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Die neue Sex-Ordnung zu Zeiten des Feminismus

Die neue Sex-Ordnung zu Zeiten des Feminismus oder: das Ende der Normierung des sexuellen Verhaltens.

Männer hinken der Zeit etwas hinterher, aber sie haben dennoch Erfolg damit. Gemeint ist der Mann, der „aufs Ganze geht“, der groß, stark und potent ist und den Charme des Proletariats hat.

Frauen sind der Zeit voraus, aber sie mögen ganz gerne noch einmal die Rolle von damals spielen: zarte Wesen, die beschützt werden müssen. Frauen, die Champagner und Kerzenschein benötigen, um mauschig zu werden und die am Ende sagen: „Wir konnte mir nur passieren, diesem Filou zu verfallen?“

Einfacher gesagt: Männer sind sind bisweilen „reflektiert“ und rücksichtsvoll, aber eben auch begierig wie Affenmännchen. Und Frauen sind selbstbewusst und machen klar, was sie im Bett wollen, aber sie sind auch verhalten-sinnlich, um nicht als „initiativ“ zu gelten.

Stark verkürzt heißt es dazu in einem Zeitschriftenartikel:

Frauen würden ihre Wünsche heute klarer kommunizieren und ihre Sexualität besser kennen. "Dazu passt stereotyper Sex, wie man ihn von früher kennt, nicht mehr." Männer seien heute reflektierter und würden mehr Wert darauflegen, dass ihre Partnerin sich zu nichts genötigt fühle.


So der Idealzustand. Doch man fand einen Menschen (Marc Rackelmann), der sich tatsächlich auskennt, was sehr selten geworden ist, denn

Wir wollen nicht mehr die Standardsexualität von früher, aber wie sieht die Sexualität aus, die wir beide heute leben wollen?

Der Therapeut weist darauf hin, dass in realistischen Beziehungen nicht alles sein kann wie im Schlaraffenland:

Kann und muss Sex wirklich jedes Mal wahnsinnig besonders und befriedigend sein? Wer so große Erwartungen hat, setzt sich unter Druck und das macht einen entspannten Sex schwierig.

Der neue Mainstream-Standard für Beziehungen und Sex ist noch nicht festgeschrieben, und für mich ergibt sich die Frage, ob er jemals wieder in Stein gemeißelt wird. Denn auch wenn es die Welt der Konservativen, Ignoranten und Rückwärtsgewandten nicht gerne hört: Jeder von uns ist aufgefordert, seine Sicht der Welt, der Liebe, der Lust und letztendlich der Sexualität häufig neu mit seinen potenziellen Partnerinnen und Partnern zu verhandeln.

Die Extremisten unter den Frauen, wie diejenigen unter den Männern, machen beide den gleichen Fehler: Sie gehen mit Konzeptionen auf den Markt der Liebe, die nicht anerkannt sind. Beide hoffen aber, dass sie (möglichst sofort, bestimmt aber irgendwann) anerkannt werden – was voraussichtlich niemals der Fall sein wird.

Es bleibt also nur der Weg, seine eigenen Wünsche und die des Partners abzugleichen, und das heißt: Individuell zu (ver-) handeln.

Zitate aus: BENTO.