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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Sieht man den Menschen ihre Gefühle an?

Dieses Model versucht, jegliche Emotionen zu unterdrücken
Ich wurde dieser Tage mit der Frage konfrontiert, wie „unsere Psyche“ mit „unserem Körper“ zusammenarbeitet.

Es ist ein Beispiel für die vielen einseitigen Betrachtungsweisen, die auf einem Irrtum beruhen: Unsere Vorfahren (wie auch andere Primaten) hatten bereits ähnliche Triebe und „Gefühle“, wie wir. Also taten sie etwas, was unter hoch entwickelten Säugetieren die Regel ist: Sie sprachen „durch ihren Körper“, also durch Haltung, Gestik, Mimik und dergleichen. Es geht also gar nicht darum, wie Emotionen, Geist und Körper „zusammenarbeiten“. Das ist nur eine technische Betrachtung des Menschen. Viel wichtiger ist, dass wir mithilfe der Körpersprache kommunizieren können - ebenso wie andere Primaten auch.

Also ist es kein „Selbstzweck“, wenn wir Gefühlsregungen in körperliche Reaktionen umsetzen. Es hat einen einzigen Sinn: sie für andere erkennbar zu machen. Was daraus entsteht, nennt man Kommunikation. Und da es nicht möglich ist, nicht zu kommunizieren, wenden wir uns damit an unsere Mitmenschen. Wir fordern sie also auf, auf unsere Gefühle zu reagieren, aber wir können andererseits nicht verhindern, dass sie uns ignorieren - auch das gehört zur Kommunikation.

Viele Wissenschaftler, die ansonsten sehr vernünftig sind, ignorieren die Zusammenhänge zwischen Trieben, Antrieben, Gefühlen und Körpersprache. Die Evolution wird sich kaum die Mühe gemacht haben, unsere inneren Antriebe „mitteln des Körpers“ nach außen zu senden, wenn dies nicht für uns nützlich gewesen wäre.

Dieser Artikel enthält Gedanken aus der umfassenden Betrachtung,der Gefühle, an der unser Autor gerade arbeitet.
Bild: © 2021 by Liebesverlag.de

Zeit der sinnlichen Unsicherheit

Was passiert eigentlich, wenn das „normale Leben“ erneut beginnt? Wenn wir wieder hinausgehen, uns den anderen Menschen maskenlos präsentieren? Und wenn noch dazu kommt, dass sie uns nun sommerlicher und textilarm gegenübertreten?

Vielleicht erinnert ihr euch noch, was euer „normales“ Leben zuvor war. Oder eben das „unnormale“ Leben, das für euch gerade entdeckt wurde, als die Pandemie jede Hoffnung zerstörte, es zu realisieren? Werdet ihr dort erneut ansetzen? Oder alles „ganz anders“ machen, wie es die Glaskugelgucker prophezeien?

Ihr hatten Fantasien, nicht wahr? Und was jetzt?

Auch, wenn ihr es nicht gegenüber euch selbst zugeben könnt: Ihr habt euch in leeren Singlebetten gewälzt und euch Partner erträumt. Solche, mit denen ihr ins Konzert und ins Bett gehen könnt. Solche, die ihr zu nichts anderem kennenlernen wolltet, als einen neuen, erregenden Körper zu spüren. Und solche, die eines Tages wirklich die verschwiegenen Lüste erfüllen werden, die ihr über ein Jahr unterdrückt habt.

Und nun? Ich lese viel von sinnlicher Unsicherheit, eine gewisse Angst, die gepaart mit überbordender Geilheit zu Fehlhandlungen führen kann. Ja, das kann passieren. Niemand bezweifelt es.

Was wollt ihr alle nun tun? Wie wollt ihr euch zeigen? Wem wollt ihr euch zeigen? Was von euch wollt ihr zeigen? Welche Bedürfnisse sollen sofort erfüllt werden, welch können warten?

Sind Psychologen wirklich so blauäugig?

Manche Psychologen geben sich derzeit ausgesprochen „blauäugig“, um nicht zu sagen: entsetzlich naiv. Sie bereiten Singles auf eine wundervolle Zeit konservativer, edler Begegnungen vor. Ich las dazu:

(Singles, die Partner suchen, werden …) sich zum Beispiel klarer darüber sein, was sie von sich selbst und anderen erwarten. Sie werden jede Verabredung wertschätzen und sich wirklich mental darauf vorbereiten.

Diese Meinung unterstützt das Wunschdenken konservativer Kreise, dass nach der Pandemie eine Zeit der „Läuterung“ eintritt. Viele erwarten die Rückkehr zu konservativ-ethischen Wertvorstellungen.

Merkwürdig ist nur, wie schnell sich dieses Wunschdenken verbreitet – von der Forschung über die seriösen Medien bis in die Szene der Abschreiber.

Vorbereitet sein ist immer gut - aber bitte auf alles

Nein, ich habe nichts dagegen, sich auf sogenannte „Dates“ gründlich mental vorzubereiten. Und ich befürworte selbstverständlich, sich über sich selbst klar zu sein und die Motive der Partner abschätzen zu können.

So hübsch da auch alles angedacht (oder ausgedacht?) sein mag … wirkliche Verabredungen im echten Leben haben einen ungewissen Ausgang. Da mögen sie nun „mental“ bestens vorbereitet oder auch nicht. Da sollte sich sogar in der Wissenschaft herumgesprochen haben.

Zitat: Logan Ury gegenüber der BBC.

Weltfrauentag: die Biologie, die Zivilisation und Sex-Roboter

Nachdenken über die Evolution ...
Es ist schon interessant, was Frauen zum „Weltfrauentag“ sagen.

So meint die Biologin Meike Stoverock, dass ...

Männer in Zukunft automatisch in eine demütigere Position gebracht (würden).

Jedenfalls ein bisschen, denn sie fährt fort:

Damit meine ich nicht, dass sie gedemütigt oder Bittsteller werden sollen. (Aber ihr ...) Selbstverständnis, dem es teilweise wirklich an jeder Demut fehlt, könnte einen kleinen Dämpfer schon vertragen.

Hintergrund dieser Idee ist, dass Frauen vor der „Neolithischen Revolution“ angeblich die Jägerinnen waren, weil in der Natur „die Weibchen den Partner wählen und bestimmen, welche Männchen sich paaren können.“ Nun ist freilich die Frage, ob dies auch für die wilden Horden galt, die einst durch die Savanne gezogen sind. Was aber, wenn diese Horden eher einer Gruppe von Gorillas glichen? Ich kann nicht annehmen, dass die Biologin damals dabei war. Ich auch nicht.

Na schön ... verstanden. Ich bin ja lernfähig. Also Frau muss dominieren, muss die Männchen wählen und sie bei Dates aussondern, um nur die besten Spermien aufzunehmen.

Die "Female Coice" ist längst Realität

Irgendwie kommt mir das bekannt vor, allerdings im 21. Jahrhundert. Und mit dem Unterschied, dass die Männer ihre Spermien dann eben in andere Damen einfließen lassen, die nicht nach dem „Besten Beschäler“ suchen.

Oh ... räusper ... den Kerlen, die nicht von den Majestäten erwählt werden, um den Begattungsprozess an ihnen auszuführen, bliebt laut unserer Biologin eine Alternative. Nein, nicht Kerle zu Kerlen - um Himmels willen. Die Lösung heißt Sexpuppen, und da zitiere ich doch noch mal die Biologin:

Es gibt ja heute schon Sexpuppen, die lebendigen Frauen sehr ähnlich sehen. Mit künstlicher Intelligenz und Druck- und Sprachsensoren wird in Zukunft Erstaunliches möglich sein, um einsamen Männern zumindest die Illusion einer Partnerschaft zu geben.

Püppchen, dreh dich ... Zukunft für Männer?
Schöne neue Welt, und warum müssen Männer nun in lebensnahe Sexpuppen masturbieren, die mit künstlicher „Intelligenz“ und „Drucksensoren“ ausgestattet sind?

Weil wir eine „gerechte Welt“ brauchen. Und die ist nur gewährleistet, wenn Frauen an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Ja, ja, die Frau hat ein Buch geschrieben, und das adelt den Menschen an sich. Schließlich schreiben Gorillas keine Bücher.

Und ich? Ich denke gerade mal über die Zeit nach, in der die Neolithische Revolution stattfand. Und darüber, wie sich die Männchen der Zukunft mit ihren erstaunlich echten Roboter-Weibchen vergnügen werden. Und ja, auch ein klein wenig darüber nach, wie wir akademische Überheblichkeit nachweisen könnten. So wahr ich Gramse heiße.

Gramse bleibt Gramse - kritisch und immer mit dem Finger auf den wunden Punkten .

Alle Zitate aus "Der Standard"

Sind Online-Dater „Psychopathen“?

Partnersuchende online - Seelenlose, selbstbezogene psychische Wracks?
Wenige Probanden, viele Vermutungen und spektakulär aufgemachte Ergebnisse - das ist die Masche, die bei vielen „wissenschaftlichen“ Veröffentlichungen verwendet wird.

Diesmal waren es Wissenschaftler aus Linz, die ein dreiwöchiges Experiment an 555 erwachsenen Personen durchführten. Man untersuchte ihr Verhalten an Smartphones unter Einbeziehung von Dating-Apps und baten die Teilnehmer zusätzlich, an zwei Tests teilzunehmen. Einmal unterwarfen sie sich den „Big Five“, der vielfach auch von Online-Dating-Firmen verwendet wurde. Dann aber auch einem Test auf die „Dark Traits“, also Eigenschaften, die von Psychologen negativ bewertet werden.

Ihr Ergebnis vorab, so wie es in die Presse kam (Forbes):

Bei emotional weniger stabilen Personen war die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie Dating-Apps verwendeten.

Was heißt das für Dich, wenn du Dating-Apps benutzt?

So gut wie gar nichts. Wer einen Partner sucht, muss seine Persönlichkeit zwangsläufig in den Vordergrund stellen. Und er benutzt dazu, wie die meisten Säugetiere, oftmals eine übertriebene Werbung, die imponieren soll. Der/die Partnersuche steht dabei in Konkurrenz zu vielen anderen. Dabei ist auch klar, dass er/sie „nicht teilen“ will – seine/ihre soziale Aufgabe sieht er/sie darin, den Partner „für sich selbst“ zu finden, und dies höchst eigennützig.

Eigennutz und Gemeinnutz bei der Partnersuche

Wer aus Eigennutz, zum Beispiel aus Fortpflanzungswillen handelt, kann, unabhängig von den Methoden, mit denen er/sie sucht, durchaus als „sozialverträglicher Mensch“ angesehen werden. Sobald Eigennutz auch der Gesellschaft zugutekommt, verliert das Wort seinen bösen Beiklang. Und: Sind sich „Wissenschaftler“ eigentlich klar, dass sich Partnersuchende (aber auch nach simpler sexueller Befriedigung Suchende) in Ausnahmesituationen befinden, die eben nicht der „Alltagsnormalität“ entsprechen? Offensichtlich nicht.

Zwischenbilanz - keine schlüssigen Beweise für "emotionale Instabilität"

Für diejenigen die nicht weiterlesen wollen, weil sie Details hassen:

Die Forschung hat keinesfalls den Beweis erbracht, dass Benutzer von Dating-Apps Psychopathen sind - und auch nicht, dass sie emotional generell weniger stabil sind.
"Sind Online-Dater „Psychopathen“?" vollständig lesen

Warum ich Gender-Aktivistinnen gegenüber kritisch bin

Heute las ich einen an sich sehr interessanten Artikel, über Sexualpädagogik, der aber auch beweist, dass wir die „Sexualkundefrage“ differenziert betrachten müssen, wenn wir das Beste für alle wollen.

Die Sexual- und Reproduktionspädagogik im deutschsprachigen Raum ist einerseits einige Jahrzehnte lang überholt, und andererseits wird dieses ohnehin schon schüttere Wissen – in Schulen wie auch in den Medien – sehr mangelhaft kommuniziert.


Das ist zweifellos so. Was gelehrt wird, ist einfallslos, bruchstückartig und und es berücksichtigt nicht, dass wir alle Individuen sind und alles, was mit der Liebe zusammenhängt, höchst unterschiedlich empfinden. Der große Bogen zwischen Organen, Funktionen und Empfindungen wird nicht geschlossen – aber kann man das überhaupt erwarten?

Nun kommt aber etwas, das die meisten Schülerinnen und Schüler nicht sonderlich interessiert, von den „Genderisten“ aber immer wieder vorgebracht wird: „Gender als soziales Konstrukt“.

Schwierige Lage: viele Theorien, aber wo bliebt eigentlich das Individuum?

Ob sich jemand als Frau, Mann oder etwas anderes fühlt, hängt bekanntlich von zwei Kern- und mehreren Seiteneffekten ab: Natur, Sozialisation und der individuellen Erfahrung, wobei und bei wem sich jemand wohlfühlt. Der erste Teil, die Natur, ist gut erforscht, der zweite Teil, die Sozialisation, beruht auf weniger Fakten und auf mehr Annahmen, und der dritte Teil, das Wohlfühlen beim Sex, wird gar nicht erwähnt. Kann es auch nicht, weil im Grunde nur jeder selbst weiß, warum er sich selbst, seine Frauen, seinen Mann oder meinetwegen seinen Teddy liebt. Es ist auch ein Gebiet, auf dem die Forschung nichts mehr verloren hat, weil es zur Privatsphäre gehört.

Und insofern müssen wir wirklich nicht „auf Biegen oder Brechen“ über „Genderfragen“ reden. Toleranz gegenüber sich selbst und anderen reicht völlig.

Versuch und Irrtum ist nicht schlecht, sondern nötig

Ich will hier noch kurz etwas erwähnen: Wir alle lernen in allem, was wir tun und erleben können, durch „Versuch und Irrtum“. Würden wir es nicht tun, so müssten wir annehmen, dass unser Gehirn ein Automat ist, der. Einmal programmiert, nur das erfahren kann, was er im Programm gespeichert hat. Es ist also richtig, mit „Versuch und Irrtum“ zu arbeiten. Und das hat nichts mit den „patriarchalischen Machtstrukturen oder mit der sogenannten „Rape Culture“ zu tun.

Kommunikation ist mehr als Verteilung von Wissen

Ich bin ein Mann aus der Informatik. Und ich sage klar: Natürlich sind Information und Kommunikation die Mittel der Wahl, wenn es um den Erwerb und die Verteilung von Wissen geht. Aber ich sage auch: Kommunikation ist nicht das, was viele dafürhalten, nämlich Meinungs- und Gedankenaustausch. Wer da glaubt, ist 40 Jahre hinter dem Mond. Und Kommunikation ist in Wahrheit alles, was wir durch unser erkennbares Verhalten ausdrücken und übermitteln können.

Was letztendlich heißt: Auch Sex ist Kommunikation, und es ist für die Menschen eben Neuland, wenn sie beginnen, auf diese Weise zu kommunizieren.