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Singles – Leben im Vakuum des Selbst als Lebensziel?

Single im Vakuum - selbst der Apfel verführt nicht mehr

Singles – Leben im Vakuum des Selbst - ein Artikel in zwei Teilen - Sie lesen hier den zweiten Teil. Erster Teil: "Wie sich Singles Illusionen über ihr Dasein machen"

Single sein - Leben und Verkommen im Vakuum des Selbst

Singles unterscheiden sich von „gebundenen Menschen“ vor allem dadurch, dass sie die dauerhafte Nähe zu einer anderen Person – und damit die Verantwortung des Zusammenlebens – nicht ertragen wollen. Insofern ist der Status eines Singles problematisch. Wenn ers sich nicht ständig durch Aktivismus ablenkt, wird er an seinen „halbherzigen“ Status erinnert. Sofern er über sich nachdenkt, denkt er zu viel über sein „Inneres Selbst als Single“ und über die „Vor-und Nachteile der Beziehung“ nach. Sobald „in einer Beziehung zu leben“ nicht mehr als etwas Selbstverständliches angesehen wird, beginnt der Single, sein Leben zu zerpflücken, zerteil es, versucht Ordnung in ein System zu bringen, das sich der Ordnung entzieht: wahre Gefühle. Nach und nach versinkt der Single im „Vakuum des Selbst“ – da ist nichts, was sich wirklich zu betrachten lohnt, aber was da nicht ist, wird aus allen Blickwinkeln beleuchtet.

Singles bewältigen ihr Dasein – doch wie steht es mit dem Glück?

Niemand kann wirklich Glück empfinden, der ständig mit sich hadert, und es gibt kaum einen Single, der nicht ständig an sich herumnagt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Meistgebrauchten sind:

1. Andere sind schuld – nicht ich.
2. Die Partner(innen) taugen alle nichts.
3. Ich habe Freundinnen (Freude), die sind mehr wert.
4. Man braucht viel zu viel Zeit für eine(n) Partner(in).
5. Ich bin beziehungsunfähig.

Ich setze dem einmal Dies entgegen:

1. Du bist allein verantwortlich für dich.
2. Grob 20 Prozent der Partner kämen infrage. Zeige guten Willen.
3. Freundinnen und Freunde haben heute nur noch einen geringen Stellenwert. (Siehe Anmerkung).
4. Keine Zeit zu haben ist eine saudumme Ausrede. Wofür hast du denn Zeit?
5. Beziehungsunfähigkeit liegt nahe bei „menschenfeindlich“. Man könnte sagen: Du bist beziehungsunwillig. Noch wahrscheinlicher ist: Du setzt die Hürden viel zu noch an.

Klar, jeder muss selber wissen, was er tut – Du, Sie und alle anderen sind ihres Glückes Schmiedinnen und Schmiede.

Freilich ist zu bedenken: Die Propheten ewigen Singledaseins verkennen, dass „Single sein“ mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bedeutete, sexuell risikoreich oder abstinent zu leben, und emotional zu verarmen oder zu verkrusten.

Zum Schluss noch die versprochene Anmerkung zu Freundinnen und Freunden: Wohl dem, der sie hat – zusätzlich zum Liebes- oder Ehepartner. Doch zu bedenken wäre: Der schillersche Freund, der selbstlos sein Leben für einen anderen Freund einsetzt, ist heute selten geworden. Und Frauenfreundschaften sind fragil: Sie enden oft schon dann, wenn die Freundin nicht mehr auf der gleichen „Mitleidswelle“ schwimmt oder plötzlich „ganz andere Ansichten“ äußert. Letzteres ist nicht von mir, sondern aus der Frauentagsaugabe der „Süddeutschen Zeitung“.

Maike Winnemuth:

Frauenfreundschaften beruhen so sehr auf dem Diktat der Harmonie, dass jedes Abweichen als Verrat interpretiert wird (und sie) funktionieren nur so lange, wie das «geht mir auch so»-Mantra gebetet wird.


Wer meint, alles müsse ganz anders sein als hier beschreiben, den verweise ich gerne auf das „Isitloveblog“. Single sein Schritt für Schritt? Ich sage nur: der Weg hinaus ist durch die Tür.

Zitat zum Frauentag: "Süddeutsche Zeitung Magazin", Nummer 10, 8. März 2013.
Nochmals der Hinweis zum historischen Zitat: "Sein selbst wohl ..."
Bild (hier) "Im Garten der Lüste" (Ausschnitt, unten rechts im Hauptteil)

Wie sich Singles Illusionen über ihr Dasein machen

Besser Single bleiben als Frösche zu küssen?


Zunächst einmal: Über sich selbst nachzudenken, seine Wünsche und Ziele zu kennen und sie von Träumen und Illusionen zu lösen, ist ein edles Ziel. Ich kann es jedem empfehlen, obgleich es zuweilen schmerzt.

Eine weitere Frage wäre, ob es sich lohnt, ständig über „die Anderen“ nachzudenken (namentlich über das andere Geschlecht) , und eine dritte, noch entscheidendere Frage wäre die, ob es wirklich lohnt, sich über seinen „Status „“, besonders den „Status als Single“ Gedanken zu machen. Wenn sie der folgende kurze historische Überblick nicht interessiert, lesen Sie einfach hier weiter.

Ein kurzer Blick zurück gefällig?

Sich selbst erkennen?

Es gab Zeiten, in denen es verpönt war, sich selbst zu erkennen. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts kommt der Gedanke ins Volk:

Man muß beflissen seyn, sich selbst wohl zu erkennen, auf daß man GOtt desto besser erkennen


Zuvor war es allein die göttliche Instanz, die uns kannte – wir selbst galten als gar nicht befugt, über uns zu urteilen.

Die Meinung, dass eine höhere Instanz besser geeignet ist, als wir selbst, um uns zu erkennen, ist nach wie vor weitet verbreitete, und ihre Propheten sind eitle Psychologen, die uns einfach nicht zutrauen, selbst zu wissen, wie wir „uns zu sehen haben“.

Der eigene Status

Als Individuum tun und unterlassen zu können, was man wollte, war in der Vergangenheit nur wenigen gegeben: Bis ins vorvorige Jahrhundert war es vor allem der Adel, der dieses Privileg genoss. Einige reiche Bürger, Akademiker, Künstler und Randsiedler konnten es auch, sofern sie männlich waren. Frauen konnten es oft nicht einmal versuchen, weil ihnen die wirtschaftlichen Voraussetzungen fehlten – von der gesellschaftlichen Kontrolle einmal ganz abgesehen. „Hagestolze“ und „alte Jungfern“ galten als Schrecken der Gesellschaftsordnung – und genau das sind ja, rein formal gesehen, die Menschen, die man heute als „Singles“ bezeichnet. Nur, dass der Hagestolz heute meist ein sozialschwacher Karrierist ist und die „alte Jungfer“ eine begierige, aber dennoch selbstverliebte Eigenbrötlerin.

Lesen Sie bitte weiter über das Leben im Vakuum des Selbst - das Single-Sein. wenn Sie bis hierher gekommen sind.

Zitat (hier) Quelle.
Bild: Fotomontage © 2013 by liebesverlag.de