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Harte Wahrheiten über die Liebe, die Ehe und die Scheidung

Liebesheilraten sind nicht immer von Dauer - doch welche Braut denkt schon darüber nach?
Unsere Gesellschaftsordnung ist auf vieles vorbereitet – außer auf eine Alltäglichkeit: die Scheidung. Sie wird als Versagen gehandelt – und damit völlig überbewertet.

Die Ehe war jahrhundertelang nichts mehr als ökonomische Institution, die auf einem Vertrag basierte. Ein Vertrag zudem, den nicht einmal vom Brautpaar ausgehandelt wurde, sondern auf allgemeingültigen gesellschaftlichen Konventionen sowie Verträgen fußte, die die Väter miteinander ausgehandelt hatten. Die Ehe war dazu angelegt, Wohlstand für das Paar zu bieten und sowohl die Eltern wir auch die Gesellschaftsordnung zu entlasten sowie legale Kinder in die Welt zu bringen, die als Erben infrage kamen. Jede Eheschließung bedeutete eine Tochter weniger, die „durchgefüttert“ werden musste, schon ein „Mädchen mehr, das von der Straße wegkam“ oder dem der Weg ins Kloster erspart wurde. Die Wahrheit war hart, und sie wurde niemals ausgesprochen. Religiöses Geschwätz und Romantikkitsch traten jederzeit an die Stelle der Realität.

Diese Wahrheiten sind auch heute noch hart, weil die „guten alten Zeiten“ restlos verkitscht und verromantisiert dargestellt erden.

Heute heiraten die meisten Menschen in der westlichen Hemisphäre aus etwas, das sie „Liebe“ nennen. Leichtfertig erwarten die Heiratswilligen, dass sie sich lieben werden, „bis dass der Tod euch scheidet“. Kaum irgendjemand fragt sich, was dieser Satz bedeutet. Und kaum jemand wird die Art von Liebe, die er zu seinem Partner zu Anfang empfindet, bis ins hohe Alter aufrechterhalten. Oder, wies es jüngst hieß (Zitat und mehr Informationen):

Wir können uns zwingen, redlich, treu und hingebungsvoll zu sein, aber wir können uns nicht zwingen, zu lieben.


Wobei ich anmerken muss: Die Liebe in der Zeit der wilden Lust aufeinander wird ohnehin ersetzt durch die Liebe, die aus der Gemeinsamkeit entsteht. Überwiegend lieben wir dann die Eigenschaften des Anderen und die Zweisamkeit als solche.

Nichts auf dieser Erde wird einen Menschen daran hindern, erneut und möglicherweise Hals-über-Kopf einer neuen Leidenschaft zu verfallen. Ich empfinde es als schade, wenn’s jemand tut. Aber wir müssen es wohl hinnehmen, weil es menschlich ist. Das, was man heute die „Arschkarte“ nennt, also den emotionalen Schaden, hat immer der Zurückgebliebene. Dieser (oder diese) füllt sich mal schuldig, mal entliebt, mal zornig und mal verzweifelt. Man rät ihm oder ihr, möglichst eine Art Einsiedlerleben zu führen, aber auf keinen Fall einen fremden Menschen näher als auf Armlänge heranzulassen.

Kurz: Der verlassene Partner wird immer noch wie ein Meschuggener behandelt, der erstmal isoliert werden muss- nur zu seinem Besten, versteht sich.

Nein, Scheidungen sind nichts Tolles. Aber sie sind auch nicht der Beweise fehlender Liebe zueinander, und sie sind kein Ausdruck des Versagens. Es wäre wohl an der Zeit, endlich im 21. Jahrhundert anzukommen in unserem Denken – und nicht im emotional wie auch geistig im 19. Jahrhundert zu verharren. Denn das darf ich Ihnen sagen: Es war durch und durch verlogen, was das „Liebesglück“ betraf.