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Warum Normalität etwas anderes ist

Sie zieht sich aus -aber heißt das: "ich bin bereit für alles, was du willst?"
Warum Normalität etwas an deres ist? Weißt du denn, was "normal" ist? Dann lies diesen Artikel sorgfältig, Zeile für Zeile. Er wird dir nützlich sein.

Um es gleich zu sagen: Es gibt keine „Normalität“, wenn es keine verbindlichen Normen gibt. Wer ein bisschen an der Soziologie geschnuppert hat, weiß, was gemeint ist: Das Normale ist dann das „Selbstverständliche“, also alles, was nicht ausgehandelt werden muss.

Die Psychologie verhält sich moralisierend: Sie erklärt, was an unserem Verhalten „akzeptabel“, im Extremfall sogar „gesund“ ist. Und sie bestimmt andererseits, was nach ihrer Meinung eher „unerwünscht“, im Zweifel sogar „krankhaft“ ist. Es ist unbestritten, dass sie dem moralischen Anspruch im sexuellen Bereich von Anfang an nicht gerecht wurde, weil sie auf die Wertesysteme der Zeit aufsetzte. Was sie heute in geläuterter Form lehrt, wurde von außen an sie herangebracht.

Was ist denn nun "normal"?

Doch das hindert uns Menschen nicht, immer wieder zu fragen: „Was ist denn nun das Normale?“ Und das ist durchaus angebracht, denn über alles, was nicht „selbstverständlich“ ist, muss verhandelt werden.

Für viele Männer in Westdeutschland und anderen Teilen der Welt wurde vor etwa 50 Jahren (ab 1970) klar, dass sich Frauen nicht mehr einfach „handhaben“ ließen, so wie sie es von ihren Vätern kannten. Diese Neuerungen wurden zuerst nur laut und ohne große Auswirkungen, dann aber nach und nach durchaus im Alltag präsent. Als in den 2010er Jahren die Parole ausgeben wurde, „wir müssten unsere Werte und Vorstellungen ständig überprüfen“ stieß dies zunächst auf Ablehnung. Es ist aber ein Gebot der Evolution, nur statt in Zeitlupe eben im Zeitraffer. Wer es nicht glaubt, sollte die Zeit einmal um 50 Jahre zurückdrehen.

Wer dabei genau hinsieht, wird herausfinden: Zuvor wurde als „normal“ vorausgesetzt, wann und wie Intimität zu sexähnlichen Handlungen führt, von Küssen über Petting bis hin zum Geschlechtsverkehr. Und eine weitgehende Duldung von Übergriffen wurde als „Einverständnis“ angesehen.

Sieben Überlagerungen und Widersprüche

Jede und jeder Partnersuchende wird inzwischen festgestellt haben, dass sich mehrere Ebenen überlagern:

1. Die Grundlagen der Fortpflanzung, die sich nicht unbedingt als Fortpflanzungswunsch „outen“.
2. Angeblich „dauerhafte“ ethische Normen, die in der Gesellschaft „fest“ verankert seien.
3. Die gesellschaftlichen Vorstellungen der Eltern- und Großelterngeneration mit Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert.
4. Die Folgen der Mädchen- und Jungenerziehung, die oft bis in die heutige Zeit reicht, also wie ein Junge oder ein Mädchen zu sein hat.
5. Die Folgen der Emanzipationsbewegung(en), aber auch deren Auswüchse.
6. Die Bequemlichkeit, sich an bestimmten Frauen- und Männerrollen festzuhalten.
7. Und erst zuletzt: die Bereitschaft und Fähigkeit, die Bedingungen für die erwarteten und zu schenkenden Lüste auszuhandeln.

Warum Lust und Leidenschaft schwieriger geworden sind

Das Problem heute ist also im Grunde ganz einfach zu erklären: Alte und neu Normen stehen nebeneinander, sind teils noch gültig und teils eben nicht mehr. Die Grenzen zu den Bereichen, die verhandelt werden müssen, sind selten klar, und nicht alle haben gelernt, um was eigentlich „verhandelt“ wird und wie dies ablaufen könnte. Zudem stören starke Emotionen den Verhandlungsablauf – und dies ist im Grunde typisch für den Verlauf der Verhandlungen über Lust und Liebe. „Sprachlosigkeit“ oder Kommunikationsmängel sind ein weiteres, typisches Problem beim „Liebeshandel“.

Hast du dies gewusst? Akzeptierst du das? Lass von dir hören!