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Verführungen: Engelchen und Teufelchen



„Das gute ist nicht so böse, und das Böse nicht so gut“ singt die Lucy im Musical Jekyll & Hyde – und es lohnt sich einen Moment zuzuhören, denn der Text lautet, frei übersetzt:

„Das Böse ist überall frei, das Gute macht man zu Geld!
Entscheide dich, nun für die Himmels- oder Höllenwelt!“


Was hat das mit er Verführung zu tun? Nun, du kannst an der Bar sitzen und das Teufelchen geben, mit kurzem Rock, Stiletto-Stiefeln, hervorgehobenen Brüsten und aufgeschminkter Geilheit – und trotzdem kein „böses Mädchen“ sein. Du denkst einfach, das müsste so sein, wenn du deine Angeln im Männerteich auswirfst.

Das Gegenstück ist das Engelchen. Nehmen wir mal an, du gibst das Engelchen, dann sitzt du ebenfalls an der Bar, mit ziemlich flachen Schuhen, den Rock knapp über die Knie, einer hübschen weißen Bluse, die aber deinen Körper trotzdem hervorhebt, und kunstvoll nachgeschminkter Natürlichkeit. So – das wäre das Engelchen. Nur ist keinesfalls sicher, dass du auch ein Engelchen bist, nicht wahr?

Da haben wir’s: Engelchen und Teufelchen sind Rollen, die ihr annehmt, um Männer zu anzulocken.

Teufelchen denkt so:

1. Klare Signale: ich bin zu haben, kommt nur heran.
2. Ich spiele erst mal mit Dir Katz und Maus – mal sehen, wie du auf mich reagierst.
3. Nach einer Weile sage ich dir, ob du bei mir landen kannst oder nicht. Wenn ja – ab ins Bett.

Engelchen geht genau so, nur mit anderen Vorzeichen:

1. Klare Signale – ich bin so unschuldig, erobere mich doch endlich mal einer!
2. Du meinst wirklich, ich wollte einen Flirt? Aber ich bin doch gar nicht so! (Das ist auch Katz und Maus, aber eben auf die Engelstour).
3. Nach einer Weile tue ich so, als ob du es geschafft hast, mich zu verführen - und wenn ich dich mag, gehe ich mit dir ins Bett.

lustengelAlso: Die Verführung als Teufel oder Engel ist abhängig von der Rolle, die du am besten spielen kannst. Ein Teufelchen, das nicht ein bisschen frech und frivol ist, wirkt unglaubwürdig - das sollte dir klar sein. Dein Erscheinungsbild muss also mit der späteren Bereitschaft zu einem offensiven Flirt passen – und du solltest fähig sein, dieses Bild mindestens bis zum nächsten Morgen durchzuhalten.

Ein Engelchen hat es leichter: du kannst die Rolle der engelhaften Unschuld annehmen, solange du willst, wenn sie auch nur ein bisschen zu dir passt. Obwohl du durch deine Sinnlichkeit und dein Flirtverhalten verführst, kannst du ständig behaupten, gar nichts gemacht zu haben: Du bist ja ein Engelchen. Selbst, wenn du später im Bett die wilde Tigerin gibst,wird er noch glauben, dass der Wandel von seiner Liebeskunst herrührt.

Du siehst: Beim Flirt macht sich das Engelhafte besser, wenn du es teuflisch gut verkaufst.

Bild © 2012 by liebesverlag.de