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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex
Warnung! Teile dieser Texte könnten mithilfe menschlicher Intelligenz erzeugt worden sein.

Für Frauen immer gut: das Dienstmädchenkostüm

simpel: sich zur "minna" machen


Nachdem ich jetzt mal wieder auf Faschingskostüm-Suche bin, kann ich euch sagen: Eigentlich ist alles einfach, wenn es nicht kompliziert ist. Aber mal der Reihe nach: Für Frauen geht sexy und streng, oder sexy und sexy, aber sonst fast gar nichts. Uniformen, wohin man guckt: vom weiblichen Moses über die Muschkotin oder die Bulette bis hin zur Saftschubse – alles da. Äh – nun lacht doch mal … also von der angehenden Leichtmatrosin über die Rekrutin und die Polizistin bis in zur Flugbegleiterin. Auch die andere Seite punktet: Kapitänin, Generalin, Fantasie-Polizeichefin mit Lametta oder Flugkapitänin – da musst du nur aufpassen, dass du den Frauen nicht mehr imponiert als den Männern. Jedenfalls sollen Frauen angeblich dies Jahr stark auf den Fasching kommen und nicht wie die Gangstermiezen.

Na klar, Krankenschwester und Domina gehen immer (Lederrock und Stiefel reicht notfalls), und Nonne und Äbtissin gehen auch weiterhin (Strapse nicht vergessen).

Das Einfachste ist aber, sich selbst zur Minna zu machen – ja echt. Eine Minna war ja früher das „Mädchen“, also die Hausangestellte, und die trägt nach dem Porno-Vorbild, das die Männer im Kopf haben, meistens Schwarz und dazu eine weiße Schürze und ein Häubchen. Am besten machst du das so:

Schwarzes Cocktailkleid (sieht sowieso immer dienstmädchenhaft aus) entmotten und dann soweit kürzen, dass der Rocksaum (aufrecht stehend) nicht mehr als zwei Zentimeter unter dem Schritt endet. Dann High Heels und schwarze Strümpfe, wenn es geht mit Strapsen, dazu Minischürze mit Spitzen und ein Häubchen. Wenn du das Cocktailkleid noch mal für die Hochzeit deiner Mutter aufbewahren willst, kannst du auch ein Super-Mini-Kleid im Sexversandhaus kaufen. So was ist billig, weil der Stoff meistens sowieso nicht viel taugt.

Klar brauchst du Mut, umso was zu tragen – aber wolltest du nicht sexy aussehen? Wenn du es dir nicht zutraust, dir so ein Kleidchen selbst zu machen: Adultshop hat es.

Titelfoto & copy; 2005 by Aldo Cauchi Savona

Abbildung rechts: Katalogartikel aus dem Adultshop: Servier-Set Magda © 2011 by Cotelli Collection.

Üb immer Treu und Seitensprung – oder?

die geliebte - störfaktor in der ehe oder vernachlässigbare komponente, die man hinnehmen muss?


Die erotische Affäre war immer ein beliebteres Thema als die Treue. Wer konnte und durfte, vergnügte sich als Mann immer mit allem, was er mit Macht und Geld erreichen konnte – möglichst mit Frauen, und möglichst legal. Ob es die „Ehe zur Linken“ war oder die Bauernmädchen, die man sich aufs Schloss kommen ließ – alles war schließlich legal: Die „Ehe zur Linken“ war solange üblich, bis der Klerus so viel Macht bekam, sie zu unterbinden, und die Bauernmädchen waren solange verfügbar, wie es Leibeigene gab. Als immer mehr Menschen in die Städte zogen, wuchs die halbseidene Prostitution mit „Mädchen aus dem Volk“, denn nun hatten die Bürger das Geld und die Macht, Modistinnen, Näherinnen und Dienstmädchen für Geld, schickes Ausgehen und gute Worte zu Lustdienerinnen zu machen.

Ob eine Ehefrau der damaligen Zeit überhaupt „Treue“ erwarten durfte, ist zweifelhaft. Sie hatte die legalen Kinder zu gebären und das Haus zu führen. Liebhaber konnte sie sich nur heimlich nehmen und auch nur dann, wenn dazu Gelegenheit bestand, was allerdings ziemlich häufig der Fall gewesen war. Der Ausdruck: „Sie kamen mit Kind und Kegel“ ist nicht von ungefähr so volkstümlich geworden.

Unter dem Pantoffel hatte der Kleinbürger-Mann keine Chance

Die Treue war allerdings lange Zeit der Hauptzusammenhalt der Kleinbürgerfamilie. Wo das Geld gerade mal reichte, um das Nötigste zu beschaffen, wachte die Ehefrau streng darüber, dass kein Geld aus dem Haus geschafft wurde, und sowohl der regelmäßige Besuch einer Hure wie auch das Halten einer „Geliebten“ kostetet nun einmal viel Geld. In solchen Familien hatte die Frau oft „die Hosen an“, und der Mann „stand unter dem Pantoffel“.

Je höher der Lebensstandard, umso mehr tolerierte man den Seitensprung

Je besser der Stand der Familien, umso mehr tolerierte man später die Seitensprünge. Als man noch nicht in die Tropen reiste, gestattete mancher Mann der Ehefrau bereits großzügig einen südländischen Liebhaber, und die Ehefrauen drückten beide Augen zu, wenn die Affären des Ehemannes nicht dazu führten, das Familienleben zu ruinieren. Man lebte das Bürgertum des 19. Jahrhunderts mit anderen Mitteln: Die Fassade war nicht mehr so wichtig, Hauptsache, die Ehe hielt weiterhin. Viele Ehepartner der 1960er Jahre sagten bereits: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ – vorausgesetzt, man zeugte dabei keine Kinder. Als die „besseren Bürger“ dann später noch damit begannen, andere Paare in ihre sexuellen Aktivitäten („Frauentausch“) einzubeziehen, war der Seitensprung so gut wie vom Tisch – „mitwirkender Seitensprung“ nannten dies einige Wissenschaftler damals.

Presseblähungen und Seitensprünge

Heute nun ist sie wieder da, die Diskussion um eheliche Treue und Seitensprung. Wer sie eigentlich anstößt, ist unbekannt, jedoch kann festgestellt werden, dass „Pressblähungen“ daran nicht unbeteiligt sind: Aus einigen Fällen von Promis, zweifelhaften Umfrageergebnissen, publicitygeilen Wissenschaftsaussagen und tatsächlichen Zeitströmungen wird ein Trend zusammengestöpselt.

Dating-Agenturen, Netzwerke und das Geschwätz um die "Evolution"

Dabei spielen sogenannte „Seitensprungagenturen“ offenbar eine große Rolle, und selbst wertneutrale nutzbare soziale Netzwerke wie FACEBOOK werden verdächtigt, an dem Trend mitzuwirken. Das Volk in den Elfenbeintürmen macht dann noch auf „wichtig“ und faselt irgendeinen Blödsinn über die „Evolution“, die an allem Schuld sei. Nun, früher waren es schon mal die Miniröcke, jetzt ist eben die Evolution – vielen Dank dafür.

Lösungen? Ja, aber ... nur bei mehr Toleranz

Bei so viel Rummel und Gedöns frage ich mich: Wie soll es denn nun weitergehen?

Vielleicht so:

- Nach meinen Schätzungen sind die meisten Seitensprünge völlig unwichtig für die beiden „Täter“ – es war die Begierde, und nicht mehr. Dies sollten Ehepartner hinnehmen.
- Sexuelle Affären sind nicht notwendigerweise Liebesaffären. Wenn das so ist, sollte man sie akzeptieren, aber mit dem Partner reden, wie das Leben nun weitergehen soll.
- Das Wohl der Kinder und der Zusammenhalt des Paares sollte wichtiger sein als jede Liebschaft – Scheidungskinder, vor allem solche aus dem Mittelstand, sind besonders betroffen, weil sie sozial abrutschen können.
- Es ist nicht auszuschließen, dass wir in Zukunft andere Lebensformen als die „Ehe in ewiger Treue“ finden. Allerdings müssen wir uns dann auch andere Sozialsysteme ausdenken – und es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass der Staat an die Stelle der Familie tritt. Die Folge wird sein, dass wir noch mehr Geld für die Betreuung der Kinder in wechselnden Paarbeziehungen aufwenden müssen – aus der eigenen Kasse.

Das Fazit wäre im Grunde: Der emotionale Stellenwert der Seitensprünge müsste heruntergeschraubt werden, der soziale und wirtschaftliche Stellenwert der Familie (nicht der Ehe!) aber gleichzeitig heraufgesetzt werden. Eigentlich wäre dies eine Aufgabe der Politik – doch wer traut dies eigentlich noch den Leuten zu, die in Berlin „Familienpolitik“ machen?

Die Diskussion findet inzwischen sogar als „pro und contra Seitensprung“ bei Orion statt.