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Mit Anstand schreiben ...

Mit Anstand bringen wir die Nikolaus-Woche zu Ende. Bis Freitag verschwinden Nikolaus und seine Kasper wieder von der Bildfläche, und alles, was mit ihnen zusammenhing.

Dann wollen wir wieder die süße Frivolität zu Wort kommen lassen, die auf der Zunge zergeht … sei es in Worten, Liedern, Schokoladengenüssen, Speisen, Getränken oder Körperflüssigkeiten.

Ach ja, und Weihnachten … mal sehen, was es da noch an Geschenkideen gibt … sie müssen nicht unbedingt für den Genuss der Lust auf der Zunge sein …

Falls ihr Ideen habt ... bitte her damit ...

Woher kommt überhaupt das Schlagen mit der Rute?

Spielereien: eine spielt die Herrin, die andere die Dienstmagd
Ohne jeden Zweifel waren die Geißler die Urheber der Zucht durch Züchtigung. Ging es im Ursprung darum, den Leib durch Geißelungen von der Unzucht zu befreien und ein Leben nach Gottes Geboten zu führen, so erwies sich bald, dass die Geißel die Lust nicht nur vertreiben konnte, sondern sie auch förderte. Soweit die häusliche oder öffentliche Erziehung betroffen war, erkannte man bald, dass für Bedienstete eher die Rute als die Geißel infrage kam, wenngleich auch die Klopfpeitsche häufig Erwähnung fand. Der später of erwähnte importierte Rohstock spielte noch keine Rolle, man bevorzugte frei verfügbare, inländische Materialen, also vor allem Birken- und Haselruten.

Die Strafe der Rute war bald in aller Munde, und ihre „Küsse“, wie man allgemein sagte, trafen nicht nur das Dienstpersonal, sondern auch die Schüler der Internate. Diese hatten eigene, strenge Regeln und Rituale, die dem Außenstehenden oftmals fremd waren. Besonders in den Internaten, in denen Frauen lehrten und Mädchen lernten, wurden gleichgeschlechtliche Bindungen und Experimente gerne mit Schlägen verbunden.

Der Grund für die erotische Komponente lag ohne Zweifel darin, dass manche Frauen die entblößten Hinterteile sinnlich fanden, sie diese aber nur vermittle einer Strafaktion freilegen durften. Da dies alles hinter Internats- oder Klostermauern und ganz legal geschah, konnte auch niemand Anstoß daran nehmen, wenn es den Erzieherinnen oder Nonnen gefiel, sich an den „rosigen hüllenlosen Pops“ zu ergötzen.

Später geriet das Schlagen auf das nackte Gesäß in Verruf – und zwar genau aus diesem Grund: Die erotische Komponente sollte auf jeden Fall unterbunden werden. Also wurde seither auf das Hemd oder später auf das Höschen geschlagen. Seither kursiert auch der Begriff „Das Höschen strammziehen“, damit dies keine Falten warf und die Wucht der Schläge möglichst linear zum Gesäß und damit zu den Nervenenden der Haut vordrangen.

Nach und nach verschwand die Rute dann aus der körperlichen Züchtigung wie auch aus der Erotik. Der Grund lag vor allem darin, dass die Birkenruten sehr gut gepflegt werden mussten, um immer einsatzbereit zu sein und dass neue Ruten von Hand geschnitten, entlaubt und gebunden werden mussten. Außerdem durfte im 19. Jahrhundert aus Sittlichkeitsgründen nicht mehr auf das nackte Gesäß geschlagen werden – und über der Kleidung hat die Rute kaum noch strafende Wirkung.

Der neue Star am Horizont war der Rohrstock, der wesentlich haltbarer war und mit dem sich ausgesprochen schmerzhafte Schläge erzeugen ließen, weshalb man es normalerweise bei drei bis zwölf Schlägen „auf den Hosenboden“ beließ.

Damit endet auch die Faszination der Birkenrute – weil sie niemand mehr spüren konnte, entfiel sowohl die Erinnerung an die strafende Hand, die sie führte, wie auch an die liebende Hand, die mit der Rute verführte.