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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Geheimnisse der Liebe - der alltägliche Handel mit Liebe

Die Lust im Badehaus (Mittelalter)
Dies ist der zweite Teil unseres Artikels: Geheimnisse der Liebe – der Handel mit Gefühlen, Der erste Teil kann hier nachgelesen werden.

Der Handelswert der Liebe

Soziologen, Psychologen und Philosophen sowie nahezu alle religiösen Menschen und Ethiklehrer glauben, dass Liebe in all ihren Varianten keinen Tauschwert haben sollte. Doch was „sein sollte“ und was „wirklich geschieht“ sagen uns Ökonomen. Denn wer tauscht, hofft auf einen bescheidenen Gewinn. Das ist ethisch durchaus vertretbar, denn zumeist gewinnen in der Liebe, der Lust und der Leidenschaft beide. „Gefühlt“ ist die Liebe eine Win-win-Situation. Beide habend das Gefühl, etwas geschenkt bekommen zu haben, beide sind glücklicher als zuvor, und beide befinden sich in einem sinnlich-verklärten Zustand.

Die Suche nach dem höchsten Gewinn – und das Scheitern

Indessen – es gibt eben auch die anderen Situationen, und zwar immer dann, wenn jemand einen großen Gewinn auf Kosten eines anderen zu erzielen versucht. Was zunächst nur „asymmetrisch“ wirkt, kann allerdings schnell umschlagen in „ich habe alles gegeben, und nichts zurückbekommen“. Das kann böse Absicht des anderen gewesen sein, aber auch lediglich das Gefühl, „zu viel bezahlt“ zu haben.

Wir sehen also: Ob jemand von einem „Liebeshandel“ profitiert, lässt sich nicht „objektiv“ feststellen – es ist immer auch eine Frage der persönlichen „Befindlichkeit“.

Dürfen wir mit der Liebe „handeln“?

Jeder, der Gefühle eintauscht, sollte sich darüber klar werden, ob er/sie dies auch „aushält“. Das Verliebtsein kann schnell abkühlen – und die Liebenden vergessen dann schnell, dass sie eigentlich „jede Menge“ Glücksgefühle hatten, während sie verliebt waren. Und sie bedenken kaum, dass sie etwas „eingetauscht“ haben – freiwillig und ohne jeden Zwang.

Hinweis: Alle Bestandteile dieser Artikel beruhen auf verlässlichen Aussagen aus dem Bereich der Ökonomie. Wer anderer Meinung ist, kann uns dies jederzeit schreiben.
Bild: Historische Darstellung - Liebende in einem Badehaus

Geheimnisse der Liebe – der Handel mit Gefühlen

Jeder vermarktet sich selbst anhand seiner Eigenschaften
Unser Artikel "Geheimnisse der Liebe – der Handel mit Gefühlen" enthält zwei Teile: einen allgemeinen Teil, in dem wir uns damit beschäftigen, wie Menschen mit Emotionen "handeln" - und einen zweiten, in dem wir über die Vermarktung der Liebe - auch unserer - reden wollen.

Alles, was wir tun können um ein besseres, erfüllteres Leben zu gewinnen, beruht in erster Linie darauf, etwas zum Tausch anzubieten.

Das habt ihr nicht in der Schule gelernt, weil es unethisch klingt. Doch wie handeln wir tatsächlich?

Unsere Gefühle als Tauschobjekt

Die Antwort ist dreiteilig: Als erstes lernen wir, unsere Emotionen anzubieten. Wir erhoffen uns wie bei jedem Tauschhandel, einen bescheidenen Gewinn. Jeder Mensch in nahezu jedem Lebensalter kann dies tun – aber Emotionen „im anderen“ zu erzeugen, um Vorteile daraus zu ziehen, ist das erste, was wir lernen. Wir wissen, dass dies auch Säugetiere tun. Mein Hund denkt gar nicht dran, mich anzusehen. Es sei denn, er will ein „Leckerli“ oder „Gassi gehen“.

Dienste anbieten im Tausch gegen …

Das zweite, was zumindest Menschen lernen, ist, sich „zu verdingen“, wie man früher sagte. Das heißt, wie bieten nicht ausschließlich unsere Emotionen, sondern unsere Kenntnisse und Fähigkeiten an. Da geschieht zunächst im reinen Austausch und lange, bevor wir dem Geld nachstreben. Wer einem Schulkameraden bei den Hausaufgaben hilft, tauscht sein Wissen gegen etwas ein, was zunächst als „Altruismus“ gelten kann – aber auch all diese Handlungen sind eigentlich „Tauchgeschäfte“ – indem ich dem anderen helfe, fühle ich mich großartig und machtvoll.

Alles tauschen gegen Geld

Erst in der dritten Phase, wenn wir den Wert des Geldes akzeptieren und erkennen, tauschen wir alles, was möglich ist, gegen Geld – auf Biegen und Brechen oder mit Rücksicht und Bedacht – aber wir tun es.

Der Tausch soll etwas einbringen

Normalerweise vermarkten wie diejenigen unserer Fähigkeiten und Kenntnisse, aber auch Emotionen und körperliche Eigenschaften, die uns etwas „einbringen“. Wir sind zumeist umso zufriedener, je leichter es uns fällt, diese „abzugeben“ – und wenn dabei noch ein guter Batzen Geld abfällt, freut uns dies umso mehr. Statt „Geld“ kann hier auch „Macht“ oder „soziale Anerkennung“ stehen.

Die Grenze zu Habgier und Prostitution

Sobald wir damit beginnen, nicht diejenigen Eigenschaften zu vermarkten, von denen wir reichlich haben, sondern wegen des Geldes, der Macht oder der sozialen Anerkennung an den Markt gehen, geraten wir entweder in Nöte, Zweifel oder Konflikte – oder wir setzen und darüber hinweg. Ist dies der Fall, werden wir als Raffzähne, Goldgräber oder im Zweifel auch als Huren bezeichnet - je nachdem, wie und wo wir was tauschen.

Lest im zweiten Teil, wie Menschen mit Liebe "handeln", und warum so etwas gut oder schlecht ausgehen kann.

Demnächst in diesem Theater

Sehnsüchte in der Dämmerung
Die alte Kinoankündigung: „demnächst in diesem Theater
“ (1) habe ich zum Anlass genommen, noch einmal (vielleicht letztmalig?) zu fragen, was ihr von „diesem Theater“, also der Liebeszeitung, erwartet.

Was machst du mit der Liebe?

Am besten „gehen“ hier nach wie vor Artikel über Themen, die eigentlich Randerscheinungen der Liebe sind. Die Liebe selbst ist allerdings überall in den Hintergrund abgewandert. Es gab einige Zeit, und sie ist noch gar nicht so lange her, seit „über die Liebe“ geschwafelt wurde, als wolle man sie „herbeireden“. Ich kann nicht behaupten, dass alles, was damals geschrieben wurde, Unsinn war, und nicht jeder Autor besaß die Arroganz, den Tod der Liebe herbeizureden. Zu jener Zeit wurde auch deutlich, wie inkompetent die Redakteure der Feuilletons sind, wenn es um die Bewertung der Liebe geht.

Was wünscht du dir von der Liebe?

Was wünscht ihr euch? Das Motto für den Monat Mai bei mir ist ja: „Hoffen auf Berührungen und Lust.“ Ich denke jeder (nicht nur jeder Single) wünscht sich inzwischen neben mehr Berührungen, auch mehr lustvolle Momente des Lebens, die nicht unbedingt mit der Liebe zusammenhängen.

Wie ich neulich schrieb, ist Körpersprache ausgesprochen wichtig für das Verständnis füreinander, und darüber hinaus für unser aller Wohlbefinden.

Öffentlichkeit: Missmutige Gestalten, die ihren Körper verdecken?

Solange maskenbehaftete, schlecht gekleidete, missmutige und griesgrämige Menschen uns ausweichen, gibt es kleine lustvollen Begegnungen – in gar keiner Hinsicht.

Vorschläge zur Liebe? Ja, bitte ...

Also schreibt mir einfach mal, was ihr gerne möchten würdet, wenn ihr dürfen könntet. Ich sage schon mal „Danke“ für jedes Wort, das bei mir eingeht.

Gut – ich kann euch nur mit Worten begegnen. Aber es wäre wirklich hübsch, wenn ihr mir hin und wieder sagen würdet, was euch bewegt.

(1) Erklärung dazu:Universal-Lexikon

Herantasten an Liebes-Gefühle

Die erste Begegnung ... nicht mehr ganz aktuell ...
Einander kennenlernen ist ein Vorgang, bei dem sich wahlweise die Gedanken, die Gefühle oder auch nur die Körper annähern. Wenn dies gut gelingt, findet ein Austausch statt. Bei den Gedanken spricht man von einem Gedankenaustausch - dabei wird offensichtlich, was gemeint ist. Bei den Gefühlen geschieht dies eher unbemerkt, weil wir uns selten wirklich sicher sind, ob die Gefühle tatsächlich übereinstimmen oder ob wir nur glauben, dass dies so ist. Beim Körperlichen hingen wissen wir innerhalb weniger Sekunden, ob die Begegnung von Haut-zu-Haut oder gar Haut-in-Haut etwas auslöst.

Der körperliche Kontakt bringt Gefühle in Wallungen - aber noch keine Beziehung

Demnach ist der körperliche Kontakt derjenige, der uns an der schnellsten Sicherheit bringt, ob unsere Körper miteinander harmonieren. Das bedeutet aber nicht, dass wir dann auch miteinander auf „Augenhöhe“ mit unseren Gedanken und Gefühlen sind. Wollen wir eine Beziehung, versuchen wir also bei einem „wundervollen Sexkontakt“, alles andere „nachzuziehen“.

Wenn der Körper zuletzt "drankommt" ...

Verschiedene moderne Formen des Kennlernens, die allerdings schon um die 19ter Jahrhundertwende begannen, beruhen auf dem Gegenteil: Der Körper kommt zuletzt … doch was kommt zuerst?

Wie eine Beziehung schrittweise zustande kommt

Bei allen Methoden, bei denen wir „durch Korrespondenz“, durch Medien, durch Vermittler oder eben auch durch Online-Dating Menschen kennenlernen, kommt das Wort zuerst. Zuerst ein Text, dann ein Telefongespräch, schließlich ein Treffen.

Was passiert dabei?

Der Text

Der Text trifft zwar in erster Linie den Verstand – doch die Formulierung kann auch die Gefühle ansprechen. Dabei werden die Emotionen allerdings „künstlich aufgebaut“, und das heißt, anhand von Mustern, die schon in unserem Gehirn vorhanden sind. Und das heißt? Wir machen uns eine Vorstellung, aber wir wissen nichts.

Das Telefongespräch (eventuell der Chat)

Beim Telefonieren kommt die Stimme hinzu. Es ist möglich, zweierlei daran zu erkennen: einmal die Wortwahl, aus der die Intelligenz, aber auch die Absichten hervorgehen können, und dann die Sprachmelodie, aber auch das Zögern beim Beantworten einer Frage, also eine Art „nonverbale Kommunikation“ innerhalb einer verbalen Kommunikation. Da heißt vereinfacht: Wir hören anhand des Zögerns, wo etwas nicht stimmt. Im Chat ist dies ungleich schwerer. In jedem Fall sind am Telefon schon Dialoge möglich – also kannst du sowohl fragen wie auch antworten.

Im Video-Chat

Video-Chat ist sprechen, einander dabei zuzusehen und doch nicht anfassen können. Wir sehen etwas mehr vom anderen, und diejenigen, die sich auf Körpersprache verstehen, können mehr aus dem Gesicht oder aus den Gesten herauslesen, als aus dem reinen Wort. Das „Sprechen hinter Glas“ auf Entfernung ist sehr gut geeignet, wenn man einander schon kennt – aber nicht so gut, wenn man einander erst kennenlernen will. Schlecht beleuchtet und unvorteilhaft aufgenommen, schlampig angezogen oder gekünstelt aufgemacht können negative Beurteilungen nach sich ziehen. Der Video-Chat ist eigentlich für Menschen gedacht, die voneinander räumlich getrennt leben, sich über den Chat aber verbunden fühlen. Für Erstkontakte sind Video-Chats nicht unbedingt zu empfehlen, und ein Video-Chat kann den ersten unmittelbare Kontakt auch nicht ersetzen.

Das Treffen

Beim Treffen können wir mit Körper, Geist und Psyche sprechen, und damit den Partner beindrucken oder auch abstoßen. Das ist das Einzigartige am Online-Dating: Die Begegnung schafft Klarheit, ob wir es miteinander versuchen wollen oder nicht. Wir tasten uns mit unserer Erscheinung, unserem Verhalten, unserer Stimme, unserer Mimik und Gestik an den anderen heran und versuchen, ihn von uns zu überzeugen – jedenfalls, wenn wir selber überzeugt sind.

Ich könnte einen einzigen Grund nennen, der in „normalen Zeiten“ für viele Telefongespräche, Chats oder Video-Chat im Vorfeld spricht: Wer über 500 Kilometer oder über fünf Stunden (Faustregel) fahren oder fliegen muss, um seinen Wunsch-Partner zu treffen, der sollte sich gut vorbereiten. Telefongespräche eignen ich dafür recht gut.

Wenn ich heute lese, dass Video-Dating die Zukunft für die meisten von uns ist, dann kann ich nur fragen: Sind die Anbieter wirklich so naiv oder wollen sie sich jetzt nur in den Vordergrund drängen?

Mein Rat für die "Zeit danach"

Treffen, so schnell wie möglich, wenn beide glauben, dass eine Beziehung gut für sie ist. Covid-19 wird verschwinden und Kontaktsperren werden irgendwann aufgehoben werden. Aber der Wunsch nach Nähe wird immer der Auslöser für Begegnungen sein.

Bild: Nach einer Zeitungsillustration, historisch, ohne Jahrgang. vermutlich gegen 1905

Das Motto für den Mai

Unser Motto für Mai - Hoffnung auf Berührungen und Lust
Ich habe lange über ein Motto für den Monat Mai nachgedacht. Ich dachte an „Aufbruch zur Liebe“, „Hinaus in den Mai der Liebe“ oder so etwas. Doch warum soll ich ein Motto wählen, dass mir jederzeit als realitätsfremd oder gar gefährlich ausgelegt werden kann? Warum sollte ich Menschen vor den Kopf stoßen, die hinter voller Frust hinter ihren Bildschirmen sitzen und von lustvollen Zeiten träumen?

Nach der Pandemie ...worüber Menschen jetzt nachdenken

Derzeit gibt es vereinzelt Artikel darüber, was nach der Pandemie kommt. Von Liebe ist dabei so gut wie nie die Rede. Die Damen und Herren Soziologen, Psychologen, Zukunftsforscher, Philosophen und Redakteure lieben es, zu schwadronieren und ihre Vorstellung von einer besseren Welt in ihre Utopien einzubinden. Und wenn jemandem etwas Sinnreiches einfällt, dann schreibt sie/er darüber, wie wir Bildung und Ausbildung, Handel und Industrie, Gastronomie und Konzerte wieder zur Blüte bringen können.

Was wird also mit der Liebe? Ja, ich meine aus der Liebe, also aus einer Triebkraft, die sich jeder Bevormundung widersetzt?

Ihr werdet staunen - sie wird sich durchsetzen. All dies Gerede über die neuen Werte die Edel-Kommunikation, das Gutmenschentum und alles, was darum herum flatterte, wird sich als Blödsinn erweisen.

Die Frage ist freilich, wann wird die Liebe sich über alle Bedenken erheben?

Da ich es nicht weiß, habe ich mein Motto für den Mai mit „Hoffen auf Berührungen und Lust“ festgelegt. Ich folge dabei einem Beitrag des Time Magazines, in dem es heißt:

Wenn man ... (das Kennenlernen) ... aus einer evolutionären Perspektive betrachtet, vertrauten wir Millionen von Jahren taktilen Kontakten wie Umarmungen ..., denn ... jede Beziehung wurde durch eine komplizierte nonverbale Sprache aufgebaut und zusammengehalten ... ich mache mir Sorgen darüber, was passiert, wenn wir als Gesellschaft diese Kommunikationsmittel für einige Zeit verlieren.


Nun denn ... mehr habe ich dazu im Moment dazu nicht zu sagen.

Zitat: Dacher Keltner, Soziologe an der Universität von Kalifornien, Berkeley, in „Time Magazine