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Wie lässt man sich verführen?

Wenn man die Begriffe im Internet anschaut, verwirrt immer wieder die Tatsache, dass sowohl für Männer wie für Frauen Tipps angeboten werden, wie man das andere Geschlecht verführt, aber so gut wie nie, wie man sich verführen lässt. Dabei ist kaum etwas amüsanter, als sich von einem Menschen willentlich verführen zu lassen und dabei die Rolle des von sich selbst überraschten Opfers zu spielen, während man in Wahrheit die Fäden fest in der Hand hält.

Man braucht eine günstige Situation, einen Menschen, der sich als Verführer(in) eignet und sich selbst in der Rolle der oder des Verführten. Wichtig dabei ist vor allem, die Opferrolle glaubhaft zu spielen, damit man das ganze Vergnügen in eigener Regie auskosten kann. Dazu gehört unter anderem auch, retardierende Momente in die Verführung einzubauen, also sich beispielsweise noch zu verweigern, wenn der vorgebliche Verführer sich schon am Ziel seiner Wünsche fühlt. Gut macht sich in jedem Fall, Sätze bereitzuhalten wie „ich hätte nie geglaubt, dass ich so etwas tun würde“ oder „ich mache so etwas wirklich zum ersten Mal“.

Ein weiterer Vorteil der Konstellation: Man kann sich später immer herausreden, verführt worden zu sein.

Nun, was meint ihr?

Wer glaubt, zu diesem Thema vertiefende Beiträge liefern zu können, möge sich bitte an die Redaktion wenden. Wir verbreitern das Thema in den nächsten Tagen, vertiefen es aber vorläufig nicht.

Warum wahre Liebe nicht lange wartet

© 2009 by sehpferd, Budapest


Wir erwachsenen, saturierten und mit vielen Wassern gewaschenen Menschen neigen dazu, die Kraft der ersten wirklich intensiv empfundenen Liebe zu unterschätzen. Die jungen Leute hingegen, die ihre erste Liebe erleben, sind völlig überwältigt und nicht selten auch überfordert von dieser natürlichen Urkraft, die keinen Zweifel daran lässt, dass wir Menschen ein Teil der Natur sind und uns gegen deren Gesetze nicht wehren können.

Das erste wilde Begehren wird von den meisten jungen Menschen erlebt, ohne wirklich zu begreifen, was geschieht: die Kräfte der Natur wirken so stark dass der Satz: „ich stürze mich in die Fluten und genießen, wie die Wellen über mir zusammenschlagen“ für die meisten jungen Menschen gar nicht gilt: Sie sind der Spielball von Mutter Natur, die ihre Wellen schickt, um die Menschen loszureißen, mitzureißen und letztlich erschöpft wieder an Land zu spülen. Was eigentlich dabei geschieht, wird selten verinnerlicht – so, wie es Mutter Natur nun einmal erdacht hat: Eine Reflexion über den Geschlechtsakt ist nicht eingeplant.

Begehren und Verweigern in der jungen Liebe

Bei den jungen Menschen allerdings, die noch nicht gelernt haben, mit den neuen Hormonschüben zu leben, greift die Kultur sinnvoll ein: Begehren und Verweigern heißt das Spiel der meisten jungen Paare, das insbesondere von den jungen Mädchen immer noch beherrscht wird. Die neue Fähigkeit, sexuell leidenschaftlich erregt zu sein, braucht eine gewisse „Lernphase“, die einerseits wunderschön ist, weil sie immer wieder als romantisch empfunden wird, andererseits aber frustriert, weil sie ständig am Ziel vorbeigeht. Ein junges Paar, das keinen Weg findet, damit umzugehen, wird scheitern, denn sexuelle Gratifikationen, und seien sie noch so geringfügig, gehören einfach dazu – ohne sie wird man kein Paar. Mit anderen Worten: Das junge Paar braucht Umarmungen und Zungenküsse und körperliche Berührungen, um die Liebe zueinander zu erlernen – genau so, wie es gemeinsame Unternehmungen braucht, um zu erfahren, ob und wie man „zueinanderpasst“.

Die Frage, die sich für alle jungen Paare ergibt, ist selbstverständlich, wann man „miteinander schläft“ oder, wie es heute so grobschlächtig heißt „miteinander Sex hat“.

Nun erwartet jede Frau, sei sie jung oder alt, dass der Mann sie zärtlich bedrängt. Ist dies nicht der Fall, so nehmen die meisten Mädchen und Frauen an, dass der Mann sie nicht „wirklich begehrenswert“ findet. Denn so sehr eine junge Frau als Person geliebt werden will, so sehr will sie auch wissen, dass ihre Attraktivität den Mann sexuell verlockt – sonst hätte das ganze Spiel seinen Sinn verloren. Es ist also wichtig, dass der Mann ihr offene oder verdeckte Vorschläge macht, sexuelle aktiv zu werden, und dass sie diese einerseits ernst nimmt und andererseits so lange zurückweist, bis sie wirklich dazu bereit ist.

Wenn beide bereit sind, ist Sex-Zeit

Stellt man nun die Frage, wie lange ein Paar warten sollte, so gibt es eine einfache Antwort: wenn beide bereit sind. Für besonders junge Paare gilt zudem ein Nachsatz: Wenn sie bereit sind, tief greifende Veränderungen in ihrer Beziehung zuzulassen, denn der erste gemeinsame Geschlechtsverkehr verändert das Verhältnis zueinander – in welche Richtung auch immer. Kommt der Sex zu früh, dann können an sich entwicklungsfähige Beziehungen zerstört werden – wird er hingegen zu lange verweigert, so können an sich passende Pärchen getrennte Wege gehen, weil die Erfahrung „Sex“ zur Liebe dazugehört.

Es mag sein, dass „wahre Liebe wartet“. Aber die Liebe wartet nicht ewig, denn Mutter Natur lässt sich nicht foppen, sondern sie versucht beständig, das Urziel ihres Handelns zu erreichen. Deshalb ist es gut und richtig, auf einen geeigneten Zeitpunkt für den Sex zu warten – aber es ist völlig absurd, die körperliche Liebe anzutrennen und auf einen Zeitpunkt zu verlegen, der willkürlich gewählt ist, also beispielsweise auf die Eheschließung.

Wahre Liebe wartet - aber nicht ewig

Nicht nur junge Leute haben das Problem, den “richtigen Zeitpunkt“ für die körperliche Liebe zu finden. Auch Paare, die sich in höherem Alter treffen, sollten sich gut überlegen, wann sie den ersten Sex miteinander haben. Kommt er zu früh, beispielsweise gleich in der Nacht des Kennenlernens, so kann es sein, dass damit die Möglichkeit der Beziehung bereits zerstört wird. Oftmals muss die „wahre Liebe“ eben auch bei Erwachsenen warten, weil man sich erst aufeinander zuentwickeln muss, bis man die körperliche Liebe miteinander wirklich genießen will und kann. Doch auch hier gilt: Frauen erwarten, dass Männer wenigstens Vorschläge machen, die Nacht miteinander zu verbringen – und zwar spätestens beim dritten Treffen. Wie bei den jungen Leuten, so muss auch der Erwachsene damit rechnen, dass der erste Geschlechtsverkehr mit dem neuen Partner sein Leben radikal verändern kann. Am Ende ist es eben doch Mutter Natur, die am Ende ihre Kinder zu sich ruft und sagt: „Ach, ihr Kulturmenschen mit eueren lächerlichen Bedenken - ich pumpe euch Hormone ins Blut, dann seht ihr die Welt mit ganz anderen Augen.“