In diesem Beitrag geht es eigentlich gar nicht um Weihnachten ... aber ein hingehauchter Satz am frühen Morgen hat Hannelore Meinerwerks veranlasst, euch zu erzählen, warum sie Schrifststellerin wurde. Der Weihnachtsmann tritt dabei in den Hintergrund, doch die Rute bleibt in den Wolken ihrer Gedanken hängen ...
Rutenfantasien zu Weihnachten „Ich wünsche dir einen liebevollen Weihnachtsmann, und keinen bösen, der die Rute zückt.“
Die Dame, die mir dies im Vorübergehen sagte, hatte es eilig. Sie hatte hoffentlich nicht bemerkt, dass allein ihr Nachsatz „der die Rute zückt“ mir einen kleinen Schauer über den Rücken jagte.
Die Rute ... Ich hatte nie die „Rute“ bekommen, weder vom Weihnachtsmann noch vom Nikolaus noch von einer meiner Tanten. Überhaupt blieb mein Hintern weitgehend verschont von den Schlägen mit beißenden Reisern – schon deshalb, weil sie nicht im Versandhandel angeboten wurden. Zwar besaß meine Tante sowohl einen Rohrstock wie auch einen Ausklopfer, doch eines dieser Instrumente hatte je meinen Po gestreift. Für wen mochten sie einst verwendet worden sein? Sicher nicht für Teppiche oder als Stütze für Schlingpflanzen. Und wieso wusste ich, welche Geräusche sie erzeugten, wenn sie die Luft zerschlugen oder gar den nackten Po trafen?
Manchmal, wenn ich mich für die Nacht auszog, fühlte ich plötzlich einen heftigen Schmerz, auf der Pobacke, den ich mir nicht erklären konnte. Oft wachte ich auf, weil meine Pobacken wie Feuer brannten, doch wenn ich die Stellen berührte, waren sie plötzlich wieder weiß und straff.
Sollte ich mit jemandem darüber sprechen? Würden meine Freundinnen dann vielleicht denken, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank? Wenn ich vorsichtig nachfragte, ob sie jemals etwas Ähnliches erlebt hatten, wechselten sie schnell das Thema. Oder sie warfen mir einen dieser bedenklich-mitleidigen Blicke zu, deren Inhalt ich auch ohne die begleitenden Worte verstanden hätte. „Du hast die Schläge verdrängt, Hannelore. Versuch mal, bei einem Psychotherapeuten Hilfe zu finden – ich weiß da einen, der auf so etwas spezialisiert ist ...“.
Wie ich "Lore Anderseits" wurde
Natürlich bin ich nicht hingegangen. Stattdessen habe ich meine Figur „Lore Anderseits“ erfunden, die ich auf Entdeckungsreise geschickt habe. Nicht nur, um Erfahrungen mit weihnachtlicher Rutenzüchtigung zu sammeln. Sondern auch, weil sie mehr Männer und Frauen „kennengelernt“ hat, als ich jemals in meinem Leben kennenlernen werde. Auf diese Weise macht sie eben all die Erfahrungen, die sich hinter der Stirnmauer einer „anständigen Dame“ verbergen – vielleicht sogar in den Nischen deiner eigenen Gedankenwelt.
Falls ihr nun Zweifel habt: Ich übertreibe schrecklich, was die Art und Anzahl der Frauen und Männer betrifft, die Lore traf. Was sie miteinander trieben oder sich verkniffen, enthält aber noch viel Wahrheit, die ich ein bisschen nachgewürzt habe. Der Rest ist aus den verrauchenden Düften der Fantasie entstanden.
Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass ihr meine Lore irgendwann einmal treffen werdet. Entweder in euch selbst oder in euren Freundinnen. Mal wird es in der Realität passieren, aber viel häufiger an der Schwelle zwischen Tag und Traum.
Nostalgisches Rollenspiel mit dem AusklopferDie Nostalgie der häuslichen Züchtigung
Häusliche Züchtigungen ermöglichen eine deutlich höhere Intimität als jede andere Form der sinnlichen Strafen. Ob in der „gespielten Realität“ bestehender Paare oder hinter dem Schutzschild der Fantasie - alles ist erneut möglich, was es eigentlich nur in der Vergangenheit gab. Beispielsweise Metallbetten oder Prügelböcke, wenn es um die Umgebung geht. Oder die Instrumente der Vergangenheit, die im Kopfkino wiedererwachen – Rohrstöcke, Birkenruten oder gar Knuten. Zudem können die „klassischen Instrumente“ aus dem Haushalt eine Renaissance erleben, also Kochlöffel, Badebürste oder Teppichklopfer.
Moderne Rollenspiel mit alten Züchtigungsinstrumenten
Der moderne Mensch wird kaum jemals mit diesem Instrument in Kontakt kommen – nahezu ebenso selten wie mit „echten“ Rattan-Rohrstöcken oder Birkenruten. Anders als viele andere Instrumente überstreicht der „Ausklopfer“ mit einem einzigen Schlag eine oder gar beide Pobacken. Dabei kann der Züchtigende die Intensität beliebig variieren – von einer leichten, sinnlich wirksamen Rötung bis hin zu einem echten Schmerzerlebnis. Beliebt sind auch moderne Peitschen aus weichem Leder, die auch als „Streichelpeitschen“ bezeichnet werden.
Nun bliebt nur noch eine Frage: Wie wird die Lust am Schmerz in Zukunft aussehen? Oder ist die Gegenwart bereits das, was was uns in Zukunft erwartet?
Dieses Jahr sah und hörte ich wenig über die Gattung der Nikoläuse, und auch die Chläuse inklusiv der Samichläuse halten sich versteckt.
Keine Nikoläuse für Niemanden?
Was letztlich bedeutet, dass die guten Maiden oder auch Buben nicht zu Ihrem Recht kommen, großzügig beschenkt zu werden. Allerdings müssen auch die bösen Menschen nun fürchten, ihre gewohnten Strafpredigten, Rutenzüchtigungen oder Sackaufenthalte zu vermissen.
Was ist im Sack?
Wem dergleichen nicht geläufig ist, sollte die entsprechenden Textzeilen in Weihnachts- oder Nikolausgedichten nachlesen. Den so viel ist klar: „grode Kinner steckt he in’ Sack.“ Vielleicht nicht er selbst, sondern Kamerad Krampus oder Ruprecht. Das läge daran, so sagen die Nikolauskenner, dass es zu viele böse Menschen gäbe, unter deren Gewicht der Original-Nikolaus zusammenbrechen würde.
Nikolas lausen nicht ...
Das weibliche Geschlecht (biologisch) hat das Reich der Chlausinen noch nicht erobert. Die Großmutter im roten Bademantel und Weihnachtsmannmütze ist schrecklich „uncool“ für solche Dinge. Und eine moderne Nikola wird scharf protestieren, wenn man sie fragt, ob sie sich aufs Lausen versteht.
Gute Tarnung für dominante Damen?
Wer also derzeit einer Dame begegnet, die in ein festliches rotes Gewand mit weißem Pelzbesatz gekleidet ist, führt vermutlich einen Auftrag aus. Trägt sie einen Sack, so sind darin die Utensilien, die man für die Erziehung renitenter Jungmanager benötigt. Vermutlich eine sehr gute Verkleidung in dieser Zeit.
Genderfragen bei "Weihnachtspersonen"
Sind Chlause und Chlausinen überhaupt austauschbar? Oh – nein, nicht bei Erwachsenen. Dort will der Jüngling von einer Clausine beschenkt werden, wohingegen die junge Maid sich einen stattlichen Chlaus wünscht.
Und letztlich – das hätte ich im Vorweihnachtsstress beinahe vergessen – sollten die Personaldienste, die Weihnachtsmänner(innen) beschäftigen, darauf achten, dass alles korrekt zugeht. Also Weihnachtsmann (m, w, d) oder „Weihnachtsperson in der Rolle eines Weihnachtsmannes“. Und bitte alles, was gesagt oder getan werden darf, vorab protokollieren. Man hört doch häufig, dass es Missverständnisse gibt.
Genug der Worte - und so wahr ich Gramse heiße - wild ist die Weihnacht, schwer wiegt der Sack.
Die Hand - absolut bevorzugtDie meisten der Befragten, so las ich dieser Tage, wünschen sich Schläge mit der nackten Hand auf das ebenso freilegende Gesäß. Oder wie es der „Joy Club“ in einer Umfrage feststellte:
Leben deutsche Paare ihre Spanking-Fantasien aus, dann präferieren die allermeisten (89,5 Prozent) Schläge mit der flachen Hand. Gerne genutzt werden außerdem das Paddle (Anm. 1) (55,7 Prozent), die Peitsche (Anm. 2) (50,9 Prozent) und die Gerte (47,8 Prozent).
Passive Genießer der sinnlichen Züchtigungen: Männer
Vermutlich sind die meisten „passiven“ Liebhaber sinnlicher Züchtigungen also Genießer, und in der Tat wurde auch etwas über die Gefühle ermittelt, die sie bei ihren Züchtigungen empfanden. Wenig überraschend:
Die Männer fühlen mehrheitlich die lustvolle Reaktion beim Spiel mit der Züchtigung, während die befragten Frauen angaben, sich im Spiel mit der Schmerzlust innig mit dem Partner (der Partnerin) verbunden fühlen.
Die Frage, ob diese Zahlen als repräsentativ gelten können, wurde nicht gestellt.
Wie also sind solche Zahlen zu beurteilen?
Beginnen wir bei den Motiven passiver Frauen
Im Allgemeinen gehen Männer unbefangener, konsequenter und auch trickreicher daran, wenn sie irgendetwas bei Frauen erreichen wollen. Frauen hingegen gelten als umso wählerischer, je intensiver der eigene Körper berührt wird. Insofern sind weniger Frauen bereit, sich „spontan“ in eine sinnliche Situation zu begeben. Die wenigen Frauen, die passive, praktizierende Züchtigungsliebhaberinnen sind, wissen zumeist, was ihnen guttut und was nicht. Bei den heimlichen Wünschen mag es anders sein – da erträumen sich auch Frauen die Lust, von einer (einem) Fremden rau behandelt zu werden.
Männer - die Nachfrage nach spielerischen Züchtigungen
Und die Männer? Etwa 20 Prozent der befragten Männer haben sinnliche Freude daran, von einer Frau gezüchtigt zu werden. Trotz der niedrigen Prozentzahl ist die Nachfrage nach Züchtigungen bei Männern groß. Das liegt vor allem daran, dass es nur ein geringes Angebot gibt, denn aktive SM-Frauen sind rar. Wer davon träumt, sich von einer jungen, schönen und konsequenten Frau im Rollenspiel züchtigen zu lassen, muss lange suchen. Dabei ist nicht einmal klar, ob junge, schöne Frauen den größten Genuss versprechen: Erfahrung und die Kunst, den Traum zur Realität werden zu lassen, ist meist nur älteren, erfahrenen Frauen gegeben. Und die Motive… ? Besser ihr fragt gar nicht erst. Nahezu alle Frauen, die aktiv sind, ohne professionell zu sein, schweigen über dieses Thema.
Immerhin: Der Mann als Schmerzliebhaber geht im Schmerz auf, die Frau in der inneren Verbundenheit. Was das bedeutet, mag jede und jeder für sich selbst entscheiden.
Anm. 1 : Ein Paddle ist ein kurzes, paddelförmiges Züchtigungsinstrument aus Holz.
Anm. 2 : Eine Peitsche kann jedes Schlaginstrument sein, das durch seine Konstruktion geeignet ist, mit hoher Geschwindigkeit auf die Hautfläche aufzutreffen.
Quellen: Joy Club, BZ, andere Quellen und Erfahrungsberichte
Bild: Liebesverlag-Archiv
Die Tilgung der Sünden - nicht sozial korrektWer in Kategorien wie „Schuld und Sühne“ denkt oder wer glaubt, sich durch „ehrliche Reue“ reinwaschen zu können, handelt oft aus einem dunklen, oft religiös geprägten Hintergrund. Manche Frauen und Männer sind der Ansicht, dass eine Züchtigung, die dem Vergehen folgt, die beste Therapie ist, die Sünden fleckenrein auszuwaschen. Von Unzuverlässigkeit im Alltag bis hin zum Ehebruch – alles kann angeblich gelöscht werden, wenn sich das Paar auf geeignete Methoden der Züchtigung festgelegt hat und dies auch praktiziert. Es geht dabei überwiegend um verheiratete Paare, die in konservativen Beziehungen leben, also nicht um Paare, die der BDSM-Szene zuzurechnen sind.
Befremdliche Aussagen verpackt in logische Begründungen
Falls du glaubst, dass wir uns dies am frühen Morgen aus dem Daumen gesogen haben: Nein, es sind authentische Aussagen aus den sogenannten „sozialen Netzwerken“.
Wischt du dir gerade die Augen? Denkst du, du bist in eine Parallelwelt abgeglitten? Dann wartet mal ab.
Vor einiger Zeit wurde (ernsthaft, versteht sich) eine Frage vorgelegt, die in etwa so lautete:
Was ist der Vorteil von regelmäßigen Züchtigungen gegenüber solchen, die fallweise als Sühne angesetzt werden?
Die äußerst merkwürdigen Ansichten von Ehepartnern zu Schuld und Sühne
Sowohl Frauen wie auch Männer antworteten. Ein Mann ist überzeugt, dass es nützlich für ihn ist, regelmäßig gezüchtigt zu werden:
Im Gegensatz zu Disziplinarsitzungen bei Verstößen konzentrieren sich bei regulären Sitzungen alle auf die Rolle, die jemand in der Ehe spielt. Solche Sitzungen erinnern mich daran, wer die führende Rolle in unserer Ehe einnimmt und dass ich meiner Frau gehorchen muss. Eine routinemäßige Züchtigung mit festen Regeln ist das beste Mittel, um mich stets daran zu erinnern.
In ähnlicher Weise urteilt ein Mann, der vermutet, dass seine Partnerin ihm nicht alles gestehen würde – die Rollenverteilung ist hier allerdings umgekehrt:
Der Vorteil regelmäßiger Züchtigungen-Sitzungen besteht darin, dass damit auch die Verstöße gesühnt werde, von denen du normalerweise nichts erfährst, von denen du aber weißt, dass dein Partner sie immer wieder begeht.
Kein Blatt vor den Mund nimmt eine Hausfrau, die mit einem Alpha-Mann verheiratet ist:
Ich kann für meinen Mann sprechen, der sagt, er käme immer wieder ins Gleichgewicht, wenn ich ihn züchtigen würde. Draußen ist er ein Alpha-Mann, aber damit er zu Hause nicht versucht, die Macht an sich zu reißen, züchtige ich ihn regelmäßig, um ihm zu zeigen, wo sein Platz ist.
So weit der Blick in den Menschenzoo. Die meisten von euch werden sich – hoffentlich – nicht in diesem dornigen Gewirr von merkwürdigen Ansichten wohlfühlen.
Strafende Gerechtigkeit, Vorwand, Willkür oder Spiel?
Um es zu entwirren: Es handelt sich nicht wirklich um „Schuld und Sühne“. Ob jemand seine Handlungen als „Schuld“ empfindet, liegt an seiner ethischen Grundhaltung. Und nicht für alle, die sich tatsächlich schuldig fühlen, sind „Körperstrafen“ ein Mittel, diese Schuld zu tilgen. Allein aus dieser Sicht hat die Frage nichts mit „strafender Gerechtigkeit“ zu tun – es ist schlicht ein Vorwand, um den Partner oder die Partnerin zu züchtigen.
Manchmal handele es sich um ein Spiel – nämlich dann, wenn „Züchtigungen“ zugleich als Strafe, emotionale Sensation und erotische Stimulanz empfunden werden. Aber das ist wirklich ein ganz anderes Thema.
Erklärung des Übersetzers: Sowohl die Fragestellung wie auch die Antworten wurden aus einer Fremdsprache übersetzt und dann so umgeschrieben, dass verletzende Worte vermieden wurden. Sinngemäß handelt es sich aber um authentische Zitate.
Bild: Nach einer Postkarte Ende des 19. Jahrhunderts, Deutschland