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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Die Herrschaft und die Liebe

wer liegt hier wohl am boden? ein tiger oder ein kerlchen?


Herrschaft und liebe schließen einander keinesfalls aus – die „absolut gleichberechtigte“ Liebe existiert nicht, weil es in der Gefühlswelt keine Gleichberechtigung gibt – Recht wird nur bei Gericht gesprochen. Es ist erstaunlich, dass so viel Frauen glauben, ihren Hund zu lieben, oder sich gar einbilden, ihr Hund würde sie lieben. Aber dass man einen Menschen leiben kann, der nicht auf Augenhöhe (Wuff, Wuff!) mit ihnen steht, das glauben sie nicht. Sicher, sicher, der Mensch ist kein Hund. Aber muss deswegen Liebe immer auf Augenhöhe stattfinden? Darf sich der eine dem anderen nicht wenigstens hin und wieder unterordnen?

Das dümmliche Gezerre um Gleichberechtigung hat dort ein Ende, wo Führung erwartet wird. Das geht schon damit los, dass es drei Wege zum Gemüsemarkt gibt: an den Bussen vorbei, entlang der Hauptstraße, oder durch den kleinen Park, der allerdings meist von Hunden vollgekotet ist, wenn hier nicht gerade Männer an Bäume pinkeln, die lange auf den Bus warten. Natürlich muss dann einer führen und den Weg bestimmen – der Alltag findet eben nicht in den Gehirnwindungen der Genderforscher im Elfenbeinturm statt, sondern hier unten auf der Erde.

Frauen erwarteten bisher immer, das der Mann verführt

Ebenso ist es mit der Liebe selbst: Es gibt kaum Frauen, die nicht erwarten, dass der Mann führt, und viele erwarten von ihm auch die Verführung. Frauen, die selbst verführen sind rar – zwar sind sie ein Männertraum, aber in der Realität werden sie mit Argwohn betrachtet: Was will die wirklich von mir, wenn sie sagt, dass sie Lust auf Sex hat“, fragt sich da mancher Mann.

Frauen wählen heute schärfere Gerichte auf der Speisekarte der Liebe

Heute muss man die Frage um Dominanz und Unterwerfung in der Liebe kaum noch verhüllt stellen: Es geht nicht nur darum, wer „die Hosen anhat“ und wer „unter dem Pantoffel steht“, sondern inzwischen um viel mehr. Denn seit Frauen sich ihre sexuellen Bedürfnisse nach der Speisekarte der Liebe zusammenstellen, steht eben oft auch „Kerlchen, die man sich noch ziehen kann“ auf der Speisekarte der Liebe. Beispielsweise Lustsklaven für die experimentierfreudige Dreißigerin, Zuckerjungs für Frauen über 40 oder „Cubs“ als Jagdbeute der Frauen über 50.

Die Neugierde auf erotische Machtspiele steigt

Selbst in seriösesten Foren kann dergleichen heute diskutiert werden – das Liebäugeln mit dem „Besonderen“ in einer reinen Lustbeziehung, wie sie heute beispielsweise in „Casual Dating Agenturen“ angeboten werden, macht auch Frauen neugierig auf Spiele mir der Macht.

Mit Macht und Unterwerfung liebäugeln

Erstaunlich ist immer wieder, wie viele Romane und Bände mit Kurzgeschichten erscheinen, die mit der Lust an der Unterwerfung spielen. Nicht immer sind sie realistisch, aber sie sprechen offenbar sinnliche Bedürfnisse an – normalerweise steht dahinter der Wunsch, sich einmal erotisch „verantwortungslos“ benehmen zu dürfen. Denn die vielen Moralpredigten, die wir hören, sagen uns ja ständig, dass wir autonom sein sollen, ein hohes Selbstbewusstsein an den Tag legen sollen und dabei auch noch möglichst verantwortungsbewusst handeln sollen.

Das klingt alles recht wenig nach „entspannten Lustgefühlen“ – wundert uns da etwa, dass immer mehr Menschen nach sinnlicher Verführung lechzen, sich dem Partner spielerisch unterwerfen wollen und einmal für gar nichts mehr verantwortlich sein?

Herrschen und beherrscht werden ist ein sehr sinnliches Spiel. Man kann es einseitig sehen, dann wird es oft auch gefährlich. Die grundlegenden Menschenrechte dürfen nicht an der Basis angetastet werden, was letztendlich bedeutet: Wer dem anderen nicht nur spielerisch, sondern per „Sklavenvertrag“ die Freiheit raubt, der begibt sich in die Grauzone der Menschenverächter.

Wird Frauenlust mehr und mehr zum Spiel?

Doch wer wollte einer Frau verwehren, ein bisschen mit dem vorhandenen „Männermaterial“ herumzuspielen und zu prüfen, wie weit die Kerlchen gegebenenfalls gehen würden? Ich finde, die Männer haben jahrzehntelang Freude an dem Spiel mit umgekehrten Vorzeichen gehabt, warum sollen sich die Rollen dann nicht auch einmal umkehren? Noch ein Wort an die Männer in ehelichen Bindungen oder in Beziehungen: Wenn die Partnerin derartige wünsche äußerst, sollte man sie ernst nehmen. Tut man es nicht, ist der Weg zum Seitensprung in die Bizarrwelt nicht weit, und in ihr liegen viele bittersüße Versuchungen verborgen, die gefährlicher für die Partnerschaft sind als das Eingehen auf die Wünsche der Partnerin.

Die Familienpolitik – ein Müllhaufen aus dem 20. Jahrhundert

Die westlichen Gesellschaften haben versagt, und die Familienpolitik des 20. Jahrhunderts taugt nichts für die Menschen des 21. Jahrhunderts. Das ist. Grob gesprochen, das Fazit eines Beitrags der Basler Zeitung und eines Kommentars der Liebepur.

Die Familienpolitik hat sich zu sehr darauf verlassen, dass wir im 21. Jahrhundert so leben würden wie in den beiden Jahrhunderten zuvor – Vater, Mutter und Kinder sitzen zusammen im Bürgerhaushalt und spielen heile Familie, bis die Kinder aus dem Haus gehen. Mag dies nun wünschenswert sein oder nicht – der Staat hätte wissen können, dass diese Familienpolitik früher oder später zum Scheitern verurteilt ist. Das alte Spiel, den existierenden Familien Puderzucker in den Hintern zu blasen, und so zu hoffen, dass andere dem Beispiel folgen würden, kann bestenfalls noch als Kasperletheater bezeichnet werden.

Junge Familien, auch junge Mütter mit Kindern hätte man fördern müssen, nicht saturierte Familien mit Eigenheim und zwei Wohlstandsautomobilen – das ist, bewusst überspitzt formuliert, das Fazit. Heute reden sich die Menschen auf die „Unsicherheit“ hinaus – und wissen eigentlich doch, wie verlogen sie sind, denn Leben ist immer ein Wagnis auf die Zukunft hin.

Deutsche sind Ideologen – und haben deshalb keine Kinder

Deutsche können und wollen sich offenbar nicht mehr engagiert für das eigene Wohl entscheiden, sondern machen Hinz und Kunz für ihre Fehlentwicklungen verantwortlich. Wenn es dazu noch eines Beweises bedurfte, lieferte ihn heute die deutsche Presse: Die Zeitschrift „Eltern“ wollte wissen, warum es in der Bundesrepublik vergleichsweise wenig Geburten gibt – und je nach Gesinnungslage dichteten dann die Zeitungen ihren Vers: Bei RP Online war es das Geld, an dem der Kinderwunsch scheitert, beim Focus der Stress.

Nun gut, wahrscheinlich haben alle AFP gelesen, und daraus erfahren wir immerhin, dass 81 Prozent unserer lieben Mitbürger und Mitbürgerinnen Ideologen sind. Wörtliches Zitat:

Rund 81 Prozent glauben, dass ein anderer Grund sei, dass die Gesellschaft Leistungen im Beruf höher bewerte als Leistungen in der Familie.

Ich muss wohl nicht sagen, dass diese Aussage nicht auf Faktenwissen beruht, sondern die in Deutschland so beliebte Ideologie in den Vordergrund drängt – wessen Schuld das auch immer sein mag. Allein die Aussage selbst ist schon ein Treppenwitz – schließlich kommt es nicht darauf an, was irgendeine abstrakte „Gesellschaft“ wie-auch-immer bewertet, sondern wie die Person die Sache selbst bewertet – sich hinter der Gesellschaft zu verstecken, weil man sich nicht selber nicht recht entscheiden will, ist eher ein psychischer Defekt als eine ernst zu nehmende Aussage eines Erwachsenen.

Nun, der Glaube war in Deutschland schon immer stärker als das Faktenwissen – und wer mal möchte, dass sich die kleinen Nackenhaare sträuben, der erfährt staunend, dass 57 Prozent der kinderlosen 35- bis 39-Jährigen angaben, "den passenden Partner für ein gemeinsames Kind" noch nicht gefunden zu haben.“ Ja, verdammt noch mal – dann hättet ihr eben früher suchen oder euch mehr anstrengen müssen, Kolleginnen und Kollegen Egozentriker.