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Gute Männer wollen auch Sex, aber …

Sex - ach, ist so etwas wirklich nötig?
Wenn du einmal in einen Kreis von selbstgefälligen Frauen hineinhören konntest, dann weißt du, dass es für Männer „grundsätzlich“ nur eine einzige Motivation gibt: Sex. Frauen hingegen fürchten sich .davor ... irgendwie jedenfalls.

Angeblich wollen Wissenschaftler, namentlich Evolutionspsychologen, das ganz genau wissen, und ihre Argumente zerfallen in zwei Hälften: erstens, weil Männer Samenschleudern sind und zweitens, weil Frauen nicht all diese Samen aufnehmen wollen, sondern wählerisch sind - sie könnten ja schwanger werden. Anderer Ansatz: Die Evolution erfordert, dass die Alpha-Kerle sich „gutes Zuchtmaterial“ besorgen, indem sie es den übrigen wegschnappen. Die Menschen-Weibchen ihrerseits wollen sowieso nur Alpha-Männchen, weil die Evolution ihnen sagt: „Hör, du musst herhalten, weil die Nachwelt starke Kerle braucht.“ Und die konnten eben nur von Frauen hervorgebracht werden, die stark waren und eine absolut blühende Gesundheit aufwiesen.

Die Evolution und der blöde Affe, der blöd blieb

Das ist nicht nur Blödsinn – es funktioniert auch nicht. Genau genommen funktionierte es niemals. Bist du ein Mann? Stell dich einmal vor den Spiegel: Bist du stark, aber hirnlos? War dein Vater schon stark, aber hirnlos? Und dein Großvater? Und … so kannst du die Evolution zurückverfolgen. Hätte jede Frau Alpha-Männer, also muskelbepackte und bissstarke Oberaffen genommen, dann würden wir noch immer durch die Savanne zuckeln.

Nur Sex als Motivation taugt nicht viel

Nun ist Sex sicher eine Motivation für Männer, und sie ist ohne Zweifel so stark, dass sie manchmal die Vernunft übertrumpft. Was dann passiert, ist aber meist nicht der Weg ins Ehebett zum Zweck der Fortpflanzung. Es ist vielmehr die Befriedigung des momentanen Drucks. Männer sind sich zumeist klar, dass sie auf diese Weise eigentlich verlieren, denn außer der obligatorischen Entleerung der Prostata in die Lümmeltüte kommt dabei nicht viel heraus.

Die Angst normaler Männer, abgewiesen zu werden

Männer – und nun haltet euch fest – haben entweder eine schreckliche Angst davor, abgewiesen zu werden oder sie sind so gefühlskalt und berechnend, dass sie das überhaupt nicht juckt. Die Formel dafür heißt: Jede fünfte Frau steht sowieso auf Vögeln, dem Rest macht der gelernte Macho Hoffnungen auf eine Beziehung. Abhängig von seinem Auftreten, der Umgebung und dem Grad von Alkoholisierung der Frau hat er damit dann auch gelegentlich Erfolg.

Der Rest der Männer schämt sich, wenn er einen Korb bekommt. Er empfindet als Demütigung, abgewiesen zu werden, zumal, wenn er öfter negative Erfahrungen gemacht hat: falscher Job, falsches Auto, falsche Klamotten. Beim ersten Mal steckt er’s weg, beim zweiten Mal wird er vorsichtig, und beim dritten Mal sagt er sich: „Ich versuche es lieber gar nicht mehr.“

Macho sein bring es nicht – und aufgeben auch nicht

Nehmen wir mal an, du bist so: Versuch, sensibel zu bleiben und an verschiedenen (tatsächlichen und virtuellen) Orten Kontakte zu knüpfen. Wenn es stimmt, dass jeder fünften Singlefrau um Sex geht, und nur jeder Siebte eine „passende Beziehung“ sucht, dann könnte auf fünf bis sieben Versuche immerhin ein Treffer kommen. Mal das Eine, mal das Andere. Das kann sinnvoll sein, wenn du wirklich offen für Beziehungen bist und dich „reine ONS“ nicht so interessieren.

Warum Frauen auf Männer zugehen sollten

Nun nehmen wir an, du wärest eine Frau. Dann ist ziemlich klar, dass eines nicht funktioniert: Hinsetzen und warten, bis dich jemand anquatscht. Dann bist du immer die „Fünfte“: die, von der er Sex erwartet.

Besser ist, du versuchst irgendwie, die anderen Kerle abzugrasen – diejenigen, die dich nicht anquatschen. Die freuen sich, wenn du mit ihnen sprichst, und klar – auch die wollen Sex. Aber nicht unbedingt jetzt und sofort. Und sie planen vor allem nicht, dich gleich danach wieder abzuservieren.

Neulich sagte mir eine Frau, sie würde „niemals von sich aus einen Mann ansprechen“. Da frage ich mich allerdings: wieso denn nicht? Sie geht ja nicht auf Männer zu und sagt: „Hey, gefällt dir, was du siehst? Davon kannst du noch mehr haben!“

Einen Mann anzusprechen ist problemlos

Der Mann, der angesprochen wird, mag zunächst überrascht sein. Doch wenn ihm klar wird, dass du weder deinen Körper noch eine Versicherung verkaufen willst, wird er sich für dich interessieren – wirklich für Dich. Zumindest weiß er: Er ist in einem sicheren Gewässer. Du wirst ihn nicht demütigen. Wenn du nun noch geschickt darin bist, die Kommunikation zu führen, dann wirst du mehr über ihn erfahren, als du jemals zuvor von einem Mann erfahren hast. Und dann? Dann kannst du immer noch entscheiden, ob er bis zum Frühstück bleiben darf, ob du noch ein bisschen nachdenken willst, bevor du ihn ins Bett lässt oder bevor du ihm sagst, "es war nett mit dir geplaudert zu haben."

Bild: historische Fotografie, koloriert

Es ist nur Unterhaltung …

Lüste und Schmerz in der Internatsliteratur
Ein großer Teil der modernen erotischen Literatur für Frauen ist … einfach Unterhaltung. Was viele der Leserinnen nicht daran hindert, davon geil zu werden - und das ist absolut in Ordnung.

Eine Dame präsentiert sich im Unterkleid
Schauen wir etwa 120 Jahre zurück, so war das Wissen der jungen Frauen um die Möglichkeiten, „fleischliche Begierden“ auszuleben, noch sehr gering. Schon der Anblick des nackten Fußes konnte bei den Männern erotisches Verlangen auslösen – und sah ein lediger Mann gar eine schöne Frau im Unterkleid, so besuchte er höchstwahrscheinlich im Bordell.

Die Literatur jener Tage war umso heftiger. Nacktheit, rituelle Bestrafungen, Waschungen, das Erforschen der Intimsphäre mit detaillierter Beschreibung der Vorgehensweise waren bei den literarisch versierten Autorinnen und Autoren an der Tagesordnung.

Damals war die Schwelle zischen reiner Fantasie und der tatsächlichen Ausübung allerdings wesentlich höher als heute - vor allem für Frauen. Wenn überhaupt, so gab es sie in Geheimgesellschaften, von denen zwar immer wieder geflüstert wurde, deren Zugang aber den bürgerlichen, unverheirateten Frauen verschlossen war.

Heute liegt die Latte deutlich niedriger, über die es zu springen gilt – die erotischen Schilderungen hingegen werdend deutlich plakativer, irrationaler und weniger nachvollziehbar.

Als Beispiel für die Vergangenheit will ich die „nähe zur erotischen Hitze“ in Internaten nennen. Viele der jungen Damen, die dort erzogen wurden, waren aktiv oder passiv in Amouren zum gleichen Geschlecht verwickelt, mindestens aber kannten sie solche Empfindungen von anderen. Zudem konnten die Zöglinge Gruppen bilden, die versuchten, sich von anderen abzuheben, und die Wissen über Sexualität ansammeln konnten. Und schließlich gab es reale Körperstrafen, die zwar in den Schilderungen der Literatur deutlich übertrieben wurden, deren Strafcharakter allerdings nicht ausschließlich in der körperlichen Züchtigung, sondern eher in der Beschämung lagen, die damit einherging.

Der modernen Frau, die heute erotische Literatur liest, werden wundersame Brücken gebaut, über die sei erst einmal gehen müssen, bevor sie das sinnliche Geschehen verinnerlichen können.

Man verwendet dazu Elemente aus erotischen Märchen, mischt sie mit etwas SM-Literatur aus fragwürdigen Internetquellen ab, und produziert sodann eine „Story“, die mit allerlei Kitsch und Klischees angereichert wurde - gelegentlich sogar mit etwas Küchenpsychologie.

Sicher – es ist nur Unterhaltung. Und es mag sein, dass mancher Slip davon feucht wurde. Aber die Schilderungen legen eben auch erotische Strömungen frei, die der Leserin zuvor nicht bewusst waren. Aber verglichen mit der Literatur des 19. Und des frühen 20. Jahrhunderts basieren diese Schilderungen nicht auf Ereignisse, die jemand „so ähnlich erlebt haben könnte“, sondern auf das Eintauchen in eine Märchenwelt.

Und wer dergleichen vollziehen will? Dann wird die Angelegenheit wirklich heikel. Eine „eingeweihte“ Bloggerin schrieb dieser Tage:

(Solche Bücher stellen …) … auch gefährliche und verwirrende Präzedenzfälle für Neugierige und Uneingeweihte dar.

Ein Beispiel dafür mag sein, dass die sinnliche Lust am Spiel, wirklich krankhafte Neigungen und gefährliche psychische Manipulationen in modernen Romanen als Eintopfgericht serviert werden. Das regt nicht nur die „Adepten“ der Szene auf, sondern es sollte auch als Warnung verstanden werden. Die Welt erotischer Lüste und Fantasien ist kein Ponyhof.

Bild oben: Teilansicht einer Buchillustration, koloriert .
Bild seitlich: Aus dem Titel einer erotischen Zeitschrift von 1901.