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Männer, der Wunsch nach Feminisierung und ein paar Fakten

Travestie-Show der 1950er Jahre
Der Artikel, der hier ursprünglich stand, stammte aus dem Dezember 2009 und wurde im August 2018 im Rahmen einer Revision gelöscht. Er war eine Verballhornung einschlägiger Anzeigen udn trug den Titel "Sie sucht einen Mann für Feminisierung – findet aber keinen". Diejenigen, die ihn missverstanden haben, sollten sich dringend eine Brille kaufen. Wir klären nun auf und reden Tacheles.

Was, um Himmels willen, ist eigentlich Feminisierung?

Unter „Feminisierung“ versteht die Soziologie die Verschiebung der Geschlechterrollen in der Gesellschaft oder in bestimmten Berufen (z. B. des Grundschullehrers) zum Weiblichen.

Feminisierung kann auch als Synonym für „Effemination“ gebraucht werden. Dann bedeutet es, dass Männer sich nicht „geschlechtsrollenkonform“ verhalten, sondern weibliche Verhaltensweisen annehmen. Allerdings definieren die jeweilige Kultur und deren Zeitgeist, was als „männlich“ oder „weiblich“ gilt.

Feminisierung kann bedeuten (insbesondere in der Schönheitschirurgie), dem männlichen Gesicht, aber auch dem übrigen Körper, weibliche Formen zu geben und andere Anpassungen vorzunehmen.

Der Sonderfall, der viele interessiert: Verkleiden als Frau

Schließlich bedeutet Feminisierung, einen Mann zeitweilig optisch in eine Frau zu verwandeln. Dazu tragen Männer Frauenkleidung (namentlich auch Unterwäsche), schminken sich wie Frauen, kopieren das Benehmen von Frauen und tragen Perücken – eventuell auch falsche Brüste. Sodann wird oftmals ein Rollenspiel begonnen, in dem sich der Mann ganz als Frau fühlen darf. Hernach erfolgt eine Rückwandlung. Derartige Spiele werden in BDSM-Kreisen ausgeführt, und es gibt kommerzielle Angebote für die Wandlung selbst wie auch für die Rollenspiele, die dann in sogenannten Domina-Studios mit speziellen Räumen durchgeführt werden.

Sehr beliebt als Show - die Herren "Damen"

Feminisierung übt normalerweise einen großen Reiz auf Frauen wie auch Männern aus, wie sich in Travestie-Shows oder sogar Theateraufführungen regelmäßig zeigt. Nur wenige Menschen werden wirklich davon abgestoßen.

Der Rollenwandel geht meist in eine Richtung

Männer sollen nach nahezu übereinstimmenden Berichten eher dazu neigen, Träume von Sanftheit, Weichheit, „verführt werden“ oder eben auch „optischem Geschlechtswandel auf Zeit“ haben. Es ist völlig ungewöhnlich, dies im Alltag und öffentlich zu zeigen oder gar auszuleben.

Für Frauen gilt dies kaum: Sie tragen ohnehin wahlweise eine Kleidung, die den Männern ähnlich ist (Hosen, Blazer, flache Schuhe, Jeans, T-Shirts). Und sie verzichten häufig auf „feminine“ Accessoires, wie etwa auffälligen Schmuck, starkes Schminken, lange Haartracht oder bemalte Fingernägel. Ihre eigenen Träume von mehr „Härte“ und „Durchsetzungsvermögen“ sind inzwischen real geworden – lediglich ihre Fantasien, Männer körperlich zu unterwerfen, spielen in der Skala der sexuellen Fantasien noch eine beachtliche Rolle.

Schwierigkeiten im "Realrollenspiel"

Frauen wie Männer haben die größten Schwierigkeiten beim „Rollenwechsel“ mit der Erscheinung (insbesondere beim Gehen) und mit der Stimme. Nicht jeder Mann hat die Stimme eines Countertenors, und nicht jede Frau kommt mit einer tiefen Altstimme an den Klang eines Baritons heran. Die besten Imitatoren von Frauen sollen aus Thailand kommen – dort erwerben sie diese Fähigkeit dadurch, die Frauen in ihrer femininen Erscheinung zu übertreffen.

Wie häufig sind die Fantasien?

Die Statistiken weisen nur einen geringen Teil von Männern aus, die davon träumen, Frauenkleider (Frauenwäsche) zu tragen. Da er Anteil der Männer, die von Unterwerfung träumen, aber sehr hoch ist, kann sein, dass dieser Wunsch häufig Feminisierung beinhaltet. (1)

Frauen haben, wie bereits erwähnt, ausgesprochen geringe Lust auf „Maskulinisierung“. Es gibt auch keinerlei Hinweise darauf, dass man aus dem Wunsch mancher Frauen, zu dominieren, eine maskuline Tendenz ableiten könnte.

Was bewegt die Männer, sich feminisieren zu lassen?

Das ist völlig unklar und fällt daher in den Bereich der Spekulationen. Normalerweise gehen Männer Rollenspiele ein, um sich erniedrigen zu lassen. Sie treten dann in der Haltung von Schülern, Bediensteten, Sklaven oder gar „menschlichen Tieren“ auf. Ein Teil von ihnen möchte dabei Frauenbekleidung, insbesondere Röcke und Abendkleider, manchmal aber auch nur Strümpfe, High Heels oder Strapse tragen. Weibliche Wäsche wird häufig auch als erniedrigendes „Stilmittel“ für Bestrafungen genutzt.

Alles andere ist Spekulation. Das erregendste Ereignis, so sagte uns ein Mann, der regelmäßig die Rolle wechselt, sei die Sichtweise anderer, wenn „er“ als „sie“ in einer Alltagsumgebung (Warenhaus, Kneipe) gesehen wird. Er würde dann nichts als Transvestit, sondern oftmals wirklich als Frau behandelt, mit allen Konsequenzen, von der Anmache bis zur Abwertung.

(1) Etwas mehr als die Hälfte der Männer fantasieren darüber, von einer Frau dominiert zu werden, aber nur 10 Prozent der Männer fantasieren darüber, Frauenkleider zu tragen.