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Frauen leiden angeblich unter der „Orgasmuskluft“

Menschenfrauen leiden unter Lücken. Das wusste N24 und verwendete gleich zwei Fremdwörter, die natürlich jede Frau kennt, die der englischen Sprache mächtig ist. Oder doch nicht?

Das Wort heißt „Gap“, hübsch einfach. Und es bezeichnete eine Spalte (nein, nicht die!) oder auch eine Kluft in Form eines deutlichen Unterschieds. Und weil wir ja alle Ökonomen sind, nicht wahr, wissen wir dann auch, was der „Gender Pay Gap“ ist – nämlich ungleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Neues Modewort: Orgasmus-Lücke

Und nun – ach, die neue Lücke: die Orgasmus-Lücke, die ab jetzt „Orgasm Gap“. Die bezeichnet den Zustand, dass Männer beim gemeinsamen PIV-Sex schneller und erfolgreicher zum Orgasmus kommen als Frauen. Keine Angst vor dem Wort PIV, das wird anderwärts erklärt. Und laut N24 „gehen Frauen beim Orgasmus häufig leer aus. Wieder beim PIV, klar doch.

Richtig erklärt wird die Angelegenheit übrigens in „Psychology Today“. Und weil Gender-Fragen immer auch von ideologischer Wut geprägt sind, lesen wir in der „Augsburger Allgemeinen“, dass die männlich geprägte Welt an allem Unglück schuld ist – nichts anderes hatten wir erwartet. Der häufig zitierte Satz „Frauen gehen beim Orgasmus häufig leer aus“ soll dabei von der dpa kommen:

Frauen gehen beim Orgasmus häufig leer aus. Orgasm Gap nennt sich das, angelehnt an Gender Pay Gap - da verdienen Frauen weniger als die Männer. Doch nicht nur im Job geht es unfair zu, sondern auch beim heterosexuellen Sex.


Mut zur Lücke? Auf keinen Fall, nur trauen sich die Biedermänner offenbar nicht, ein paar Wahrheiten zu akzeptieren, weil sei dem Volk nicht zugemutet werden sollen. Dazu gehört, dass Masturbation, gleichgeschlechtliche Beziehungen, Cunnilingus und ein paar andere Lustvarianten den weiblichen Orgasmus sicherer und häufiger auslösen können. Aber wenn man dies einmal deutlich sagen würde, dann ginge ja der Mythos vom gemeinsamen Höhepunkt flöten. Und … nun ja, PIV hat doch noch eine andere Bedeutung, wie wir gerade hörten. Und letztendlich – ohne PIV keine Kinder. Auch das noch.

Woche der Betrachtungen über die Rute

Diese Woche ist die Woche von Nico und Nicola, von Ruprecht und Pelzmärtel, und nicht zuletzt vom schlimmsten Krawallmacher des Nikolaustags, dem Krampus. Von Letzterem sind vor allem die Damen zugleich entzückt und verwirrt – denn er allein lässt sich nun so überhaupt nicht einordnen unter all den wilden Gesellen, die Nikoläuse so anschleppen.

Ein Naturprodukt aus frischen Birkenzweigen

Eigentlich handelt es sich bei der Rute um einige von Blättern befreite, sorgfältig gebündelte Zweige der Birke, die entweder frisch geschnitten oder sorgfältig gewässert werden mussten, um stets die gewünschte Wirkung zu entfalten.

Die Rute als Instrument der Körperstrafe

Diese Wirkung wird unterschiedlich beschrieben. Einmal galten Rutenstrafen als äußert schmerzhaft oder gar unerträglich. Die Spuren bleiben – so wird gesagt – tagelang sichtbar. Und gelegentlich wurde so lange auf die Delinquenten eingeschlagen, bis die Ruten zerbrachen oder Blut aus den geschlagenen Wunden austrat. Dies war zumeist dann der Fall, wenn die Ruten im vollen Ernst oder gar voller Wut auf die nackten Gesäße von Dienstboten oder gar Sträflingen geschlagen wurden.

Die Rute als Mittel, um die Sinne zu wecken und Intimität zu erzeugen

Die sinnliche Rute hingegen wird von der schönen, heimlich verehrten Gouvernante geführt, und sie dient einmal dazu, die Lust im Genitalbereich zu verstärken, was nicht auf den Schmerz, sondern auf die stärkere Durchblutung zurückzuführen ist. Sodann konnte sie durchaus Schmerzen verursachen, doch dieser liebevoll ertragene Schmerz führte nicht selten zu Ritualen der Lust. Dabei diente die Rute vor allem dazu, die Schamgrenzen aufzuheben. Auch in diesen Fällen schlug man vorzugsweise auf das unbekleidete Gesäß, doch wurden die Schläge, wenn sie leicht und stetig gegeben wurden, eher als sinnlicher, prasselnder Wasserfall erlebt wurden, zumal, wenn sie häufiger angewendet wurden. Und sie hatten eben auf viele Menschen diese faszinierende Doppelwirkung von Lust und Schmerz, die wenige bewusst genossen, aber viele durchlebten, die darüber schwiegen.

War von vornherein klar, dass die Schläge der Lust dienen sollten, entfiel auch die Furcht vor Schmerz und Tränen, selbst dann, wenn sie dann doch eintraten.

Schamvolles Schweigen in der Literatur

All dies ist in der Literatur kaum zu finden. Das Einzige, was wir immer wieder lesen können, ist die brutale körperliche Bestrafung durch eine enorm hohe Anzahl von Rutenschlägen als Strafe. Oder die Perversion mancher Londoner Gentlemen, sich in „Flagellationsbordellen“ den Hintern blutig schlagen zu lassen und sich daran aufzugeilen.

Die Drecksarbeit machte nicht der Nikolaus

Der gute Nikolaus – dies sei zu seinen Ehren gesagt – vergriff sich selbst nicht an der Rute, sondern überließ die Drecksarbeit seinen Knechten, den dunklen Gestalten der Raunächte. So entstand dann die Legende vom schenkenden und strafenden Nikolaus.