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Männer wollen Bordelle – und was wollen Frauen?

wilde sinnlichkeit - wollen frauen das?


Der aktuelle Anlass: Die Frauenzeitschrift MADONNA lud die Besitzerin des Magnolias-Shops, Judit Rabenstein, Bar-Besitzerin Michaela Schimanko und Swinger-Club-Betreiberin Gabi Högler ein, um mit den drei Branchenfrauen ein heikles Thema zu besprechen: Sind Bordelle für Frauen nötig und sinnvoll?

Die Frage, was Frauen eigentlich tun, wenn sie die kleine, mittlere oder große Lust überfällt, ist nicht neu. Liest man die Literatur gegen Ende des 19. Jahrhunderts, so sind sie von drei Kernaussagen geprägt:

1. Frauen haben kein eigenes Lustempfinden.
2. Nur krankhafte Frauen suchen bewusst Sex.
3. Sie nehmen sich alles und jeden, solange es nur heimlich geschieht.

Alle Aussagen sind extrem (und übrigens belegbar) und sie sind alle so falsch, wie Gemeinplätze eben falsch sind. Ganz generell aber waren die Forscher gegen Ende des 19. Jahrhunderts sich einig: Frauen, die „es“ gerne, häufig oder spontan taten, waren krank. Nun – sie hätten vielleicht etwas schärfer hinsehen sollen.

„Schürzenstipendien“ waren bei Studenten beliebt – und sie waren nichts anderes als der Austausch von Sex gegen ein sorgenfreies Studentenleben, und wenn eine „gestandene“ Frau es einmal wissen wollte, dann ergab sich auch ein Weg – schließlich waren die Männer im Besitzbürgertum viel auf Reisen. Allerdings zeigt sich hier bereits der „feine Unterschied": Diese Frauen zahlten nicht für Männer, sondern nahmen sich die süßen Stückchen, wie sie ihnen vor die Lippen kamen.

Was sich heute verändert hat, ist vor allem die Sichtweise: Selbstverständlich sehen sich Frauen heute als sexuelle Wesen, und sie sehen als ihr gutes Recht an, sich Männer zu nehmen, wenn sie das Bedürfnis haben. Nur über die Umstände des Geschehens gibt es Differenzen:

- Selbstbewusste, erotisch interessante Frauen, die nicht sonderlich auf ihr Ansehen achten müssen, nehmen sich, was sie haben wollen – Männer sind beispielsweise in Hotelbars jederzeit zu haben.

- Einige selbstbewusste, weniger attraktive, aber kritische, qualitätsbewusste und auf ihre Reputation bedachte Frauen zahlen möglicherweise lieber für einen Mann, damit sie „vorher wissen, was sie bekommen“.

- So gute wie keine Frau kann sich dafür begeistern, in ein „Männerbordell“ zu gehen. Die sozialen Muster, nach denen sie Partner wählen, auch solche für sehr kurze Zeit, entsprechen nicht dem Muster, nach dem moderne Bordelle für Männer funktionieren. Wie solche Orte allerdings aussehen könnten, wurde noch nirgendwo wirklich erprobt, doch könnte der „Wohlfühleffekt“ in einem Kennenlern-Bereich mit einer gewissen Diskretion zur Akzeptanz beitragen.

Insgesamt ergab sich eine spannende Diskussion – in der neuen MADONNA, und wer sich vorab schon einmal einlesen will, kann dies hier tun.

Bild © 2010 by uggboy/ugggirl