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Das Panoptikum der Frauen: die Zicke

Zicke, blauäugig mit Gender-Heiligenschein


Ach ihr Lieben! Bevor ich über die Zicke spreche, solltet ihr das überspannte Soziologen-Chinesich (aka Neusprech) in euch aufsaugen, das beispielsweise von Wikipedia verbreitet wird. Ob die soziale Korrektheitskampagne Wikipedia nützt, bleibt abzuwarten. Aber weil Soziologen-Gender-Chinesisch so edel klingt – bitte schön, hier das Zitat:

Zicke ist in der Gegenwartssprache eine abwertende Tiermetapher, die als Schimpfwort insbesondere gegen Mädchen und Frauen benutzt wird, die aus Sicht des Sprechers Schwierigkeiten („Zicken“) machen, d.h. „zicken“. Damit wird ein Abweichen von bestehenden Geschlechterrollen-Stereotypen in Konfliktsituationen negativ hervorgehoben und dadurch „delegitimiert“, d.h. dem Verhalten wird die Rechtmäßigkeit abgesprochen. Es geht insofern um Verhaltensweisen, die vom bestehenden Geschlechtshabitus abweichen und dadurch bestehende Machtverhältnisse in Frage stellen.


Ohne Genderquatsch: Zicken stören, weil sie zickig sind

So und nun die Kurzfassung ohne Genderquatsch: Als „Zicken“ werden Frauen dann bezeichnet, wenn sie ein ungewöhnlich schwieriges Verhalten an den Tag legen, das ihr gesamtes soziales Umfeld belastet. Es geht also um Verhaltensweisen, die ungewöhnlich sind und in sozialen Situationen störend wirken.

Batsch, batsch, Wikipedia! So, und nun will ich euch mal erzählen, wie die Zicke im Panoptikum der Frauengestalten dasteht.

Was die Zicke von einer ganz gewöhnlichen Frau unterscheidet

Die Zicke ist so populär, weil es kaum eine Frau oder einen Mann gibt, der keine Zicke kennt. Und wer eine kennt, der weiß, dass sie nervt. Aber warum nervt sie eigentlich?

Betrachten wir mal eine ganz gewöhnliche Frau: Sie glänzt durch Eigenschaften. Teils durch positive emotionale Eigenschaften, teils durch Geist, Witz und Esprit, die sie sich in ihrer Kommunikation niederschlägt, und teils – ja, wirklich – durch einen wunderschönen Körper. Was eine begehrenswerte Frau auszeichnet, ist aber letztlich der natürliche Umgang mit ihr. Unprätentiös nannte man so etwas früher. Und dieses Verhalten – ihr dürft staunen, Gender-Verfälscher: Kommt bei Frauen und Männern gleichermaßen gut an.

Wenden wir uns nun der Zicke zu: Sie ist eben prätentiös, das heißt, sie setzt sich gerne in Szene. Das tun andere Frauen auch? Ja, natürlich. Aber die Zicke bettelt mit diesen Verhaltensweisen um Aufmerksamkeit. Das heißt, die Umgebung soll sich um sie bemühen, sich um sie kümmern und ihr gegebenenfalls zu Füßen liegen.

Krankhafter Konkurrenzneid ohne Sinn

Dieses Verhalten ist kaum zu erklären, es sei denn, man würde einen Begriff einführen, der bei der Zicke eine große Rolle spielt: Konkurrenz. Prinzipiell konkurriert sie mit jeder anderen Frau, ohne einen Anlass dafür zu haben, und sie tut dies in einer Weise, die jede andere Frau befremdet. Ein Mann (ja, ja ein Mann) meinet einmal, eine Zicke würde das Leben „als einen permanenten Vorwurf an sich selbst erleben.“ Da könnte man natürlich argumentieren: Bei der Zicke sind ein paar Drähte falsch verlötet, denn auf Dauer kann niemand sein Leben verbessern, wenn er gegen das Leben kämpft.

Wie die Zicke sich selbst sieht: feminin

Klar – die Zicke sieht das gar nicht so. Im Gegenteil. Sie allein weiß, was es bedeutet, feminin zu sein. Sollte sie gebildet sein, was gelegentlich vorkommt, dann wird sie mit den Namen von Hormonen und Botenstoffen um sich werfen, von denen sie annimmt, dass sie für das „weibliche“ Verhalten verantwortlich sind. Und – ja, sie kann eine gewisse Zeit eine sehr lustvolle, lächelnde, gelegentlich sogar humorvolle Frau spielen. Da hat sie sich irgendwo abgeguckt, wie so vieles an ihr: die Kosmetik, die Haarfarbe, die Wirkung der Brüste und der Rocklänge, aber auch ihre Giftküche an Intrigen. Kurt: Alles, was Aufmerksamkeit erregt, beherrscht sie perfekt, und alles, was ihr langfristige Sympathien einbringt, kann sie nicht.

Männer und Jungs – lasst die Finger von den Zicken

Reden wir einen Moment von den Jungs, von Dates und Begegnungen, Lüsten und Sex. Sagte ich schon, dass Zicken vehement nach Anerkennung suchen? Dazu gehört natürlich auch, die Konkurrenz auszustechen und die tollsten Männer ins Bett zu ziehen. Manchmal – ja, echt – empfinden Männer es sogar als eine Ehre, mit einer Zicke auszugehen, sie zu beschlafen und … und … und nichts weiter. Denn kein Mann ist der Zicke gut genug.

Es sind nicht die Männer, die schlecht über Zicken reden. Zicken reden schlecht über die Freundinnen, die sie enttäuscht haben, die Liebhaber, die sie verlassen haben – na ja, eben auch über das Leben, das sie nicht auf Flügeln getragen hat.

Alle Tassen im Schrank? Wahrscheinlich eher nicht

Ach ja, Wikipedia – wie war das noch?

Es geht insofern um Verhaltensweisen, die vom bestehenden Geschlechtshabitus abweichen und dadurch bestehende Machtverhältnisse in Frage stellen.


Ne, ne … es geht um ein paar emotionale Lötstellen, die mal überprüft werden müssten, oder um ein paar Tassen, die im Schrank fehlen oder um ein „unterschwelliges Fehlverhalten“, dass sich auf Dauer gegen die eigene Person richtet. (Falls Ihr es auf Vornehm lesen wollt).

Indessen: Ich bin nötigenfalls bereit, auf soziale Korrektheit zu sch … (Pardon) zu verzichten. So wahr ich Gramse heiße.


Weitere Informationen: Jetzt!

Wikipedia (falls ihr euch das antun wollt, aber daher stammen nun mal die Zitate)

Unprätenziös (Worterklärung) bei der Uni Leipzig.


Männliche Version: Zickendraht, selten gebraucht. Englisch häufig mit "Bitch" übersetzt, aber nicht ganz zutreffend, weil die "Bitch" eher eine Intrigantin ist.

Die Männer wollen immer das Eine – ein Dialog ohne Ende ...

Er muss noch lernen, oder?
Dieser Dialog hat nie stattgefunden. Entscheidet euch, ob ihr ihn euch gewünscht hättet oder nicht.

„Die Männer wollen wirklich immer nur das Eine. Kaum bist du nett zu ihnen, ziehen sie dir das Höschen runter, und dann dauert's nicht lange, bis sie abspritzen – und das war’s dann. Wenn sie ihr Ziel erreicht haben, ist das Feuer verpufft und du liegst da und denkst: Das soll jetzt alles gewesen sein?“

* „Das heißt, du wünscht dir richtig guten Sex von einem Mann?“

„Ja, Leidenschaft und Ekstase, richtiges Stöhnen, Ausdauer und … er soll mich bitte weiterküssen, nachdem er gekommen ist.“

„Und du sagst ihm auch, wie er dich befriedigen soll?“

„Das wissen die Männer doch, ich meine, das muss ein Mann nicht lernen.“

„Die Natur zeigt ihnen nur, wie sie eine Frau vögeln können – dann wissen Sie, wie sie abspritzen können. Aber dann können Sie die Lust noch nicht genießen, das lernen sie erst mit der Zeit und von Frauen, die auch genießen wollen.“

„Du meinst, von Huren?“

„Nein, von Frauen, die es richtig gut können – Huren sind ja froh, wenn es vorbei ist.“

„Du schlägst also vor, wir Frauen sollten sie lehren, wie sie zu ekstatischer Lust und echtem Vergnügen kommen können?“

„So etwas in der Art, ja.“

„Ich bin doch keine Sex-Lehrerin, die dummen Jungs beibringt, wie sie noch mehr Lust bekommen.“

„Wer soll es dann tun?“

„Keine Frau würde so etwas tun …“

„Dann wird kein Mann ein guter Liebhaber.“

„Das wollen sie doch sowieso nicht. Sie sind doch froh, wenn sie in dir abspritzen können. Und denen ist doch völlig egal, wenn du dann daliegst und denkst: Das soll jetzt alles gewesen sein?“

Und nun kannst du wieder mit dem Satz beginnen, vor dem das Sternchen steht.

Bild nach einer Illustration von Becat (Ausschnitt).