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Scham und Furcht im Spiel der Liebe

keine scham mehr? du kannst sie lustvoll zurückgewinnen


Manchmal sollten wir uns wirklich wieder an die ersten Liebesabenteuer erinnern. Vielleicht nicht an die „Allerersten“, bei denen die meisten Menschen unter dem Druck stehen, alles „richtig“ machen zu wollen und dabei fast alle Emotionen verdrängen. Das „erste Mal“ ist sehr selten ein Genuss, doch statt unserer Jugend zu sagen: „Du, das ist eine Lernphase, später wird es schöner für dich. Behandeln wir das „erste Mal“ so, als sei es ein psychisches Heiligtum, sozusagen das erste Opfer auf dem Altar der Liebe.

Nein, reden wir lieber nicht vom „ersten Mal“. Reden wir von der Liebe mit dem zweiten Freund oder der zweiten Freundin, an Situationen, in denen wir entspannt waren und in denen wir einander im Lichtschein von Hotel-Energiesparlampen, sanft verhangenen Leuchten oder Kerzen sehen konnten. Rufen wir die Situationen zurück, in denen du dich nicht im Badezimmer ausgezogen hast, sondern vor deiner Freundin oder deinem Freund.

Die Lust am schamvollen Verhalten

Was hast du empfunden? Bei den meisten von uns war es ein wenig Scham. Häufig ließ man das „letzte Höschen“ an, wohl wissend, dass es dort nicht bleiben konnte – aber sollte der Partner denn gleich „alles“ sehen? Die meisten Menschen lernten, diesen Augenblick zu genießen, weil er ja auch ein sehr erotischer Augenblick war. Wenn wir genau hinsehen, so ist die Überwindung von Scham ohnehin eines der erregendsten Momente bei der Liebe – auch, wenn man sich schon eine Weile kennt, wirkt dieses Phänomen noch nach.

Die Lust an der Angst

Ähnlich ist es mit der Angst. Man sagt Frauen nach, dass sie das „erste Mal“ in etwa gleicher Weise fürchten, wie sie es herbeisehnen. Aus zahlreichen Berichten geht hervor, dass die jungen Frauen „die Sache“ dann in einem Zustand erlebt haben, der an „Augen zu und durch“ erinnert, so wie man einen Sprung ins Schwimmbecken wagt. Die jungen Männer haben diese Ängste auch, doch ist es bei ihnen eher die Furcht, wegen ihrer fehlenden Erfahrung ausgelacht zu werden.

Die Schamhaftigkeit neu beleben

Ist es ein Wunder, wenn wir uns später einmal wieder danach sehen, die Scham zu überwinden oder das Wechselbad aus Angst und Lust zu spüren?

Sowohl die Scham wie auch die lustvolle Furcht können wiederbelebt werden, und viele Paare versuchen dies in Rollenspielen. Dazu sind nicht einmal besondere Vorbereitungen nötig:

- Selbst, wer eine Frau kaum noch Scham empfindet, kann sie diese in einer frivolen Kleidung erneut empfinden. Dazu reicht bereist eine durchsichtige Bluse oder das „fehlende Höschen“
- In der Regel empfinden Menschen Scham, wenn sie selbst nackt sind, der Partner aber angezogen bleibt.
- Menschen, die in unbekleidetem Zustand vor ihrem Partner keinerlei Scham empfinden, können wieder schamvoll werden, wenn sie ihren Körper präsentieren sollen (zum Beispiel durch einen Strip).
- Männer empfinden es fast stets als schamvoll, Frauenkleider zu tragen und sind zumeist entsetzt, wenn sie ihren Körper präsentieren sollen.

Soweit die Möglichkeiten, den Charme des schamvollen Miteinanders wieder neu zu beleben. Bei der Angst ist es ähnlich – doch die lustvolle Angst in der Liebe ist ein fast unerschöpfliches Thema, das inzwischen in die Liebesspiele vieler Paare eingegangen ist.

Selbst Wissenschaftler bestätigen die These, dass zu viel sinnliche Nähe, der Aufbau von Vertrauen und das Alltagsleben allgemein die Liebe nicht gerade fördern. Es kann also durchaus sinnvoll sein, in der Liebe neue Herausforderungen zu suchen, die beiden Partner noch einmal die erregenden Gefühle der jungen Liebe zurückgeben.

Bild © liebesverlag.de 2010

Autorendialog: Lustbetonte, reife Frauen und Jünglinge

Manche Themen werden in der „gehobenen“ erotischen Literatur derzeit stark vernachlässigt. Eines davon ist die Beziehung zwischen reifen Frauen und jungen Männern. Natürlich kennen wir alle Mrs. Robinson, und wieder und wieder wird „Die Reifeprüfung“ im Fernsehen gezeigt. Doch inzwischen entspricht das Frauenbild nicht mehr der erotisch gelangweilten, verheirateten Ms. Robinson, die aus purer Wollust einen jungen Mann in die Liebe einführt.

An die Stelle der MILF, deren Vorbild Mrs. Robinson war, ist die selbstbewusste, berufstätige, lüsterne Frau getreten, die sich holt, was sie haben will und dabei kaum noch moralische Bedenken hat. Von der jungen Managerin, die sich ihre Männer bei Agenturen bestellt bis hin zur alternden Cougar, die junge Kerle abwildert, kann ein weiter Bogen von Liebesaktivitäten gespannt werden, die Stoff für Kurzgeschichten, Novellen und Romane geben.

Nun soll der erotische Roman ja nicht die Realität abbilden, sondern die erotische Fantasie beflügeln. Das Mittel der Wahl ist die Überzeichnung der Charaktere: Der naive Jüngling, der sich danach sehnt, etwas Schöneres zu erleben als in einsamen Nächten sein Gemächt zu streicheln und der alles dafür geben würde, wenn diese Aufgabe auch nur von einer Frauenhand übernommen würde. Er mag in dieser Art real gar nicht existieren, doch er lässt sich in seiner Naivität und Begierde literarisch sehr lustvoll nachzeichnen. Der weibliche Konterpart wäre eine Frau jenseits der mittleren Jahre, die nicht nur verführt, sondern auch austarieren will, wie weit Sie Macht über den Jüngling gewinnen kann. Hatte er nicht gesagt, er würde alles tun, um die Freuden der Liebe zu erleben? Also wird die Autorin versuchen, diese Linien nachzuzeichnen und ein Puzzle aus Begierde und Macht zurechtlegen. Wird das Thema klug aufbereitet, und werden die Emotionen ebenso detailliert geschildert wie die Handlungen, so kann aus dem daraus entstehenden Werk wundervolle erotische Literatur werden.

Wer mit diesem Thema beginnen will, sollte die Form der Short Story wählen. Wenngleich diese Erdzählform nicht zulässt, die „Salamitaktik“ der verführenden Frau plastisch darzustellen, so erlaubt sie aber doch, ein Stilmittel einzusetzen, das in der Kurzgeschichte oft verwendet wird – den Widerstand.

Während nämlich die erotische Feld-, Wald- und Wiesengeschichte den Ablauf einer Verführung ausschließlich in einem kontinuierlichen Handlungsverlauf beschreibt, verlangt die erotische Literatur nach Hemmungen, Ängsten, Widerständen und schamvollen Gedanken, die den „glatten“ Fluss der Handlungen unterbrechen. Die Short Story endet, wenn der Widerstand überwunden wurde und starke Emotionen über den Protagonisten hereinbrechen. Den Rest überlassen wir dann der Fantasie unserer Leserinnen und Leser.