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Für DICH: wie geht es weiter mit der Partnersuche?

Der einfachste Wunsch - was wird daraus?
Grundsätzlich ist alles davon abhängig, ob unsere Regierungen uns genügend Freiräume lassen, um uns überhaupt frei zu fühlen und jedem zu begegnen, an dem wir Interesse haben. Daran bestanden in den letzten Wochen gewisse Zweifel.

Wie frei fühlst du dich?

Zweitens geht es darum, ob DU dich frei genug fühlst, jetzt wieder Begegnungen einzugehen. Die Angst der Regierenden war nicht die Angst um dich persönlich, sondern sie fürchteten, dass die jeweiligen Gesundheitssystem zusammenbrechen würden. Du selbst hast aber sicherlich auch eine gewisse Furcht, mit anderen Menschen „intim“ zu werden. Überlege dir alles genau. Es gibt sie ja, die Risiken. Aber wie groß sie sind, wenn du einem einzigen Menschen im Monat begegnest, den du zuvor nicht gekannt hast, kann dir niemand wirklich sagen.

Was möchtest du sofort? Was lässt sich verschieben?

Drittens ist die Frage, was dich drängt. Ist es Sex? Ist es Nähe oder Geborgenheit? Oder ist es die Suche nach einem dauerhaften Partner, der sich möglicherweise für Ehe und Familie eignet? Die Anzahl der infrage kommenden Partner für Ehe und Familie fällt langfristig kaum – also kannst du warten. Bei anderen Bedürfnissen ist die Frage, wie mutig (oder leichtsinnig) du bist. Nach wie vor gibt es Menschen, die nicht dein Bestes wollen, sie es, dass sie deinen Drang ausnutzen oder gar kriminell veranlagt sind. Und sie stürzen sich stets auf die nach Lust und Liebe lechzenden Menschen.

Das Praktische

Es gibt keinen Grund zur Panik – die jetzt verfügbaren Partnersuchenden fängt dir niemand weg. Es gibt sie und andere auch noch in einem Jahr.

Wenn du jetzt mit einem Menschen gechattet und möglichst noch viel telefoniert hast, ist wirklich empfehlenswert, ihn so bald zu treffen, wie dies möglich ist. Lass dich nicht länger hinhalten und halte ihn nicht länger hin – sobald sich der „Corona-Knoten“ löst, wollen viele Menschen wieder zusammenkommen.

Sollte bald wieder die nötige Freizügigkeit eintreten, dann triff dich mit deinen Kandidaten möglichst zu Spaziergängen – das ist genau so gut wie in einem Café.

Die „Normalität“ für Partnersuchende lässt noch auf sich warten

Sollten sich die Regierungen entschließen, das Leben wirklich zu normalisieren, so wirst du erleben, dass alle, bei denen sich die Emotionen, Wünsche und Hoffnungen, aber auch das sexuelle Verlangen, aufgestaut haben, an den Partnermarkt drängen werden. Der Zustand, der dann entsteht, nennt man „Flaschenhals“. Und das bedeutet: Alle drängen auf Dates, aber nur wenige bekommen eins.

Die Situation, die ich eben beschrieb, lockt üblicherweise alle Trickser und Betrüger an – das Spektrum ist riesig, von „Sex gegen Geld“ über Lovescamming bis hin zu Erpressung.

Rat für Partnersuchende jetzt und hier

Generell kann ich nur dazu raten, behutsam mit sich selbst und anderen umzugehen, die Bedürfnisse zu überprüfen und ihre Erfüllung abzuwägen. Das mag auch zu anderen Zeiten gegolten haben, aber gerade jetzt steigt der „Preis“, den du für die Erfüllung deiner Wünsche zahlen musst. Das heißt, du musst dich mehr anstrengen, intensiver suchen, sorgfältiger auswählen und dort Kompromiss eingehen, wo es dir möglich ist: das ist der Preis. Nach einigen Monaten wird sich die Mischung aus Angst, Bedürftigkeit, Emotionsstau und Geilheit wieder beruhigt haben. Ob es dann wieder „normale“ Verhältnisse gibt? Die Verhältnisse sind schon lange nicht mehr „normal“. Überleg dir immer, was du möchtest und wer dir deine Wünsche erfüllen könnte.

Mach mutig deinen Plan, und handle überlegt. Da ist das Beste, was ich dir an Rat mitgeben kann.

Bild: Skizze eines Zeichners, gegen 1950.

Prognosen über Dating nach der Corona-Krise - der übliche Unsinn

Spekulieren über die Zukunft
Was wird es geben, mehr Geilheit oder mehr Ernsthaftigkeit bei der Partnersuche nach der Corona-Krise? Und wird wirklich alles "besser" werden? Die Glaskugel-Fraktion jedenfalls ist gerade dabei, eine schöne neue Welt zu suggerieren. Und die Warner werden kaum gehört.

Würde man den sogenannten „Experten“ Glauben schenken, so hätten die Kontaktverbote und Kontakteinschränkungen in jedem Fall jetzt schon Auswirkungen auf die Qualität kommender Beziehungen.

Freilich weiß das niemand wirklich – und es muss zum gegenwärtigen Zeitpunkt als haltlose Spekulation abgetan werden. Aber welche Qualitäten werden von diesen „Experten“ eigentlich erwartet?

Einige glauben, dass mehr Quantität mehr Qualität bedeutet: Wir lesen, dass „hochwertige Gespräche“ zwischen Chattern zunehmen würden, weil sie nunmehr länger dauern würden und mehr Inhalte enthielten.

Keine Werbung!
Auch ernsthafte Beobachter der Szene fallen darauf herein. Behauptet wird, dass „Gespräche tiefgründiger würden“ – und dabei wird schnell vergessen, dass bisher die Maxime galt „nur das persönliche Treffen lässt wirklich Rückschlüsse auf die Person zu.“ Man erinnere sich: Vor der Krise rieten noch alle dazu, nicht zu lange zu warten, um ein persönliches Treffen zu vereinbaren. Die Wendehälse reden genau das nach, was die Branche ihnen vorgibt.

Den Sargdeckel klappern lassen?

Andere werden gar philosophisch: Entbehrungen, so können wir lesen, sei die gegenwärtige Gesellschaftsordnung nicht mehr gewöhnt, und durch die Konfrontation mit dem Tod erfahre man täglich, dass alles „begrenzt und nicht selbstverständlich“ sei.

Da hat die gute alte Meinung, dass ein bisschen flirten, chatten und sonstiges fern-poussieren kaum Beziehungen stiften würde, offenbar keine Chance mehr, und so verpufft auch eine der wenigen kompetenten Warnungen:

Je weniger menschliche Nähe man hat, desto größer ist das Bedürfnis danach. Das kann dazu führen, dass man sich jetzt virtuell schneller verliebt.


Psychologie raus, Ökonomie rein

Psychologen, Philosophen und ähnlich ausgebildete Menschen haben zumeist sehr Wenig Ahnung von Ökonomie und denken nicht daran, dass jede Form des Kennenlernens auf Marktprinzipien beruht und ein bisschen Logistik nie schadet.

Der Einsatz steigt, wenn die Warteschlange länger wird

Ökonomisch ausgedrückt: Wenn es einen Mangel an Begegnungen gibt, steigt der Wert jeder Begegnung. Was heißt: Sex-Treffen werden wie auch Treffen zur Anbahnung seriöser Beziehungen werden begehrter. Und das wieder heißt, dass man sich als Single in die Warteschlange einreihen muss, wenn man das Eine oder das Andere will. Heißt „auf ökonomisch“: Der „Preis“ für ein Date, gemessen in Bemühungen und Attraktivität, wird deutlich höher. Und bedeutet: Nicht alle, die ein Date wollen, bekommen auch eins, weil attraktiver Menschen noch wahrscheinlicher bevorzugt werden als sonst.

Die Enge im Flaschenhals

Der Markt wird also enger, aber nicht nur das. Logistisch werden wir einen „Dating-Stau“ erleben, denn nach den hoffentlich bald eintretenden Lockerungen drängen alle, die bisher „von unten“ Druck aufgebaut haben, aus der Enge heraus. Und je mehr sich dort drängeln, umso enger wird es im „Flaschenhals“, und je enger es wird, umso weniger kommen wirklich „hinaus“, also zum Date.

Windige Prognosen

Rein logisch gibt es keine Hoffnung, dass „nach der Krise“ eine „bessere“ Lange eintritt als „vor der Krise“. Die großartigen Versprechungen und windige Prognosen, die Krise würde alles zum Besseren wenden ist Wunschdenken? Die Menschen bleiben dieselben, und sie vergessen schnell wieder das Geklapper mit dem Sargdeckel – hoffentlich, wie ich meine. Denn noch gilt die Stadtmusikanten-Überzeugung: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.

Betrüger ante portas

Auch, wenn es viele nicht gerne hören: Viele Menschen, etwas mehr Männer als Frauen, wollen jetzt endlich wieder „intim werden“ – jeder auf seine Art. Und das heißt: Der bestehende Mangel, verbunden mit dem emotionalen und sexuellen Druck, wird wieder Betrüger erwachen lassen -von den üblichen Verdächtigen Lovescammern bis zu den Damen, die sich auf Sex-Plattformen versammeln, und noch mehr jene, die zwar mit Sex locken, aber gar nicht existieren. Und davor kann ich nur warnen.

Die Informationen zu diesem Artikel entstammen verschiedenen Medien und Pressemitteilungen. Das Zitat von Christian Beer,entnahm ich dem Standard (Österreich).

Bild: Fotograf unbekannt

Sex-Dating – Trend oder Unsinn?

Illusionen für lüsterne Männer oder Realitäten?
Klar – derzeit ist die Furcht vor der Pandemie größer als die Angst vor STDs oder emotionalen wie auch sozialen Schädigungen durch Sex-Dating.

Doch es gibt eine Zeit danach – und mit ihr beschäftigen wir uns heute.

Ist Sex-Dating wirklich so ehrlich?

Sich ausschließlich für Sex zu verabreden halten einige Menschen für „besonders ehrlich“, und komischerweise ist dies in konservativen Kreisen verbreiterter als bei Menschen mit liberaler Auflassung. Den Grund fand ich in einem Buch, aus dem ich hier nur sinngemäß zitieren kann:

Es ist in Ordnung, wenn Männer ausschließlich Sex wollen, aber dann sollen sie es auch sagen.

Klar – diese Dame würde niemals mit einem Mann ausgehen, der ausschließlich am Sex mit ihr interessiert wäre. Doch die Mehrheit der Menschen geht Verabredungen anders ein: Mal angucken, und dann entscheiden, ob der „jemand“ „Heiratsmaterial“ ist oder nur für einen Körperkontakt taugt – oder für gar nichts. Dies „hybride“ Dating war über Jahrzehnte äußerst beliebt und hatte sich bestens bewährt, weil es viele Bedürfnisse erfüllte: Frau und Mann konnten noch während der Verabredung entscheiden, was ihnen derzeit näherlag: der Tisch oder das Bett -oder auch nichts dergleichen.

Gegenwärtig heißt das Thema für den schnellen Sex „Casual Dating“ oder „Sex-Dating“, und die Bandbereite reicht von bezahltem Sofortsex bis zur lustvollen Hingabe aus Begierde.

Die Werbung und die Wahrheit

Ich als gerade eine Art Werbetext, der so lautete:

Die Idee, dass man einfach jemandem eine Nachricht senden und am selben Tag Sex mit ihm haben kann, klingt vielleicht etwas zu gut, um wahr zu sein, aber einige Leute haben bereits entdeckt, dass es tatsächlich funktionieren kann.

Die „Leute, die es bereits entdeckt haben“ sind allerdings oftmals enttäuscht, denn wer nicht genau weiß, wen er sucht, wofür er denjenigen sucht und welche Art Mensch sich hinter den Portalen verbirgt, die ausdrücklich „Sex-Dating“ anbieten, der sollte besser die Finger davonlassen.

Illusionen, Escorts, Trickser und Betrüger

Denn soviel ist sicher: Männer sind nahezu immer bereit, kosten- und barrierefreien Sex mit einer Frau zu vollziehen – und das öffnete den kleinen Tricksern (m, f, d) und den großen Betrügern (auch m, f, d) Tür und Tor. Die Profile, ob männlich, weiblich oder divers können von Sexsuchenden, Escorts oder Animateuren angelegt worden sein – was letztlich bedeutet, dass niemand genau weiß, wem er (oder gar sie) Informationen austauscht, flirtet oder chattet. Manche Portale benutzen sogar inzwischen „Roboter“ (Bots) um eine Kommunikation vorzutäuschen. Ziel ist in jedem Fall, lüsterne Männer und (seltener) sexsuchende Frauen „bei der Stange“ zu halten – man wills schließlich Geld mit den Portalen machen.

Das ganze normale Treffen ist ergebnisoffen

Die Kernfrage an Singles wäre: Was spräche eigentlich dagegen, die Entscheidung, ob die Begegnung einen ONS, eine Affäre oder eine Beziehung ergeben könnte, auf das Treffen zu verlegen? Und warum sollte es euch eigentlich „peinlich“ sein, so zu handeln?

Eine junge, gepflegte Frau, die ich befragen durfte, sagte mir überaus deutlich, dass sie sich grundsätzlich zu einem dreigängigen Menü einladen lassen würde. Schnell-Check bei der Vorspeise, Vertiefen beim Hauptmenü, und Entscheidung über den Fortgang des Abends während des Desserts.

Auf diese Art dürfte die Frage der „Peinlichkeit“ solcher Entscheidungen vom Tisch sein, nicht wahr? Und wahrscheinlich habt ihr es gemerkt: Dazu ist kein Sex-Date nötig.

Falls ihr doch ein Sex-Date plant: Auch dabei kommt es auf Sympathie an – die Versprechung, dass der Slip bereits an der Türschwelle zur Seite geschoben wird, gehört in das Reich der schmutzigen Fantasie. Sinnlichkeit ist auch bei potentiellen Sex-Dates angebracht – und eine gründliche Vorbereitung schadet auf gar keinen Fall.

Bild: Modell, ca. 1970er Jahre, Anonym.

Die Liebe in Zeiten der Vermutungen

Unten herum wäre es möglich ...
Der Mitmensch als Gefahr - nein, ich rede nicht von 1957, als der Mitmensch wirklich zur Gefahr wurde, aber kaum jemand etwas davon bemerkte - außer die Geistlichen und Totengräbern. Im Nachhinein kann man sagen: Das Volk sollte nichts davon bemerken. Es wurde künstlich dumm gehalten. Und es war ja „nur“ eine Grippe. Am Ende zählte man in Deutschland (vermutlich nur in der BRD) 30.000 Todesopfer.

STDs und HIV und Covid

Wenn wir von Lust, Liebe und sexuellen Beziehungen reden, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als auch STDs zu erwähnen. Die TAZ schreibt richtigerweise:

insbesondere Ältere (werden) an längst vergangen geglaubte Zeiten erinnert: Der Kontakt mit anderen Menschen wird zur Gefahr – und Sexualität ist nur noch in monogamer Partnerschaft beziehungsweise unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern möglich, also gar nicht.

HIV -ein anderer Umgang mit einer anderen Seuche

Es waren die Zeiten, in denen wir erstmals über HIV lasen. Erst betraf die Warnung nur sogenannte „Risikogruppen“ aka „schwule Männer“, bevor deutlich wurde, dass sich dieses Virus nicht nehmen ließ, das zu tun, was ein Virus tut: möglichst viele Menschen zu infizieren. Schwule, Bi-Männer, Frauen - jeden, der irgendwie ungeschützten Geschlechtsverkehr außerhalb einer festen Beziehung hatte. Doch HIV blieb immer die „Krankheit der Anderen“ - so jedenfalls wurde sie verdrängt.

SARS Covid-19 - das Virus, das die Liebe tötet?

Was wie heute erneut erleben, ist ein Spiel mit Vermutungen über die Zukunft eines „neuartigen“ Virus. Wir erleben, dass wir - anders als 1957 - darüber informiert werden, wie und wo es sich verbreitet. Aber niemand weiß wirklich, wie die Zukunft der Liebe aussehen wird. Wer wird den Mitmenschen noch küssen, von Zungenküssen und Intimküssen ganz zu schweigen? Damals taten es die Frauen und Männer - mindestens mit Zungenküssen, weil der Intimbereich noch tabuisiert war. Aber gerade sie waren höchst gefährlich, denn sie konnten die „asiatische Grippe“ rasant verbreiten.

Wie werden wir uns in Zukunft erhalten? Wie werden wir nach der Kontaktverbotszeit „spielen“? Speichel- und atemlos? Mit vollem Risiko, mit gebremstem Risiko, ganz ohne Risiko? Und worin liegt eigentlich das Risiko der Lust, wenn alles nach „biblischer Art“ nur unten herum passiert?

Satire oder Realität - Liebe auf ein Meter fünfzig

Mag ja sein, dass dieser Artikel eher wie eine Satire klingt. Und sicher werden wir noch öfter hören, dass die Menschen vom Weg der Tugend abgekommen waren, als sie das erste Mal „verkehrt herum“ aufeinander lagen. Was „verkehrt herum“ ist? Na ja, dasjenige, das ihr darunter versteht. Und irgendwie könnte man auch einen Mindestabstand von dem standardisierten „Ein Meter fuffzig“ einhalten, wenn man von Nase zu Nase misst und man sich dabei nicht ansieht, das heißt dann „Reverse Cow Girl“. Aber die Beurteilung überlassen wir lieber mal den Erkenntnissen der Virologen.

Wahrscheinlich wird die Liebe siegen - irgendwie. Wir leben ohnehin in einer Zeit der Vermutungen. Aber für mich wäre dies die schönste Vermutung.

Epidemien generell: Infekt.ch
HIV - rki
Zitat TAZ
Bild: Herkunft Unbekannt.

Ist Online-Chat eine Alternative zu echten Treffen?

Illusionen im Chat ...
Das sattsam bekannte Virus ist eine Katastrophe für Unternehmen mit direktem Kundenkontakt. Und für alle anderen, die Kontakte zu ihren Kundinnen und Kunden, Klientinnen und Klienten, Interessentinnen und Interessenten aufnehmen wollen, nicht wahr?

Schön - drehen wir die Uhr zurück. Was habt ihr gemacht, als es noch keine Online-Option gab?

Sich jedem anbieten - aber dezent

Frauen haben sich ein hübsches Kleidchen, notfalls auch das „kleine Schwarze“ angezogen und sind zum Tanzen gegangen. Die Verlockung war mäßig, weil alle auf irgendeine Art brav und bieder waren, aber in der Not fraßen die männlichen Teufel eben alles, was gut roch. Anbieten mussten sich alle, sonst ging gar nichts. Und nach und nach lernte jede Frau, welchen Mann sie während des Tanzes auf Armlänge halten musste und an wen sie sich sinnlich schmiegen konnte. Die einen nahmen es nicht so genau, was hieß, dass der letzte Tanzpartner Chancen hatte, auch Bettpartner zu werden. Die anderen trafen sich wieder - in Parks, in Cafés, im Theater ... irgendwo, außer bei Mutti.

Warum ich euch das erzähle? Weil alle wussten, was sie wann, wie und wo tun mussten, um einen Mann zu bekommen und zu halten.

Online-Dating - Lust für manche, Frust für andere

Online-Dating erforderte eine ganz andere Vorgehensweise: Sich für einen einzigen Mann hübsch zu machen, zu wissen, das es entweder um eine Beziehung oder eine Bettgeschichte gehen würde, das war nicht „so wirklich“ romantisch. Aber wie auch immer - die Damen gewöhnten sich dran. Nie so richtig, aber was sollte frau tun? Die Alternative war, mit 40 mit ein paar anderen Frauen Sekt zu trinken und sich darüber zu unterhalten, wie schön sie’s hatten so allein. Klar war und ist das gelogen, aber nach ein paar Gläsern Sekt glaubt frau es eben.

Das "neue" Online-Dating - Qualitätscheck für den Mann

Die Sache ist dann irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Im Männer-Luxuskaufhaus wurde das Angebot knapp. Klar, wer nur einen Mann suchte, der noch Haare auf dem Kopf hatte, der kam auch zu Tisch und Bett. Aber die Leckeren unter den Frauen? Oh ... nur Kleinwagen oder Monatskarte? Nur Handwerker? Die Schamhaare noch nicht rasiert? Nicht mal Abitur und nur ein Bausparvertrag?

Nun also sind wir alle „sozial isoliert“. Und was wird uns geraten? Wir sollen chatten.

Im Chat wirst du vom Menschen zum Chat-Objekt

Online-Chats sind entweder belanglos oder risikoreich. Warum sollte jemand darauf eingehen?

Kein Mann, der noch alle Tassen im Schrank hat, wird etwas über sein Einkommen sagen und wahrscheinlich auch nicht viel über seinen Beruf. Er wird über seine Gefühle im Chat so wenig reden wie über seine Ehetauglichkeit. Und er wird dir nicht auf die Nase binden, wie viele (Ehe-)Frauen er schon verschlissen hat.

Männer bevorzugen im Online-Chat Belanglosigkeiten, es sei denn, sie wollten über Sex reden. Die Fremde, also du, ist keine Person, also kann sich der Mann etwas herausnehmen. Wärst du eine Person, die ihm gegenübersitzen würde, täte er das nicht. Ich glaube nicht, dass du solche Gespräche magst - in jedem Fall aber bist du nicht darauf vorbereitet. Du weißt nicht, wann du ihn zu was ermutigen sollst, und du weißt nicht, wie du ihm am langen Arm verhungern lässt.

Was unterscheidet Partnersuchende und Chat-Profis?

Mit anderen Worten: du hast keinen Schimmer, was du „online“ mit einem Fremden besprechen solltest und was nicht. Das wissen nur Animateurinnen oder Camgirls. Die arbeiten von zuhause, haben (falls es ein Video-Chat ist) prima HD-Kameras und schämen sich normalerweise nicht dafür, was sie da tun. Aber du? Hast du schon mal überlegt, was du sagen kannst, wenn dich jemand nach irgendwelchen intimen Details fragt, oder dir der Tapy einfach welche erzählt, die du nicht hören willst? Wie? Das tun die Männer nicht? Dann bist du ziemlich naiv.

Und die partnersuchende Frau? Warum sollte sie sich emotional so entblößen, so wie es die Camgirls körperlich tun? Warum sollte sie über vergangene Ehen, ehemalige Lover, ihren Beruf oder ihre Zukunftsabsichten sprechen?

Und guckt mal - wenn eigentlich kein Bedarf für „Gespräche“ über die Tastatur besteht, warum wollt ihr euch das antun? Um ein bisschen zu flirten? Oder doch mal mit dem Slip zu wedeln?

Ich weiß, dass viele von euch ganz gerne „erotische Gespräche“ in Chats geführt haben - anonym kann es ja toll sein. Aber ernsthafte Gespräche? Solche, die zu intensiven Beziehungen führen, vielleicht gar zu Ehen?

Also ne, wirklich. Wenn jede Minute die Kasse klimpert, kann man sogar das Wehklagen über die Einsamkeit ertragen. Aber wenn dir jede Minute deiner Zeit gestohlen wird, weil dich ein Typ vollabert?

Hast du einen Teddybären?

Denk noch mal nach. Und falls du noch einen Teddybären hast: Versuch es mal mit dem. Nicht das mit dem Sex - das mit dem Sprechen über heikle Themen.