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Die WELT am SONNTAG weiß, was richtige Liebe ist

Wir armen Erdenwürmchen sind nicht kompetent genug, zu wissen, was die Liebe für uns ist. Deswegen gibt es ja Journalisten, die uns sagen, was wahr ist und was nicht. Mögen die Forscher, die Lehrenden und selbst die Berater manche Vorbehalte haben, und zu sagen, was Liebe ist – erst durch Journalisten wird uns der Schlüssel zur Liebe eröffnet.

Das glauben jedenfalls die Journalisten selbst. Nicht nur der SPRINGER-Zeitung WAMS ist es eigen, in Überschriften mehr hineinzulegen, als der Text hergibt, doch hier wird mal wieder deutlich: Die im Titel gestellte Frage „Wie liebt man richtig?“ ist nichts als Provokation und Leserlockstoff.

Kein Wunder, dass dieselbe Frage im Text gar nicht erst gestellt wird – und Antworten? Ach bitte, liebe WAMS, an dieser Frage haben sich schon ganz andere die Zähne ausgebissen als ihre Redakteure und die Leute von der VHS, die ihr da befragt habt.
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Für fesselnde Beziehung gesucht …

das wird sicher eine fesselnde beziehung


Fesselnde Beziehungen müssen gerade wüst angesagt sein – jedenfalls solche, bei denen die Fesseln nicht inwendig bestehen. Die „Einstiegsdroge gibt’s beim Möbel- oder Geschenkartikelhändler, Gruschtkrämer oder („mit Perversenzuschlag“) beim „Versandhandel für Erwachsene“.

Die Droge heißt „Plüschhandschellen“ und sie gib es in Schweinchenrosa, für die Süßen oder in Rot (passend zu schwarzen Dessous) für die Heftigen sowie in vielen anderen Farben. Für Anfänger(innen) ist wichtig, dass sie sich ohne Schlüssel öffnen lassen, auch wenn sie abgeschlossen sind – das erspart im Notfall den Schlossermeister.

Ähm … ach so, ja, warum ich dies hier schreiben: Nicht nur, weil Kollegin Gabriele Kuhn gerade im Standard darüber schrieb. Nein, nein, auch weil die üblichen Verdächtigen gerade ihre Programme um zahllose „Sets“ erweitert haben: Da ist dann alles drin, was man braucht für die orientalische Weisheit: Nichts hören, nichts sehen, nicht sprechen, und dann schön die Hände hinter dem Rücken falten und fein aufmerksam sein. Dazu schreibt Kollegin Kuhn:

Sex darf und soll auch eindringlich sein können, stark, einnehmend, besitzend. Selbst wenn dies mit dem konventionellen Bild der Schmusischmusi-Soft-Beischlafvariante nicht harmoniert, weil Aggression stets negativ assoziiert wird.


Apropos: Ich meine, wenn die Frau Kuhn so etwas schreibt, nicht wahr, ist das denn ernst gemeint?

Leute: Ja, denn ich lesen ja auch noch woanders als bei unseren feschen „südlichen“ Nachbarn, bei denen Sex wie Apfelstrudel genossen wird, und Apfelstrudel wie Sex.

Na, dann hört mal, Freundinnen und Freunde (Zitiert aus In Franken)

Was gehört zu einer guten Sexualität in einer Partnerschaft? Dazu gehört eine gesunde Form von Aggressivität, positiv auf den Partner zuzugehen. Manchmal entsteht in Beziehungen eine, Harmoniefalle'.


Das sagte immerhin Ilse Kolb, und die ist Diplompädagogin und Sexualtherapeutin und Leiterin der Ehe- und Familienberatungsstelle.
Also ehrlich, darüber wäre noch ernsthaft zu schreiben, oder? Ich frag mal den Induna, ob er Lust hat. Nö, nicht mit mir damit zu spielen – zu schreiben, natürlich.

Kaufe ich mir nun ein Fesselset oder versuche ich es erst mal mit Strümpfen und Kochlöffeln? Ja, und dann wäre da noch zu klären (hust) … ich hätte da gar keinen Partner dafür (auch keine Partnerin, ihre Naseweise) … da müsste ich ja erst mal eine Anzeige aufgeben: „verkrachte Speditionskauffrau, Bloggerin, geschieden, gegen 40, sucht fesselnde Beziehung“. Tu ich aber nicht. Falls ihr den letzten Absatz ernst nehmt: Vergesst es, Jungs.

Bild © 2004 by LadyDragonflyCC