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Partnersuche: Wohin soll ich gehen?

Wege, die ins Leere führen
Auf die Frage „Welchen Weg muss ich nehmen?“ gibt es nur eine plausible Antwort: „Das hängt zum guten Teil davon ab, wohin du gehen willst.“

Bezogen auf die Partnersuche heißt das: Wenn wir als Berater gefragt werden, welcher Weg zu einem Liebes- oder Ehepartner führt, dann sollten wir niemals direkt antworten.

Verfolgen wir den von Lewis Carroll beschriebenen Dialog ein bisschen weiter, dann wissen wir, warum:

„Es kommt nicht drauf an, wohin …“
„Dann kommt es auch nicht darauf an, welchen Weg du nimmst.“
„Wenn ich nur irgendwo hinkomme.“
„Oh, das wirst du gewiss … wenn du lange genug gehst.“


Was sollte ein guter Berater also tun?

In jedem Fall nach dem Ziel fragen.
Wenn es ein Ziel gibt, muss der Proviant für den Weg dorthin reichen.

Die Frage ist also: Wohin willst du, in welcher Zeit beabsichtigst du, dein Ziel zu erreichen und welches Mittel willst du dafür einsetzen?

Die kleine Alice wusste es nicht, denn die Frage traf sie in einer Zeit der Verwirrung. Ein erwachsener Mensch aber sollte es wissen.

Und was ist mit Ihnen? Haben Sie ihr Ziel erkannt, wissen Sie, wie viel Ziel und Aufwand Sie verwenden können, um es zu erreichen? Und haben Sie sich überlegt, wie viel von Ihrem emotionalen und sozialen Guthaben sie dafür verwenden wollen? Haben Sie Tauschmöglichkeiten? Was sind sie bereit, in einen Handel einzubringen?

Wenn Sie den letzten Satz nicht verstanden haben, frage ich noch einmal anders: auf was von ihrem gegenwärtigen Status, ihren Privilegien, Wertvorstellungen und Ihrem Menschenbild wollen Sie niemals verzichten? Was können Sie preisgeben? Und was wollen Sie dazugewinnen?

Ich hoffe, Sie wissen es. Es ist wichtig.

Kursive Textstellen aus "Alice im Wunderland".

Selbst-Marketing und Dating – geht das?

Jens Löser ist Vertriebsexperte. Er will mit den Mitteln professioneller Vertriebsstrategen erreichen, dass Sie leichter einen Partner finden. Wir haben ein Interview mit der „Badischen Zeitung“ zum Anlass genommen, um zu hinterfragen: nur eine neue PUA-Masche, ein Durchbruch oder etwas, das wir im Grunde schon lange wissen – nur neu verpackt?

Ich will gleich vorausschicken: Es ist mehr als eine „neue PUA-Masche“. Was an PUAS so lächerlich wirkt, ist ja stets ihre Prahlerei – und um gleich darauf aufzusetzen: Kein Verkäufer gewinnt, wenn er sofort herumprahlt, was für eine tolle Ware er verkauft. Und jeder Verkäufer, auch der erfolgreichste, weiß dies: Er ist nicht alleine auf der Welt.

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Schon dieser Rat passt gut: Man benötigt viele Kontakte, denn es ist bei der Partnersuche wie beim Vertrieb: Es gibt viele Interessenten, aber nicht alle Interessenten kaufen. Es ist ja nun wirklich nicht ungewöhnlich, dass Männer mehrerer Dutzend Lockrufe aussenden müssen, um einmal Erfolg zu haben.

Dann – und das vermisse ich bei Partnersuchenden oft – muss man/frau „wirklich wollen“ – und Sie müssen von sich überzeugt sein, wobei ich hinzufügen möchte: Ja, aber Sie müssen vor allem ihre Eigenschaften kennen, die wirklich interessant für andere sind. Die meisten Menschen wissen sehr wenig von ihren „besten Eigenschaften“. Selbst bei Bewerbern findet man oft Sprachlosigkeit, wenn man sie nach ihren besten Eigenschaften fragt. Doch etwas kommt hinzu: Die Eigenschaften, die wir für unsere „Besten“ halten, müssen auch auf andere wirken. Wenn das nicht funktioniert, finden wird entweder keine Partner oder die Falschen.

Jens Löser sagt etwas, dass Autoverkäufern wahrscheinlich die Zornesader auf die Stirn treibt – für Partnersuchende aber höchst wichtig ist: Wenn Sie gute Autos verkaufen, egal von welcher bekannten Marke, dann ist ihr Produkt im Prinzip austauschbar. Ich will dies ergänzen: Wenn Sie eine Frau sind und sich mit Ihrer Kleidergröße, Körbchengröße oder Haarfarbe anpreisen, dann sind sie austauschbar wie ein Automobil, das sich gut fährt. Menschen allerdings zeichnen sich durch eine Vielfalt von Eigenschaften aus, und auch durch manche Facetten. Es wäre also gut, wenn Sie ein eindeutiges, zwar marktgerechtes, aber dennoch sehr individuelles Profil vorlegen könnten.

Was sind die Vorschläge von Jens Löser nun – und was haben wir von seinem Buch zu erwarten? Nun, sie sind recht handfeste, ziemlich realistische Vorschläge, die aus der Praxis kommen und nicht im Labor gewachsen sind. Ich persönlich vertraue einem Verkäufer bei Weitem mehr als einem Psychologen, wenn es um die Partnersuche geht. Wenn ich Ihnen nur einen einzigen Grund dafür nennen soll: Psychologen verkomplizieren die Wege, die es zu beschreiten gilt, indem sie stets etwas zu „bedenken“ geben. Verkäufer hingegen gehen einfach los und glauben, dass der gelungene Abschluss der Beweis für ihren Erfolg ist.

Wenn Sie also wollen - Lesen Sie das Buch "Single sucht Frosch".