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Der Gentleman plant das Date von der Abholung bis zum Frühstück

Die Planung des Abend übernimmt der Gentleman ...

Gewünscht: Gentleman. Dieses Lieschen-Müller-Anliegen kennen wie zur Genüge. Ist auch nur gerecht, weil ja alle Frauen Damen sind, extrem ladylike und dezent. Und Vatis Lieblingen. Vatis ist nämlich König und sie sind deshalb Prinzessinnen.

Eine Prinzessin will hofiert werden. Man schickt ihr die Kutsche, die Mietdroschke oder das Taxi, um sie abholen zu lassen man kann sie natürlich auch selbst abholen, aber Selbstabholung mit einer Limousine ist echt stillos, oder? Nein, nein, ein artgerechter Transport zum Bestimmungsort muss schon sein. Pardon, es muss natürlich eine "standesgemäße Anreise" heißen.

Zitat:

Heute trifft man sich an einem vereinbarten Platz und trennt sich danach auch wieder und jeder geht seine Wege. Völlig ohne Magie!


Alsdann wird die Frau „hofiert“. Dazu gehört absolute Korrektheit (Pünktlichkeit, Kleidung, Benehmen). Ist das nicht so, geht die Lust auf mehr flöten. Schade. Lieben wir es nicht ganz besonders, wenn eine Prinzessin die Flöte zu spielen versteht? Und weil Prinzessinnen heute auch als Sekretärinnen arbeiten, bekommen auch „Blumensträuße ins Büro“ geschickt.

Und: Prinzessinnen wollen überrascht werden. Keine Vereinbarungen oder Diskussionen darüber, wo’s hingeht, Männer!

Zitat:

Die Anstandsregeln verlangen von einem Gentleman sich das Programm für das gemeinsame Date zu überlegen.


Also: Abendessen im angesagtesten Lokal der Stadt, wo’s noch Damenkarten gibt, danach in ein luxuriöses Zimmer im besten Hotel, Champagner und schön vögeln, anschießend Schlaf, morgens ungeduscht nochmals vögeln, und gemeinsam im Hotel frühstücken?

Es könnte natürlich sein, dass die Dame eigentlich nach dem Dessert und dem Vorschlag, jetzt in ein Hotel zu gehen, sagt “du denkst wohl, ich bin käuflich?“ Tipp für den Gentleman: Sagen Sie in diesem Fall nicht „selbstverständlich“.

Zitate aus "fem.com"

25. Dezember - Wessen Geburt gefeiert wird

Man spricht dieser Tage von ihm. Die Hirten sollen in Strömen gekommen sein, die Englein sollen gesungen haben, und sogar die Weisen sollen sich um ihn versammelt haben. Er wird berühmt werden. Man wird von ihm sprechen. Als Täufer. Als Rebell. Als charismatischer Anführer einer frommen, wilden Horde. Später wird man über ihn schreiben. Man wird ihn zitieren und verfälschen.

Andere sprechen ständig von seiner Mutter. Frau aus dem Volke, ohne Vergangenheit. Oder etwas doch? Als der Sohn erwachsen wird, leugnet er seine Mutter. Später einmal, viel, viel, später, wird sie allgegenwärtig sein. Kaum eine Stadt im Süden Europa oder Amerikas, in der nicht ihr Bild glänzt.

Manche sprechen noch von seinem Ziehvater. Nebenrolle. Nicht weiter erwähnenswert, es sei denn in frommen Liedern. Die genetische Herkunft des Kindes: ungewiss. Später wird man etwas darüber sagen, was für die Einen Blasphemie ist, während für die anderen dessen Leugnung Blasphemie ist. Ironie der Religion.

Es gibt einige Aussagen des Mannes, der in jener Nacht geboren wurde. Manche mögen authentisch sein. Andere mögen geschönt sein. Doch die Wahrheit wird selten gesagt: Er war ein Rebell gegen die Tradition, ein Kämpfer gegen die Verlogenheit. Ein Mann, der sich von seiner sozialen Herkunft loslöste und fanatisch nach Erneuerung rief. Ein Mann, der sich gegen die etablierten Kräfte der Religion stellte. Die Mächtigen seiner Zeit fürchteten sein Wirken. Das ist er, dieser Mann, deren Geburt ihr feiert.

Wissen Sie, wann es Zeit ist, die Karriere zu überdenken?

Die ersten fünf Jahre – klar. Hab ich den richtigen Berufsweg eingeschlagen? Macht mit der Krempel spaß? Bringt er genug Kohle ein?

Die erste Hälfte. Wenn ich Karriere gemacht habe, ist sie noch steigerungsfähig? Oder will ich gar zurück in die Armee fleißiger Ameisen? Oder ist es jetzt endlich Zeit für eine Karriere?

Oder vielleicht mit 50, wenn der Abstieg droht? Altes Eisen, Schreibtisch in der hintersten Reihe, Entlassung? Oder Neubeginn mit feurigem Geist oder geschicktem Händchen?

Möglicherweise mit fast 70. Ich habe Lust darauf. Wirklich.

Die letzte Kerze

Die letzte Kerze - Gedanken an alle, die heute einsam sind

Da brennt sie herunter, die letzte Kerze des Adventskranzes. Sie malt merkwürdig große Gestalten an die Wand. Schemenhaft, flackernd, unwirklich. Es wurde getanzt, Blicke wurden getauscht, und mancher tiefrote Mund lockte unter sanftem Blondhaar. Vorbei. Auch die Kerze wird nicht mehr lange brennen.

Ein letztes Flackern. Die Gestalten an den Wänden werden undeutlicher, verschwinden schließlich. Noch glimmte der Docht ein wenig, dann erlischt auch er. Einsamkeit umgibt mich. Ich höre keine Stimme, sehe kein Blondhaar fallen. Nur ein Windhauch noch – und mir schien, jemand würde mich küssen.