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Über 40: Liebe suchen heißt neu Lernen

partersuche ab 40 heißt neu lernen


Einer der größten Irrtümer der Menschen besteht darin, dass sie als Erwachsene nicht mehr lernen müssten. Inzwischen ist vielen Arbeitnehmern klar, dass diese Meinung falsch ist und zum wirtschaftlichen Ruin führen kann: Lebenslanges Lernen ist in der Berufswelt der Standard.

Doch was die Erwachsenen inzwischen beruflich akzeptiert haben, wenden sie auf ihre privaten Belange selten an: Immer noch glauben die meisten Erwachsenen, mit 40 Jahren „gestandene Persönlichkeiten“ zu sein, die nun nicht mehr nachlernen müssen und über alle Fähigkeiten verfügen, den Alltag zu meistern. Das geht zumeist mindestens so lange gut, wie sich der Alltag nicht ändert: man wohnt in seinem kleinen Eigenheim dort droben auf dem schicken Sonnenhügel, die Kinder wachsen fröhlich und behütet auf – und plötzlich liegt da ein Zettel auf dem Tisch: „Hans, es war sehr schön mit dir, aber ich halte das Leben hier nicht mehr aus.“ Sieht man sich um, ist die halbe Wohnung ausgeräumt und irgendwann bekommt man einen Brief von Familiengericht.

Zuerst: Liebe "von der Hand in den Mund"

Einige Monate später wird man dann geschieden sein, herumfrusten und sich selbst nach allen Regeln der Kunst bedauern. Da geht es übrigens dem Hans wie der Grete: Wer fröhlich pfeifend auszieht, um das Bett mit einer oder einem anderen Menschen zu teilen, hat zunächst das bessere Los gezogen, während der zurückbleibende Teil in den Trauersumpf absinkt. Gerecht ist das nicht, und auch kaum so nötig, wie viele denken, denn im Grunde hat der Zurückbleibende die besseren Chancen: Er hat die Möglichkeit, nun nachzudenken – und wer nicht nachdenken will, kann auch erst einmal ein Liebesleben „Von-der-Hand-in-den-Mund“ führen. Vornehmere Leute nennen das „Liebe a la carte“. Doch das ist alles vorübergehend. Nach einiger Zeit bemerkt man, dass man sein Leben nun wieder ergänzen sollte, und die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner wird fällig.

Die neue Partnersuche als Bereicherung

Ich sehe dies als eine sehr positive, bereichernde Zeit, als eine Zeit des neuen Lernens und Erlebens, in der es zahllose Möglichkeiten gibt, seine Zukunft neu zu gestalten. Voraussetzung ist allerdings, dass man wirklich „neu Lernen“ will. Tatsache ist nämlich, dass man mit seinem Repertoire an Flirt- und Kennenlernkünsten, die man mit 25 so perfekt beherrscht hat, nun keinen Blumentopf mehr gewinnen kann – aber dagegen steht, dass man nun dein Beuteverhalten ändern und vor allem erweitern kann. Mit anderen Worten: Jetzt steht einem ein Liebesmarkt offen, von dem man nur träumen konnte, als man 25 war.

Was genau muss man nun eigentlich nachlernen? Und wie macht man das?

Die Brücken abbrechen und mutig nach vorne schreiten

Vor allem geht es darum, den verbliebenen eigenen Freundes- oder Bekanntenkreis zu erweitern. Es ist für eine geschiedene Person sehr unwahrscheinlich, in der Umgebung, die das Paar teilte, jemals einen neuen Partner zu finden. Um Konfuzius zu zitieren: „Der Weg hinaus ist durch die Tür“, was nicht mehr und nicht weniger bedeutet, als die Brücken hinter sich abzubrechen und mutig nach vorne zu schreiten.

Dann wäre es wichtig, Inventur zu machen. Die wichtige Frage lautet nämlich: „Wer bin ich heute, und welchen Wert habe ich heute am Partnermarkt.“ Viele Menschen vergessen, dass ihre Werte gefallen oder gestiegen sein könnte, seit sei “damals“ ihren ersten dauerhaften Partner kennenlernen. Bei der Inventur könnte man sich dann auch noch die Frage stellen: So, und wo will ich denn nun hin?

Mit 40: Erfahrungen gewinnen statt Erfahrungen anwenden

Beim Kennenlernen mit 40 ist nun wichtig, aus den ersten neuen Begegnungen Erfahrungen zu gewinnen, oder mit anderen Worten: Man muss an den ersten Dates lernen, um weitere Dates zu optimieren. Genau hier setzt das Lernen an:

- Wer glaubt, seine bestehenden Erfahrungen auf Dates anwenden zu können, und nicht bereit ist, hinzuzulernen, verliert, weil er sich nicht an den tatsächlich bestehenden Bedingungen orientiert.
- Wer hingegen seine bisherigen Erfahrungen zurückstellt und bei jeder neuen Verabredung dazulernt, der gewinnt an tatsächlich verwertbaren Erfahrungen.

Ein bekannter Schweizer Unternehmer hat einmal gesagt, es reiche nicht aus, das erlernte Wissen auf seine Kunden anzuwenden, sondern man müsse bereit sein, von seinen Kunden zu lernen.


Über 40: Misserfolge, wenn man nichts mehr lernen will

Ähnlich geht es dem Partnersuchenden über 40: Es reicht nicht, das Wissen anzuwenden – man muss vielmehr von den Menschen, die man trifft, lernen. Zu meinem Leidwesen ist diese Ansicht nicht sehr verbreitet: So gut wie alle Beschwerden über das moderne Dating sehen deshalb so aus:

- Ich bin perfekt, die Welt ist es nicht.
- Die Menschen müssen sich ändern, nicht ich
- Die Bedingungen sollen sich nach mir richten, ich werde mich nicht nach den Bedingungen richten.

Die Klagelieder dieser Art durchziehen Bücher, Zeitungsartikel, Foren und Blogs – und sie nützen gar nichts. Nur wer sich eingesteht, neu lernen zu müssen, wird die Herausforderung einer neuen Partnerschaft ab 40 meistern. –und das gilt nicht nur für das Kennenlernen.

Titelbild © 2009 by skye niolas
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