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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Die Sinnlichkeit des Alters

Worauf beruht die Kraft des Flirts im Alter? Wie erkennt man die Sinnlichkeit einer Frau über 50, ja, gar noch über 60? Das Geheimnis liegt in ihrem sinnlichen, wissenden Lächeln. Nein, sei will vielleicht gar nicht mit Ihnen schlafen, und ja, sie ist vielleicht verheiratet. Aber sie will wissen, dass sie mit ihrem Lächeln, ihrer Stimme und dann und wann sicher auch mit ihren Künsten noch manchen Mann in ihren Bann zieht. Gönnen wir es ihr doch einfach und flirten wir mit ihnen. Warum denn eigentlich nicht?

Ich gebe zu, das Bild, das ich beistelle, ist nicht optimal, und ich verbinde dies mit der Bitte: Welche Frau über 50 stellt uns ihr sinnliches Lächeln zur Verfügung? in einem Foto, vielleicht? In einer ganzen Fotoserie? Auch Fotografen sind selbstverständlich wieder aufgerufen - hoffen wir mal, dass sie nicht patzig antworten: "Ohne Honorar läuft bei mir nichts".

Der Rohrstock – oder: wie man sich nackt schämt

Schamvoller Genuss?
Eine Domina sollte sich eigentlich über gar nichts mehr wundern, und doch sagte neulich eine weitläufige Freundin aus meinem Kiez (Sie ahnen, wo ich wohne?) zu mir: «Du, Ubo, die meisten Jungs kennen doch gar keinen „gelben Onkel“ mehr. Wie kann es nur sein, dass sie trotzdem den Po damit versohlt haben wollen?»

Ach, ich habe ihr einen langen Vortrag darüber gehalten, dass Sigmund Freud vielleicht bei seinen „frühkindlichen Prägungen“ nicht ganz ins Schwarze getroffen hätte. Der Rohrstock sei also eher so eine Art archaisches Instrument der Disziplin, das in unserer aller Köpfe schwebe.

Aber jetzt mach ich mir doch wieder Gedanken: Warum wollen dann die älteren Herren und auch manche Damen mittleren Alters dabei immer noch beschämt werden? Warum zieht diese Frau ihnen Kunden immer noch die „Hosen stramm“? Warum ist es vor allem so beschämend für die Herren, wenn sie halb schnurrend, halb im Befehlston sagt: „Jetzt kommt das Höschen runter!“

Meine erlernte psychologische Antwort lautet: „Eigentlich schämen sie sich, weil du als Domina angezogen bist und sich dein Kunde nun vor dir ausziehen soll. Überleg doch mal, wie oft sich ein Erwachsener vor einer vollständig bekleideten Person auszieht.“

Ich überlege ja manchmal selber. Eine angezogene Therapeutin, ein nackter Patient? Da geht’s wohl manchmal nicht anders. Mancher Mann schämt sich ja sogar bei der Physiotherapie. Habt ihr mal nackt Modell gestanden? In der Kunstakademie geht’s ja noch – aber für Amateurfotografen? Da glaubst du doch, dass dir jeder alles wegfotografiert. Hast du mal die Augen von diesen Kerlen gesehen, wie sie dich halb verschämt und halb gierig anglotzen?

Überhaupt, sagen wir mal, nackt zu sein und lauter angezogenen Menschen? Ist man nackt nicht völlig ausgeliefert? Stell' dir vor, die wollen dich alle mal anfassen … oh Schreck, lass nach.

Vielleicht ist der Rohrstock ja der Zauberstab der großen Magierin, der seine heilende Wirkung über die Oberfläche von Männerpopos in die Seele hineinschlägt? Meine Domina-Freundin lacht: „Ubo, meinst du wirklich, das funktioniert nur bei Männerpopos?“ Während sie es sagt, lächelt sie so herausfordernd – verflixt noch mal, hat sie mich vielleicht jetzt ertappt? Nun, ich habe zurückgelächelt und erst mal abgeblockt, aber beim Hinausgehen hat meine Freundin die Augen so merkwürdig zusammengekniffen und gesagt: „Na, dann mal noch einen schönen Nachmittag für dich.“ Ich glaube, ich zieh‘ besser mal um, wenn das so weitergeht. Diese Nachbarschaft verwirrt mich immer mehr.


Die neueste Neiddebatte: Kinderlose kontra Kinderhaber

Haben wir nicht wirklich andere Sorgen, als in Deutschland die Neiddebatte ständig neu anzuheizen? Da verhöhnen einige der „üblichen Verdächtigen“ sogar die Kanzlerin, wenn sie sagt, die neue Dummdiskussion sein „nicht zielführend“. Das ist zwar mieses Deutsch, sagt aber richtigerweise aus: Es ist falsch, Menschen zu bestrafen, wenn es schon nichts nützt, sie zu fördern.

CDU versagt in der Familienpolitik - und lernt wenig daraus

Die CDU hat mit Ihrer Familienpolitik versagt – woran die Ex-Familienminsiterin nicht ganz unschuldig ist. Versagen ist keine Schande, weil es ja einen Neuanfang geben könnte – mit jeder Menge Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder, besser bezuschussten Kindergärten und Kinderhorte und (sicher auch) an die Familie angepassten Arbeitsbedingungen.

Doch was passiert? Man gibt Familien Geld, die ohnehin schon über genügend Geld verfügen, und denkt gar nicht daran, junge Ehen (zum Beispiel Studentenehen) frühzeitig zu fördern.

Besserwisser und Lobbyisten als Märchenerzähler

keine kinder? dann blechen!
Die deutschen Besserwisser und Dauerprediger sind auch schon wieder unterwegs: Die Besserwisser sehen nach Frankreich, wo Familien mit vielen Kindern keine Steuern zahlen, aber auch weitaus mehr Betreuungsplätze vorfinden. Sie machen Modellrechnungen auf, nach denen nicht vorhandene Kinder die Rentenversicherung defizitär machen – aber verschweigen, dass nur in Abhängigkeit beschäftigte Menschen einmal in die deutsche Rentenversicherung einzahlen werden. Entsprechende Modellrechnungen sind ohnehin im Grundsatz falsch, weil sie die gegebene Situation in die Zukunft hineinprojizieren.

Abgeordnete legen den Spaltpilz ins Volk

Der Spaltpilz, der mit der Trennung von „Kinderlosen“ und „Kinderhabern“ ins Volk gelegt wird, ist unverantwortlich – und genau dies ist den Politikerinnen und Politikern vorzuwerfen, die jetzt in das eine wie auch in das andere Horn stoßen.

Familienförderung - das Modell aus der Zeit der Hausfrauenehe

Familien können und sollen gefördert werden – aber bitte: Bleiben Sie mal alle geschichtsbewusst – denn die CDU/CSU ging in der Bundesrepublik Deutschland damals bei der gesamten Konzeption der Familienförderung von der Hausfrauenehe aus. Auch dies wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn man lernfähig gewesen wäre – aber das kann man insbesondere von dem an sich unbedeutenden Partnerin im Gespann, der CSU, nicht sagen.

Ich bin kein Jurist – aber ist nicht an Artikel 6 des Grundgesetzes schon manche gut gemeinte Reform gescheitert? „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“. Will man dies jetzt so interpretieren, dass die Familie unter einem „extra besonderen Schutz“ gegenüber der Ehe steht, und dass die Ehe, weil kinderlos, nicht so schützenswert ist?

Ich kann die Jungtürken in der Union nur auffordern, ihrer Neiddebatte bitte in Zukunft woanders zu führen – der Stammtisch wäre vielleicht die richtige Adresse dafür.

Immer wieder Polyamorie – und die sozialen Konsequenzen?

Selbst ein Paartherapeut behauptete dieser Tage, Mehrfachbeziehungen in Liebe und Sex , kurz „Polyamorie“ sei nicht „gleichzusetzen mit der freien Liebe der 60er Jahre".

Ja bitte schön und mit was denn dann? Mit verdeckter Polygamie etwa? Im Grunde ist die Polyamorie eine mit einer religionsähnlichen Aura umkränzte Ideologie, die derselbe Therapeut als ein „vom Denken gesteuertes Konzept" bezeichnet – freilich ein Konzept, hinter dem viel Internet-PR steckt.

Der Paartherapeut weiß freilich um den Knackpunkt der sogenannten Viellieberei: Man müsse mit den Partnern „wahnsinnig viel Verhandeln“ behauptet er – wobei allein dies wohl nicht dem Liebesglück entspricht, das sich Partnersuchende erhoffen.

Wenn die Kirche „Polyamoristen“ kritisch hinterfragt, so sollte sie einmal ein paar Stellen im AT kritisch nachlesen: Dort wird deutlich, dass Polyamorie nicht einmal geahndet wurde, solange ein Mann sie im eigenen Haus betrieb und solange man die Mägde und Sklavinnen nicht in den Rang einer Ehefrau erheben wollte.

Eine ganze andere Frage erhebt sich für die Bürger: Wer soll eigentlich für den sozialen Schaden aufkommen, der dadurch entsteht, dass die Menschen in polyamorisch ausgerichteten „Beziehungen“ nicht verpflichtet sind, für die „vielen Geliebten“ (seien sie weiblich oder männlich) im Zweifel zu sorgen? Die Ehe ist ja ein Vertrag, der zwar gebrochen werden kann, der aber dadurch nicht einfach nichtig wird. Die Polyamorie hingegen ist nichts anderes als eine windige Konstruktion, die von den gesellschaftlichen Kräften mit Recht als nicht tragfähig angesehen wird.


Wie war das eigentlich mit den Masochisten?

vollkommen und unbedingt unterworfen - oder nur ein spiel?


Ursprünglich waren sie hoch angesehen, die „Masochisten“. Sie geißelten sich selber, um sich von der Sünde zu befreien. Es war eine christliche Laienbewegung, heute würde man wohl sagen eine Sekte, die sich auf denselben Unfug berief wie heutige Sekten: Ein Engel, so wurde berichtet, habe das Ende der Stadt Perugia vorausgesagt, wenn sich nicht alle Bewohner der Geißelung unterzögen. Diese Art von Buße sollte aber nicht nur die Stadt retten, sonder auch die gesamte Menschheit vor dem Zorn des Christengottes bewahren.

Indessen war schon lange klar, dass Menschen durch Schmerz auch sinnliche Lüste erfahren konnten, und seit den Schriften des Marquis de Sade wusste alle gebildeten Menschen mit Zugang zu dessen Büchern, wie schaurig-wollüstig diese Schmerzen sein konnten. Es ist zu vermuten, dass de Sade sowohl schmerzsüchtig war, wie er es auch liebte, anderen Menschen Schmerzen zuzufügen.

Unsäglich selbstherrlich: der Psychiater Richard Freiherr von Krafft-Ebing

Doch es waren nicht Schmerzen alleine, die offenbar in Frauen und Männern Lüste wachriefen – sondern wohl auch das intensive Gefühl des Ausgeliefertseins. Für diese Menschen fehlte noch der „passende“ Begriff. Da kam ein Buch dem selbstherrlichen forensischen Psychiater Richard Freiherr von Krafft-Ebing gerade recht: Soeben hatte ein gewisser Ritter von Sacher-Masoch ein kolossal erotisches Werk („Venus im Pelz“) geschrieben. Sofort lieh der Psychiater sich den populären Namen aus, um damit selber zu Ruhm zu kommen: Der „Masochismus“ war geboren – und er konnte auch nicht wieder aus der Welt entfernt werden, obgleich dieser Begriff dumm und dreist ist. Aus dem Masochismus wurde der duale Sado-Masochismus, daraus dann „Sadomaso“.

Masochismus ist nur ein Wort - und lächerlich dazu

Das Wort „Masochismus“ bedeutet gar nichts und in Kombinationen erst recht nichts. Krafft-Ebing ging, seiner Zeit folgend, davon aus, dass es sich um eine sexuelle Perversion handelte, (eine eigentümliche Perversion der psychischen Vita sexualis“), wie er schrieb, und dass der Betroffene in Gänze von der Person anhängig wäre, die ihn beherrscht. Der Masochist, so sagt er, würde sich „vollkommen und unbedingt“ unterwerfen. Man muss die Passage in der „Psychopathia Sexualis“ selbst lesen, um zu erkennen, wie fasziniert der Psychiater Krafft-Ebing vom Romanautor Sacher-Masoch war – obgleich er sich kritisch-distanziert und wissenschaftlich empört äußerte.

In seinen Schriften war dem Wiener forensischen Psychiater Krafft-Ebing nichts Sinnliches wirklich "rein" – er mochte keine Sinneslust außer dem ehelichen Beischlaf anerkennen. Demzufolge verdammte er auch den Masochismus in all seinen Ausprägungen – sogar den harmlosen, sinnlichen Spielereien.

Bis heute wird Rufmord betrieben, wenn jemand "masochistisch" ist


Heute klingt uns merkwürdig, wie der Psychiater nicht die Wissenschaft, sondern den Erhalt spießbürgerlicher Vorstellungen zu seinem Lebensinhalt machte. Doch obgleich wir heute eine andere Auffassung von „Perversionen“ haben, erheben sich Menschen über andere, wenn sie von der (überhaupt nicht vorhandenen) bürgerlichen „Norm“ abweichen. Rufmord mithilfe des „gesunden Volksempfindens“ war schon immer ein beliebtes Spiel – nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern leider in der ganzen Welt.

Bilddarstellung oben nach einem historischen Vorbild (Morrison)