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Lust statt Bewerbersuche – Blind Dates haben auch etwas mit Sex zu tun

Ohne Sinnlichkeit hat es keinen Sinn - auch, wenn Frauen "seriös" suchen wollen


Mich erstaunt immer wieder, dass man partnersuchenden Frauen im späten Erwachsenenalter noch sagen muss, dass es keine Partnersuche ohne sexuelle Lust im Hinterkopf gibt.

Wissen Sie, Partnersuche hat etwas mit Liebe, Lust, Leidenschaft und Erotik zu tun - wenn Sie das nicht akzeptieren, betreiben Sie keine Partnersuche, sondern führen eine Folge von Bewerbungsgesprächen.


Manchmal kommt dann ein Satz als Frage, mal als Feststellung: „Ja, aber sie sollte doch nicht im Vordergrund stehen!?

Partnersuche ist ein Prozess, bei dem schon mal Sperma fließt

Schon haben wir den Konflikt: „Seriöse Partnersuche“ ist und war ein Bestandteil bürgerlichen Wohlanstands, der im Hinterkopf schlummert. Wir erinnern uns merkwürdigerweise immer dann daran, wenn wir mit Bewusstsein an den Partnermarkt gehen. Es mag daran liegen, dass wir just in dem Moment, an dem wir an den Markt gehen, keine Ware sein wollen.

Wir wissen natürlich inzwischen, wie verlogen der Anspruch ist, eine „nicht-sexuelle“ Partnersuche zu beginnen, die allein auf sozialer Herkunft, Vereinbarkeit der Interessen und der Zukunftsaussichten und dergleichen beruht. So mancher Mann und so manche Frau hat schon erkennen müssen, wie schwer es ist, diese angeblichen „Ansprüche“ auch durchzusetzen.

Schon damals (Sie erinnern sich?) war Ihre Partnersuche nicht „klinisch rein und edel“, sondern feucht und „schmutzig“. Es war eine Partnersuche, bei der Sperma floss – manchmal daneben und manchmal unglücklicherweise auch ungewollt ins Ziel. Doch das war damals. Ich nehme an, sie beherrschen heute nicht nur die Verhütungsmethoden, sondern auch, wie Sie Männer davon überzeugen, Kondome anzulegen.

Seriöse Partnersuche ist ernsthaft, aber nicht lustlos

Ja, Sie sollten seriös suchen. Aber eine „seriöse Suche“ muss nicht eine mit verbissenem Ernst geführte Suche sein, deren einziges Ziel eine perfekte Partnerschaft ist. Sie dürfen sich nach wir vor aus plötzlicher Wollust hingeben, dürfen einen Mann anlachen und manchmal auch auslachen. Sie dürfen versuchen, ihn zu verführen und sich zu verführen lassen. Sie haben die Freiheit, ihn in ihre Wohnung zu locken und mit leckeren Speisen zu verwöhnen, wie Sie auch die Freiheit haben, ihm am Waldrand auszusetzen, wenn er dort gegen Ihre Absichten zudringlich wird.

Dating ist keine "erotische befreite Zone"

Wissen Sie, wenn Sie mich fragen sollten: Das Leben ist das Leben, und die Partnersuche ist ein Bestandteil des Lebens, aber keine „erotisch befreite Zone“. Übrigens sind Sie erwachsen, wenn ich das einmal erwähnen darf. Da bedeutet, sie dürfen alles wollen dürfen, was Sie sich zutrauen – die Mutti wird nicht mit Ihnen schimpfen, wenn Sie es tun.

Sie haben eine Matrix entwickelt, mit der Sie feststellen können, welche Männer Ihre Kriterien erfüllen? Sie arme Frau. Bei welchem Date sind Sie gerade? Nummer 37? Oder schon höher? Ich rate Ihnen ernsthaft: Vergessen sie die Matrix. Gehen Sie demnächst mit einem Mann ins Bett, einfach so. Sie haben es doch früher auch so gehalten, oder sind Sie die Einzige in ihrem Jahrgang gewesen, die Muttis Ratschlag befolgt hat, „es“ niemals zu tun, bevor Sie verlobt sind?



Niemand geht etwas an,mit wem Sie schlafen

Sie werden mir vielleicht sagen wollen, dass sie jetzt in einem Alter sind, in dem Sie klüger geworden sind, nicht wahr? Dagegen wende ich ein, dass Sie nun auch in einem Alter sind, in dem Sie sich viel, viel mehr „erlauben“ können als mit 18. Es geht niemanden etwas an, wann, wo, und wie oft Sie sich mit wem hinlegen – verstehen Sie? Niemanden! Sie haben doch das Lied schon mal gehört: „Tain't Nobody's Bizness if I Do“ Porter Grainger hat ihn geschrieben, so um 1920 herum. Übersetzt heißt es schlicht: Es geht niemanden an, wenn ich es tue.

Sagen Sie selbst: Wen soll etwas angehen, wenn Sie so suchen, wie Sie früher gesucht haben? Natürlich sind Sie älter und reifer geworden, aber Reife bedeutet auch, seinen Körper zu kennen, zu lieben und so einzusetzen, wie es ihm gut tut.