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Welt-Leitartiklerin diffamiert Männer auf elegante Art

Es kommt offenbar nicht darauf an, was man sagt, sondern wie man es sagt. Annette Prosingers Leitartikel in der WELT liest sich schön, aber die Botschaft ist die gleiche, die wir in den Beiträgen anderer Autorinnen zum Thema Geschlechterkampf lesen müssen: Frauen sind im Grund genommen die edleren Menschen, und nur weil sie so schrecklich masochistisch sind, werden sie zu Opfern der bösen Männerwelt.

Das liest sich dann so:

„Gebrochene Figuren, die den Geliebten, mit dem sie sich so frei fühlten, nur halten konnten, indem sie die Wahrheit ausblendeten. Wie viel Masochismus mischt sich da in die Selbstbehauptung?“


Ich sage es mal frank und frei: Wie viel Masochismus oder sonst was in einer Beziehung liegen darf, entscheidet derjenige, der liebt – und er entscheidet mindestens zur Hälfte mit, zu welchen Bedingungen das Spiel der Liebe stattfindet.

Aber wir wussten es doch schon vorher – Frauen sind die Guten, Männer die Bösen. Nun, dann sind wir eben „testosteron- und machtgetrieben“, natürlich, und wir „nehmen uns“, wonach uns gelüstetet, „wie Machos längst vergangener Zeiten.“ Gegenwehr gegen solche Diffamierungen ist aussichtslos, also nehmen wir es hin und stellen fest: Auch mit wohlgesetzten Worten kann man Männer beschimpfen und verunglimpfen.

Immerhin haben wir einen Trost, und den kann man in Umkehrung des Schlusssatzes sehr wohl als Hoffnung verstehen:

"Denn die Geschichte des ungleichen Umgangs der Geschlechter miteinander, der Demütigungen, Intrigen und des Verrats ist lange nicht fertig erzählt.“


Richtig. Es wird Zeit, dass sie von Männern erzählt wird, denn die Demütiger, Intriganten und Verräter sind nicht per Definition männlich. Frauen haben ein erhebliches Potenzial dieser Art, und sie werden es mehr und mehr einsetzen, je mehr Macht und Einfluss sie in der Gesellschaft erlangen.

Zitate aus: Modernes Trauerspiel - die WELT.

Bisexuell – Etikett oder Befindlichkeit?

Die Ersten, die ganz erpicht darauf waren, ihren damals noch umbenannten homosexuellen Neigungen einen Namen zu geben, waren Homosexuelle. Neben der Sexualität der „Dioninge“ (heute: Heterosexuelle) stellte der homosexuelle Jurist Karl Heinrich Ulrichs (1864) die Sexualität der Urninge, der männlichen Homosexuellen. Schon bald zeigte sich aber, dass man auch von Uranodioningen sprach, also Männern, die beide Geschlechter liebten.

Die Klassifizierungswut der damaligen Zeit ist darauf zurückzuführen, dass man um die Anerkennung des Andersseins als eigenständige, legale Form der Sexualität kämpfte. Allein deshalb legte man wenig Wert darauf, bisexuelle Männer genauer zu brachten, ebenso wenig, wie man homosexuelle Frauen (Urninden) oder bisexuelle Frauen zu beachten pflegte.

Ob selber homo- oder heterosexuell, die „konträre Sexualempfindung“ wurde zum Lieblingsthema ganzer Generationen von Psychiatern und Psychologen. Über die Bisexualität, wie sie im 19. Jahrhundert gesehen wurde, finden wir einen markanten Satz bei Krafft-Ebing:

Sehr oft kommen perverse sexuelle Akte zur Beobachtung, ohne dass ihnen Perversionen zugrunde lägen.


Gemeint sind hier vorübergehende homoerotische Beziehungen, die Menschen eingehen, um einander auch körperlich nahe zu sein.

Bisexualität: Ent-Greifen statt Be-Greifen

Wer Bisexualität begreifen will, muss sie ent-greifen: Der Begriff wird am besten radiert, und eine Beschreibung muss her: Wie fühlt sich ein Mensch? Was bewegt ihn? Wann, wie und wo ist er in welcher Weise liebevoll, erotisch oder sexuelle vom anderen oder gleichen Geschlecht begeistert?

Wissenschaftler tun dies, wenn überhaupt, viel zu selten.

Ein Beispiel: Es gibt viele Frauen, die Bi-neugierig sind. Wissenschaftler vermuteten jahrelang, dass diese Neigung besonders heftig unter „sehr jungen“ Mädchen in der Pubertät auftrat, besonders dann, wenn sich Gelegenheiten dazu ergaben. Doch heute beginnt für viele Frauen die Phase der Bi-Neugierde erst in der Altersstufe zwischen 21 bis 25 Jahren, und die Gelegenheiten ergeben sich kaum noch zufällig, sondern werden gesucht. Bisexualität wird damit immer mehr zu einer Verhaltensweise, für die man sich (in diesem Fall sind nur Frauen gemeint) bewusst entscheidet – und auch ebenso schnell wieder dagegen.

Bi-Sexuell ist ein Etikett - was ist mit der Liebe?

Überhaupt – „Sexualität“. Bedeutet das Gefühl, einem Menschen des gleichen Geschlechts besonders zugeneigt zu sein, schon Liebe? Ist die Liebe zum gleichen Geschlecht gleichbedeutend mit ihrer erotischen Anziehung? Und bedeutet erotische Anziehung bereits, den Geschlechtsverkehr miteinander auszuüben?

Die Antwort lautet immer: nein. Die Beziehungen zwischen Menschen sind geprägt von Zuneigung, Liebe, Sinnlichkeit und eben auch von Sexualität, aber eben nicht ausschließlich von Sexualität. Kein Mann wird jemals erfahren, was eine „intime Freundin“ für eine Frau wirklich bedeutet, und keine Frau hat einen Einblick in eine „innige Männerfreundschaft“ – alles, was man darüber lesen kann, ist die reine Spekulation.

Übrigens: Der Spruch „Wahre Liebe gibt es nur unter Männern“ geht zurück aufs Mittelalter, in dem die wahre „Liebe“ (nicht Sexualität!) nur Männern zugestanden wurde.

Das Fazit? Liebe ist unergründlich, und Lust, Leidenschaft und Begehren sind es auch. Was an Ihnen, liebe Leserin oder lieber Leser, „bisexuell“ ist, wissen Sie nur selber – kein anderer kann es für Sie entscheiden.

Wissenschaftler: Bisexuelle Männer gibt es doch

Die Studien, die über bisexuelle Männer durchgeführt wurden, werfen viel Licht auf die Oberflächlichkeit und Arroganz, mit der Wissenschaftler vorgehen. Inzwischen werden alle Ergebnisse, die mit den üblichen wissenschaftlichen Primitivmethoden „erzielt“ wurden, auch von andren Wissenschaftlern in Zweifel gestellt. Dies betrifft nicht nur diese Studie, sondern alle Studien, bei denen Fotos, Laborsituationen und eine fragwürdige Auswahl der Probanden eine Rolle spielten. Dieser Artikel ist ein Meinungsbeitrag und hoffentlich eine Warnung an all jene Wissenschaftler, die schnell zu Ruhm kommen wollen und dabei schlampig arbeiten.

Der Fall – "Bisexuelle sind überwiegend verkappte Schwule"

Im Online-Lexikon Wikipedia wird unter dem Stichwort „Bisexualität“ auf eine Studie hingewiesen, die wie folgt zitiert wird:

Eine 2005 veröffentlichte Studie aus den USA kommt zu dem Schluss, dass eine bisexuelle Selbstbezeichnung nur in ca. 2 % der Fälle eine sexuelle Orientierung zu beiden Geschlechtern bedeutet. Drei Viertel der als bisexuell bezeichneten Probanden seien homosexuell, der Rest heterosexuell.


Es ist völlig klar, dass hier eine „Abstempelung“ versucht wurde – und dies mithilfe primitiver Testmethoden. Angewandt wurde das umstrittene Verfahren, den Probanden erotische Fotos zu zeigen und dabei die sexuelle Erregung des Penis zu messen. Damit entzog man den Probanden ihre Definitionsmacht über sich selbst, aber auch über andere bisexuelle Männer. (Zu diesem Thema lesen sie bitet auch: "Bisexuell - Etikett oder Befindlichkeit?" vom gleichen Autor in unseren "Hintergründen".

Nun sind bisexuelle Männer nicht mehr schwul

Nun hat man versucht, die alte Studie durch eine neue zu ersetzen – zwar wurden die gleichen Verfahren angewandt, doch war man sorgfältiger bei der Auswahl der Probanden, und siehe – diesmal kam nicht heraus, dass bisexuelle Männer überwiegend Tarnkappen-Homos waren.

Immerhin ist es einigen Wissenschaftlern, die nicht an den betroffenen Studien beteiligt waren, diesmal zu danken, dass beide Studien – die neue wie die alte Studie – nicht einfach hingenommen wurden. Man könne, so eine Sprecherin des Ressourcenzentrums für Bisexuelle in Boston, nicht einfach hinnehmen, dass Studien anhand von sexueller Stimulation durchgeführt würden, dies sei ausgesprochen kleinkariert.

Die Testverfahren: Abseits jeder Wirklichkeit

Andere Wissenschaftler bezweifelten das Testverfahren generell. Eine Wissenschaftlerin sagte der NYT, man könne nicht alleine die sexuelle Erregung als Maßstab für die sexuelle Orientierung und Identifikation eines Menschen verwenden. Im Übrigen könne man die Bildershow in einer Laborsituation ohnehin nicht mit der Wirklichkeit vergleichen.

Na, da sind wir aber froh, dass wenigstens ein Wissenschaftler diese Worte mal in den Mund nimmt. Denn Fotos zu zeigen, ist eine der üblichsten „wissenschaftlichen Methoden“ auf dem Gebiet der Sexualität. Sie ist billig und man bekommt schnelle Ergebnisse, die dann ebenso schnell wieder an die gierige Pressemeute verteilt werden können. Ob die Ergebnisse wahr oder unwahr sind, interessiert schon lange nicht mehr – Hauptsache, sie wurden mit sogenannten „wissenschaftlichen Methoden“ durchgeführt.
Die Definitionsmacht der Wissenschaft muss gebrochen werden

Indessen können wir die Menschen wenigstens soweit beruhigen: Die sogenannten „Wissenschaftler“ haben einen Teil ihrer anmaßenden Definitionsmacht eingebüßt, weil sie nun wenigstens Gegensätzliches behaupten. Wir können als humane Wesen nur hoffen, dass es uns eines Tages gelingt, ihnen die Macht zu entreißen, die sie sich im Handstreich angeeignet haben. Die Liebe gehört den Liebenden alleine, gleich, welche sexuellen Neigungen man hat.

Wissenschaft: Nun soll die Liebe ganz vereinnahmt werden

Ich würde all dies gar nicht schreiben, wenn die Wissenschaftler nicht mittlerweile die Definitionsmacht über alle Gebiete der Liebe an sich zu ziehen versuchten. Der neueste Auswuchs dieser Arroganz: Es wird dreist behauptet, man könne entschlüsseln, welche Partner miteinander glücklich würden.

Der Zufallsgenerator würde die Wahrheit an den Tag bringen


Da kann ich nur noch dies sagen: Stellen Sie einen Zufallsgenerator auf, meine Damen und Herren, und stellen Sie daneben Ihre „psychologischen“ Testverfahren – und dann sollen sich danach Paare bilden. Lassen Sie ein paar Monate vergehen, und versuchen sie herauszufinden, welche Paare glücklicher geworden sind. Ich wage keine Prognose, nehme aber persönlich an, dass die Abeichungen nicht signifikant sind.

Wer es besser weiß, mag mir schreiben.

Quellen: NYT via Nerve.