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Mindestlohn: Wie nehmen Jobverluste in Kauf

Der Mindestlohn, den die Große Koalition nun beschlossen hat, ist ein Jobkiller – darüber sind sich nahezu alle einig – außer SPD und Gewerkschaften.

Außer Gewerkschaften? Nach einem Pressebericht sagte Michaela Rosenberger, Chefin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, wir „müssten wohl in Kauf nehmen“, dass der Mindestlohn von 8,50 Euro in Ostdeutschland viele Jobs gefährde.

Soweit zu der „Moral“ deutscher Gewerkschaftsfunktionäre.

Um es mal ganz deutlich zu sagen: Kaum ein freiberuflicher Schriftsteller oder Contentschreiber kommt auf einen Stundenlohn von 8,50 Euro. Versuchen Sie einmal, einen Artikel mit 500 Wörtern zu recherchieren, zu schreiben und zu redigieren – na, was bringt Ihnen das? Ungefähr 10 Euro, falls Sie so blöd sind, für 2 (zwei) Cent pro Wort zu arbeiten, wie ziemlich viele Dummköpfe. Nach Abzug der Kosten (gegen 25 Prozent, wenn Sie sich selbst ein wenig bescheißen) bleiben Ihnen davon 7,50 Euro.

Haben Sie es einmal versucht? Ja? 500 Wörter können ganz schön viel sein, und sollten Sie es wirklich schaffen, diese fehlerfrei zu Papier zu bringen, so ist noch lange nicht sicher, ob und wann Ihr Kunde zahlt. Damit wir uns richtig verstehen: Sie werden es kaum schaffen, jede Stunde einen Artikel mit 500 Wörtern komplett redigiert bei Ihrem Kunden abzugeben – falls sie überhaupt genügend Aufträge bekommen.

Angestellte, Gesellen und Menschen ohne jeden Schimmer von Berufsausbildung, Fähigkeiten oder Kenntnissen haben es hingegen gut: Sie bekommen den Mindestlohn unabhängig davon, ob Arbeit anfällt oder nicht , ob sie nun krank oder gesund sind und während der Arbeitszeit ebenso wie im Urlaub.

Übrigens: Schriftsteller sind nicht die Einzigen, die unter Mindestlohn arbeiten, denn

jeder vierte Unternehmer verdient weniger als 8,50 Euro in der Stunde.


Das alles ist seit Langem bekannt – nur die Sozis und ihre Blutsbrüder bei den Gewerkschaften interessiert es offenbar einen Scheiß. Und offenbar sind ihnen auch die 330.000 Unternehmer schnurzpiepegal, die Arbeitsplätze schaffen und selber unter 8,50 pro Stunde verdienen.

Vielleicht sagen sie jetzt: „Na ja, bei 50 - 60 Wochenstunden Arbeitszeit (so viel arbeiten die meisten Selbstständigen mindestens) sind 8,50 Euro ja nicht wenig – das gibt ja im Monat vielleicht sogar über 2000 Euro.“ Nur für den Fall, dass sie so denken: Dann sind Sie wahrscheinlich Sozialdemokrat oder Gewerkschaftler – oder Sie haben das, was sie mal an Betriebswirtschaft gelernt oder gelehrt haben, inzwischen wieder vergessen.

Die Zahlen und Fakten stammen aus der WELT. Dieser Artikel enthält mit Überschriften (aber ohne diesen Satz) 382 Wörter.