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Verdammt heiß sein oder dezent-sinnlich sein?

Fassade vorhanden - aber erotisch lustlos
Wenn eine Frau „verdammt heiß“ wirken will, muss sie zwangläufig ihren Körper vermarkten. Das heißt, sie ist gezwungen, ihren Körper zu Schau zu stellen, das Gesicht heftig zu schminken, und sich in Dessous oder sonst wie sexuell erregend zu zeigen.

Zum „Verdammt heiß sein“ gehört vor allem, oft und gerne die Brüste, den Schritt oder das Gesäß in Positur zu bringen. Nicht unbedingt nackt, aber in sexuell eindeutiger Absicht.

Erst neulich wurde unserer Redaktion ein PR-Artikel zugestellt, in der aus einem Mauerblümchen eine Sexbombe wurde – auch mithilfe von kosmetischen Operationen, versteht sich.

Da zitieren wir doch mal:

Blondierte Haare, gemachte Fingernägel und Wimpern, Piercings, unzählige Tattoos – sogar an den Händen – und zwei kostspielige OPs für Brust und Zähne.


Warum vermarkten Frauen jeglichen Standes und beliebigen Bildungsgrads ihren Körper so gerne und willig? Bei manchen ist es die Absicht, einen „Kerl abzukriegen“ und ihn zur Ehe und/oder Vaterschaft zu überreden. Bei anderen ist die Bestätigung, begehrt zu sein. Schließlich wird versucht, den Körper in Bargeld umzumünzen. Schrecklich viel wird allerdings am Körper nicht verdient – nicht einmal als „Senderin“, „Amateur-Porno-Mieze“ oder Stripperin. Und ob’s gerade ein Vergnügen ist, sich täglich ein Gesicht aufzumalen und mit den Brüsten herumzuschlenkern?

Warum wird eigentlich so selten über „natürliche Sinnlichkeit“ nachgedacht? Weil es schwieriger ist, das Verhalten zu glätten als die Haut? Oder weil frau sich nicht einfach erotische Intelligenz einpflanzen lassen kann, während das mit Brustimplantaten problemlos möglich ist? Oder weil frau sich leichter die Muschi rasieren kann als die Haare auf den Zähnen?

Außer bei Huren, Stripperinnen, „Darstellerinnen“ und Senderinnen spielt doch kaum eine Rolle, wie gut der Körper lackiert und ausgestopft wurde. Der Mann, der nichts als genießen will, möchte weibliche Körper spüren, sinnliche Stimmen hören und sich mit Händen, Lippen und Zungen verwöhnen lassen. Männer sind bei Weitem sinnlicher als viele Frauen glauben – jedenfalls, wenn sie den vollen Genuss erleben wollen und nicht gezwungen fühlen, die Frau ausdauernd zu penetrieren.

Dezente Sinnlichkeit muss nicht einmal zum Sex führen, um vom Mann als lustvoll empfunden zu werden. Man begegnet ihr auf der Straße, in Büros, in Lokalen und ab und an gar im ICE. Sinnlichkeit besteht in erster Line aus Mimik und Gestik, dann aus der Stimme und den Worten, die verwendet werden und schließlich aus teuren Klamotten, die edel aussehen, aber der Frau dennoch einen sinnlichen Ausdruck verleihen.

Klar – man könnte auch sagen: „Verdammt heiß sein“, muss frau, um einem Mann schnell mal Beträge zwischen 20 und 2000 Euro aus der Tasche zu ziehen. Und dezent-erotisch, um seine Geliebte, Lebensgefährtin oder gar Ehefrau zu werden.

Reden wir mal nicht davon, dass es Frauen geben mag, die sowohl „verdammt heiß“ aussehen wie auch eine starke sinnliche Ausstrahlung haben. Aber solche Frauen sind selten, und falls sie beides vermarkten, tun sie es nicht öffentlich, weil dies dem Ruf schadet.

Hinweis: Die auf dem Bild dargestellte Frau entspricht nicht der Frau, die in der PM erwähnt wurde.