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Die Causa DFG – Kritik an den Wissenschaften unerwünscht?

Nachdenken ist jedem gestattet
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zofft sich gegenwärtig mit Dieter Nuhr, der für sie nicht als Kabarettist, sondern als Bürger ein bestelltes Statement abgegeben hat – sozusagen eine kritische Laudatio.

Offensichtlich auf Druck einiger Kommentatoren wurde der Beitrag gelöscht. Nuhr hatte offenkundig nicht gesagt, was die Kommentatoren gerne lesen würden, obgleich alles, was er gesagt hat, sinnvoll und hilfreich ist, um Wissenschaft zu verstehen.

In meinem Leben als kritischem Journalisten, der sich auch gerne mit Wissenschaftlern zofft, weiß ich, wie empfindlich manche der sogeannten Fachleute sind. Die Aussage „was wollen sie Laienwürstchen eigentlich hier?“ stammt zwar noch aus den 1980er-Jahren, aber die latente Arroganz kam auch später in einigen Kommentaren zum Ausdruck, als ich zu bloggen begann.

Wissenschaft muss sich der Kritik stellen - sie ist keine Religion

Und deshalb die klare Ansage: Journalisten haben das Recht und die Pflicht, Wissenschaftler kritisch zu hinterfragen, und sie sollten dies viel häufiger tun. Es geht dabei nicht um einen Konflikt zwischen der reinen Wahrheit und einigen versponnenen Leugnern – sondern darum, angebliche Wahrheiten in einem neuen Licht zu betrachten, in dem sie kläglich verblassen oder aufs Neue zu leuchten beginnen.

Dies sind meine Worte an die Wissenschaft: Wir als Bürger und Journalisten sind keine Gläubigen, die den Worten lauschen, die von der Kanzel gepredigt werden und hinter denen wir ewige Wahrheiten vermuten müssen. Wir haben Vergleiche. Wir haben die Möglichkeit der logischen Überprüfung. Und wir haben ein Leben, in dem wir gleichfalls Erkenntnisse sammeln konnten. Wir glauben nicht an euch – wir denken parallel zu dem, was ihr denkt. Wir können irren, so wie ihr auch irren könnt.

August der Keusche

Klassische "Onanierbandage" eines Dresdner Herstellers, etwa 1910.
Kaum hatten wir unseren Artikel über die „FLD“ recherchiert und veröffentlicht, da wurden wir von dem ungeheuren Angebot an „Male Chastity Devices“ überschwemmt. Unser alter Freund Gramse hat sich informiert und am Ende beschlossen, auf keinen Fall dem Gebiss der Kali zu verfallen. Leser(innen) mit einem schwachen Nervenkostüm sollten diesen Artikel meiden.

Wie der Mann "keuschgehalten" wird

Wie ihr vielleicht wisst, gehen alle Ideen zur männlichen Keuschheit darauf zurück, dass der Penis keine Chance hat, aus einer Umhüllung zu entweichen, die ihm zum Zweck der Keuschhaltung übergestülpt wurden. Ursprünglich sollten Jünglinge am Masturbieren gehindert werden - doch nach und nach wurde es in BDSM-Kreisen populär. Zumeist handelte es sich um Peniskäfige, die durch die Art ihrer Befestigung und ihrer Wirkungsweise sowohl das Masturbieren wie auch das Fremdgehen verhindern sollten.

Die exquisiten Lustverhinderer haben Zähne

Mittlerweile ist (wieder überwiegend in BDSM-Kreisen) ein Hang zum exklusiven und betont schmerzhaften Luxus-Masturbationsverhinderer eingezogen. Die Idee beruht darauf, dass der Penis nicht eingesperrt, sondern dessen Träger sofort durch heftige Schmerzen bestraft wird, sobald er eine Erektion bekommt. Sie laufen unter Namen wie „Zähne der Kali“ und werden in „mild“, „normal“ und und „extrem“ eingeteilt - je nach Art und Beschaffenheit der verwendeten „Zähne“. Wir hörten sogar von Konstruktionen, die eine Folterfantasie des 19. Jahrhunderts wieder aufgriffen: „Die eiserne Jungfrau“ für den Penis.

Die Monate der Verweigerung

Schon entsetzt? Das ist dein gutes Recht. Neben echt „gestandenen Männern“, die diese Prozedur in Kauf nehmen, sind es vor allem sogenannte „Sissys“, die darüber reden.

Wir fanden etwas Lustiges daran. Eine Bloggerin nennt die Monatsnamen, die sich für den Beginn männlicher Keuschheit eignen (1):

Lockgust.
Chestember
Locktober.
Nocumber.
Denycember.


Na schön, da könnte man noch ein paar hinzufügen, vielleicht gar alle zwölf Monatsnamen? Den esrten könnte man ja "Neinuar" nennen ... aber weiter reichte meien Fantasie nicht.

Keusch werden als Ziel ... nicht ganz, aber ...

„Warum sollte es ein Mann tun?“, werdet ihr euch fragen.

Und da haben wir schon die Antwort:

Dies ist die beste Zeit, um mit der mentalen Konditionierung zu beginnen, die dein Leben verändern wird. Du wirst lernen, die Kontrolle über deine schmutzigen Triebe zu bekommen . Sobald du aufhörst, mit dem überflüssigen Ding zu spielen, dass zwischen deinen Beinen baumelt, wird sich dein Leben verändern.


Oh schreck - überflüssig. Na schön, ich bin ja keine Sissy. und unterm kurzen Rock und in feinen Seidenpants ist es wirklich besser, wenn du keine Erektion hast. Unterm Schottenrock übrigens auch. Ich weiß aber nicht, wie männliche Schotten ihre Erektionen verhindern, wenn sie einen Schottenrock tragen.

Der Verschluß - Schlüssel zu einem unbeschwerten Leben?

Aber auch ich werde belehrt :

Der Schlüssel zu deinem neuen Leben besteht darin, endlich zu begreifen, dass diene Ejakulationen nicht wichtig sind. Tatsächlich wirst du bald merken, wie gut es dir tut, keine Zeit und Energie mehr auf deine egoistische Selbstbefriedigung zu verwenden. Sobald du gelernt hast, dich darauf zu konzentrieren, wie die Frauen zum Orgasmus bringst, wirst du auch lernen, wie du selbst etwas fühlen kannst, was sonst nur Frauen fühlen.

Ich ahne, was die Dame damit meint - und beschließe, weder August der Keusche zu werden noch zur sanften udn devote Augustine zu mutieren. „Eigentlich würdest du dich ganz gut eignen, einen kurzen Rock zu tragen“, hatte Hannelore mal gesagt - aber damals war ich noch schlank und schön. Und jetzt? Frag mich nicht - so wahr ich Gramse heiße.

(1) Wegen der optischen Inhalte ist es und unmöglich, auf die Quelle zu verlinken.
Bild: Aus dem Katalog von Carl Wendschuch, Dresden, Fabrikant chirurgischer Instrumente, Bandagen und anderen Medizinprodukten, etwa 1910


Übersetzt etwa:

Schließgust.
Keuschtember
Schließtober.
Niekommtember.
Weigerzember.


Gramse bleibt Gramse - immer spitzfinidg und selbsvertständlich völlig "daneben".