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Und gestern zum Tatort blieb noch die Frage: Was ist Bukakke?

Bukakke ist eine Form der sexuellen Entwürdigung einer Frau durch mehrere Männer. Dabei besudeln diese Männer die Frau mit ihrer Spermaflüssigkeit, die vorzugsweise über den Kopf der Frau durch Ejakulation verteilt wird.

Im Tatort „Hardcore“ wurde dieser Frage gestern – wie könnte es auch anders sein – zwar gestellt, aber nicht ausführlich beantwortet. Es handelt sich dabei um eine erst in den 1980er Jahren aus Japan importierte Form der Pornografie, die ausschließlich von Bildern lebt, textlich aber kaum zu beschreiben ist.

Die dahinterstehende Praxis ist keine japanische Tradition, sondern resultiert aus der generellen Herabwürdigung von Frauen in Japan in jenen Jahren, durch die Unterwürfigkeit, die ihnen generell unterstellt wurde und vielleicht auch der Zensur, die Sperma „durchließ“, Genitalien aber nicht. Zudem gab es eine Praxis in Japan, auf den Feind zu urinieren und so seine Missachtung auszudrücken.

Im Zuge der Emanzipation, aber auch einem Geschmackswandel der Konsumenten von Pornografie verschwand „Bukakke“ als Genre fast ganz oder ging in den Kategorien BDSM oder Fetisch auf.

HAL – der Tatort zum Superhirn – chic, beängstigend und doch hirnlos

Wer viel ins Kino geht, erkennt die Anspielungen – und so haben den Stuttgarter Tatort „HAL“ denn auch mancher Kritiker gesehen. Schön, wenn man sich im Kintopp auskennt – soll ja etwas mit Bildung zu tun haben. Und ein Kritiker muss eben beweisen, wie gebildet er ist. (Also wie viele Filme er gesehen hat).

Wer den Tatort HAL nüchterner gesehen hat, findet sich in einer Utopie wieder, die Computermärchen mit Computerrealitäten koppelt. Eine Firma produziert eine „Sicherheitssoftware“, die in Wahrheit der Totalüberwachung dient. Um das in einen Fernsehfilm zu bringen, muss man optisch etwas bieten: Hightech und Design. Alles meistern, alles meistern mit dem Meisterhirn. Das weiß alles, weil dieses Hirn die Leistung eines neuen Supercomputer nutzt, der es zwar schon gibt, der aber noch nicht im Alltagseinsatz ist. Nun kommt der Trick, den es auch gibt, und mit ihm wir die Verbindung zur Entwicklung kriminellen Energie hergestellt: Der Computers arbeitet in einem Verbund, und nutzt dessen freie Rechenkapazitäten. Dadurch lässt er sich von Menschen nicht mehr abschalten oder umprogrammieren.

Ach ja – es gab auch Menschen. Programmierer, Kommissare, LKA-Größen. Der Computer soll dabei dem LKA bei der Verbrechensaufklärung helfen – haarscharf an den Grenzen der Legalität oder gar darüber hinaus.

Hier wird die Sache nun wirklich gruselig: Nehmen wir mal an, das LKA würde uns alle ausspionieren … das war der erste Gedanke. Und auf den kamen natürlich auch die Kritiker. Lag ja nahe. Und denken wir mal weiter: Wenn der Computer wirklich das könnte, was er sein sollte, und überalle auf der Welt zugänglich wäre, dann könnte ihn natürlich nicht nur das fiktive LKA Stuttgart nutzen. Sondern die Staatsmacht jedes beliebigen Landes, jeder Wirtschaftskonzern und jede Verbrecherorganisation, sei es durch Anzapfen oder einen ganz normalen Auftrag an die Sicherheitsfirma.

Nun, im Film wird das Computerprogramm selber kriminell, und sein Schöpfer sieht sich als Held, der in einer Mischung aus Wahn und Sendungsbewusstsein sein geistiges Kind töten will. Weil das mit Programmierermethoden vom System abgewehrt wird, und die Geschäftsleitung dies mithin nicht gestattet, entschließt sich der Held, mit einem Gewehr im Serverraum herumzuballern.

Nun wird’s einerseits dramatisch, andererseits skurril und schließlich trivial. Denn die Polizisten, die das Gebäude schließlich stürmen, erschießen den Programmierer, sozusagen als Auftragsmord des Superhirns. So weit der skurrile Teil. Der Triviale: Der Programmierer hat überwiegend die Stromversorgung zerschossen, und deshalb ist die Softwarefirma pleite. Doch die Software nennt noch schnell den Mörder – über das Notstromaggregat, was gerade mal reicht, um den Aufzug zu versorgen. Abspann.

Ach, ach: Hatte ich nicht vor Kurzem noch gesehen, dass Mr. Holmes eine Bombe durch einen kleinen Kippschalter entschärfte? Und gab es keinen Notschalter, keinen Hauptschalter und auch sonst keinen mechanischen Schalter, um den Computer zu stoppen?

Wem dies, bitte schön, zu trivial ist, dem möchte ich noch einen anderen Gedanken nahelegen: Ein Computerzentrum, in dem Programme zur Sicherung (oder Überwachung) der Menschheit arbeiten, soll hilflos dastehen, wenn der Strom ausfällt? Da lachen ja die Hühner.

Alle Kritiken? Na ja, einmal Kritikerspiegel in der ZEIT reicht. "Affenzirkus mit Computerangst" hätte vielleicht auch gereicht.

„Einen blasen“ – Geheimrezept für Frauenkarrieren?

Bevor Sie sich echauffieren – die Sache ist nicht von mir, sondern sie stammt aus der ARD, und zwar zur gefragtesten Sendezeit. Die neue TATORT-Kommissarin Conny Mey hat es in einem Krimi getan, der von den Kritikern über den grünen Klee gelobt wurde.

Nun schön, werden Sie sagen, in einem TATORT-Krimi – das sind doch Märchen für Erwachsene, oder etwa nicht?

Nicht ganz. Denn bislang war in nahezu jedem Tatort eine Art Moral verborgen, die das Fernsehen pflichtschuldigst beim Volk ablieferte. Also nehmen wir doch diesen Satz einfach als Moral, wie gewohnt. Oder wie sollen bitte die jungen Frauen unterscheiden, ob der TATORT jetzt die „gute Moral“,, die „böse Moral“ oder gar keine Moral mehr verkauft?

Die Kriminalistin im TATORT ist Polizistin in einem deutschen Kommissariat, nicht irgendeine Privatdetektivin. Sie möchte eine Information von einem Kollegen, die dieser ihr eigentlich nicht geben darf. Also schläft sie kurzerhand mit ihm, oder, in ARD-O-Ton, sie „bläst ihm einen“. Im Besitz dieser Information zu sein, wird unzweifelhaft ihre Karriere fördern – und genau das ist die Botschaft. Fragt sich, ob solche Botschaften nötig sind: „Wenn du einem Mann einen bläst, kannst du alles erreichen.“ Immerhin haben Polizistinnen, selbst wenn sie in ARD-TATORT-Märchen auftreten, noch Vorbildcharakter – oder etwa nicht?