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Die Freiheit, soziale Korrektheit zu ignorieren

Gegenwärtig wird versucht, Menschen zu diffamieren, die sich einerseits vehement zur Demokratie bekennen, andererseits auch dem Liberalismus anhängen. Kurz zum Unterschied: Als Demokraten beugen wir uns der Mehrheit, auch wenn die daraus entstehende Politik nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.

Weg mit dem "Neusprech"!

Als Liberaler allerdings kämpfe ich für die Freiheit des Geistes und die freie Rede. Und das beinhaltet auch, mich nicht den Sprachterroristen auszuliefern, die ständig „Neusprech“ von uns Autoren fordern. „Neusprech“ ist das Deutsch der „sozialen Korrektheit“, das wir für jene schreiben sollen, die sich allenthalben auf den Schlips oder den Rocksaum getreten fühlen.

Dabei geht’s nicht nur um den Penner, den Mohrenkopf, das Zigeunerschnitzel oder den Eskimokuss, sondern auch um „frauenfreundliche Schreibweisen“. Da darf dann vermutlich nicht einmal mehr gesagt werden, dass die Brüste „recht gut ein Dirndl füllen könnten“, und Henry Miller (1) würde sich biegen und wenden müssen, wenn er die Bettgefährtinnen seiner Helden beschreiben sollte. Denn all jene Begriffe, die Frauen abfällig „auf ihre Geschlechtsteile reduzieren“ müssten verschwinden, da sie unter das feministische Diktat des Sexismus fallen. Wobei „Männer denken mit dem Schwanz“ natürlich nicht betroffen wäre, weil dies nach feministischer Auffassung als Tatsache gilt.

Schlechte Noten wegen Verstoßes gegen den Gender-Terror?

Wenn sich der Meinungsterror der Gutmenschen, Feministinnen und Gender-Ideologen ausgerechnet an der Uni austobt, ist das sein schlechtes Zeichen für die Freiheit. Der Student Sebastian Zidek, der an der TU Berlin studiert, weigerte sich, sogenannte Binnen-Is wie in „StudentInnen“ zu verwenden. Das ist – auch für ganz gewöhnliche Autorinnen und Autoren - eine feministisch motivierte Unsitte, die leider inzwischen bei unseren fragwürdigen „Eliten“ zum guten Ton gehört. Daraufhin wurde ihm bedeutet, dass seine Arbeiten abgewertet würden. Nun, das Gute: Er bekam letztendlich recht und darf nicht dafür abgeurteilt werden, keine „Binnen-Is“ zu benutzen.

Wie unsere angeblichen Eliten sich dem Gender-Terror unterwerfen

Allerdings: wie wollen unsere angeblichen „Eliten“ denn die Freiheit schützen, wenn die meisten von ihnen sich unterwürfig dem feministischen Sprachterror beugen? Und wie würden sie reagieren, wenn die Sprachterroristen noch heftiger zuschlagen würden? Wenn beispielsweise Bücher verbrannt würden, die nicht mehr den Anforderungen der Gender-Fraktion genügen?

(1) Im Deutschen wurden der einschlägige Ausdruck mit „Pritsche“ übersetzt. Inzwischen wird Miller generell dafür angefeindet, ein „fragwürdiges Frauenbild“ zu haben.