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Fünf Irrtümer über das „Erste Mal“

eindeutige botschaften? nicht in der liebe!


Das „erste Mal“ ist nicht immer DAS erste Mal. Die Liebe kennt viele „erste Male“, und beinahe alles, was der Volksmund darüber wissen will, ist falsch.

1. Der „erste Eindruck“?

Die Gurus der Psycho-Branche wollen uns immer wieder erzählen: Wenn du den „ersten Eindruck“ vermasselst, bist du untendurch. Komischerweise fragt niemand: „Welchen ersten Eindruck darf ich nicht vermasseln?“ Den, wenn mich der andere erstmal erspäht? Den nehme ich doch gar nicht wahr. Den Eindruck, wenn ich am Tisch mit ihm sitze? Vielleicht ist er dann gerade schrecklich nervös. Oder der erste Eindruck, wenn er den Mund aufmacht? Fakt ist: Der erste Eindruck kommt aus unserer Säugetiervergangenheit: Flüchten oder Standhalten hieß die Devise, und sie konnte lebensentscheidend sein. Flirts und Dates entscheiden nicht über Leben und Tod. Der „erste Eindruck“ ist auch nicht edler als der Zweite oder Dritte. Im Gegenteil: Wenn er täuscht, droht möglicherweise Gefahr.

2. Die erste Verliebtheit

Die romantische „erste Liebe“? Sie lebt von der Verklärung und ist zumeist keine Realität. Während der Pubertät verändert sich der Körper nicht nur äußerlich, sondern aggressive Botenstoffe gehen nun auf das arme Hirn los, das dann mit den bisherigen Erfahrungen nicht mehr zurechtkommt. Die Person entwickelt also neue Gefühle, die ihr bisher fremd waren. Wenn nun jemand sagt, die sei Liebe, dann hat er es eben so bezeichnet. In Wahrheit war es erste Verliebtheit und nicht mehr.

3. Die Liebe auf den ersten Blick?

Der Romantikknüller älterer Paare erweist sich zumeist als Erinnerungslücke: Der Liebe auf den ersten Blick gingen schon andere Blicke voraus, und es gab sogar Zweifel. Das in Zeitfragen relativ unzuverlässige Gehirn renkt dies dann nachträglich wieder so ein, als sei es „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen. Forscher behaupten dies zwar auch, sie meinen aber etwas anderes damit: Verliebtheit auf den ersten Blick. Dabei werden Botenstoffe in großen Dosen ins Gehirn geschickt, die dort für Vernebelung sorgen.

4. Das erste Mal Sex

Was im 19. Jahrhundert noch das „erste Mal“ war, ist es im 21. Jahrhundert nicht mehr. Männer haben nie ein solches Brimborium um ihr „erstes Mal“ gemacht wie Frauen, was hauptsächlich daran liegt, dass der Mann beim ersten Hetero-Sex in den Frauenkörper eindringt. Dieses „Eindringen“ eines lebenden Körperteils scheint der eigentlich sensationelle Effekt zu sein. Die meisten Frauen haben bereits vorher Finger, Zungen und Geräte kennengelernt, die ihnen die erwünschten Sensationen verschafften. „Echter Sex“ ist zwar irgendwie anders, aber durchaus ähnlich. Die Psychologie behauptet das überwiegend das Gegenteil: Nach ihrer Meinung ist das „erste Mal“ absolut prägend – vor allem für Frauen. Wer recht hat, wird erst die Zukunft erweisen.

5. Das erste Mal auf „Abwegen“

Wirklich interessant wird das erste Mal erst, wenn man auf Abweg geht: da haben Frauen und Männer sehr unterschiedliche Wünsche, sehen aber unterschiedlichen Freuden und Risiken entgegen. Die üblichen Wünsche: Der viel strapazierte „Dreier“, „fesselnde Beziehungen“ und „ein wildes erotisches Abenteuer“ mögen Männer und Frauen ja noch teilen, aber bereits beim „mündlichen Liebesexamen“, beim Hintereingang oder bei der Homoerotik sieht die Sache anders aus: Da zieren sich Männer mehr als Frauen. Plötzlich gibt es nicht mehr das EINE „Erste Mal“ – es gibt viele „erste Male“. Für manche Menschen war das „Alternative erste Mal“ jedenfalls viel aufregender als das erste Mal, als man die Druckknöpfchenmethode versuchte.

Titelebild © 2008 by icanteachyouhowtodoit

Forschen an der Liebe: 0,2 Sekunden zur Verliebtheit?

Die Professorin Stephanie Ortigue hat mit einem Team aus Forschern mehrerer Universitäten herausgefunden, dass Verliebtheit innerhalb einer Fünftelsekunde einsetzen kann, wobei 12 Gehirnregionen beeinflusst werden. . Benutzt wurde dazu die Magnetresonanztomografie (fMRI), die dazu dient, Funktionen im Inneren des Gehirns mit hoher räumlicher Auflösung darstellen können.

Wie Frau Ortigue die Menschen innerhalb dieser berühmten Fünftelsekunde verliebt gemacht hat, wissen wir allerdings nicht: ihr Verfahren kann ja nicht ex-und-hopp anwendet werden, und so muss man bei der Verliebtheit wohl etwas nachgeholfen haben. Die Feststellung der Fünftelsekunde war allerdings auch nicht das Ziel der Forschungen: Man wollte vielmehr feststellen, wie sich unterschiedliche Formen der Liebe im Gehirn auswirken, um beispielsweise medizinische Hilfe bei „gebrochenen Herzen“ leisten zu können. Mehr in der Liebepur sowie in der weiterführenden Literatur in den Verlinkungen.
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