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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Warum die Liebe von Gott ist



Diese Geschichte wollte ich ja an sich ruhen lassen – aber gesagt werden muss es doch einmal: Das berühmte „Pärchen von Rennertshofen“, über das ich verschiedentlich schrieb, hat die „Religionsausübung“ aka Rosenkranzgebet nicht absichtlich gestört. Und wäre da nicht ein übereifriger Pfarrer gewesen, dann wäre dieses bajuwarisch-katholische Spektakel wohl nie an die Weltpresse gekommen.

So aber regen sich die Menschen mit Recht auf – gleich, ob die Geldstrafe für den Kirchenbeischlaf nun 8.000 Euro war, wie die Presse übereifrig berichtete oder 900 Euro, wie die Liebepur erfahren hatte.

Denn jeder Euro, den ein Liebespaar dafür zahlen muss, der Liebe zu frönen, egal, wie, wann und wo, ist ein Euro zu viel. Und die bajuwarischen Gutmenschen, die sich da in der Kirche bei ihrer Religionsausübung gestört fühlten, hätten dem Liebespaar doch einfach sagen können, dass es sich ein Bett suchen soll.

Ich stimme deshalb auch mal der jungen Annika von Herzklopfen (neu.de) zu, die schreibt:

„Da kann man wirklich nur noch sagen: Leute spinnt ihr? Es gibt nun wirklich Schlimmeres, als dass sich ein Pärchen leicht angeschickert am Neujahrsmorgen liebt. Egal, ob in der Kirche oder sonst wo.“

Warum die Liebe von Gott ist und nicht von den Aposteln

die erotische eva
Dass mit der „Liebe“ bei der Institution Kirche etwas nicht in Ordnung ist, wissen wir nicht erst seit dieser sogenannten „Missbrauchsfälle“. Das ganze Denkgebäude steht – weltlich oder religiös gesehen – auf derart morschen Mauern, dass es eigentlich längst zusammengefallen sein müsste. Doch genau dies will die Kirche nicht einsehen – sie behauptet, ihre Gesetze seien von Gott gemacht und daher nicht änderbar.

Das ist lächerlich – die Gebote des Mose beinhalten nicht mit einem einzigen Satz, dass wir nicht lieben dürfen – das wäre auch gar nicht gegangen. Denn Mose kannte offenbar noch die Schöpfungsgeschichte und Gottes einziges Gebot an die Menschen. Nur die moralisierende christliche Kirche, die scheint es nicht zu kennen. Sie beruft sich in ihrer Sexualmoral auf einen ihrer Apostel. Offenbar haben Apostel mehr Autorität als Gott.

Titelbild: Hans Baldung Grien, Maler, 1531, Original im Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid
Rechts: Hans Baldung Grien, Maler, 1524, Original im Museum der Schönen Künste, Budapest