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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Die letzte Kerze

Die letzte Kerze - Gedanken an alle, die heute einsam sind

Da brennt sie herunter, die letzte Kerze des Adventskranzes. Sie malt merkwürdig große Gestalten an die Wand. Schemenhaft, flackernd, unwirklich. Es wurde getanzt, Blicke wurden getauscht, und mancher tiefrote Mund lockte unter sanftem Blondhaar. Vorbei. Auch die Kerze wird nicht mehr lange brennen.

Ein letztes Flackern. Die Gestalten an den Wänden werden undeutlicher, verschwinden schließlich. Noch glimmte der Docht ein wenig, dann erlischt auch er. Einsamkeit umgibt mich. Ich höre keine Stimme, sehe kein Blondhaar fallen. Nur ein Windhauch noch – und mir schien, jemand würde mich küssen.

Wenn die Lifestyle-Domina Plätzchen backt …

Wenn Sie wirklich wissen wollen, warum ich so wenig schreibe: Die wollüstigen Bloggerinnen, die mir sonst die Ideen ins Ohr blasen, müssen jetzt auf ihre Kinder aufpassen – sind ja Schulferien. Und die strenge Lebensstil-Domina muss jetzt Plätzchen für ihren Gatten und backen. Nicht zu vergessen die Herrscherin über ein Imperium von Sklaven auf Abruf, die gerade ein richtig schnuckeliges Weihnachtsgeschenk für ihre Tochter sucht. Sie ahnen schon – die meisten dieser Damen sind Autorinnen. Sie schenken einem mal kleineren, mal größerem Publikum die Illusion, man könne wild und unabhängig sein, ohne eine Schlampe zu werden.

Für Autorinnen ist es nicht ungewöhnlich, dass sie Alter Ego auf die Straße zum Anschaffen schicken, es auspeitschen oder erniedrigen lassen. Manche Autorin hat auch die gegenseitige Gefühlswelt, in der ihr Alter Ego lebt. Das ist dann die erbarmungslose Herrin, die Männerschweine mit dem Stiefel züchtigt. Und dabei hatte ich noch gar nicht die Geschlechterrollen erwähnt: Mal hetero, mal bi, mal lesbisch.

Nur nicht Weihnachten. Wenn die Geliebten der Nadelsteifenträger sich die Augen ausheulen, weil ihr Sugar Daddy gerade in Familie macht, lässt auch die dominante Bloggerin die virtuelle Peitsche fallen. Dieser Tage wird keinem renitenten Sklaven das Maul gestopft – bestenfalls stopft sie den Truthahn.

Die Figuren liegen derweil in ihren Schubladen, bis sie wieder zum Leben erweckt werden. Wie Nussknacker und Mausekönig werden sie dort wohl eine Weile ruhen und ihre eigenen Fantasien entwickeln. Bis Mutter sich Anfang Januar wieder an den PC setzt und die Rolle ihres „anderen Ich“ annimmt, solange sie schreibt. Dann werden sie wieder leibhaftig, die satanischen Kräfte. Dann tapsen die Heldinnen wieder in Liebesfallen, dann lechzen die Sklaven wieder danach, dass sie den Speichel der Herrin kosten dürfen, und dann werden die Männerschweine wieder mit dem Stiefel in den nackten Arsch getreten, bis sie quieken.

Wenn du plötzlich Lust bekommst

Wenn du Lust ausstrahlst, bekommst du sie auch


Erlaube dir, deine Gefühle zu leben. Versuch gar nicht erst, diene Lust und in „gute“ und „schlimme“ Gefühle zu teilen. Frag dich nicht, was du tun darfst und nicht tun darfst. Wenn du Lust hast, versuch einfach das, was dir Lust macht. Ich geh mal davon aus aus, dass du nur Angst davor hast, es zu probieren. Wenn es wirklich verboten sein sollte, was selten vorkommt, lass es lieber sein.

Wenn du einen Partner hast, ist ja alles OK. Dann verführst du ihn einfach. Wenn nicht: Leg dir eine Liste von Kerlen (und vielleicht nicht nur von Kerlen?) an, die etwas können, was dich glücklich macht. Frag an, ob sie Zeit für dich haben und lass dich verwöhnen.

Aufreißen ist schwieriger. Wenn du ausstrahlst, dass du Sex willst, geh in eine Hotelbar, aber kleide dich dann wie eine Geschäftsfrau. Wenn das nicht so dein Ding ist, trag etwas, das Männer aufregt. Auf der Hitliste stehen Blazer mit durchsichtigen Blusen oder Korseletts darunter, aber auch Jeans mit Herrenoberhemden und gar nichts drunter. Was am Ende punktet, musst du rausfinden.

Du solltest wissen, wie weit du gehen willst und wie hoch du das Risiko einschätzt. Hotels sind relativ sichere Orte. Deine Wohnung ist immer noch sicherer als seine. Kondome schützen vor Schwangerschaft und „Sexuell übertragbaren Krankheiten“. Außerdem solltest du wissen, was du dir zumuten kannst – aktiv wie passiv. Rechne damit, dass er sexuelle Praktiken vorschlägt, die du bisher abgelehnt hast. Einmal ist immer das erste Mal, aber du solltest dich gut dabei fühlen.

Machs nie, wenn du es nicht willst – und dräng ihn nicht dazu, wenn er nicht so recht will. Manchmal kommt der Appetit beim Essen, mal vergeht er. Das ist nicht so ungewöhnlich für einen normalen Menschen.

Und halte dich an den einen Satz: Wenn du sündigst, dann sündige aus ganzem Herzen und mit voller Hingabe.