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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Der Weihnachtsmann allein weiß es …

Böse oder artig? Der Weihnachtsmann weiß es vorher
Der Hauptgrund, warum der Weihnachtsmann so zufrieden ist, besteht darin, dass er weiß, wo all die schlechten Mädchen wohnen.

Der Comedian George Carlin

Weihnachten - Zeit ohne Erotik - oder doch nicht?

Wen die Englein singen ...
Weihnachten und Erotik passen in diesem Jahr irgendwie nicht zusammen. Die üblichen Verdächtigen sind nahezu alle in Krisen gefangen, haben mit sich selbst zu tun, sind im Aufbruch oder zehren gerade von ihren letzten Kräften. Es ist gerade so, als würde man sich auf den Winterschlaf vorbereiten – oder wenigstens die Winterruhe.

Weihnachten und Jungfräulichkeit?

Weihnachten und Jungfräulichkeit wurde neulich von einem Professor aus Zürich ventiliert. Es gibt so viele Begriffe dafür, dass selbst ich manchmal verblüfft bin: „Unschuldig sein“ zum Beispiel. Von „keinen Mann erkannt worden zu sein“ bis zur „Unbefleckten Empfängnis“ lesen wir es beim Evangelisten Lukas, und die Kirchenväter nickten mit ihren weisen, rauschebärtigen Köpfen. „Rein“ zu sein, eben unbefleckt, sei das Ideal, klar, und wer dennoch vor der Fleischeslust getrieben sei, solle bitte heiraten. Gut, das war die zweite Wahl.

Romantik, süß lächelnde junge Frauen und knackige Weihnachtsmänner

Aber – sehr erotisch ist das Thema nun wieder nicht. Wer „Weihnachten“ sagt, will Romantik, Kerzen, Lametta und klebrige Stollen, Christkinder, Lucias und Weihnachtsmänner. Da bietet kaum jemand etwas, außer mal ein hübsches Gesicht, das aus dem nachthemdartigen Gewand hervorguckt und hold lächelt. Ähnlich ist es bei Weihnachtsmännern: Wer sich den roten mit Kunstpelz besetzten Mantel wegdenkt und den Bart virtuell entfernt, wird vielleicht einen hübschen, schlanken Studenten entdecken, der zum Vernaschen einlädt.

Der Heiden Weihnachten

Heidnische Weihnachten, die es laut Katholizismus gar nicht gibt, bringt wilde, raue Gestakten hervor – ein paar sind noch als Begleiter des Nikolaus übrig geblieben. Richtige Kerle, hart und von der Dauer wie der Winter. Wilderotische Frauen gibt es nicht in den Raunächten, nur sogenannte „Archetypen“ aus der Esoterik. Ich las von der „dunklen Mutter“ als Urkraft der Natur, der Blutschwester und auch der Geliebten/Liebenden. Also, sehr erotisch klingt das auch nicht.

Germanen, Römer, Esoterikerinnen

Da wäre dann noch die Wintersonnenwende. Germanen waren ja angeblich nicht lüstern, was ich sehr bezweifle. Römer allerdings schon. Sie feierten die Saturnalien, und die waren in der Tat wilderotisch. Manche Frauen glauben, dass sakrale Erotik diese Tage krönen sollte – nur braucht man dafür einen Haufen Deko und einen Mann. Vielleicht geht’s ohne Mann, aber sicher nicht ohne Liebestempel.

Auf der profanen Seite glotzen mich – wirklich – in meiner Gratiszeitung ziemlich spärlich angezogene Damen mit rot-weißen Mützchen an. Ganz hübsch für diejenigen, die’s mögen. Unschuldsblicke aus einem Outfit heraus, dass eher an Bordelle oder häusliche Verführungsversuche erinnert?

Wer’s mag, mag’s mögen. Und wenn ihr meint, das alles hätte mit Weihnachten nichts zu tun, dann habt ihr auch Recht. Tannenbaum, Säcke und Ruten aber eigentlich auch nicht. Oder vielleicht doch?

Weihnachten kann Liebe ganz schön feucht sein …

Weihnachten - die Zeit zwischen den Tagen für die Lust nutzen
Weihnachten, so heißt es, sei ein Fest der Familie. Doch die Familie ist oft recht „weitläufig“, was konkret heißt: Nicht alle Menschen, die Weihnachten „in der Familie“ zusammenkommen, sind Blutsverwandte. Und das heißt nun wieder: Begehrlichkeiten können durchaus entstehen – zwischen Tanten und Neffen zum Beispiel – immer wieder ein Renner, wenn die Tante nur unwesentlich älter ist als der Neffe.

Der traurige Single-Neffe, die begehrliche Single-Tante – was sollte sie daran hindern, sich für einige Momente davonzustehlen und und zu erproben, wie süß die kleinen Leckereinen schmecken, die man einander schenken kann? Zumal, wenn man dem Spätburgunder aus Baden oder dem Crémant aus dem Elsass schon zuvor recht nahetrat.

Schwieriger wird’s natürlich, wenn die Tante verheiratetet ist, und der Onkel (was allerdings sehr unwahrscheinlich ist) das holde Lächeln bei ihrer Rückkehr bemerkt.

Außerhalb des Familienkreises ist die größte Attraktion für erotische Begegnungen in leicht angeschickertem Zustand natürlich die betriebliche Weihnachtsfeier. Vor allem in Branchen, in denen Frauen entweder in der Überzahl sind oder in deutlicher Unterzahl. Nur naive Menschen glauben, dass es dabei immer um den verheiraten Abteilungsleiter und die engelhaft-sinnliche, ledige Sachbearbeiterin geht. Auch Frauen jagen, und gelegentlich sind mehrere Damen durchaus unterschiedlicher Art hinter demselben Wild her – und der jeweilige Ehestand ist auch nicht immer ein sicherer Prellbock für ein bisschen Lustgenuss in der Registratur oder im Versandbereich.

Wer bereits ein Paar ist, kann angesichts der frivolen Dessous oder gewisser Rollenspiel-Gegenstände , die man sich ein- oder gegenseitig schenkte, oft gleichfalls nicht widerstehen, das „Fest der Liebe“ absolut wortwörtlich zu nehmen. Schließlich hat man Zeit, nicht wahr? Und diese unbezwingbare Lust daran, den Kontrast von Haut zu Rot oder zu Schwarz, gegebenenfalls auch zu Weiß, einmal in eine ekstatische Entladung von Körperflüssigkeiten umzusetzen, ist sie nicht gerade jetzt verführerisch?

Oh ja, es gibt auch noch andere Lüste. Sicher hat der Weihnachtsmann keine Rute mehr gebracht, aber vielleicht eine schicke Peitsche aus Nappaleder? Die muss schließlich erprobt werden, und das lohnt sich definitiv auch für Paare, die nicht auf schnöde „Sadomaso-Spielchen“ stehen. Wer weiß, wie man damit umgeht, kann auch noch die übrig gebliebenen Adventskerzen kreativ einsetzen.

Und sonst? Ein bisschen Enthemmung, ein bisschen darüber miteinander fanatisieren, was man sich so sehr vom anderen wünscht (außer Socken, versteht sich) … das können Paare jetzt probieren. Und falls ihr es magisch mögt: Wenn ihr beide zwar erotisch sehnsüchtig, aber ansonsten sehr zögerlich seid, hätte ich da noch etwas für euch: die „Zeit zwischen den Jahren“. Stellt euch einfach vor, das Jahr wäre Weihnachten zu Ende und es begänne erst im Januar wieder. Und in der Zeit dazwischen sündigt ihr dann nach Herzenslust als gäbe es kein Morgen. Wie gesagt, es ist ja die Zeit „zwischen den Jahren“. Und die gibt es gar nicht, wenn ihr nicht wollt, dass es sie gibt. Falls ihr nicht liiert seid, jedenfalls nicht miteinander, dann vergesst nicht, Kondome zu benutzen.