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Charakter kontra Schönheit – was siegt?

Die Frage, ob Schönheit oder Charakter einer Frau die Männer am meisten beeindruckt, ist ein Wort falsch: „oder“. Das Beispiel ist ein Fall für konstruierte Gegensätze: Wäre also Charakter eine Alternative zur Schönheit, so ginge nur eines von beiden.

In Wahrheit liegen die Dinge völlig anders. „Schönheit“ besteht aus vielen Komponenten, die man gemeinsam unter „körperliche Attraktivität“ zusammenfassen könnte. Gemeinsam mit der Summe der Persönlichkeitseigenschaften bilden sie dann für den Partnersuchenden zunächst das Erscheinungsbild, später dann das Persönlichkeitsbild.

Charakter - welcher Charakter denn?

Das Wort „Charakter“ ist genau so interpretierbar wie das Wort „Schönheit“. Das Wort entstammt dem griechischen, und es sagt aus, dass wir bestimmte Grundeigenschaften oder Prägungen haben. Die Frage ist allerdings, welche dieser Prägungen für die Partnerschaft wichtig sind. Es ist nämlich so: In der Persönlichkeit kristallisieren sich manche Charaktereigenschaften mehr, andere weniger heraus, und manche sind bedeutsam für den Partner, andere wieder überhaupt nicht.

Fragwürdige Wissenschaftler: die falsche Sichtweise des Charakters

Die Wissenschaft macht beim „Charakter“ einen Grundsatzfehler: Sie leuchtet gewissermaßen in die Psyche hinein und nimmt dann an, dass sich ihre Erhebungen etwa in gleicher Weise nach außen auswirken. Jeder Alltagsmensch handelt anders: Er versucht, die charakterlichen Eigenschaften anhand des Verhaltens zu ermitteln, weil nur das Verhalten für eine eine Rolle spielt.

Charakter kontra Schönheit - ein Fehlgriff

Nehmen wir nun bitte mal die Worte „Charakter“ und „Schönheit“ und stellen noch „erotisch wirksame Ausstrahlung“ als „Sinnlichkeit“ dazu, dann bemerken wir, wie sich das Bild erweitert. Ideal für Partnersuchende wäre, einen Menschen kennenzulernen, der drei Eigenschaften vereint. Der Partner soll für den Suchenden:

- Optisch attraktiv oder schön sein.
- Erkennbare, sinnreiche und verwendbare Charaktereigenschaften haben oder solche, die dem anderen einfach gefallen.
- Möglichst lange das sinnliche Verlangen erregen.

Die Aufstellung zeigt: In Wahrheit geht es gar nicht um Schönheit kontra Charakter. Man wählt immer den Partnersuchenden als Person, nicht einzelne Eigenschaften.

Überwertung: Wenn Charakter oder Schönheit zu viel zählen

Schwierig wird die Suche, wenn man eine der drei Komponenten überbetont. Wer den Charakter als „Prägung“ versteht, sollte sich hüten – die sogenannten Charaktereigenschaften formen sich im Laufe eines Lebens noch häufig um. Nur nach gewissen „Charaktereigenschaften“ zu suchen, ist also völlig unsinnig. Viel wichtiger als Charaktereigenschaften sind Verhaltensweisen: Nimmt sie/er Schwierigkeiten und Fehler mit Humor? Hat sie/er Angst vor Schwierigkeiten oder strebt sie/er Lösungen an? Kann man mit ihr/ihm etwas in Ruhe besprechen, auch wenn es einmal „härter zur Sache“ geht?

Was ist mit der Schönheit? Mit ihr fangen Sie leider gar nichts an. Nur Menschen (hier überwiegend Männer), die eine(n) Partner(in) „zum Vorzeigen“ benötigen, legen das Hauptgewicht auf körperliche Schönheit. Der einzige Trick, den die Schönheit schafft: Wenn Sie schön oder besonders attraktiv sind, werden Sie häufiger ausgewählt – das heißt aber noch lange nicht, dass sie damit auch den Sprung zur Beziehung schaffen.

Die sinnliche Ausstrahlung hilft Ihnen tatsächlich, Partner(innen) für alle Fälle zu finden. Zwar lässt die Sinnlichkeit im Alltag durch Überlagerungen nach, aber die Zeit reicht zumeist, um die „ersten Runden“ der Beziehung ohne Knock-out zu meistern. Für die Zeit danach zählt dann das Gewebe von psychischen, intellektuellen, kulturellen, sozialen und sicher auch finanziellen Verstrickungen, um Beziehungen lange Zeit aufrechtzuerhalten.