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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Das erste Mal: Junge Frauen bewerten es negativ

Ein Wissenschaftsteam in den USA will festgestellt haben, dass junge Männer im Durschnitt zufriedener mit ihrer körperlichen Erscheinung nach dem ersten Sex waren, während junge Frauen „etwas unzufriedener“ mit ihrer Erscheinung wurden.

Die Studie wurde nicht an Teenagern vorgenommen, sondern an Frauen und Männer, die zu Beginn der Studie zwischen 17 und 19 Jahre alt waren.

Insgesamt wurden 434 Studentinnen und Studenten vier Mal während ihrer Studienzeit nach „Einstellung und Erfahrung in Beziehungen zu anderen Menschen“ befragt, wobei auch die Körperwahrnehmung abgefragt wurde. Zudem wollten die Forscher wissen, wer während dieser vier Jahre den ersten Geschlechtsverkehr hatte: Dies traf auf 100 Probanden zu.

Welche Bedeutung diese Forschung hat, ist allerdings völlig unklar. Nach Aussagen der Forscherinnen wäre es günstig, wenn die Sexualerziehung sich mehr um ein „positives Körpergefühl“ bemühen würde. Dabei sollten Männer darauf vorbereitet werden, ihre Männlichkeit zu entwicklen, und wie sie diese umsetzen könnten, ohne in risikoreiche sexuelle Verhaltensweisen zu verfallen, während Frauen dazu verholfen werden solle, ein positives Bild des eigenen Körpers aufzubauen.

Quelle: Sciencedaily.

Schwul: Ordentlicher Schwuler, Hurer, Kinderschänder?

Ein Schweizer SVP-Mitglied hat die Diskussion um Homosexualität offenbar auf die Spitze getrieben – und insbesondere damit, die Homosexuellen in drei Gruppen aufzuteilen (Zitat):

„Wir haben nichts gegen Schwule und Lesben, solange sie in einer partnerschaftlichen Beziehung leben und den Rest der Welt nicht mit ihrer sexuellen Ausrichtung belästigen … nur schon bei den Gruppen der Schwulen gibt es drei verschiedene Arten: Dazu gehören neben den in ordentlicher Partnerschaft Lebenden auch die männlichen Huren und die unter keinem Titel akzeptierbaren Bubenschänder“

(Der Schweizer Emil Grabherr, von dem dieses Zitat stammt, ist Präsident der SVP (Schweizerische Volkspartei) im Wahlkreis Luzern Land).

Vielleicht stellen wir dem doch mal folgende Behauptung entgegen, um den Bewies für die Absurdität solcher Aussagen zu erbringen:

„Wir haben nichts gegen männliche und weibliche Heterosexuelle, solange sie in einer partnerschaftlichen Beziehung leben und den Rest der Welt nicht mit ihrer Sexualmoral belästigen … nur schon bei den Gruppen der Heterosexuellen gibt es drei verschiedene Arten: Dazu gehören neben den in ordentlicher Partnerschaft Lebenden auch die männlichen und weiblichen Huren und die unter keinem Titel akzeptierbaren Mädchen- und Bubenschänder“

Boing, boing, boing – mancher sollte sich eben ganz genau überlegen, was er schreibt, wenn er die Volksseele zum Kochen bringen will.

Der Originaltext wurde von "Gaynossinen" ins Netz gestellt.

Liebesschnulze, Krimi oder Volksaufklärung?

Der TATORT war schon immer eine seltsame Mischung aus Aktualität und Banalität. Die neueste Folge allerdings ließ die Kritiker einhellig frohlocken: endlich einmal wieder eine gelungene Sonntagabendunterhaltung, endlich einmal wieder ein toller Tatort-Krimi!

Wie bitte? Die ganze dürftige, an den Haaren herbeigezogene Story von „Mord in der ersten Liga“ sollte wirklich für einen guten Krimi reichen? Wäre es nicht um einen schwulen Fußballer gegangen, was wäre an der Geschichte dran gewesen? Die Dramaturgie folgte dem altbekannte Muster: Die Hauptverdächtigen waren so verdächtig, dass sie es mal wieder nicht sein konnten, und der Kumpel war’s auch nicht. In solchen Fällen ist es gut, noch ein As in der Hinterhand zu halten: Eine Psycho-Story eines Übervaters, dem sein Ziehsohn davonläuft – da hat der Sohn natürlich den Tod verdient – eine aufgesetzte Krimilogik, die jeder Beschreibung spottet.

Parallel lief die übliche Beziehungsstory ab, angeblich sehr subtil umgesetzt: Die Kriminalistin und der Journalist. Immer, wenn beide einander begegnen, werden sie voneinander angezogen, doch wenn die Kriminalistin dann den Rotwein bringen will, um sich den Journalisten zu schnappen, flieht er ohne ein Wort zu sagen. Am Ende will er gart nach Afrika gehen – doch da begegnen Journalist und Kriminalistin einander wieder – im Fußballstadion.

Wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser, mir ist klar, dass das Fernsehen Märchen für Erwachsene produziert, und mir ist auch klar, dass es die bildungsfernen Massen sind, die das heutige Fernsehen (noch) ansprechen kann. Dennoch – mussten die Medien dann gleich in diesen Jubel verfallen, nur weil Frau Furtwängler die Rolle der Kommissarin ganz nett spielt? Ich meine: Man darf mit dem Medium getrost etwas kritischer umgehen. Was gestern gezeigt wurde, war ein dürftiges Drehbuch mit einer aufgepfropften Moral. Niemand bezweifelt, dass es teils packend gedreht war und dass in diesem Krimi etwas bessere Schauspieler zu sehen waren, als es sonst die Regel ist – aber die lachhafte Story wäre ohne den Schwuleneffekt verpufft.

Die lustvolle Stimme – ein Auslaufmodell?

welche stimme mag sie nur haben?


Wenn Seitensprünge populär sind, dann reden alle über Seitensprünge – das bringt Leserinnen und Leser. Nun las ich gerade, dass irgendwelche „Forscher“ herausgefunden haben wollen, dass Männer mit tiefen Bassstimmen und Frauen mit hohen Sopranstimmen eher dazu neigen, in der Ehe untreu zu werden.

Doch damit nicht genug – man bemüht in der üblichen wissenschaftlichen Überheblichkeit auch gleich wieder die Evolution und behauptet (Zitat):

Hinsichtlich der Herangehensweise bei der Partnerwahl haben wir herausgefunden, dass Männer und Frauen die Stimmlage als ein Warnsignal für spätere Untreue nutzen.


Reden wir doch einmal über Stimmen – und zwar nicht über die digital verzerrten Retortenstimmen, die auf die armen Studentinnen und Studenten abgelassen wurden.

Reden wir über Stimmen, die uns begeistern, ausdrucksvolle Stimmen beispielsweise. Ist es nicht so, dass die Damen Tenöre anschmachten und dem Liebesgesäusel lustvoller Jünglinge verfallen, die wir eine „schmelzende“ Stimme nennen? Bei den älteren Herren ist es eher der sanfte, angenehm-ruhige Ton eines Baritons, der die Glitsche ins Lotterbett mit Erfahrung und Seriosität schmiert, aber ein wirklicher Bass, so ein ganz tiefer?

Von den Damen war nicht viel die Rede in der Studie, heißt es in Presseberichten. Die „hohen weiblichen Stimmen“ sind aber wohl keine Mezzosoprane, die eher mit „schreckliche Zicken“ assoziiert werden, und die Soprane wirken kaum besser, zumal, wenn sie sich recht laut äußern. Überhaupt ist es nicht die Stimmlage, sondern die Melodie, die der Verführerin ihren Charme gibt. Früher sagte man noch „guttural“, oder auch mal „samtig“, wenn man verschiedene Typen von Verführerinnen beschreiben wollte. Erotische Stimmen? Natürlich … doch da denken wir dann an Sängerinnen und Sänger, nicht an Stimmlagen ... die großen erotischen Stimmen der Sängerinnen waren selten glockenhell, ja nicht einmal rein.

Ich las einmal ein Buch (1), in dem eine weibliche Stimme als der Bergamottbirnenklang beschrieben wurde. Obgleich die Birne sicher nicht spricht und sie zu den Sorten gehört, die kaum noch angebaut werden, fühlte ich mich sofort auf einer jener alten Partys versetzt, indem man eben plötzlich vorn einer Frau mit jenem Begamottbirnenenklang angesprochen wurde.

Die weiblichen Stimmen, die unsere Hormonspiegel spontan nach oben treiben, sind selten geworden. Sanfte, samtige verlockende Stimmen ebenso wie rauchige, leicht verruchte, die eher die lustvolle Begierde auslösten. Vielleicht werden sie im digitalen Zeitalter nicht mehr benötigt, und möglicherweise weigern sich die Damen der heutigen Zeit, die Rollen zu spielen, die damit verbunden waren.

Heute wollen die jungen Frauen vor allem „cool“ sein, wenn ich das richtig verstanden habe, und möglichst noch authentisch, mit makelloser Haut und abrasierten Schamhaaren. Da fragt sich natürlich, ob sie überhaupt noch schmackhaft sind … oder sollte ich das jetzt lieber nicht fragen?

(1) Ich meine, das Buch sei „Die Palette“ von Hubert Fichte gewesen, aber ich kann mich irren).

Bernhard Hoetger, die Erotik und die Brüste

Erotik ist heute noch kaum gefragt – Sex überstrahlt alles. Doch Sex ist wie ein Feuerwerk – laut, knallig und schnell abgebrannt. Erotik hingegen ist leise, sinnlich und lodert in der Seele fort wie ein Kaminfeuer.

Ich sehe seit meiner eigenen Jugend das Sinnbild der Jugend an – eine Statue des Bildhauers Bernhard Hoetger, die allerdings in einem eher dunklen Seitengang der Bremer Böttcherstraße steht – seit 1909. Damals war sie gar nicht leicht zu bewundern, weil so gut wie niemals genügend Licht auf die schöne Statue mit den wundervollen Brüsten fiel.

Überhaupt – die Brüste. Sie wirkten grau und unansehnlich, trotz des guten Klimas der Hansestadt, in der Kupfer noch leuchtenden Grünspan ansetzt und Bronze ihren schönen Glanz behält.

Bei meinem letzten Besuch indessen strahlte nicht nur die Figur, auch die Brüste hatten neuen Glanz bekommen. Offenbar glauben Touristen, dass das Berühren der Brüste der schönen Frau Liebesglück bringt, so ähnlich, wie es auch beim Berühren der Beine des Esels auf dem Liebfrauenkirchhof der Fall sein soll.

Ja – was soll ich Ihnen sagen – Eselsbeine sind nicht so attraktiv wie Frauenbrüste, auch wenn sie nur aus Bronze sind.