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Vom Julefrokost ins Lotterbett

Am einfachsten drückt es der Fachbereich Sportwissenschaft der Universität Hamburg aus, was derzeit in Dänemark geschieht:

Einen Höhepunkt erreicht das gemeinschaftliche Festwesen mit dem Julefrokost, dem "Weihnachtsessen"; es ist im Leben der Behörden, Firmen und Vereine eine soziale Institution, die auf gemeinsamen Alkoholgenuss und sexuelle Seitensprünge ausgerichtet ist:“

Wer eine Dänin oder einen Dänen damit konfrontiert, wird sofort empört zurückgewiesen: Na, so sei die Sache nun doch wieder nicht – man tränke doch sehr gesittet, und das mit den Seitensprüngen sei ein Märchen, das von böswilligen Ausländern aufgebracht worden wäre. Nun ist eine halbe Flasche Aquavit pro Person vielleicht nicht „wenig“ aus dänischer Sicht, aber durchaus realistisch. Das macht dann ungefähr 15 Schnäpse, die in der Regel bereits an die Volltrunkenheit schrammen oder darüber hinausgehen. Kein Wunder, dass die Herzen nach und nach weich und die Höschen feucht werden, zumal Männer in Dänemark zumeist viel eher Gewicht auf die Waage bringen als Frauen, mit anderen Worten: Frauen werden von der gleichen Alkoholmenge schneller volltrunken.

Von vielen Paaren wird berichtet, dass sie sich weder erinnern können, wie sie ins Bett gekommen sind, noch, ob tatsächlich Geschlechtsverkehr stattfand. In jedem Fall ist es für dänische Männer immer schwer zu erklären, warum sie am selben Abend nichts ins Ehebett zurückgefunden haben, während die Tradition will, dass dänische Ehefrauen nach solchen Besäufnissen nie und nimmer in fremden Betten laden – ob es ein Märchen oder Realität ist, sei mal dahingestellt. Jedenfalls haben Umzugsunternehmer in dieser Zeit jede Menge damit zu tun, Wohnungen aus- und wieder einzuräumen, und HIV-Tests sowie Schwangerschaftstests werden mehr als sonst in Anspruch genommen.

Übrigens: Falls Sie sich fragen, wie die Dame auf dem Bild aus einer verschlossenen Flasche trinken kann - ich weiß es auch nicht.


HIV ist auch für Ehepaare gefährlich

Auch, wer in einer festen Beziehung lebt, ist vor HIV, aber auch vor anderen Geschlechtskrankheiten nicht gefeit. Der neue Trend zum Seitensprung ist bei Weitem gefährlicher als die Seitensprünge „konventioneller“ Art, bei denen einmalig der Kurschatten vernascht wurde. Der Grund ist einfach zu begreifen: Die Kontakte werden über das Internet mit völlig Fremden geknüpft – oft wird sogar der Name geheim gehalten.

Ehepartner von Seitenspringerinnen und Seitenspringern sind also ebenso HIV-gefährdet wie die Seitenspringer selbst. Also Männer: wenn ihr schon nicht anders könnt, als dauernd herumzuvögeln, dann bitte mir Kondom, verstanden? Für Frauen, die sich ständig fremd vögeln lassen, gilt dies selbstverständlich ebenso.

Nikolauspartys und andere erotische Feste

Das Nikolausfest ist bekanntlich außerordentlich gut für Partys geeignet: Der Vorweihnachtsfrust der Singles fördert die Partylaune, und so mancher wird auch ein wenig leichtsinniger, wenn Weihnachten naht. Also geht man zur Nikolausparty und hofft, hier noch ein Schnäppchen zu machen, entweder bis zum nächsten Morgen oder vielleicht sogar zum Einkuscheln bis Ende April nächsten Jahres.

Nikolauspartys sind also von Grund auf mit Erotik durchsetzt, und die kann man durchaus noch etwas anheizen, allerdings wohl kaum dadurch, dass man irgendwann einen trotteligen Sprüchemacher im Bademantel als Nikolaus vorführt.

Nikolaus als Kostümparty "rot und frivol"

Beginen wir mal mit dem Harmlosesten: Nikolausparty „Rot und Frivol“. Ihr habt es schon erraten: Es geht darum, möglichst wenig Klamotten zu tragen, aber die nun mal eben alle in nikolausischem Rot und Weiß. Zwei Tipps: Erstens gibt es für Frau und Mann frivole Nikolauskostüme zu kaufen, zweitens reicht eine Weihnachtsmannmütze und das rote Nachthemd mit Strapsen. Tipp: Gut heizen und die Damen mit einem attraktiven Preis für das frivolste Nikolauskostüm belohnen.

Nikolaus mit Strip-Einlagen und Wohltätigkeit



Einen Tick schärfer sind die beliebten Nikolaus-Strips – für Damen und Herren bestens geeignet. Damit die Party wirklich gelingt, solltet ihr je eine Dame und einen Herrn aus eurem Freundeskreis als Vorreiter einsetzen: Wenn es einmal jemand tut, dann folgen auch weitere Gäste. Es ist nicht nötig, den gesamten Körper zu offenbaren, denn es geht nicht ums nackte Fleisch, sondern um den Spaß. Auch hier gilt: Einen attraktiven Preis für den besten Strip aussetzen. Weitere Hilfsmittel: Erst damit beginnen, wenn die ersten Partygäste schon ein bisschen angeschickert sind. Außerdem kann man auch noch dafür sorgen, dass man damit Wohltaten verbringt, also zum Beispiel Aids-Weisen etwas zu spenden: Das brachte schon manche Frau dazu, die Bluse aufzuknöpfen und sich 5-Euro-Scheine (oder höher) ins Höschen stecken zu lassen. Nicht vergessen, das Geld dann auch wirklich zu überweisen, Freude.

Nikolaus holt die Rute raus

Noch sinnlicher kann eine Party sein, die nicht die Robe, sondern die Rute als Symbol verwendet. Die Gäste dürfen entscheiden, ob sie als Nikolaus/Nikoläusin oder als böser Bube/böses Mädchen kommen wollen und stellt dann schon mal einen symbolischen „Prügelbock“ auf. Auch hier empfiehlt sich, eine der Gästinnen oder Gäste zu instruieren, mal den Vorreiter zu machen und die Jeans herunterzuziehen, um sich symbolisch den Po versohlen zu lassen und damit die bösen Taten zu sühnen. Ich muss wohl nicht sagen, dass es auch sonst ganz nett für die Kontaktaufnahme ist – egal ob nun die brave Dame auf den guten Nikolaus zukommt oder die strenge Nikoläusin auf den unartigen Knaben: Hauptsache, man hat Spaß an der Freude – und allzu anzüglich muss es auch nicht werden, es soll ja Spaß machen.

Das Ganze geht natürlich nicht nur am Nikolaustag, sondern auch sonst zwischen dem ersten und 23. Dezember, dann werden die Kläuse eben zu Weihnachtsfrauen und Weihnachtsmännern, und die bösen Mägdelein und Buben bleiben, was sie sind. Da es blöd wäre, wenn nur Rotroben oder nur Bösmenschlein kommen, kann man sie auch auslosen und den Kläusen dann ein rotes Zipfelmützchen aufsetzen.

Genug geschrieben - es soll ja noch mehr frivole Partyideen geben. Habt ihr welche?

Bild © 2008 by Fausto Hernandez

Der erotische Körper: die Erotik der Haare



Männer behaupten, es gar nicht wahrzunehmen. Jedenfalls nicht, wenn es nicht besonders extrem ist: das Haar. Zwar bemerken sie, wenn eine Frau sich das Haar bis zum Po wachsen lässt oder wenn sie es jungenhaft kurz schneiden lässt, aber ansonsten? Auch in der Farbe unterscheiden sie offenbar nur zwischen Schwarz, Rot und Gold aka Blond – alle anderen Farben interessieren sie nicht. Brünett in allen Schattierungen wird jedenfalls kaum registriert, violett wird dem Karneval zugerechnet und Silber der Greisin.

Was aber bewirkt das Haar? Darüber haben sich Autorinnen und Autoren schon buchstäblich „die Haare ausgerauft“- es ist nämlich gar nicht so leicht. Einige meinen, es sei das Animalische an den Frauen, das die Haare so wichtig erscheinen lässt, andere sprechen von der Umrahmung des Kopfes, der dann sozusagen wie ein Bild im Rahmen präsentiert wird, und wieder andere (hauptsächlich Huren) sprechen von der Signalwirkung im Scheinwerferlicht – die gilt aber nur bei Blondhaaren.

Blondine sein und leuchtende Signale aussenden

Wie dem auch sei – Langhaare gelten bei Frauen fast immer als Zeichen von erotischer Vitalität – und dabei kommen lange, leicht gelockte oder ganz glatte Blondhaare erstaunlich gut weg – und dies, obwohl die erotische Kompetenz, die Blondinen zugeschrieben wird, zweifelhaft ist. Zudem ergibt sich natürlich die Frage, wie viele Blondinen an den Haarwurzeln wirklich blond sind: In Ungarn beispielsweise, bei einer Bevölkerung mit überwiegend dunkler Haarfarbe, wollen fast alle Frauen Blondinen sein und lassen sich deswegen entsprechend umfärben. Dennoch wollen Fachleute (insbesondere Friseure zählen hier) wissen, dass Blondinen die bereits zuvor erwähnte Signalwirkung am deutlichsten ausstrahlen.

Nur extreme Haarfarben sind erotisch attraktiv, brünett fällt ab

Die übrigen Haarfarben, ob Natur- oder Friseurfarbe, fallen entsprechend ab. Nur blauschwarz glänzendes und naturrotes Haar soll bei weißhäutigen Frauen noch einen besonderen Eindruck hinterlassen. Wie bereits erwähnt, glauben die Männer, dass brünette Frauen unerotisch sind – übrigens zumeist ein Irrtum. Frauen mit lockigen, dunklen Langhaaren werden manchmal bezichtigt, dümmlicher und erotisch verfügbarer zu sein als andere – bewiesen werden kann dies nicht.

Bei der Frage „kurz oder lang“ fragt man besser den Kommunikationsexperten als den Friseur. Wie bereits erwähnt, sind Langhaare ein Zeichen für erotische Kraft – sie eignen sich auch wunderbar zum Flirt, wie wir noch sehen werden. Doch Kurzhaare üben auf manche Männer eine wundersame Attraktion aus – vor allem bei jene, die keinesfalls auf eine mädchenhaft-verträumte, sondern auf eine selbstbewusste, zupackende Geliebte hoffen. Das Kurzhaar schränkt die Flirttricks ein wenig ein, kann aber auch ein wunderbarer Hingucker sein, vor allem bei dunklen Haaren.

Wollte man eine Hierarchie der Wirkungsweise von Haar aufstellen, so müsste man den Typ: „Lang, naturblond, glatt“ wohl als Ersten nennen, während am Ende der Liste „brünett, halblang, glatt“ stehen würde.

Zum Trost der Nicht-Blondinen: Nicht alle Männer wollen die jugendliche, natürliche, mädchenhafte, aber dennoch verführbare Frau, die eine perfekte Blondine so zielsicher repräsentiert. Wer als Mann eine sinnliche Verführerin sucht, wird die schwarzhaarige, erfahrene, weibliche und etwas verruchte Frau bevorzugen.

Wissenschaftliche Studien zum Thema sind übrigens mit Vorsicht zu genießen. In der Regel sind die Probanden Studenten, also nicht repräsentativ, und ihnen werden nur Fotos der Damen vorgelegt, also keine „lebenden Exemplare“. Es wird auch so gut wie nie geprüft, ob die Damen bei einer Begegnung dem standhalten würden, was sie versprechen – von Langzeitstudien einmal ganz abgesehen.

Was macht man nun mit dem Haar, wenn man nicht beim Friseur sitzt, sondern es gerne einem Herrn präsentieren würde?

Dazu gilt der Grundsatz nimmer eins: Starrheit ist langweilig. Vor allem das Langhaar muss sich bewegen, wenn es seine Wirkung entfalten soll. Solche Bewegungen entstehen natürlich bereits beim Wenden, Heben und Neigen des Kopfes, mehr aber noch beim Tanz. An der Bar oder beim Flirt im Café nutzen Frauen vor allem die Möglichkeit, sich mit den Händen in die Haare zu fahren oder die Haare nach hinten zu werfen. Auch das spielerische Kämmen der Haare oder das Freilegen der Ohren sind typische Flirtsignale, die über die Haare vermittelt werden. Die „Pflegebewegungen“ funktionieren übrigens auch noch recht gut bei Kurzhaaren.

Autorinnen und Autoren können noch mehr über das Haupthaar bei "Sinnlich Schreiben" lesen.


Fotonachweis:
Oben (blond) © by pink sherbet
Mitte (rot) © by xxx
Unten (schwarz) © 2008 by Scarleth White