotionen und Verhaltensweisen hineinreichen. So ist es beispielsweise völlig aussichtslos, von einem Priester oder Psychotherapeuten etwas Gültiges über die Liebe zu erfahren. Beider Sichtweisen ist viel zu begrenzt und deckt bestenfalls eine winzige Facette der Liebe ab.

Fanklubs und Interessengruppen kennen keine Wahrheit

Noch gefährlicher ist es, sich darauf zu verlassen, was „Fanklubs“ verlauten lassen. Zuerst habe ich es beim Jazz erfahren: Je fanatischer ein Jazzfan ist (ich war fanatisch), umso mehr verkennt er, das er nu einen winzigen Zipfel der Wahrheit erfasst, der zudem noch romanisierend ausgeschmückt wird. Man belächelt zu Recht die Fanatiker von Schlagerröhren oder Fußballstars, ebenso wie fanatische Figurensammler oder Fetischisten. „Ein Fan-Atiker ist ein Übertreiber“, singt Georg Kreisler – recht hat er.

Glaube und Emotionen sind Menschensache - nicht Sache der Vorbeter

Müssen wir wirklich zulassen, dass der Priester die Religion definiert, die Hure die Prostitution, das örtliche Alpha-D/S-Paar die Bedingungen von sexueller Unterwerfung? Müssen wir uns von den Verbänden der Homosexuellen vorschreiben lassen, dass wir uns das Etikett „Heterosexuell“, „Bisexuell“ oder „Homosexuell“ aufkleben?

Wir müssen das nicht. Die Bildung einer Meinung über alles, was das Leben hergibt, steht uns frei. Wir können das Leben in der Länge, in der Bandbreite oder in der emotionalen Tiefe genießen. Wenn wir etwas „Emotionales“ SOLLTEN, dann wäre es, zu lieben, sich zu erfreuen, zu genießen. Das heißt nicht, dass dies alles ist: Wir SOLLTEN lernen, sozial und verantwortlich zu handeln und dabei vor allem niemandem willentlich zu schaden.

Unterwerfen Sie sich nicht der Presse-Meinungsmache!

Unsere Meinungen aber sind frei. Wir müssen sie nichts und niemandem unterwerfen. Ich weiß, dass viele Menschen entweder die Populär-Presse oder die Links- oder Rechtspresse abnicken. Habe ich Menschen geschrieben? Tatsächlich – aber das war ein seltener Akt der Höflichkeit. Denn in Wahrheit handelt es sich um Figuren auf dem Schachbrett der Meinungsbildung, die sich von massiven Kampagnen beeinflussen lassen.

Was ist denn am Wichtigsten? Dass wir uns nicht vor den Karren windiger Ideen, Ideologien und Vorstellungen spannen lassen, bevor wir uns ein eigenes Bild gemacht haben.

Der Versuch, Kinderlose in die unsoziale Ecke zu stellen

Also bitte: Ich vertraue nicht auf das, was Interessengruppen behaupten – und Sie sollte es auch nicht tun. Springers „BERLINER MORGENPOST“ titelt heute: „Das Rentensystem beutet Familien aus“ und stützt sich dabei auf eine höchst fragwürdige Studie der Bertelsmann-Stiftung. Das ist Meinungsmache im konservativen Verbund, und weiter gar nichts. Dabei geht es nicht wirklich um Familien, sondern darum, aus Kinderlosen mehr Geld herasuzuholen - über den Umweg der Rentenversicherung.

Wehren sie sich gegen die Meinungsmache!

Wehren Sie sich dagegen, von dieser Meinungsmache vereinnahmt zu werden – und glauben sie um Himmel willen keinem Journalisten der wissenschaftsgläubigen Populär- und Bürgerpresse, sondern lesen Sie, was wirklich unabhängige Menschen meinen.

Wie lieben wir 2014 und darüber hinaus?

Wir werden 2014 lieben - aber wen und wie?


Liebe werden wir wohl kaum anders als unsere Vorfahren auch – aber wen wir lieben werden, wie viele Liebes- und Sex-Partner wir haben und ob es wirklich immer „exklusive“ Liebe sein muss – darüber gehen die Meinungen wir auseinander. Und noch etwas ändert sich rapid: Die Einstellung dazu, wie man sich Lust „machen“ oder „machen lassen“ kann. Denn das andere Geschlecht ist längst nicht mehr alleine für den Lustgewinn zuständig. Frauen, die sich weder als heterosexuell noch als lesbisch und erst recht nicht als „bisexuell“ definieren wollen, sind die Vorreiter: „Fließende sexuelle Orientierung“ heißt das Stichwort. Zudem wissen immer mehr Menschen ihre Lüste gezielt durch technische Hilfsmittel zu befriedigen, wie beispielsweise Masturbatoren, Vibratoren oder Dildos.

Bedauerlicherweise hat die von Feministinnen und Gutmenschen entfachte heftige Diskussion um Prostitution einen sehr wichtigen Bereich der Lust mit einem Tabu belegt. Sexuelle Dienstleistungen und erotische Vergnügungen sind ein wichtiges Ventil für alle, die vom jeweils andern Geschlecht nicht mehr in die „erste Wahl“ fallen.

Was wird die Liebe also 2014 bringen? Zehn Thesen, die Sie kontrovers diskutieren können.

1. Paare werden sich wie bisher finden und Kinder aufziehen.

Paare werden sich – online oder auf konservativen Wegen – immer wieder bilden und die Liebe wird diesen Paaren auch Kinder bescheren. Die Leute, die annehmen, dass dies nicht so ist, haben Großstädte und Karrieristen im Fokus. Es gibt aber noch genügend andere Menschen, die sich ein schönes Familienleben oder ein zufriedenes Leben zu zweit wünschen.

2. Desillusionierung bei der Partnersuche
Zwischen 2003 und 2013 sind Illusionen wachgerufen worden, dass es „Traumpartner“ in Hülle und Fülle geben würde, die man nur „aufpicken“ müsste. Doch nun wandelt sich dieses Bild nach und nach: Viele Menschen erkennen, dass sie einem Trugbild nachgelaufen sind. Die Partnersuche wird sich also wieder auf das konzentrieren, was sie eigentlich ist: „Jemanden zu finden, der mich nimmt“.

3. Frauen: kurze Liebesbeziehungen und Affären in Großstädten.
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Besonders junge urbane Geschäftsfrauen und Managerinnen gehen heute kaum noch langfristige Beziehungen ein. Sie bevorzugen schnelle, unkomplizierte und dennoch liebevolle erotische und sexuelle Beziehungen. Daraus resultieren aber leider auch späte „Dauerziehungen“ und Mutterschaft über 35.

4. Abkehr vom ausschließlich heterosexuellen Menschenbild.
Fließende sexuelle Orientierungen sind besonders von Prominenten bekannt. Die werden zunehmen, sobald die Meinung wegfällt, dass ein Mensch entweder heterosexuell oder homosexuell ist. Dennoch wird der Anteil der Menschen, die fließende sexuelle Orientierungen ausleben, vermutlich gering bleiben. Es ist auf Dauer einfach zu anstrengend, ständig das Milieu zu wechseln.

5. Rückgang feministischer Meinungsmache.
Wie schon in den USA wird der einseitige Feminismus auch in Deutschland 2014 durch einen Feminismus mit vielen unterschiedlichen Meinungen ersetzt. Damit wird das Wort „Feminismus“ wieder zurückdefiniert als „sich für die Rechte und Bedürfnisse von Frauen einzusetzen“.

6. Wegfall der Ausschließlichkeit bei Monogamie.
Es ist eine schöne Illusion, dass beide Partner in einer monogamen Beziehung niemals andere Sexpartner haben. Mindestens ein Drittel alle Ehepartner sind schon einmal „fremdgegangen“. Wir benötigen eine neue Einstellung dazu, insbesondere ist es nötig, dass sich die Paare nicht wegen lächerlicher „Seitensprünge“ trennen.

7. Labilität der Ehen – leichte Verbesserung der Situation
Ehen werden immer labiler – aber das ist sicher nicht erwünscht. Der Grund scheint darin zu liegen, dass Ehen nicht mehr als „Wirtschaftsgemeinschaften“ aufgefasst werden – das hielt sie einstmals zusammen. Ich erwarte 2014 eine leichte Verbesserung der Ansichten über die Ehe.

8. Polyamorie wird sich nicht durchsetzen.
So wenig Seitensprünge in monogamen Beziehungen ausbleiben, so wenig wird sich auch die sogenannte „Polyamorie“ durchsetzen. Sie ist in ihren Grundlagen gesellschaftlich unerwünscht, weil sie keine verlässlichen Bindungen beinhaltet.

9. Unsicherheit bei sexuellen Dienstleistungen.
Sexuelle Dienstleistungen sind ein gesellschaftliches und soziales Ventil, das nicht infrage gestellt werden sollte. 2013 ist dies auf Initiative von Feministinnen, Gutmenschenverbänden und ihre politischen Helfershelfern versucht worden. 2014 wird sich entscheiden, ob die Mehrheit der Menschen der Minderheit folgen wird. Causal Dating wird bei Frauen vermehrt zur Beschaffung von unbezahlten Lovern eingesetzt, während bezahlte Lover immer häufiger über das Internet „gebucht“ werden. Die reine Prostitution und Sofortsex-Aktvitäten werden mehr und mehr auf das Smartphone verlagert werden.

10. Zunahme von Betrug und Abzocke bei Liebes-Bedürftigen
Sowohl Liebe wie auch Sex ist nicht ohne Anstrengungen zu haben, haben, und wirklich guter Sex wird im „Schnellverfahren“ zumeist nur gegen erhebliche Zuwendungen angeboten. Windige Geschäftsleute, aber auch bewusst auf Betrug ausgehende Einzelpersonen, werden 2014 noch mehr Geld abzocken, als dies 2013 der Fall war – ein „Verbraucherschutz“ findet auf diesem Gebiet nicht satt.

Ich bin gespannt, ob sich die Thesen bewahrheiten – einige gehen weit über das Jahr 2014 hinaus.

Eine andere Meinung gefällig? Im FOCUS. Und Sie? Wie ist Ihre Meinung?

Was macht eigentlich eine professionelle Serva?

Was hat der Herr mit der Serva vor?


Was eine Domina ist, wissen inzwischen viele Menschen – doch nur wenige interessiert die „Serva“. Eine Serva ist etwas sehr rares am Markt, und die Frauen, die diese Rolle im Beruf der sexuellen Dienstleistungen ausüben, verschließen sich noch austernartiger als andere Sexdienerinnen. Dennoch soll ein Studio in Lennox (Kalifornien, USA) davon angeblich 14 Damen beschäftigen. Mit einer von ihnen unterhielt sich Nerve.

Einer der ersten Fragen war natürlich: Was wollen deine Kunden eigentlich? Die Antwort war verblüffend:

Einige von ihnen wissen wirklich nicht, was sie wollen, vor allem Neukunden. Sie haben nur die Neigung, dass Sie etwas tun wollen (…wozu sie eine submissive Frau brauchen). Ich muss dies vorher mit ihnen besprechen. Jeder Kunde ist anders. Einige mögen Rollenspiele. Andere sind nur sadistisch. Wieder andere wollen Fesselspiele.


Interessant ist, dass diese Tätigkeit relativ schlecht honoriert wird, wenn man sie mit der einer Domina vergleicht und den Schmerz und die Erniedrigung einbezieht. Nerve ermittelte ein Einkommen (1) von 200 USD pro Stunde, das allerdings gesteigert werden kann, wenn der Kunde besonders schmerzvolle Prozeduren wünscht. Das Schlimmste, so sagte die Gewährsfrau von Nerve, seien Rohrstockschläge:

Rohrstockschläge hinterlassen tiefere Verletzungen und sie sind wesentlich schmerzhafter, sodass du wirklich an deine Grenzen kommst.


Bei alldem – was würde diese Frau anderen jungen Frauen raten, wenn sie eine Serva werden wollen? Bevor sie diese Frage beantwortete, gab sie allerdings zu, dass der Job am besten für eine schlanke, zierliche Frau eigne. Solche Frauen seien die Gefragtesten der „auf unterwürfig“ machenden Frauen.

Und wenn man so aussieht und es tatsächlich als Serva versuchen will? Die Gewährsfrau meint, es sei gut, schon vorher viele Leute zu kennen und zu lernen, was alles möglich ist – und was nicht. Ferner sei es günstiger, in einem Studio zu arbeiten als sich sofort „selbstständig“ zu machen – das sei viel zu gefährlich.

Wir haben nachgesehen, was eine Sitzung mit Rohstockschlägen tatsächlich kostete, und fanden heraus, dass jeder Schlag mit 10 USD honoriert werden muss, sodass am Ende gut und gerne 490 US-Dollar auf der Rechnung stehen können. Wie viel von den Kosten bei den Damen tatsächlich ankommt, konnten wir nicht ermitteln.

(1) Nach uns vorliegenden Informationen ist es allerdings die Summe, die vom Kunden gefordert wird, nicht der Betrag, den die Dame erhält, die als Serva arbeitet).