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Die große Zeit der Wäschefotos

Der BH sitzt ziemlich schlecht, aber das machte nichts - Hauptsache: Wäschefoto
Wäschefotos? Kaum jemand fängt mit dem Begriff etwas an, nicht einmal Fotografen. Dabei waren Wäschefotos einmal sehr populär. Man benötigte eine Dame, die vorzugsweise etwas frivole Dessous, auf deutsch „Reizwäsche“ trug. Allerdings passten die Wäschestücke oft nicht so ganz oder jedenfalls achtete der Fotograf, voll entzückt von der Fülle der Damen, nicht so sehr auf die Passform. Im Grunde waren die Bilder durchaus jenen ähnlich, die sich in Versandhauskatalogen befanden, nur eben etwas frivoler. Und wenn es ein paar Gläser Schampus gab, zogen die Damen auch schon mal den BH aus. Und manchmal auch mehr.

Bild: nachkoloriertes anonymes SW-Foto.

Dreier – wie wichtig ist Bisexualität?

Von Orgien träumen mehr Frauen als von Dreiern - egal, mit wem
Einer der ersten Sätze, die du über Dreier hören wirst: Es ist wichtig, ob du MFM (MMF) oder MFF (auch FFM) als Dreier anstrebst. Doch ist das wirklich so?

Frauen tendieren meist dazu, einen Dreier mit zwei Männern zu bevorzugen, und sie sagen klar, warum: „damit ich im Mittelpunkt stehe.“ Männer wiederum wollen einen Dreier mit zwei Frauen, damit sie im Mittelpunkt stehen und mehr Lust empfangen, als sie je geben könnten.

Eher kein "Sandwich" und kein "Spießbraten"

Doch das gilt nicht immer. Der Dreier, den eine Frau mit zwei Männern inszeniert, unterscheidet sich von der Art von Dreier, bei dem zwei Männer unbedingt ein „Sandwich“ erproben wollen oder in dem die Frau sich als „Spießbraten“ prostituieren soll. Frauen wollen beim Dreier so gut wie immer, dass die Männer sie begehren und dies auch deutlich zeigen.

Dies alles gilt vor allem für Heterofrauen. Was aber ist mit Bi-Frauen? Mit Bi-Männern? Oder mit Paaren, die einen Dreier anstreben? Paare suchen ja ziemlich oft nach nach einer Frau zum Dreier – aus sehr unterschiedlichen Motiven. Entscheidend ist aber immer, ob die „Dritte“ nur Erfüllungsgehilfin für eine ganze bestimmte Konstellation sein soll, die vom Paar vorgegeben wird. Oder ob sie eine gleichberechtigte Dritte ist, die auch eigene Wünsche und Sehnsüchte einbringen kann.

Dreier? Oft bleibt alles beim Traum
Bi-Frauen- ideale "Dritte" für Paare

Bi-Frauen eigenen sich vorzüglich als Dritte. Sie nehmen den Druck aus der Situation und zeigen dem Paar, dass zum Dreier stets „geben und nehmen“ gehört. Oftmals haben Frauen in festen Hetero-Beziehungen erotische Wünsche an andere Frauen, trauen sich jedoch nicht, diese offen zu sagen. Beim Dreier aber geht die Angst unter, und zwar umso mehr, je sinnlicher der Dreier gestaltet wird und je wohler sich alle fühlen. Im Grunde, so sagen vieler der Frauen, die als „bi“ gelten, gehe es gar nicht um „Bisexualität“, sondern darum, die Lust einer Frau körperlich zu spüren.

Ob all dies auch für Hetero-Männer und Bi-Männer gilt? Die meisten Männer haben Berührungsängste mit dem eigenen Geschlecht, und manche verlieren sie nie. Beim harmonischen Dreier mit zwei Männern kommen sich beide Männer aber unweigerlich körperlich nah – und dabei können durchaus auch sinnliche Begierden entstehen.

Hinweis: die Statistik in Bild eins wurden anhand von lustvollen Träumen und Vorstellungen, also nicht anhand von konkreten sexuellen Aktivitäten erstellt.

Polyamorie – ein Wort verharmlost seine Inhalte

Liebe - einfach ausstreuen und wie Blütenblätter?
Seit letzter Woche haben auch die Ahnungslosen von etwas gehört, das man nicht einmal in jedem Lexikon findet: Polyamorie. Ein neues Kunstwort, das den Donjuanismus auf die Ebene des Zeitgeistes einerseits und der Romantik andererseits hebt und deshalb (jedenfalls in der Theorie) für beide Geschlechter gilt.

Was ist Polyamorie? Sie wissen sicher, was die Polygamie ist, die man einstmals „Vielweiberei“ nannte. Genau genommen (für die elendiglich Spitzfindigen) muss es heißen:

Es wird unterschieden zwischen Polygynie (Vielweiberei, bei der ein Mann mehrere Ehefrauen hat) und Polyandrie (Vielmännerei, bei der eine Frau mehrere Ehemänner hat.


Gut. Nehmen wir „poly“ separat, so steht das Wort für „viel“. Der Hintergrund: wer immer als Ernährer fungiert (meist ein Mann) kann sich so viele Ehepartner halten, wie es sich leisten kann. Die Nebenformen waren die „Ehe zur Linken“ und das Mätressenwesen, und Ähnliches finden wir bis heute – fast überall, ohne Etikett und stets ein wenig anrüchig.

Polyamorie – das schreckliche Wort für etwas Fragwürdiges

Nun kommt zum "Poly" noch die „Amorie“. Versuchen sie gar nicht erst, das Wort „Polyamorie“ zu googeln. Es ist ein willkürlich zusammengesetztes Fremdwort, das zunächst anglisiert wurde (Polyamory) um es dann wieder zu verdeutschen. (Man nennt solche willkürlich aus antiken Sprachen geschöpfte Fremdwörter auch hybride Neologismen.) Das Wort soll bedeuten, viele Menschen zu lieben, wobei Liebe ein ziemlich dehnbarer Begriff für jede jede Art von intimer Zuneigung sein kann. Die Diskussion darüber findet zumeist unter Pseudo-Eliten, aber auch unter sozial von der Mehrheit entkoppelten Menschen statt.

Typisch für die Polyamorie ist, keine sozial abgesicherten verbindlichen Beziehungen einzugehen, sondern Beziehungen unterschiedlicher Dauer und ebenso unterschiedlicher Natur. Der intellektuelle und historische „Überbau“ wird von den Anhängern der Polyamorie vor allem über das Lexikon „Wikipedia“, aber auch über eigene Webseiten verbreitet.

In dem Tatort-Krimi „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ wurde das Reich der Polyamorie nun für die Welt der Uninformierten geöffnet – allerdings nicht nach der „reinen Lehre“ der Adepten der Polyamorie. Denn der Antiheld, ein sozial enthemmter Architekt, zerstört fahrlässig Ehen und Beziehungen und lügt und betrügt dabei nach Kräften. Lediglich eine seiner Gespielinnen. eine Psychotherapeutin, behauptet, „poly“ zu sein – das heißt, sie steht dazu, mit mehreren Menschen zu vögeln. Ob es dabei um „Liebe“ ging, lassen wir mal offen.

Eines aber dürfte klar geworden sein: Polyamorie ist im Grunde keine Lebensform, sondern geteilter erotischer Egoismus auf Zeit. Auch wenn die Jüngerinnen und Jünger im Umfeld des Begriffs dies gerne anders sehen würden.

Zitat "polygamie"aus Wikipedia.

Interessanter Artikel (verlinkt auf mehrere weitere Seiten zum Thema) auf Sexy Science.

Bild: Teilansicht aus "la Vie Parisienne"

Zuneigung gegen soziale Vergünstigungen und andere Vorteile

Ein Bordell gibt es nicht überall - doch Zuwendungen an Damen sind nicht ungewöhnlich
Zuneigung gegen soziale Vergünstigungen und andere Vorteile - der zweite Teil unseres Beitrags über die "ganz gewöhnliche Prostitution"


Ist alles Prostitution, was nicht aus Liebe geschenkt wird?

Im Allgemeinen wird von Frauen erwartet oder gar vorausgesetzt, dass sie jede beliebige sinnliche, erotische oder sexuelle Handlung aus Liebe vollziehen. Haben sie andere Beweggründe, so werden sie zumeist verdächtigt, eine gewisse Tendenz zur Prostitution zu haben. Ob diese Auffassung noch zeitgemäß ist, kann zumindest bezweifelt werden, denn der Tausch von Emotionen in soziale Währung und umgekehrt ist ebenso üblich wie der Tausch von Wertgegenständen gegen gespielte Emotionen. Allerdings betreten wie hier schwankenden Boden, denn kaum jemand wird zugeben, dass seine (ihre) Emotionen durch soziale Vergünstigungen oder finanzielle Zuwendungen beeinflusst werden können. Die Gegenfrage zu stellen, wäre vermutlich sinnvoller: Warum sollte dies nicht der Fall sein?

Geschenke und "erkenntlich zeigen"

Einer der typischen Konflikte, von denen wir immer wieder hören, ist die Frage, bis, zu welcher Höhe ein Geschenk angenommen werden kann, ohne dass sich jemand als „käuflich“ fühlt. Während einige, wenige Frauen keine Skrupel hätten, sich eine Appartementwohnung oder ein Sportcoupé schenken zu lassen, würden andere dies als „zu großes Geschenk“ ablehnen, weil sie damit in Abhängigkeit geraten würden. Bei welchem Wert diese „Abhängigkeit“ oder auch nur „Verpflichtung“ empfunden wird, hängt allerdings von der Beschenkten ab. Ein Geschenk mit „hohem Wert“ kann schon zwischen 100 und 1000 Euro „Wert“ als „verpflichtend“ empfunden werden. Erstaunlicherweise wird das gesamte Thema des „Schenkens“ in allen „seriösen“ Betrachtungen über die „ganz gewöhnliche, alltägliche Prostitution“ gemieden.

In einer Kolumne über das Schenken lesen wir:

Ein Geschenk verpflichtet vor allem denjenigen, der beschenkt wird. In dem Augenblick, in dem man ein Geschenk annimmt, fällt einem die Aufgabe zu, sich seinerseits zu gegebener Zeit erkenntlich zu zeigen.


Wir sehen hier das Problem des „ersten Zuges“. Wer den ersten Zug macht, beginnt ein Spiel. Wird das Spiel angenommen, entsteht die beständige Verpflichtung, weiterzuspielen oder aber das Spiel endgültig abzubrechen - und damit zumeist auch die Beziehung.

Meist werden „zu große“ Geschenke von „anständigen“ Frauen intuitiv oder mit Bedacht abgelehnt, weil sie fürchten, mehr dafür leisten zu müssen, als sie wirklich wollen. Aber auch der Gedanke, sich damit mental zu prostituieren, hält viele Frauen davon ab, sich betont großzügig beschenken zu lassen.

Ökonomie: Frauen nutzen den Mangel und betrieben Tauschhandel

Abseits von solchen Überlegungen ergibt sich eine ganz andere Frage: Warum flirten „anständige“ Frauen offenkundig, warum treten sie mit Nettigkeiten, Zärtlichkeiten und dem versprechen sexueller Erfüllung an Männer heran? Seit sich Ökonomen mit Sexualität beschäftigen, kommt der Gedanke des „Tausches“ immer wieder auf. Bei Männern herrscht ein ständiger Nachfrageüberhang nach Begegnungen, interessanten erotischen Varianten und wollüstigem Sex. Dieser stärkt die Verhandlungsposition „ganz gewöhnlicher“ Frauen, dafür etwas einzuhandeln. Meint jedenfalls Gérard A. Bökenkamp. der dafür immer wieder angegriffen wird. Doch der Wirtschaftshistoriker hat gute Gründe für seien Annahmen: Der Liebes- und Beziehungsmarkt ist offen, aber es herrscht ein gewisser Mangel an wirklich interessanten, erfahrenen, sinnlichen Frauen. Und schon wird die Verhandlungsposition aller Frauen gestärkt, die sinnliche und erotische Fähigkeiten haben. Und zwar sowohl für einen ONS wie auch für die Ehe.

Das ist – zugegebenermaßen – nicht neu. Aber neu daran ist, dass es offenkundig wird und immer mehr Verbreitung findet. Jede Frau, die sich als Luxusgut versteht, von der Professorin bis zur Bäckereiwarenverkäuferin, kann an diesem Markt teilhaben und ihre Fähigkeiten überprüfen.

(Zitat "Geschenke" aus: Freitag, Gedanken zur "Ökonomie der Sexualität" aus dem gleichnamigen Buch, München 2015.)Bild: Joachim Beuckelaer, "Bordell", 1562

Wie viel Prostitution steckt in einer Prostituieren?

Klischee der Prostitution - die Hure in der Seitengasse trifft den Geschäftsmann auf Abenteuersuche
Wie viel Prostitution steckt in einer Prostituieren? Sie meinen, das sei keine Frage? Dann stelle ich die Gegenfrage: wie viel Prostitution steckt in Ihnen? Haben Sie jemals einen Hauch von Gunst oder eine kräftige Portion Sex geschenkt, um dadurch einen Vorteil im Leben zu erhalten?

Prostitution ist ein relativ schwammiger Begriff – vor allem im Volksmund. Ist jede Frau, die den sozialen Aufstieg oder ihre berufliche Laufbahn, ihr Vermögen oder ihren Wohlstand mit „Gefälligkeiten“ bezahlt, schon eine Prostituierte? Nein, wir werden diese Frage nicht beantworten können – aber wir sind so frei, sie zu stellen.

Prostitution ist die gewerbsmäßige Ausübung sexueller Handlungen. Das Wort „gewerbsmäßig“ besagt, dass damit ein Gewinnstreben verbunden ist. Dieser Begriff hat sich seit über einem Jahrhundert kaum geändert, so etwa in Meyers Konversationslexikon von 1885.


Selbstpreisgebung eines Frauenzimmers zur Unzucht, wenn dieselbe mehr oder minder offen als Gewerbe betrieben wird.


Entsprechend meint auch Brockhaus (1894).

Die gewerbsmäßig betriebene Hingabe weiblicher Personen zur Befriedigung geschlechtlicher Triebe.


Etwas differenzierter wird Meyers erst später (1908):

Die von einem Weib öffentlich gewerbsmäßig betriebene Preisgebung des eignen Körpers gegen Entgelt an jeden Beliebigen. Zwischen dieser Form des geschlechtlichen Verkehrs und dem in einer aus Liebe geschlossenen Ehe liegen sehr viele andre, die je nach dem Standpunkte des Beurteilenden auch zur Prostitution gerechnet werden oder nicht.


Der Unterschied zu vorausgegangen Definitionen ist bemerkenswert: Es sind nicht mehr sexuelle Handlungen als solche, sondern es ist auch die vollständige Preisgabe des Körpers, allerdings nur dann, wenn er „jedem Beliebigen“ angeboten wird.

Ist nur die offenkundige Preisgabe gegen Geld Prostitution?

Gelegentlich wurde – und wird – der Begriff der Prostitution noch durch das Wort „notorisch“ (offenkundig) ergänzt. Demnach wird eine Prostituierte ihre Leistungen durch Worte oder Gesten bekannt geben oder ankündigen. Im Gegensatz dazu werden Frauen, die sich nicht „offenkundig“ präsentieren oder sich nicht an „jeden beliebigen“ wenden, nicht als Prostituierte bezeichnet, auch wenn sie einem Austausch von Sex gegen Geldeswert zustimmen. Darauf berufen sich zum Beispiel die teuren Callgirls oder „Sugar Babys“ und alle anderen Frauen, die sich „für ihre Gesellschaft“ bezahlen lassen. Teilweise werden dafür von diesen Frauen bestimmte Summen vorausgesetzt – etwa monatliche, an keine Bedingungen geknüpften Zahlungen von Unterhalt.

Eine weitere Unsicherheit besteht darin, ob jede sinnliche, erotische, oder sonst wie am nackten Körper vollzogene Tätigkeit eine „sexuelle Handlung“ ist und ob sie deshalb unter den Begriff der „Prostitution“ fällt.

Interessant ist auch, wie wenig von Prostitution die Rede ist, wenn ein Geschenk oder eine Geldsumme angenommen wird, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Gewährung von Geschlechtslust steht.

Der Begriff der „Prostitution“ ist also mehrdeutig – und dies ist hier nicht im juristischen Sinne gemeint. Vielmehr geht es darum, wie Frauen angesehen werden, die Geld oder Geldeswert gegen Begleitung, gespielter Zuneigung oder Sex tauschen.

Lesen Sie im zweiten Teil demnächst:

Zuneigung gegen soziale Vergünstigungen und andere Vorteile

Zitate: (Brockhaus, Meyers) und weitere auf retrobibliothek.de.