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Die Liebe zu Kollegen – Tabu oder Alltag?

Bild © 2007 by Carolyn Coles


Die Büroangestellten laufen sogar der Boulevardpresse den Rang ab, wenn es um das Geschnatter über Affären geht. Selbst, wenn es Liebe ist, wird gemunkelt und abgewertet. Man kann es grau in grau malen, so, wie es meine Kollegin Monika Behrendt ausdrückte:

Eine Beziehung unter Kollegen kann im Büro so einige negative Seiten mit sich bringen. Die Karriere leidet irgendwie in den meisten Fällen, was nicht am Paar selbst, sondern auch an den Kollegen liegen kann“.

Bitte, verehrte Liebesberaterinnen und Liebesberater – das Büro ist der ideale Ort, um Beziehungen unter Gleichgesinnten anzuknüpfen. Die Menschen, die dort arbeiten, haben oft ähnliche Lebensziele, sind von ähnlicher sozialer Herkunft und haben eine ähnliche Ausbildung. Sie haben täglich die Möglichkeit, einander kennenzulernen und können dabei vor allem das gemeinsame Essen in der Kantine nutzen. Natürlich kommt es hin und wieder auch zu „schrägen Affären“ zwischen Angestellten, bei denen zumindest ein Teil verheiratet ist – aber das sind eher die Ausnahmen, ebenso wie die angeblich zahlreichen ONS nach Weihnachtsfeiern.

Wenn es der Chef mit der Sachbearbeiterin "treibt"

50-er-Jahre Vorstellung von der Büroliebe
Ja, und wie ist es nun mit den angeblich so spektakulären Beziehungen zwischen Abteilungsleiter und Sachbearbeiterin? Sie sind in Wahrheit nur halb so spektakulär, wenn beide ledig sind. Nach einer Weile kann man sich ohne Weiteres dem Personalchef offenbaren, der eine Lösung für die Versetzung finden wird- die meisten Betriebe legen viel Wert darauf, solche Probleme im Sinne ihrer Angestellten zu lösen. Übrigens sind auch Beziehungen zwischen Abteilungsleiterin und Abteilungsleiter nicht ungewöhnlich – und in ihnen steckt oft viel mehr Zündstoff als in den „gewöhnlichen“ Bürobeziehungen.

Viele selbst ernannte Warner vor Bürobeziehungen fuchteln mit der Peitsche des Karriereendes herum. Das trifft nur selten zu, und wenn, dann höchstens bei „schrägen Beziehungen“. Jedem vernünftigen Personalchef oder Personalentwickler geht es darum, gutes und verlässliches Personal auch weiterhin zu halten und zu fördern, sodass eine „normale Bürobeziehung“ nicht zum Karriereabbruch führt.

Sehr viel anders ist es, und hier sage ich auch mal „leider“ mit homosexuellen Beziehungen im Büro. Hier zeigt sich oft, wie konservativ Büromenschen oft noch sind, und sie verdammen deshalb noch sehr häufig solche Beziehungen, vor allem dann, wenn sie unter Männern stattfinden. Frauen werden indessen sogar lesbische Seitensprünge verziehen, wenn sie den Betriebsfrieden nicht stören.

Hochschlafen ist größtenteils dümmlicher Büroklatsch

Das „Hochschlafen“ oder "Hinaufschlafen" , ein anderes beliebtes Thema für den Büroklatsch, ist selten geworden. Wer sich zur Abteilungs- oder Gruppenleiterin hochschlafen will, muss mindestens die gleichen Qualifikationen haben wie die Konkurrentin – sonst fällt es bei der Personalleitung zu sehr auf. Zudem sind heute zahlreiche Gruppen- oder Abteilungsleiter bereits solche mit (-innen) am Ende, sodass sich die Frage des Hochschlafens weitgehend erübrigt.

Hinaufheiraten ist weiterhin möglich

Das „Hinaufheiraten“ hingegen ist noch in Büros möglich, in denen das Personal recht unterschiedlich qualifiziert ist – und manchmal sind nicht nur die gewöhnlichen Angestellten zu haben, sondern auch der Geschäftsführer oder Inhaber.

Die Liebe zu Kollegen ist also kein Tabu – sie ist Alltag, und je alltäglicher man sie behandelt, umso besser. Gefährlich sind nur „schräge“ Affären unter Kollegen, die an die große Glocke gehängt werden. Dabei wäre zu sagen, dass es in manchen Branchen sicher noch gefährlicher ist, mit Kunden oder Lieferanten ins Bett zu steigen als mit Kollegen.

Rat für Bürobeziehungen

Was immer ihr in Büros tut – geht es vorsichtig an, solange die Liebe noch jung ist und wieder zerbrechen kann. Doch wenn sie so ernst ist, dass es Heiratspläne oder gemeinsame Wohnungspläne gibt, dann ist es in jedem Fall Zeit, ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Personalchef zu suchen. Wer jetzt wieder warnend sagt: „Ja, aber die Karriere!“ der dürfte nicht begriffen haben, worauf es einem liebenden Menschen im Leben ankommt.






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