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Fasching 2013: ein bisschen frivol ist angesagt

Hübsch, fast nackt und stilvoll von Anna Kiss
Du bist, was du bist – Krankenschwester, Friseurin, Brötchenverkäuferin oder Buchhalterin. Aber klar, einmal im Jahr willst du etwas anderes ein: Zum Fasching. Eigentlich gibt es ja immer nur die drei Möglichkeiten: Auf Süß oder auf Wild oder auf Tirili-Tirila.

Ey, Mädchen, hört mal: seid fantasievoll, bitte schön. Nicht das Kostüm von der Drogeriemarktkette und dann hin und weg. Wenn ihr schon nichts selber schneidern wollt, dann müssen wenigstens die Kleinigkeiten noch ein bisschen aufpoliert werden.

Bester Fundort fürs Faschings-Kostüm: eigener Kleiderschrank

Wir haben ja im letzten Jahr schon dazu geraten, erst mal den eigenen Kleiderschrank durchzuwühlen. Alte Klunker, die du sonst nie mehr trägst, ein Kleid, das du von deiner Mutter geerbt hast – alles geht für ein Fantasiekostüm. Denk‘ auch mal an die Dessous: was blickdicht ist, geht mit Rock auch für den Fasching. Oben Dessous und unten Rock musst du unbedingt ausprobieren.

Großvaters Kleiderschrank: Ein bisschen maskulin gefällig für die Fastnacht?

Ein bisschen maskulin? Da reichen Herrenhemd (ausleihen) und Krawatte – vielleicht bekommst du einen Zylinder und eine Zigarettenspitze, und dazu den Mund im Stil der 20-er Jahre schminken. Das macht interessant: Eine Frau die wie ein Mann kostümiert ist, der wie eine Frau aussieht.

Nackt zum Fasching gehen -aber nicht bis auf die Haut

Nächster Vorschlag, auch 2013: nackt gehen, aber nicht wirklich. Wenn du als Polizistin gehst: Strapse zur Uniformjacke, kurzer Rock. Als Nonne: Langer Schlitz im Habit über die Hüfte hinaus, schwarzer Slip, alles mit Kordel gehalten. Fleischfarbe Overalls wirken auf die Entfernung nackt. Wenn du die Dessous in Kontrastfarben darüber trägst, gelingt die Illusion am besten. Feen und Elfen sind übrigens immer fast nackt. Da reicht das Negligé von der Hochzeitsreise, wenn’s nicht gerade schwarz ist. Gardinentüll hilft, wenn du nichts im Kleiderschrank hast. Eien Nähmaschine ist hilfreich, auch wenn du nicht perfekt damit umgehen kannst. Die Kostüme müssen nicht ewig halten.

Konservativ - aber nicht langweilig

Wenn du faschingskonservativ gehen willst: Nimm etwas extrem Auffälliges mit. Letztes Jahr hatten wir:

Zur Polizistin (gehören) richtig wilde Handschellen, zum Rotkäppchen ein Mini-Plüschwolf und die Eva sollte mal ein paar Äpfelchen mitnehmen, damit jemand anbeißen kann. Übrigens geht die Eva immer als Nacktkostüm mit Feigenblatt.


Gehst du im Tigerkostüm, sollte eine Großwildjäger-Puppe nicht fehlen, wenn du als Mieze gehst, macht sich eine Maus gut. „Mann“ braucht schließlich Gesprächsstoff. Das kann man endlos fortsetzen: Zum Schneewittchen gehört ein Plüschzwerg, zum Cowgirl ein Pferd oder eine Kuh (bitte keine echten Exemplare), zur Piratin eine Goldkette, zur frivolen Hexe eine süße Plüschkatze und ein Zauberstab. Wahrsagerinnen, Voodoo-Zauberinnen und ähnliche Kostümeinfälle? Dazu gehören die nötigen Attribute, auch wenn’s gar nicht stimmt: Voodoo-Puppen sind ein muss.

Extrem frivol in den Fasching : Alles zeigen - aber nicht wirklich

Ein bisschen frivol soll es sein beim Fasching, beim Karneval oder bei der Fastnacht, nicht wahr? Da ist das Geheimnis, die Haut an den Stellen freizulegen, die man sonst nicht zeigt. Das geht auch mit intimen stellen, nur solltest du dann drunter nicht wirklich nackt sein. Ein Höschen in einem Hautton reicht völlig aus. Frivol aussehen hat immer etwas mit „halb nackt sein“ zu tun. Nimm zum Beispiel eine alte, zu enge Bluse und schneide die Knöpfe alle ab. In der Mitte raffst du sie dann zusammen mit einem Band – notfalls auch mit einer großen Sicherheitsnadel. Auch ein altes T-Shirt oder sogar ein Pullover (Vorsicht mit den Maschen) kann so zurechtgeschnitten werden, dass die Kerle Haut sehen können. Wenn es aussieht, wie aufgeribbelt – umso besser.

Wie gehst du als Anastasia? (Shades of Grey)

Gehört unbedingt dazu: Halsband
Ein Tipp ganz aktuell. Wenn du als Anastasia gehen willst (nicht das Zarenkind, sondern die Heldin aus „Shades of Grey“ eignet sich am besten was Kreuzbraves, aber mit Effekt. Grundlage sind immer Büromiezen-Outfits, aber dann trägst du eben ein Lederhalsband (möglichst mit Hundeleine). Gut sind auch Handschellen, die sich trennen lassen. Dazu passen frivole Strümpfe und Strapse. Im Grund ist egal, ob du im Fasching aussiehst wie eine Domina oder wie eine Serva (Dienerin). Bei den Männer löst jede Fesslung, jedes Schlaginstrument in deiner Hand, jedes Korsett und jedes Stück Lederbekleidung den Wunsch aus, ungewöhnlichen Sex zu haben. Wenn dir gar nichts einfällt: Lederhandschuhe, Strapse, dazu ein viel zu kurzer Rock und ein Korselett. Pass dabei ein bisschen auf dich auf – es ist nur Fasching, und du willst dich amüsieren.

Chainmail: Erhältllich bei Anna Kiss, siehe Bildunterschrift.
Lederhalsband: Preiswert in jeder Tierhandlung, teuer bei Erotik-Versendern.

Fasching: Wenn ich einmal Mann wär‘ oder Frau wär‘

Dieser Artikel entstand unter Mitwirkung von Miss Y.
haare, haut und andere anpassungen: zum fasching als frau/mann, wenn man es nicht ist?


Der Fasching ist ja die Zeit des Verkleidens, und seit es wieder einmal einen Film gibt, in der sich ein Mann als Frau verkleidet, um einen Job zu bekommen, fragen sich auch manche „Mädels“, wie es denn eigentlich wäre, ein Kerl zu sein.

Also: Der Fasching macht’s möglich – wenn es möglich ist: im ersten Teil als das gehen, was man (frau) gerne wäre, im zweiten Teil das betonen, was man ist. Man muss eigentlich nur aufpassen, welche Toilette gerade angebracht ist für den Notfall.

So werden Damen zu dandyhaften Herren

Erst mal für die „Mädels“: Ein alter Herren-Sacco, besser noch ein Anzug oder Frack, ist gut für die Mutigen unter euch. Geht als Dandy, da fällt das Feminine nicht so auf. Dandy waren schön und glamouröse, so etwa wie die Gigolos. Das Bärtchen muss es fest sitzen, die Haare sollten so kurz wie möglich getragen werden – ein Ohrring einseitig darf sein, ansonsten bitte drauf achten, eine große Herrenuhr zu tragen. Ein weißer Schal um den Hals verhindert den Blick auf den fehlenden Adamsapfel - eine fest gebundene Krawatte oer Schleife mit großem Knoten auch. Bis zur BH-Größe „B“ lässt sich die Brust noch ganz gut an den Körper pressen, darüber hinaus wird’s heikel. Bei den Schuhen gibt es bei allen Größen unter 41 Probleme – manchmal helfen „Burschenschuhe“. Vor allem aber ist der Gang wichtig – Beine zusammen, Hüfte bewegungsmäßig vereisen, und dann ausladend und raumgreifend mit festem Schritt gehen. Ein weiteres Problem ist die Stimme: Versuchen Sie, ernst, bestimmt und eine Tonlage tiefer zu reden (so, als wenn sie den Wolf im Märchen vom Rotkäppchen nachmachen).

Der Vorteil: Wenn’s Ihnen stinkt, können sie sich jederzeit wieder in eine Dame verwandeln. Der Hauptnachteil: Den meisten Frauen nimmt man die Kostümierung als Herren nicht ab.

So werden die Herren zu verführerischen Damen

Für die Herren ist manches einfacher – schöne, schlanke Männer können sich leicht auf Frauen umschminken lassen. Wimperntusche oder gar künstliche Wimpern, Lidschatten, und was die Welt sonst noch an Farbzauber zu bieten hat: Möglichst von einer Profi-Kosmetikerin auftragen lassen. Hübschen, femininen Ohrschmuck tragen – das geht bei fast jedem Mann. Dazu dann eine Langhaarperücke, das reicht für den Anfang. Die Kosmetikerin sollte sich möglichst auch noch gleich um die Fingernägel kümmern. Schwieriger wird es bei Brust und Kleidung: BH tragen, kunstvoll, möglicherweise sogar realistisch „ausstopfen“ lassen (Hilfsmittel gibt’s – nehmen Sie die gleichen wie für Frauen mit AA-Cups). Bei schöner, glatter, haararmer Haut möglichst viel davon zeigen. Wenn Sie keine „Fußballerbeine“ haben, auch ruhig Bein zeigen, dann dunkle Strümpfe, kurze Röcke und durchaus auch Strapse, sonst lange Abendkleider mit Rückenausschnitt, auf Faschingsbedürfnisse getrimmt (also zum Beispiel ein historisches Abendkleid, eine Königin, Prinzessin oder Hofdame). De Adamsapfel mit einem Samtband verdecken, auf die Uhr (klein, feminin) und sonstigen Schmuck achten. Gehen ist auch hier das A und O: High Heels sind ganz ausgezeichnet (in Spezialgeschäften bis Größe 46), erfordern aber ein etwa zweistündiges Gehtraining. Probleme bekommen Sie, wie die Frauen auch, mit der Stimme. Außer bei einem tiefen Bass hilft: Ein bisschen „erkältet spielen“ und die Stimme eine Lage höher bringen – und vor allem: viel Lächeln, statt zu reden.

Der Vorteil: Bei entsprechendem Verhalten können Sie sich einmal „ganz als Frau“ – jedenfalls werden Sie die Blicke der Männer sehen, die sich täuschen lassen und sie wirklich für eine Frau halten. Der Nachteil: Eine Rückwandlung auf derselben Veranstaltung ist fast nicht möglich – wenn Sie also mit „Ihrer Dame“ hingehen, werden Sie viel Spaß haben, ansonsten könnte es auch durchaus mal Ärger geben.

Auf die fremde Körpersprache einstellen

Verräterisch für beide Geschlechter: Die Körpersprache. Männer sollten sich (auch sitzend) lockern (nicht vergessen, sich ab und an durchs „Haar“ zu streichen), Frauen in Männerkostümen sollten bestimmter und „ausladender“ auftreten.