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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Der Teufel flüstert: Benimm dich so und so, dann ...

Mal flüstert dieser, mal warnt jener ... und doch entscheidest du ...
Wir alle (und ich nehme mich da nicht aus) haben diesen kleinen Teufel hinter dem Ohr: „Kind, benimm dich!“ Ob Kerl oder Deern (1), wir alle haben das schon einmal gehört. Manche sagen, es sei der Teufel, andere, es seien die Engel. Aber in Wahrheit ist es der „innere Erzieher“, den wir nicht loswerden. Ob Spatz, Maus oder Eltern-ICH, Teufel, Engel oder Tante Hermine - alles wurscht. Das „Ding“ pfeift, wenn du etwas wagst.

Die klinische Sexologin Dania Schiftan sagt euch (hier den Frauen, Männer dürfen aber auch zuhören):

(Achten Sie im Alltag darauf) ... wann ihnen der Teufel auf ihren Schultern sagt, wie sie sich benehmen und zurückhalten sollen – wenn der Ausschnitt zu tief oder das Gelächter zu laut ist.

Sie sagt noch mehr, aber das ist mal der Anfang. Die Frage „was willst du wirklich?“ ist entscheidend, nicht die Frage, was diese oder jene Gruppe jetzt sagen wird, wenn du dies oder jenes tust oder unterlässt.

(1) Norddeutsch für Frau, fast in Vergessenheit geraten.
Quelle des Zitats: Schweizer Illustrierte.
Bild: Nach einem Groschenroman, ca. 1950

Deine Position und die Macht über den Mann

Dominante Haltung - dabei zu rauchen, ist allerdings nicht die feine Art...
Eine Legende will wissen, dass ein gewisser Adam zwar beabsichtigte, den Geschlechtsakt auszuüben, aber keinesfalls, indem er sich der Frau unterwerfen würde. So entstand die wundersame Geschichte von Adams erster Frau, Lilith, die gegen die Machenschaften des Teufels resistent war. Nach diesen Erzählungen unterwarf sich Adams zweite Frau, Eva, sowohl dem Adam selbst wie auch dem Teufel, was bekanntlich zu Verwicklungen anderer Art führte.

Was ist, wenn die Frau nun nicht „unterliegt“, sondern den Geschlechtsakt von oben angehen will?

Ohne Zweifel gewinnt sie dadurch Macht. Und sie erwirbt eine gewisse Resistenz gegenüber den Begierden des Mannes – so ähnlich wie einst Lilith.

Die besonderen Gefühle, wenn du ihn "reitest"

Nachdem dies gesagt ist, kommen wir besser schnell zum Weltlichen. Was bewegt eine Frau eigentlich, wenn sie „oben liegt“ oder besser: aus der oberen Lage heraus aktiv werden kann? Eines ist sicher: das Gefühl, nicht „benutzt“ zu werden. Oder war es noch mehr? Hier ein authentischer Bericht (1):

Auf diese Art bekam ich etwas, wonach ich mich sehnte, ja, was ich wirklich brauchte. Es war die totale Kontrolle über einen unterwürfigen Mann, der ungeschützt und verletzlich dalag. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, denn es besteht aus einer Mischung von Gefahr, Triumph, Zuneigung und Befreiung.

Ob dies mit jedem Mann möglich ist? Und ob es immer gleich die „vollständige Kontrolle“ über den Körper des Mannes sein muss?

Alles eine Frage der Intimität

Wer jetzt neugierig geworden ist: Alles ist eine Frage der Intimität. Was du mit ihm machst ebenso wie das, was du mit dir machen lässt. Es kommt gar nicht darauf an, wie „normal“ es ist, was du tust, oder wie ungewöhnlich. Solange dein Lover und du genau das tun, was ihr beide als „intim“ empfindet, ist alles in bester Ordnung - solange es intim bleibt. Das heißt: Solange es niemand ausplaudert.

Zum Schluss noch ein Hinweis von Isidora: In Frauenzeitschriften wird in diesem Zusammenhang viel von der "Reiterstellung" gesprochen ... zum Beispiel in "myself" sehr ausführlich. Du kannst aber auch noch andere Fantasien verwirklichen, wenn du "ihn" einmal überzeugt hast.

Hinweis: (1) Das Zitat könnte aus "zweiter Hand" stammen, hat auf uns aber einen authentischen Eindruck gemacht.
Bild: Nach einer japanischen Zeichnung, entfleckt, vereinfacht und koloriert. Künstler unbekannt

Das christliche Elternhaus und die sexuelle Abweichungen

Humoristische Betrachtung - der Teufel beherrscht über die Lüste
Noch heute glauben manche religiösen Fanatiker, der Teufel persönlich habe jene befallen, die ihre Sexualität auch in den zahlreichen (legalen) Abweichungen ausleben wollen. Züchtigungen als solche waren und sind für viele Katholiken und Evangelikale durchaus hinnehmbar. Sobald dabei aber eine sexuelle Lust entsteht, muss wohl Luzifer persönlich beteiligt sein.

Auch wenn keine Schläge appliziert werden, haben solche Familien ein Rezept, das unweigerlich zu Konflikten führt. Sie legen einfach eine Konzeption vor, nachdem einige Handlungen „sündig“ sind. Wer die Sünden dennoch plant oder begeht, versündigt sich und muss mit seiner Schuld leben. „Schuld bleibt Schuld“ heißt es bei vielen Evangelikalen – Katholiken haben da einen anderen Weg: sie „dürfen“ ihre Sünden beichten. Im Grunde ist auch dies entwürdigend, wenngleich manche Katholiken behaupten, es verschaffe ihnen Erleichterung.

Eine Frau, die ein streng religiöses Elternhaus durchlebt hat, schreibt (stark gekürzt):

Ich habe mich wegen einiger Gedanken und Taten schuldig gefühlt, weil sie im Elternhaus als „sündig“ eingestuft wurden, oder nicht dem entsprachen, was „was Gott von mir erwarte.“ Ich bin nicht der Meinung, dass die Bibel oder eine Interpretation derselben die eigenartigen Triebe stoppen kann, und wahrscheinlich werden es die Menschen dennoch versuchen. Es kann eine schwierige emotionale Last sein, wenn jemand sagt, dass sexuelle Triebe sündig sind, vor allem, wenn man in einer Umgebung aufwächst, aus der man nicht ausbrechen kann.

Das Zitat (1) gibt auch Aufschluss darüber, warum manche Menschen erst im Erwachsenenalter beginnen, zu ihren (meist absolut harmlosen) erotischen, sexuellen oder anderen sinnlichen Bedürfnissen zu stehen.

Psychologisch gesehen schwanken die Ansichten darüber, wann und wie die Lüste entstehen, die über das hinausgehen, was Adam und Eva taten. Manche behaupten, sei seien eine Folge früher Kindheitserlebnisse, andere behaupten, sie würden aufgrund von Erlebnissen während der Pubertät. Woher aber die plötzliche Lust an Rollenspielen mit der „Disziplin“ im reifen Erwachsenenalter rührt, ist weitgehend ungeklärt und nach wie vor Gegenstand von Spekulationen.

(1) Das Zitat wurde an die Sprache angepasst, die in diesem Blog verwendet wird und es ist daher nicht nachverfolgbar.
Illustration nach einem Werk von Jules-Georges Anquetil, 1925

Silvesternacht

Der nächtliche Besucher - erwartete und doch willkommen

Die Abenteuer in einer Silvesternacht können ganz schön unter die Haut gehen ... nur wie tief unter die Haut? Die Dame scheint zu wissen, was ihr blüht ...

Oder wollt ihr dergleichen mal bei Hoffmann hören?

"Nun lasse ich dich nimmer, deine Liebe ist der Funke, der in mir glüht, höheres Leben in Kunst und Poesie entzündend – ohne dich – ohne deine Liebe alles tot und starr – aber bist du denn nicht auch gekommen, damit du mein bleibest immerdar?"


Ich wünsche euch allen eine schnuckelige Silvesternacht - und ihr könnt wahrlich noch einen anderen Partner wählen als den Teufel ...

Bild: nach einer Illustration des 19. Jahrhunderts, , etwas retuschiert. Zitat aus "Die Abenteuer der Silvesternacht" von E.T.A. Hoffmann - "Die Geliebte"

Diabolische Gedanken: Männer fühlen wie Frauen

Mann ist Frau ist Mann ist Frau ...
Der Unterschied zwischen einem Mann und einer Frau ist minimal. Sie glauben es nicht? Na denn: Frauen haben neuerdings eine Prostata, also wissen sie auch, wie ein Mann sie erlebt. Tja, und weil Frauen einen Beckenboden haben und schon immer wussten, dass dieser nicht restlos unproblematisch in der Konsistenz ist, wissen sie auch, dass Männer einen fast anwendungsgleichen Beckenboden haben. Nur eben einen mit Phallus und Hodensack, aber das muss sich so ähnlich anfühlen wie eine Vagina. So etwas wissen Frauen nun mal.

Der Mann ist eigentlich nur eine modifizierte Frau - aber sollte er auch so handeln?

Der Teufel allein weiß, warum sie das tun, nicht wahr? Aber warum, in drei Teufels Namen, greifen wir den Gedanken nicht einfach auf? Also, Männer: Ihr habt zwei verfügbare Körperöffnungen, die in etwa anwendungsidentisch mit denen einer Frau sind. Soweit klar? Na denn. Wenn sowieso kaum ein Unterschied besteht zwischen Frau und Mann, könnten ihr endlich mal darüber nachdenken, diese auch anwendungsidentisch zu benutzen? Endlich klar, worauf ich hinauswill?

Fellatio - schmackhaft und herrlich im Abgang

Übrigens haben irdische Teufelinnen schon lange denselben Gedanken: Alle Männer, die teuflisch wild auf Fellatio (an ihnen ausgeführt) sind, sollten auch einmal probieren, aktiv Fellatio an einem geeigneten männlichen Objekt zu erproben. Klartext: Wenn das Ding so gut schmeckt und sich auf der Zunge so herrlich anfühlt, wie ihr Männer es den Frauen „schmackhaft“ macht, was läge dann näher, als einmal aktiv Fellatio zu geben? Na, ich sehe schon. Euch verlässt der Mut, ihr Warmduscher und Sitzpinkler.

Ich sehe schon, wie ihr vor Ekel zuckt, ihr Würmer. So teuflisch es auch ist, es ist die Wahrheit: Ihr sagt den Frauen, sie sollen sich nicht so anstellen, wenn ihr euer Membrum ansaugen lasst, aber ihr selbst seid viel zu feige, um es einmal zu probieren. Weicheier eben.

Der hintere Zugang - vorzugsweise von Frauen bedient

Auch der hintere Zugang bleibt bei euch verschlossen, Männer, nicht wahr? Und dies selbst dann, wenn ihr es gerne habt, wenn euch eine Frau die kleinere, engere Öffnung offeriert, nicht wahr? Aber selber wollt ihr nicht probieren, wie es sich anfühlt, wenn die Rosette vom natürlichen, pulsierenden Phallus durchdrungen wird, nicht wahr? Stattdessen, und dies ist nun wirklich ein Treppenwitz, lasst ihr euch von teuflisch teuren Damen gegen Gebühr mit einem Kunstphallus behandeln.

Oh, man könnte fragen, was denn Damen und Herren überhaupt davon haben, einmal durch den Hintereingang aufgesucht zu werden. Bei den Damen gilt dabei, dass zumeist recht wenig sensationelle Gefühle auf sie warten, sobald die Rosette überwunden ist – bei den Herren jedoch gehen die Emotionen erst hoch, nachdem dies geschehen ist.

Warum dem Mann anal nie egal ist

Mag nämlich noch die Überwindung des Schließmuskels bei Frauen und Männer recht ähnliche Empfindung hervorrufen (Selbstversuche werden es Ihnen beweisen, meine Damen), so erzeugt das Eindringen bei den Herren völlig andere Gefühle. Ob Finger oder Phallus, Dildo oder Vibrator – immer wird in äußert sensibles Organ aufs Höchste gereizt, das unter dem Namen „Prostata“ wohl bekannt ist. Dies Reize können wie eine Folter wirken und zur Erniedrigung des Mannes dienen, aber auch dazu, dass er die höllischsten Lustreize bekommt, die er überhaupt erleben kann. Eine Frau, die ihren Mann zur Ekstase der Lust bringen will, sollte ihn langsam „anfüttern“ – dann entdeckt er bald, wie sinnlich die zunächst schmerzvollen Reize auf seine Prostata wirken. Die diabolische Lust wird noch dadurch gesteigert, wenn er die Dame, die ihn penetriert, sehen kann. Wollte der Mann einen Mann, dann würde er sich einen nehmen. Aber die meisten der Herren, die sich die Prostata verwöhnen lassen wollen, bevorzugen feminine Beiklänge, wie etwa das Klarinettenspiel einer lustvollen Hand als Kontrapunkt zum mächtigen Fagott, das die Prostata bespielt. Zudem mögen die meisten Herren dazu visuelle Reize in Form von schaurig-schönen Dessous.

Teuflische Frauen gönnen ihren Männern auch ein wenig Zungenarbeit am ausführenden Instrument, aber bitte ausschließlich vor dessen Gebrauch am Unterleib, damit die Kerlchen wenigstens ein bisschen gedemütigt werden, bevor sie in Genüssen schwelgen dürfen. Nein, sei sind nicht schwul, die Kerle – nur verteufelt geil.

Hinweis: Unser(e) Autor(in) holte sich die Anregungen nicht etwa beim Teufel, sondern beobachtet ein Beratungsgespräch, eine Seminareinführung und etliche Gespräche von Frauen und Männern über Fellatio und Analverkehr. Für Leser(innnen), die es nicht bemerken sollten: Es handelt sich um eine Satire, in die Tatsachen eingearbeitet wurden.